Beate Meidinger: Und übrig bleibt ein Phönix

Mein heutiger Lesetipp

und_uebrig_bleibt_ein_phoenixMaria ist erst 36 und verliert ihre Arbeitsstelle und somit gleichzeitig den Boden unter den Füßen, denn sie hat ihre Arbeit mit Herzblut ausgeführt. Und nun bekommt sie die nächste Hiobsbotschaft: ihre Tante Luise, gerade mal acht Jahre älter als sie, hat Brustkrebs.
Für Maria bricht eine Welt zusammen.

Die erste Katastrophe hat ihr Gutes. Maria hat nun mehr Zeit und kann mit Luise zusammen dem Krebs den Kampf ansagen. Und das tun sie beide vehement.

Eine wahre Geschichte, die den Leser in ihren Bann zieht, die ihn mitfühlen, mitleiden, aber auch mitlachen lässt, wie das folgende Zitat auf Seite 132 zeigt:

… „Ich bin nicht krank.“
„Ich fasse es nicht. Hängt hier am Chemobeutel und meint, ‚Ich bin doch nicht krank.‘ Du bist der Knaller.“
„Ich fühle mich nicht krank, also bin ich nicht krank. Krank fühlt sich anders an. Mir ging es bei so manch einer Erkältung schlechter.“
Mir fehlen die Worte und allen anderen um uns herum auch. Ich schaue mich um und alle starren Luise an, die mit Perücke auf dem Kopf, mit Port im Schlüsselbein und mit anhängender Chemoinfusion und einem Brustkrebs vor uns sitzt und fest der Meinung ist, dass sie nicht krank ist. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen…“

Das Buch macht Mut. Trotz dieses ernsthaften Themas, über das keine Frau gerne nachdenkt, lässt es sich sehr gut lesen, ohne einem dauerhaft die Kehle zuzuschnüren.

Beate Meidinger: Und übrig bleibt ein Phönix (Roman)
erschienen im Klecks Verlag, Oktober 2014
ISBN: 978-3-95683-070-9
186 Seiten, 10,80 €

Bildquelle

Kostenlose Leseprobe

Nicht jede Frau übersteht und besiegt den Krebs.
Heute ist der erste Todestag von Tina, die an ihm und seinen Folgen zerbrochen ist und den Freitod gewählt hat. In der Bloggerwelt hat sie eine große Lücke hinterlassen.
Möge sie ihren Frieden gefunden haben.

DSCI0119

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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19 Antworten zu Beate Meidinger: Und übrig bleibt ein Phönix

  1. finbarsgift schreibt:

    Vielen Dank, liebe Anna-Lena, fürs Erinnern an einen Menschen, den wir beide sehr schätzen…
    aber jede/r von uns wird einmal die gute Erde verlassen müssen,
    so ist das eben…
    liebe Morgengrüße
    vom Lu

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  2. Märchenfrau schreibt:

    Eine Buch über ein starke Frau. Die Leseprobe liest sich sehr sympathisch und eindrucksvoll.
    Nur, nicht jeder kann stark sein … oder liegt die Stärke oftmals in der Schwäche?
    Ich hatte das mit Tina damals nicht mitbekommen und wünsche mir für sie, dass sie im richtigen Moment diese Stärke in sich gefühlt hat.
    Sei nicht traurig, du Liebe! Manche Entscheidungen müssen einfach sein, auch wenn sie von Dritten nur schwer zu verstehen und zu aktzeptieren sind.
    Herzlichst
    Elke

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Elke,
      das Buch hat mir sehr gefallen und es war reiner Zufall, dass ich es gerade jetzt gelesen habe. Emily hatte letztens darüber berichtet und ich habe es sofort bestellt.

      Wie es um Tina stand, wussten nur ganz wenige, die sie bis zum Schluss auf einem geschützten Blog begleitet haben. Sie war eine sehr starke Frau, sie hat sich in ihren Blogs nichts davon anmerken lassen. Ihren Entschluss haben wir akzeptiert, schweren Herzens. Ihr wird es nun besser gehen.

      Herzlicht,
      Anna-Lena

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  3. bruni8wortbehagen schreibt:

    Liebe Anna-Lena, hört sich wirklich nach einem Buch an, das ich lesen sollte
    und als ich Tina las, da gab es mir wieder einen kleinen Schlag in die Magengrube.
    Ein ganzes Jahr ist es nun schon her und ich hoffe so sehr, daß es die richtige Entscheidung für sie war.
    Danke, daß Du sie erwähnt hast und mögen wir alle kein solches Martyrium erleiden wie sie…
    die wirklich eine tolle Frau war, u. a. auch eine Lyrikerin der besonderen Klasse.
    Keine von uns wird sie vergessen.

    Sehr liebe Grüße an Dich von Bruni

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das Buch hat mir sehr gefallen und ich danke Emily für den Tipp.
      Ich vermisse Tina immer noch und kann gar nicht glauben, dass es schon ein Jahr her ist. Die Frage nach ihrer Entscheidung kann nur sie beantworten, aber wir wissen beide, dass sie es sich nicht leicht gemacht hat. Somit bleibt der Gedanke, dass es ihr nun besser geht.

      Liebe Grüße auch zu dir, liebe Bruni.

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  4. Emily schreibt:

    Du hast das Buch wieder einmal absolut gut beschrieben! Mir hat es auch Mut gemacht. Tina geht mir in diesen Tagen auch nicht aus dem Kopf. Ich muss so oft an sie denken. Ihr Geburtstag stand auch noch in meinem Kalender. Ich wünsche ihr so sehr, dass sie ihren Frieden gefunden hat.

    Alles Liebe, Emily ♥

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  5. mrsweasly schreibt:

    hallo anna-lena, eben hat mir emily den link zu deinem post geschickt und ich oute mich als autorin vom phönix und ich bin so gerührt, dass er mut macht…. das war sinn des ganzen. ich danke dir vielmals für deine rezension und für deine empfehlung. ich bin so gerührt, dass mir die worte fehlen und das soll für eine mannheimerin schon was heissen… danke und ganz liebe grüsse, beate

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Beate,
      das finde ich ja schön, dich als Autorin gleich kennenzulernen. Du kannst wirklich stolz auf dein Werk sein, zu dem ich dich herzlich beglückwünsche.
      Ich wünsche dir, dass es vielen Frauen, besonders denen, die betroffen sind (und es kann leider jede von uns treffen) Mut macht, mit der Krankheit so umzugehen und den Krebs zu besiegen.

      Mit lieben Grüßen
      Anna-Lena

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  6. Lutz schreibt:

    Toll das du an Tina gedacht hast. Es ist schon wieder ein Jahr her. Wie die Zeit vergeht. L.G.

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  7. buchstabenwiese schreibt:

    Ist das schon ein Jahr her, liebe Gaby? Die Zeit vergeht so schnell.
    Ich muss immer mal wieder an sie denken. ❤

    Das Buch, das hätte ich einerseits auch gerne gelesen, weil ich glaube, dass Beate das wirklich toll geschrieben hat, ich mag, wie sie im Blog schreibt, aber ich habe beschlossen, es vorerst nicht zu tun. Im Moment fühle ich mich dazu nicht stark genug. Ich befürchte, dass es mir nicht gut tun würde. Meine Mutter hatte ja Brustkrebs und sie hat es nicht geschafft. Auch wenn es nun schon lange her ist, es war eine zu schwere Zeit für mich damals und im Moment brauche ich eher Positives.

    Liebe Grüße,
    Martina

    P.S. Ich wollte dir ja eine Mail schreiben, ich vergesse es immer wieder, dann funktioniert das Internet zurzeit mal wieder mehr schlecht als recht … kommt noch …

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  8. hoetuspoetus schreibt:

    Wie gesagt…. bei uns brannte auch ein Kerzchen ❤ …. 😉

    Das Buch hört sich gut an … habe mir die Seite der Leseprobe für später abgespeichert …

    Dir noch einen schönen Abend ….

    ich hinke mit Allem etwas hinterher ….
    der Schnee ist für den Lütten dann doch zu verlockend,
    als dass wir ihn nur "liegen" lassen ….
    ….. ab und an huschen wir ungeplant nach draußen und "küheln" uns ab 😉

    Liebe Grüße … Katja

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