F – Fastenzeit

F reude
A chtsamkeit
S innerfahrung
T empo verringern
E nergie tanken
N ein sagen
Z eitmanagement
E rneuerung
I nnenschau
T iefe erleben

Wer in der Fastenzeit ganz bewusst auf etwas verzichten möchte, sollte selbst entscheiden, was ihm gut tut.  Eingefahrenes aufzubrechen und mal auf Dinge zu verzichten, die wir als Zeitfresser empfinden, kann  den Blick weiten und Kräfte für etwas Neues  freisetzen. Die Freude und das Lachen gehören jedoch unbedingt auch in die Fastenzeit!

Der beste Weg, sich selbst eine
Freude zu machen, ist:
zu versuchen, einem anderen
eine Freude zu machen.

(Mark Twain)

Die Begriffe oben hat Beate erweitert – DANKE dafür!

Festgefahrenes aufspüren
Angst zulassen
Sichtweise verändern
Tag für Tag leben
Empfindsamkeit pflegen
Neubeginn wagen
Zusammengehörigkeit wahrnehmen
Empathie üben
Irrtum erwägen
Termine kritisch prüfen

Advertisements
Veröffentlicht unter Gerade aktuell, In den Tag gedacht | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 18 Kommentare

Tolle Tage und Narren und Jecken

Tolle Tage

Die tollen Tage stehen an,
drum rette sich, wer eben kann
vor allzu viel „Helau“, „Alaaf“
und Büttenreden, selbst im Schlaf.

Ich mach‘ mir nichts aus Karneval
und Lachen wie ein Wasserfall.
Drum such‘ ich mir für diese Zeit
die maskenlose Fröhlichkeit.

Du Narr

Ich habe dich sofort entdeckt,
trotz Maskerade und Kostüm.
Ich hab’ mich nicht vor dir versteckt,
trotzdem hast du mich nicht geseh’n.
Du lebst in einer anderen Sphäre,
das ist mir schon seit langem klar.
Und selbst, wenn das auch mein Ziel wäre,
so würde aus uns nie ein Paar.

Im Schutze deiner Maskerade
benimmst du dich ganz ungeniert.
Bewegst dich auf verbotenem Pfade,
wenn das mal nur kein Fehltritt wird.
So geh du deinen Weg ruhig weiter
und ich such’ meinen, ganz für mich.
Heut lass uns feiern, möglichst heiter,
was morgen kommt, das weiß man nicht.

© Texte: G. Bessen, Fotos: Pixabay

Veröffentlicht unter 'Körperwelten', Gerade aktuell | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 17 Kommentare

Karl aus Köln und der Karneval

Karl war ein Kölner Urgestein, den es nach Berlin verschlagen hatte. Für einen Rheinländer ist der Berlin-Brandenburger Fasching nur ein Versuch, die fünfte Jahreszeit angemessen zu feiern.

Manchmal sitz ick janz alleene
inne Kirche vor´n Altar
und denn denk ick, ob mein Leben
überhaupt wat Jutet war?-

Ick bin siebzich, kann noch loofen,
kann noch kieken, kann ma koofen –
wat ma irjendwie jefällt –
mir jeht´s jut uff diese Welt!

Wie ick neulich da so sitze
uff de harte Kirchenbank,
muß ick an die andan denken,
die janz arm sind und ooch krank,
die janz einsam sind und weenen;
denn für die, da jibt´s kaum eenen,
der se mal an`s Herze drückt
oder mit een Wort bejlückt.

Lieba Jott, ick weeß, jetz frachste,
ob ick det nich ändan kann.
Hör ick richtich, Du, wat sachste?
ick wär´doch der richtje Mann,
der trotz siebzichg manch ee´n Armen
könnte doch durch mein Erbarmen
noch een bißken Glück bescher´n,
det se nicht noch mehr entbehr´n?

Du kickst runta von Dein Kreuze
mitten in mein Herze rin,
weil De weeßt, det ick noch imma
so een bißken gläubich bin.

Und nu willsste, det ick jeehe
nach de alte Leute sehe
und se helfe, froh zu sein –
nich nur durch Dein Wort allein –
nee ooch Taten willste sehen,
jedenfalls, det denk ick mir,
wird schon noch durch mir jeschehen,
wenn´t nich jeht, dann saag´ icks´s Dir.

Lieba Jott, jetzt jeh ick wieda,
unterweechs, da sing ick Lieda,
det De weeßt, bei Dir war´t schön,
so mach´s jut – uff Wiedasehn. 

Der Verfasser ist mir nicht bekannt, Foto von Pixabay

Pfr. Bertram Tippelt, Pfarrei St. Dominicus, Berlin-Gropiusstadt verlas diesen Text vor vier Jahren im Radio und schickte mir auf meine Bitte den Link zur Quelle, der aber anscheinend nicht mehr funktioniert.

Sollte ich gegen das Copyright verstoßen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

Veröffentlicht unter Aus Berlin und Brandenburg, Fundstücke, Lyrisches | Verschlagwortet mit , , , , , , | 18 Kommentare

L – Lebensweg

WIE LIANEN VERSCHLUNGEN
VON GEHEIMNIS DURCHDRUNGEN
MIT STOLPERSTEINEN BESETZT
VORSICHTIG EINEN FUSS
VOR DEN ANDEREN GESETZT
DAS ZIEL IM BLICK
NACH VORN, NICHT ZURÜCK
ÜBER FELDER UND WIESEN
DURCH WALD UND AU
IN RUHE GENIESSEN
OHNE RADAU
AM ENDE DER ZEIT
BLICK ICH ZURÜCK
AUF EIN LEBEN
DURCHDRUNGEN
VON GLÜCK
AUF HÖHEN UND TIEFEN
AUF HASSEN UND LIEBEN
AUF MOMENTE MIT SCHMERZEN
VERLETZTEM HERZEN
AUF DORNIGE ROSEN
VERGISSMEINNICHT
AM ENDE DES WEGES
WARTET DAS LICHT

©  Text und Foto: G. Bessen

Veröffentlicht unter In den Tag gedacht | Verschlagwortet mit , , , | 16 Kommentare

L – Lachen

„Lachen ist gesund“

Lachen kann anstecken und ist nicht der schlechteste Anfang einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Manchmal muss man sich das Lachen verkneifen, ein anders Mal könnte man sich so vor Lachen ausschütten, dass die Tränen regelrecht fließen.
Es gibt aber Menschen, die gehen zum Lachen in den Keller, weil ihnen das Leben nur aus Bruder Ernst zu bestehen scheint, ihnen der Humor völlig abgeht, der Schalk im Nacken eher etwas Ansteckendes zu sein scheint und ihnen somit jegliches Lachen im Gesicht verfroren ist.
Auch wenn wir nicht jeden Tag etwas zu lachen haben, sollten wir den Tag mit ein bisschen Humor würzen, dann stellt sich ein Lacher bald von alleine ein.
Also lacht mal wieder und zählt die Lach- und nicht die Sorgenfältchen.

 Fotos: Pixabay

Veröffentlicht unter 'Körperwelten', Wortspielereien | Verschlagwortet mit , , , , , , | 43 Kommentare

Unvergessen

Unvergessen

Tina M. Emig/Skryptoria , die ihrem Leben heute vor vier Jahren wegen einer unheilbaren Krankheit ein Ende setzte

Miss Lu, deren Leben am 23.1.2017  aus Krankheitsgründen ebenfalls viel zu früh endete

Barbara Klein/minibares, die so tapfer gegen die heimtückische Krankheit ALS kämpfte und den Kampf am 19.2.2017 verloren hat

Möge es ihnen gut gehen, da, wo sie jetzt sind.

Veröffentlicht unter Gerade aktuell | Verschlagwortet mit , , , , , | 12 Kommentare

Karl Miziolek: Augenblicke des Lebens

Mein heutiger Lesetipp

Viele von Euch kennen Karl Miziolek,  der in seinem Bloghaus bezaubernde Fotos mit Texten wie Elfchen, Haikus oder Tankas versieht, regelmäßig Limericks und andere Gedichte schreibt  und bereits  Kurzgeschichten sowie  Fabeln geschrieben und in mehreren Büchern veröffentlicht hat.

In einer Sonderedition mit dem Titel „Augenblicke des Lebens“ hat er seine schönsten Kurzgeschichten aus seinen Büchern ‚Momente der Erinnerung’, ‚Episoden aus Griechenland’ und ‚Ins Leben geschaut’ veröffentlicht.

Ein Buch, das zu lesen sich lohnt und sicher auch ein zauberhaftes Geschenk für alle Lesefreudigen ist.

Paperback, 176 Seiten
ISBN-13: 9783746013695
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 23.01.2018
€ 9,90

Bildquelle

 

 

Lieber Karl, mit diesem Buch
und dem so schönen Cover
möchte ich Dir viel Erfolg wünschen!

Veröffentlicht unter Gerade aktuell, Lesetipps - für gut befunden | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

H – Heimat

Unterwegs

Dunkle Wolken umhüllen seine Seele,
gewichen ist die Sonne der Hoffnung.
Stumm die fragenden Augen seiner Frau,
erschöpft die müden Augen seiner Kinder.

Wohin geht die Reise?
Hat sie je ein Ende?

In ein Land, das Menschen wie sie empfängt,
ihnen nur ein wenig Frieden schenkt?
Der Glaube daran hat ihnen Kraft gegeben,
sich auf den beschwerlichen Weg zu begeben.

Sie haben die Heimat verlassen,
all ihren Besitz zurückgelassen,
beseelt von dem Wunsch zu fliehen
in ein Land, in dem Herzen glühen.

Ein Land, in dem Kinder lachen dürfen,
mit einem Heim, das niemand zerstört,
mit Freunden, die an ihrer Seite stehen,
eine Zuflucht und ein wenig Wohlergehen.

Sie treffen Menschen aus aller Welt,
die sie WILLKOMMEN heißen,
doch auch solche, die ihnen zeigen,
hier ist kein Platz für ihresgleichen.

Wohin geht die Reise?
Hat sie je ein Ende?

© G.Bessen 2015

AUSGESETZT

Schlecht brennt
das Feuer heute Abend
das Dunkel
ist irgendwie dunkler
der Job
irgendwie schwieriger
ich fühl
mich
unbehaust und
ungeborgen
verloren
heimatlos
und höre
fürchte dich nicht
und würde es
so gerne glauben

© Andrea Schwarz

Für Menschen ohne Heimat und Zufluchtspunkt,
für Menschen ohne Arbeit, sowie materielle und finanzielle Sicherheit,
für Menschen, die unter Krankheit, Einsamkeit und dem „Übrigsein“ leiden …

Alles verändert sich

Ist dein Leben tagtäglich bedroht,
deine Familie lebt seit jahren
in höchster Not,

ehemals eigenes Land gehört dir
nicht mehr und auch Dein Glaube
bringt dich in größte Gefahr,

nur noch vom Krieg zerschossene
und zerstörte Häuser sind um dich
her, die Felder unfruchtbar, verwüstet,
dein ganzes Leben ist sorgenschwer

Dann reift mit der restlich ver-
bliebenen Kraft in dir der Plan,
dieses Land, das nicht mehr in der
Lage ist, dir und deinen Lieben
ein Ort der Heimat zu sein, end-
gültig zu verlassen…

Alle um dich sprechen von einem
Wunderland und sonst weißt du nichts,
du kennst nur diesen einen Namen
und den merkst du dir

Du schließt Tür und Tor, falls so
etwas noch vorhanden ist und reihst
dich ein in den immer dichter
werdenden Strom der Flüchtlinge

Wo du am Ende, das Anfang sein soll,
ankommen wirst und wie es dort sein
wird, das weißt du nicht…

Alles verändert sich und einfach
wird es nicht sein

 © Bruni Kantz

Veröffentlicht unter Lyrisches, Mal kritisch angemerkt... | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 27 Kommentare

H – Herz

Ein Mensch mit Herz

Ein Mensch mit
gütigem , hoffendem Herzen
fliegt, läuft und freut sich;
Er ist frei.
Weil er geben kann,
empfängt er.
Weil er hofft,
liebt er.

(Franz von Assisi)

Der letzte Sonntag im Januar ist der Welt-Lepratag

Wer kennt sie nicht, die kleine zähe Ordensfrau Mutter Theresa (1910 – 1997), mit bürgerlichem Namen Agnes  Gonxhe Bojaxhiu, Ordensgründerin, Ordensschwester mit dem Namen Theresa in Erinnerung an Theresia von Lisieux, belohnt mit dem Friedensnobelpreis, Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II  im Jahr 2003 und ihren unermüdlichen Einsatz für Arme und Kranke.

Auch wenn ihr ein gewisser katholischer Konservatismus nachgesagt wird, ist sie doch eine Frau gewesen, die sich selbst zurücknahm und ihr Leben für andere Menschen einsetzte und nicht von ungefähr der „Engel der Armen“ genannt wurde.

Ihr Orden unterhält weltweit Häuser für Obdachlose, für Kinder, Aids- und Leprakranke  und für Menschen, die dem Tod geweiht sind. Sie erhielt ein Staatsbegräbnis in Indien.

Kritik erntete Mutter Theresa zum Beispiel  von einer Frau, deren Leben Parallelen zu dem von Mutter Theresa aufweist, von Ruth Pfau (1929 – 2017). Und doch sind beide Frauen grundverschieden gewesen und hätten nach Aussagen von Frau Pfau auch nicht zusammen arbeiten können. Ruth Pfau  warf Mutter Theresa  Bekehrungsabsichten zum Katholizismus auf dem Sterbebett vor und auch ein gewisses Desinteresse an den Ursachen von Krankheit und Armut. Dass Mutter Theresa sich sehr strikt an die Auffassung der Kirche hielt, was Verhütung, Familienplanung und Schwangerschaftsabbruch betrifft, ist hinreichend bekannt.

Auch Ruth Pfau, geboren 1929 in Leipzig, stellte ihr Leben ganz in den Dienst der Armen und Kranken.

Als angehende  Medizinerin ließ sie sich 1953 erst  evangelisch taufen, konvertierte zwei Jahre später zum Katholizismus und trat ins Kloster ein. Ihr Orden schickte sie nach Indien, sie landete jedoch in Pakistan und arbeitete dort an einem Lepra-Zentrum in Karachi. Ihrem jahrzehntelangen Wirken ist es zu verdanken, dass die Krankheit ihren Schrecken ein wenig verloren hat und viele Menschen geheilt werden konnten.

Dort, in Karachi, starb sie mit 87 Jahren im August 2017 und wurde dort auf einem christlichen Friedhof mit einem Staatsbegräbnis begraben.

Bild von Mutter Theresa: Pixabay

Portrait von Ruth Pfau  Bildquelle

 

Veröffentlicht unter Fundstücke | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 26 Kommentare

Hanni Münzer: Die Seelenfischer

Mein heutiger Lesetipp

In der Villa der Familie von Stetten in Nürnberg entdecken Mitarbeiter einer Heizungsbaufirma einen seltenen Fund, möglicherweise den legendären Familienschatz der von Stettens.

Drei Monate zuvor, kurz nach dem geheimnisvollen Fund,  war der Bruder von Heinrich von Stetten, Franz und Bischof von Bamberg, bestialisch in Rom ermordet worden. Und in Rom gerät nun so Einiges aus den kirchlichen Fugen.

Lukas von Stetten, Priester und Jesuit in Rom, wird zu seinem todkranken Generaloberen gerufen, der ihm die Beichte ablegt und ihn um den Gefallen bittet, geheime Unterlagen aus einem Schließfach zu holen. Wenige Stunden später ist der alte Jesuit tot, ebenfalls umgebracht. Der Verdacht fällt auf Lukas von Stetten, der ihn als Letzter lebend gesehen hatte.

Lukas von Stetten, der zu Zwecken seiner Dissertation in der Wohnung seiner Eltern in Rom lebt und sie vorübergehend mit seiner Schwester Lucie teilt, bekommt auch noch Besuch von seiner früheren großen Liebe, Rabea, die sich als Auslandsjournalistin einen Namen gemacht hat.

Gemeinsam versuchen die Drei das Geheimnis der Unterlagen zu lüften, als sich die Ereignisse überschlagen. Die Nachbarin der von Stetten-Geschwister wird umgebracht, Lucie von Stetten wird entführt und Rabea und Pater Simone, ein Jesuit und Freund von Lukas von Stetten, geraten in Lebensgefahr.

Mit dem Familienschatz in der Villa der von Stettens schließt sich letztendlich der Kreis um diese Ereignisse.

Der Roman ‚Die Seelenfischer’ erinnert an Dan Browns Romane und auch inhaltlich findet man Parallelen, denn die Machenschaften der katholischen Kirche, die Politik des Jesuitenordens im Verlauf der Jahrhunderte, die Jagd nach geheimen Dokumenten, die dem Ansehen und der Macht  der Kirche schaden könnten, sind das zentrale Thema.

Ohne Frage ist der Roman spannend und mitreißend geschrieben, die Sprache gut leserlich und lebendig  und die Charaktere sind sehr ausgefeilt, besonders die Beziehung der Zwillinge Lucie und Lukas von Stetten zueinander und darin verwoben Rabea Rosenthal, eine junge Frau, Jüdin und Atheistin, die mit den von Stetten Kindern aufgewachsen ist.

Allerdings ist mir die Dramatik an manchen Stellen zu dick aufgetragen. Die Selbstbefreiung Lucies und ihre Erlebnisse während ihrer Flucht oder am Schluss die Reise von Lukas in die Schweiz haben für mich nicht die Glaubwürdigkeit, die die Autorin sicherlich erreichen wollte.

Daher gebe ich dem Roman nur vier Sterne.

Neugierig geworden? Dann lest selbst, während ich mich nun den beiden Folgebänden ‚Die Akte Rosenthal’ Teil 1 und Teil 2 zuwenden werde …

© G. Bessen

Bildquelle

Taschenbuch, 448 Seiten, Erscheinungsdatum: 1.3.2017,

ISBN: 978-3-492-30961-5

€ 9,99

 

 

 

Veröffentlicht unter Lesetipps - für gut befunden | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare