Gestatten, Murphy…

Murphy 1

Gestatten,  Murphy…

etwa 3 Jahre alt, kastrierter Rüde, etwas zu gut genährt, liebebedürftig, auf der Suche nach einer Familie, die mir Aufmerksamkeit und Liebe schenkt, mir die ‚Flötentöne’ beibringt und mich ernst nimmt.

Nicht, dass ich als streunender Hund herumliefe. Nein, ich habe eine Familie, eine liebevolle und nette obendrein. Aber ich bin ein Hund von vieren und möchte mich verkleinern.

Mit einer Dackeldame habe ich schon Kontakt aufgenommen. Sie scheint nicht abgeneigt zu sein, ihre Hundeeltern auch nicht.

Beim Probewohnen am letzten Wochenende habe ich zwar alles durcheinander gebracht, aber ich durfte wiederkommen, zu Besuch, versteht sich, erst einmal…..

Murphy 2

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Der Ernstfall

Lehrer-crop

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Winter im Frühling und ein Cafe zum Aufwärmen

Der Klimawandel macht auch mitten im Frühlings nicht davor Halt, uns die kalte Schulter zu zeigen.

Am vergangenen Freitag habe ich in Berlin das Cafe Kalwil entdeckt, das für solche kalten Tage genau das richtige zum Aufwärmen ist . Bei schönem Wetter kann man selbstverständlich auch draußen sitzen.

Wie mir der Kellner versicherte, existiert das Cafe seit drei Jahren. Man findet es in der Motzstraße 30 in Berlin Schöneberg.

Wer bei facebook ist, darf auch gern diesem Link für weitere Informationen folgen.

c/Text und Fotos: G. Bessen 4/2016

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Wie hänge ich meinen Job an den Nagel?

Oder einfach nur ein kranker Mensch?

Wenn man in Berlin mit den „Öffis“ (= öffentliche Verkehrsmittel) fährt, kann man immer etwas erleben.

Er kam plötzlich von links durch den Waggon und blieb stehen. Ich hatte ihn nur kurz im Seitenprofil gesehen: schätzungsweise Mitte dreißig, der Hautfarbe nach Südamerikaner, was durch den Strohhut auf seinen schwarzen Haaren noch unterstrichen wurde.

Er trug ein Sakko, schwarz-weiß kariert, ein weißes Hemd mit einer roten Fliege, eine schwarze Hose und schwarze Halbschuhe.

Er stand halb mit dem Rücken zu uns. In der linken Hand hielt er ein gelbes Klemmbrett mit einer Unterschriftenliste. Dieses  hielt er ohne ein weiteres Wort  der Erklärung, Bitte oder Aufforderung den drei jungen Leuten, die uns direkt gegenüber saßen, vor die Nase und schlug mit dem Handrücken der rechten Hand jeweils einmal auf das Klemmbrett.

Niemand sagte etwas, weder der  Mann mit dem Klemmbrett noch die jungen Leute vor ihm und  auch kein anderer. Alle beobachteten den Mann mit Befremdung, Argwohn, Neugier oder einem leicht amüsierten Lächeln

Nachdem die drei jungen Leute keinerlei Reaktion gezeigt hatten, öffnete er das Fenster über ihnen und warf das Klemmbrett samt einem blauen Kugelschreiber während der Fahrt aus dem Fenster. Dann spuckte er auf den Boden, stellte sich an die Tür und stieg an der nächsten Haltestelle aus.

© G.Bessen 4/16

 

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So möge es sein…..

Wochenend und Sonnenschein

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Schnurstracks

Schnurstracks

Aufatmend ließ ich mich auf das Sofa fallen, was war das für ein verrückter Tag gewesen, und griff nach einer Zigarette. Noch immer pulsierte es in  meinen  Adern, als hätte ich den ganzen Vormittag auf dem Sportplatz verbracht.

„Schnurstracks“ hatte sich heute wieder von seiner besonders ekligen Seite gezeigt. Als hätte er es geahnt, ließ er uns heute einen unangekündigten Englischtest schreiben. Ich hatte natürlich nicht gelernt und während ich mein Kinn auf meine Handfläche legte und verzweifelt nachdachte, ob mir nicht doch noch etwas einfiele,  konnte ich sein hämisches Grinsen sehen.

„Willst du nicht mal endlich anfangen? Die Stunde wird deinetwegen nicht verlängert“, forderte er mich auf und vertiefte sich anschließend in seine Morgenzeitung.

Als ich ein fast leeres Blatt abgab, kommentierte er mit seinen üblichen dummen Sprüchen. Heute kam der Freizeitspruch: „Danke, dass du so übersichtlich wenig geschrieben hast und meine knapp bemessene Freizeit um Minuten verlängerst.“ So ein Ekelpaket!

Ich nahm meine Jacke und meine Tasche und verließ vor dem Pausenklingeln den Klassenraum.  Immer wieder bildete sich in solchen Situationen ein dicker Kloß in meinem Hals.

„Schnurstracks“ war unser Konrektor. Als unser Schulleiter vor Wochen erkrankte, übernahm er die Schulgeschäfte, zumindest bis zu den Sommerferien. Er war ein aalglatter Lehrer der alten Schule, der sich in seinen letzen Dienstmonaten nicht mehr krumm machte.

„Wenn ihr euer Abitur in der Tasche habt, verlasse ich diese heiligen Hallen schnurstracks und ziehe mich in meinen wohlverdienten Ruhestand zurück.“  Dieses geflügelte Wort hatte ihm seinen Namen eingebracht. Alles musste bei ihm schnurstracks gehen, seinen dürftigen Erklärungen im Unterricht sollte unmittelbar die Weisheit in Form von  Verstehen und Anwenden folgen. Aber bis er schnurstracks in Rente ging, hielt er die Fäden in der Hand und ließ die Puppen tanzen, ganz so, wie es ihm beliebte.  Man bekam ihn im Ernstfall kaum zu fassen. Entweder hatte er Unterricht oder seine geschlossene Zimmertür signalisierte, dass er nicht gestört werden wollte. Einen Gesprächstermin bekam man nur über die Schulsekretärin. Und mit dem letzten Klingeln verschwand auch Herr „Schnurstracks“ schnurstracks.

Wen wunderte es also, dass Lehrer und Schüler das Gesunden und die Rückkehr unseres erkrankten Schulleiters sehnsüchtig erwarteten?

„Warum lässt du dir das gefallen? Der Kerl hat dich auf dem Kieker und du schweigst.“ Sebastian war hinter mich getreten. Ich hatte ihn nicht kommen hören.

„Was soll ich denn machen? Wo er nur kann, macht er mich lächerlich“, antwortete ich resigniert und ließ die Schultern weit nach vorne hängen.

„Ich kann mich noch nicht mal über ihn beschweren, seit der Direktor krank ist.“

In der letzten Zeit hatte ich mich gegenüber meinen Klassenkameraden geöffnet und alle Vermutungen bestätigt, Gerüchten den Wind aus den Segeln genommen und endlich offen zu dem gestanden, der ich wirklich bin. Erstaunlicherweise war das überhaupt kein Problem für die anderen. Niemand hat mich abgelehnt, im Gegenteil, meine Offenheit hat unsere Klasse enger miteinander verschweißt.

Trotzdem fühlte ich mich wie zerschlagen an diesem frühen Nachmittag. Ich griff erneut nach der Zigarettenschachtel und nahm gleichzeitig mein Handy in die andere Hand.

„Jonas am Apparat.“

Der Klang seiner sonoren Stimme beruhigte meine aufgeregten Sinne sofort.

„Tut mir Leid, dass ich dich störe“, antwortete ich etwas zögerlich. „Aber ich musste unbedingt deine Stimme hören.“

„Ist schon okay, ich freue mich darüber. Aber du weißt, dass ich völlig unter Strom stehe. Wenn ich die Klausur morgen in den Sand setze, kann ich meine Abiturzulassung vergessen.  Deine Stimme signalisiert, dass nicht alles im Lot ist, oder täusche ich mich?“

„Geht schon, ich fahre mich gerade etwas runter.“

„Schnurstracks?“

„Wer sonst?“

Ich erzählte ihm kurz, was heute passiert war und hörte am anderen Ende der Leitung einen hörbaren Seufzer.

Ich wartete auf ein Wort des Trostes, eine Aufmunterung, ein virtuelles in-den-Arm-nehmen. Und es war der richtige Zeitpunkt, der Satz, den ich brauchte, um mich wieder zu fangen und an meine Arbeit gehen zu können.

„Drei Monate noch, nur drei Monate, dann kann der uns mal. So lange musst du durchhalten. Und beim Abiturball werden wir ihn damit konfrontieren, dass wir im einundzwanzigsten Jahrhundert leben und dass Schwulsein kein Problem für uns darstellt. Er hat ein Problem damit, nicht wir.  Ich werde ihm ganz offen die Einladung zu unserer Hochzeit überreichen. Dann kann er sich schnurstracks überlegen, ob er sein Problem lösen will oder weiter in seinem Vorurteilsdunst leben will. Hältst du es noch so lange aus, Stefan?“

„An deiner Seite immer“, antwortete ich mit meinem Kloß im Hals, der sich langsam wie der Frühnebel auflöste.

© G.Bessen

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Flügge geworden…

Flügge geworden…

Es ist wieder soweit. Dreizehn Jahre Schulzeit sind geschafft.

Gestern bekamen unsere „Großen“ ihre Zulassung zum Abitur und nun geht es – hoffentlich mit optimalen Ergebnissen – in die Abiturprüfungen.

4 Jahrgang 13

Sie sind flügge geworden, es treibt sie hinaus ins Leben.
Gebt euer Bestes und viel Glück bei den letzten Hürden.

Ich selbst werde mich in nächster Zeit des Öfteren im Rotstiftmilieu aufhalten…

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Berliner Bahnhöfe im Wandel der Zeit

In Eile

Unterwegs, in Eile,
nicht mal eine kleine Weile
Zeit zum Innehalten,
zum Genießen.

Hektik in der großen Stadt,
die so viel zu bieten hat.
Schau nach rechts,
oder nach links,

lauf nicht vorbei
an kleinen Dingen,
die deinem Leben
Reichtum bringen.

Nimm dir Zeit
und halte still,
hör, was die Stadt
dir sagen will.

© G.Bessen 4/16

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Haariges

damenbartIch zupfe hier, ich zupfe da,
es schmerzt ganz fürchterlich.
Dann find ich noch ein Nasenhaar,
wart‘ nur – ich kriege dich.

Pinzette ist schon angesetzt,
ich muss mich überwinden.
Einmal tief atmen – ziehen – jetzt!
Das Härchen muss verschwinden.

Ach, wüchse es auf meinem Haupt,
ich würd es hegen, pflegen
Dort wäre ihm sogar erlaubt,
zum And’ren sich zu legen.

Dann könnte ich es auch mal wagen,
nach neuster Mode Schrei,
den Mittelscheitel stolz zu tragen,
doch das ist längst vorbei.

Nachdem das Nasenhaar gezupft,
packt mich der Übermut.
Das letzte Kopfhaar wird gerupft.
Das steht mir richtig gut.

© Regina Meier zu Verl, 2012

Wenn Haare aus den Ohren kommen,
dann guckt der Gatte ganz benommen.
Denn dort ist es nicht ganz so leicht,
sich zu befreien, sanft und seicht.

Die Nasenhaare schneidet er,
da ging schon mal ein Schnitt recht quer.
Das Blut lief raus
in zarten Tropfen,
ich musst‘ ihm auf die Wange klopfen.

Ganz vorsichtig
geht er nun selber ran,
verletzt sich nur noch
dann und wann.

Pinzette, Schere und ein Kamm,
sind nun sein Werkzeug,
dann und wann.
Das schließlich braucht
ein schöner Mann.

c/ G. Bessen 2012

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Schreiben gegen Rechts – die Blogparade FÜR Toleranz + Vielfalt

Vielleicht erinnert Ihr Euch an Anna Schmidts Aufruf zur Blogparade „Schreiben gegen Rechts“ vom Februar 2016.
Anna hat die Ergebnisse zusammengefasst und als PDF-Datei in ihrem Blog zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.
ES LOHNT SICH!

Bunt und farbenfroh ...

annaschmidt-berlin.com_schreiben-gegen-rechts-2

Die Zusammenfassung

Angefangen hat alles aus Ärger und Angst. Ärger über Nachrichten aus der aktuellen Tagespolitik, über Intoleranz, über politische Strömungen, die dem Gedanken unseres Grundgesetzes zuwider laufen und über das historische Vergessen in unserer Geschichte. Angst vor Entwicklungen, die wir nicht mehr aufhalten können, wenn wir nicht rechtzeitig einschreiten. Angst vor offensichtlich immer stärker werdenden rechten Tendenzen in unserem Land. Angst vor Extremismus völlig gleich aus welcher Richtung. Es waren andere Nachrichten, die ich lesen und andere Stimmen, die ich hören wollte. Besonders aber wollte ich nicht, dass wieder einmal zu viele still sind und so unabsichtlich Tendenzen fördern, die niemandem in diesem Land gut tun können. Ich wollte etwas tun und nicht still sein – so entstand die Idee der „Blogparade gegen Rechts“. Ende Februar schrieb ich meinen Aufruf, veröffentlichte ihn in meinem Blog und bangte anfänglich, ob das wohl etwas werden würde. Es wurde … wurde so…

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