Kinder – unsere Zukunft

In Deutschland kann man lügen,
bis sich die Balken biegen.
Gespielte Unschuld im Gesicht,
dazu ein wohlgesonnenes Gericht.
Die Strafe zahlt die Portokasse,
bei uns geht alles – einfach klasse.

©G. Bessen 2.3.15

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Alles auf Pump

Alles auf Pump

finanzielle Reserven (3)Ich erinnere mich, als ich Kind war, konnte man in unserem Tante-Emma-Laden oder auch in der Kneipe schon mal anschreiben. Dass das gepumpte Geld zurückgezahlt werden würde, bedarf keinerlei Verhandlungen, Verträge, das war eine Frage der Ehre und des Rechtsbewusstseins.

Auch heute ist „auf Pump“ in. Ganze Wohnungseinrichtungen, das neue Auto und sogar ein Urlaub sind auf Pump möglich. Die Zahlungsmoral ist nicht mehr so wie damals. Besonders Wohnungseigentümer machen oft ernüchternde Erfahrungen, wenn die Mieter, denen sie vertrauen, sich als Mietnomaden bereits ins Nirvana abgesetzt haben.

Eine frisch gewählte Regierung, die ihren Wählern viel verspricht, hoch pokert und weiß, dass sie die Versprechungen gar nicht einhalten kann, pumpt sich mal eben wieder eine Verlängerung des griechischen Hilfsprogrammes und zieht schon jetzt die hilfsbereite Euro-Gruppe über den Tisch.
Mag sein, dass diese Zusage unumgänglich war, ohne dass sich die Euro-Finanzminister unmittelbar ins eigene Fleisch schneiden. Doch es ist abzusehen, dass es in vier Monaten von vorne losgeht.
Ein Staat, der sich verpflichtet, u.a. gegen Steuerhinterziehung und Korruption vorzugehen (was bereits die Vorgänger nicht geschafft haben) gewährt einen tiefen Einblick in marode und alteingesessene Strukturen).

Da regen wir uns in Berlin wegen eines nicht fertig werdenden Flughafens auf? Lächerlich!!

Wer hält nun wohl länger durch?
Eine Regierung, die lediglich Flausen im Kopf oder wirkliche Reformabsichten hat oder die Wähler, die sich schon kurz nach der Wahl ärgern und sich verschaukelt fühlen? Versprochen hat man ihnen etwas ganz anderes.

Da stößt mir der griechische Wein doch recht bitter auf und der Sirtaki bringt mich aus dem Gleichgewicht.

IMG-20150225-WA0004Bildquelle per Mail, daher unbekannt

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Aktuelle Grippewelle

Aktuelle Grippewelle

Die
aktuelle
Grippewelle
fordert
nun
ganz
auf
die
Schnelle
täglich
neue
Krankheitsfälle.

Bleibt alle schön gesund
und treibt es nicht zu bunt.

©G. Bessen

Bisher hat es mich noch verschont – zum Glück, obwohl ich täglich von unzähligen kleinen Viren und Bakterien umgeben bin.
Das hilft:
täglich eine Tasse Ingwertee (Ein Stück Ingwer so groß wie ein Nagel reicht. Mit heißem Wasser aufgießen, ziehen lassen und trinken)
frisches Obst mit viel Vitamin C (Apfel und Kiwi bevorzuge ich momentan)
frische Luft
Schüssler Salze Nr. 7 (sollen als „heiße 10“ auch gut gegen Rückenschmerzen sein)
Sauna
ausreichend Schlaf (das übe ich noch)
der Grippe lachend die Stirn bieten

Wer noch einen Halswärmer braucht, ich hätte da ein paar wirkungsvolle Schals (wobei der letzte noch in Arbeit und eher fürs Frühjahr gedacht ist).

SchalsFrühlingsschal

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Tagträume

Tagträume

Ich träume mich auf eine Wolke,
aus watteweichem Weiß.

Ich schaukele hin,
ich schaukele her,
die Welt da unten
interessiert nicht mehr.

Fernab von Sorgen und Problemen
lass’ ich mich immer höher heben,
verschmelze mit dem Wolkenball.
Die Sonne kitzelt auf der Haut,
sie treibt mich immer mehr ins All.

Will ich zurück ins wahre Leben?
Ich weiß es nicht.
So fühl’ ich eben.

Himmelsstimmung 1

© G.B. 2/2015

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Das Bedürfnis zu fliegen…

Vogel in der Antarktis

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Jojo Moyes: Ein Bild von dir

Mein heutiger Lesetipp

Mit Spannung habe ich den neuen Roman von Jojo Moyes erwartet und gleich vorweg – er hat mich gefesselt, wie auch ihre anderen Romane.

Die Handlung spielt in zwei unterschiedlichen Zeiten.

St. Peronne in Frankreich im Jahr 1916.

Deutsche Truppen haben den Ort besetzt und den Soldaten schlägt die feindliche Haltung der Einwohner entgegen. Sophie, ihre Schwester mit zwei Kindern und der jüngere Bruder führen das Hotel der verstorbenen Eltern weiter und versuchen, zu überleben, während die Ehemänner der beiden Schwestern im Krieg sind.
Sophie ist die Frau des bis dahin unbekannten Malers Edouard, der ihr ein selbst gemaltes Portrait von ihr hinterlassen hat, das einzige sichtbare Bindeglied zwischen beiden.
Als die Deutschen verlangen, im Restaurant des Hotels Abend für Abend beköstigt zu werden, wird das Bild für Sophie zum Prüfstein. Sie hofft, dass es ihren Mann aus dem Arbeitslager retten kann.

London 2006

Liv hat vor vier Jahren ihren Mann David verloren und verharrt seitdem in Trauer. Geblieben sind das selbst erbaute Haus des berühmten Architekten und ein Gemälde, das er sieben Jahre zuvor in Spanien für sie gekauft hat.
Am vierten Jahrestag von Davids Tod lernt sie Paul kennen und macht durch ihn den ersten schüchternen Versuch, in ihr altes Leben zurückzukehren.
Paul arbeitet in einer Firma, die versucht, verschwundene Gemälde, die die Nazis gestohlen haben, ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben.
Als Paul das Gemälde der „Jeune femme“ in Livs Schlafzimmer entdeckt, gerät die gerade beginnende Freundschaft zwischen Liv und Paul in eine harte Belastungsprobe.

Das Gemälde der „Jeune femme“ , ein Portrait von Sophie, ist das Symbol, das die beiden Frauen und ihre Partner miteinander verbindet.
Liv weigert sich, das Gemälde zurückzugeben. Obwohl sie hoch verschuldet ist, lässt sie sich auf einen zunächst aussichtslosen Prozess ein, in dem Paul die Gegenseite vertritt.
Liv lässt nicht nach, mehr über die unbekannte Sophie zu erfahren, von der seit ihrer Verhaftung durch die Deutschen niemand etwas mehr gehört hat.

So verbinden sich die beiden Erzählstränge und Zeitebenen gekonnt zu einem Ganzen, zu einem Roman, der einen tiefen Einblick in die von Deutschen geschriebene Geschichte des Städtchens Peronne erlaubt, aber auch ein unschönes Kapitel der deutschen Nazizeit, den Raub von Kunstgegenständen beschreibt.
Letzthin geht es auch um das Loslassen und den Blick nach vorn, der einem lange Zeit verloren scheint, wenn traurige Ereignisse das Leben beschatten.

Wie auch die anderen Romane Jojo Moyes ist auch dieses neue Werk berührend, unterhaltsam und mitreißend. Ich habe es sehr gern und mit Spannung gelesen und daher kann ich es nur weiter empfehlen.

Jojo Moyes: Ein Bild von Dir
Januar 2015
ISBN: 978 3 499 269721
539 Seiten, € 14,99

ein_bild_von_dir

Bildquelle und Leseprobe

© G. Bessen 14.2.15

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1000 Sonnen für Mia

Anna-Lena:

Binnenmüritz (2)Binnenmüritz (1)IMG_5501Für Mia,
unzählige Sonnengrüße,
die dir Linderung schicken mögen.

 

Ursprünglich veröffentlicht auf kleinplanet311:

Mia hat Krebs. Sie kämpft um ihr Leben, und sie liebt Sonnenuntergänge am Meer. Retten kann sie nur eine harte Chemo-Therapie. Was ihr aber hilft, sind Menschen, die ihr Mut machen. Wenn ihr sie unterstützen wollt, schickt Ihr Sonne. Und Meer. Mehr.

Posten könnt Ihr hier:  https://twitter.com/mia929292 mit dem Hashtag:

#1000SonnenfürMia

IMG_8662

Original ansehen noch 344 Wörter

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Freitag, der 13.

13Markus wurde durch ein lautes Klopfen an seiner Zimmertür unsanft aus seinen tiefsten Träumen gerissen. Verschlafen blinzelte er auf den Wecker. Erst halb sieben und er war noch so müde.

„Markus, das Frühstück ist fertig. Kommst du?“

„Ja, ich komme gleich.“

Jetzt oder nie. Er wusste, wenn er sich noch einmal für fünf Minuten umdrehte, würde er sofort wieder einschlafen. Er quälte sich aus dem Bett, öffnete das Fenster und sog die kalte Februarluft tief ein.

Den Schlafanzug tauschte er schnell gegen eine Jogginghose und ein T-Shirt, kippte sich im Bad eine Handvoll kaltes Wasser ins Gesicht und fuhr sich mit der Bürste einmal durch das blonde, gewellte Haar .

Bereits auf der Treppe nach unten  schlug ihm der Duft von frischem Kaffee und  Rührei mit Speck entgegen. Fröhlich betrat er die warme Küche und setzte sich mit einem „Guten Morgen, Oma. Das duftet ja köstlich“, auf seinen Platz.

„Guten Morgen, mein Junge“, sagte seine Oma und goss ihm den dampfenden Kaffee in die Tasse.

Das leckere Frühstück entschädigte ihn für das frühe Aufstehen.

„Markus, ich würde den Termin am liebsten absagen.“

Markus blickte erstaunt von seinem Rührei auf.

„Wieso das denn? Du hast so lange auf diesen Termin warten müssen. Da wirst du ihn doch nicht kurzfristig absagen. Oder geht es dir nicht gut?“

„Doch schon. Aber heute ist Freitag, der dreizehnte und da gehe ich eigentlich nie aus dem Haus.“

Das hatte Markus völlig vergessen und Oma offensichtlich auch.

An einem Freitag, dem dreizehnten, war sein Opa bei einer Routineoperation nicht mehr aus der Narkose erwacht. Obwohl das schon fünf Jahre her war, hatte Oma jeden Freitag,  den dreizehnten, als Unglückstag deklariert. Sie hatten bereits heftige Diskussionen über Aberglauben geführt, ohne auf einen Nenner zu kommen. Oma stand auf dem Standpunkt, dass es solche Weisheiten nicht ohne entsprechende Erfahrungen der Menschen gäbe.

„Oma, dir steht eine aufwändige Augenuntersuchung bevor und keine Operation“, versuchte Markus seiner Oma gut zuzureden. „Dabei passiert nichts und daran stirbst du auch nicht.“

„Ob ich sterbe oder nicht, ist mir egal. Ich habe mein Leben gelebt. Aber ich will das Schicksal nicht heraufbeschwören. Ich habe in den letzten Nächten schlecht geschlafen, das ist kein gutes Omen.“

„Oma, du hast schlecht geschlafen, weil Vollmond ist. Da schläfst du immer schlecht.“

Markus legte seine Hand auf den Arm seiner Oma und schaute sie aufmunternd an.

Er liebte seine Oma, aber manchmal war sie etwas anstrengend.

Als er vor zwei Jahren einen Studienplatz in Göttingen bekam, betrachtete er es als Geschenk des Himmels, bei seiner Oma in Göttingen mietfrei einziehen zu können.

Er hatte ein großes Zimmer im oberen Stockwerk und ein eigenes Bad und konnte tun und lassen, was er wollte. Sie bekochte ihn, wusch und bügelte seine Wäsche und war froh, dass wieder Leben im Haus war. Im Gegenzug erledigte Markus den wöchentlichen Einkauf und fuhr mit ihr überall dahin, wo sie zu Fuß nicht mehr gut hinkam.

Obwohl sie von Natur aus ein fröhlicher Mensch war, hielt sie an alten Weisheiten unerschütterlich fest.

Zwischen Weihnachten und Neujahr durfte keine Wäsche gewaschen werden oder auf der Leine hängen, sonst stirbt jemand. So sagt man jedenfalls. Oma hielt sich eisern daran.

Zu jeder Mondphase hatte sie eine Erklärung, die das eine oder andere Zipperlein erklärte.

So schlief sie im Gegensatz zu Markus bei Vollmond sehr schlecht oder schrie im Schlaf.

Einmal war Markus von diesem Schreien wach geworden, aus dem Bett gesprungen und mit einem schweren Kerzenleuchter war er an Omas Bett geeilt, in der festen Überzeugung, einen maskierten Einbrecher dort vorzufinden.

Bei Neumond trank sie mindestens zwei Kannen Beruhigungstee am Tag, da sie der Ansicht war, an Herzrhythmusstörungen zu leiden. War der Neumond vorbei, war auch Omas Herzschlag wieder normal. Schon bevor der Wetterbericht eine Wetteränderung bekannt gab, hatte Oma ihn bereits anhand ihrer Knochenschmerzen prognostiziert.

Vieles in Omas Leben wurde genau nach dem Mondkalender geplant und ausgeführt. Davon war sie Zeit ihres Lebens überzeugt gewesen und ließ sich von nichts und niemandem davon abbringen.

Markus hielt von alldem nichts, akzeptierte aber diese kleinen Macken seiner Oma, da er sie in abgeschwächter Form auch bei seiner Mutter erlebt hatte. Als er klein war und seine neuen Turnschuhe mitten auf den Küchentisch stellte, schrie seine Mutter regelrecht vor Schreck auf und befahl ihm, sie sofort runterzustellen, das bringe Unglück.

Oma war sichtlich unentschlossen, denn sie wusste, dass Markus sich diesen Vormittag extra frei genommen hatte, obwohl er mitten in einem Praktikum steckte.

Wie hatte ihr das auch passieren können, erst viel später zu entdecken, dass ausgerechnet dieser dreizehnte Februar ein Freitag war?

Schweigend räumten sie zusammen den Küchentisch ab. Als Markus zufällig einen Blick aus dem Küchenfenster warf, lief eine Katze durch den Vorgarten. Im selben Moment krachte etwas auf den Küchenboden.

Erschrocken blickte er sich um. Oma stand mit starrem Blick wie festgewurzelt hinter ihm und sah ebenfalls aus dem Fenster.

„Hast du das gesehen? Eine schwarze Katze von links. Das bringt Unglück.“

Vor lauter Schreck waren ihr die zwei Frühstücksteller aus den Händen gerutscht  und auf den Fliesen des Küchenbodens zersprungen.

Er bückte sich und sammelte die Scherben zusammen, als das Telefon klingelte. Oma schlurfte in den Flur, nahm den Hörer ab und meldete sich.

„Ja, …ja, ich verstehe,…oh Gott,… nein, das macht gar nichts…Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen…“

Oma kam zurück in die Küche, den Besen schon in der Hand.

„Markus, mach dich fertig und gehe zu deinem Praktikum, ich mach das schon. Und wenn du heute nach Hause kommst, habe ich dein Lieblingsessen fertig.“

„Wer hat da angerufen?“, wollte Markus nun wissen.

„Das war die Augenarztpraxis. Sie haben den Termin abgesagt, da der Herr Doktor einen Autounfall hatte. Es ist ihm nichts passiert, aber er lässt sich im Krankenhaus sicherheitshalber untersuchen. Wer weiß, wozu das gut ist.“, fügte sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.

Markus hatte noch ausreichend Zeit, um pünktlich zum Praktikum zu kommen. Er hatte einen Fußweg von wenigen Minuten vor sich und war dankbar, dass Oma ihn nicht überzeugen musste, heute, an diesem Freitag, den dreizehnten, das Auto in der Garage zu lassen. Denn dann wäre er sicherlich zu spät gekommen.

c/G.B. 2009

Lesenswert sind auch finbars Gedanken zum Freitag, dem 13.

Passt heute gut auf euch auf!

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Vorfrühling

Sonnentröpfchen

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“Herr, wirf Hirn vom Himmel”

“Herr, wirf Hirn vom Himmel!”

Das mag so mancher Lehrer täglich vor sich hinbeten, wenn er treffliche oder untreffliche Äußerungen seiner Schüler vernimmt.
Doch an einem Tag wie heute gewinnt diese Redensart an Brisanz, wenn die Mächtigen der Welt in Minsk zusammen sitzen und all ihre diplomatischen Taktiken in die Waagschale werfen, um Lösungen für die Ukraine-Krise zu finden.

Wintersonne

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