Wenn der Sommer zur Neige geht …

Das Projekt Alltag von Ulli Gau habe ich in diesem Monat nicht mitgemacht, weil ich genau das mal bewusst wollte, dem Alltag entfliehen.

Und so habe ich ein paar ruhige und sehr entspannte Tage im holländischen Grenzgebiet erlebt. Der Sommer verliert an Kraft und auch das habe ich ein wenig wehmütig in meinen Urlaubstagen wahrgenommen. Und doch habe ich einen herrlichen Blumenstrauß an Momentaufnahmen und schönen Eindrücken gepflückt, der meine herbstliche und winterliche Vorratskammer erstrahlen und noch einmal erblühen lässt.

Seht selbst:

 

Ein besonderes Highlight war das Treffen mit Marion vom Findesatz-Blog. Natürlich habe ich gut aufgepasst, dass sie ihren Findesatz gut versteckt. Er war am folgenden Tag nicht mehr da und ich hoffe mit ihr, dass die Finderin oder der Finder sich melden wird …

©  Fotos:  G. Bessen

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Gerade aktuell, Momentaufnahmen, Persönliches, Reisen, Vor die Linse gehuscht | Verschlagwortet mit , , , , , , | 34 Kommentare

Ein Limerick

Libellen auf dem Stacheldraht,
die Luft noch warm, der Draht recht hart.
Ein voller Genuss
und ohne Verdruss,
teure Urlaubskosten gespart.

© Text und Foto:
G. Bessen

Veröffentlicht unter Lyrisches, Reisen, Tierisches, Wortbilder | Verschlagwortet mit , , , | 21 Kommentare

Sommerzeit – Reisezeit

Bild | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , ,

Neuruppin

Nimm teil an der Freude der andern.
Dabei fällt dann immer
auch etwas eigne Freude ab.
Theodor Fontane

Was wäre das Jubiläumsjahr des Theodor Fontane, ohne einen Blick auf seine Geburtsstadt zu werfen? Das Ruppiner Land,  zwischen Oranienburg und Fürstenberg im Bundesland Brandenburg  gelegen, ist stolz auf die am Westufer des Ruppiner Sees gelegene Stadt Neuruppin.

Nicht nur Theodor Fontane (1819-1898) sondern auch der Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841)  und Gustav Kühn (1794-1868), Buchdrucker und Herausgeber der Neuruppiner Bilderbögen sind die Größen dieser Stadt, die von Berlin aus über die A 24 nach etwa 70 km zu erreichen ist.

Im Jahre 1787 wurden etwa zwei Drittel der Stadt Neuruppin durch ein verheerendes Feuer vernichtet. Nach Plänen von Bernhard Matthias Brasch und mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Friedrich Wilhelm II wurde Neuruppin als preußische Musterstadt auf dem Reißbrett entworfen und neu aufgebaut. Am Rathaus erhielt Friedrich Wilhelm II dafür ein Denkmal.

Lange, breite und rechtwinklig aufeinandertreffende Straßen, unterbrochen von drei quadratischen Plätzen durchziehen heute das ursprünglich mittelalterliche Stadtbild.

Die Karl-Marx-Straße mit einer Länge von 1,2 km ist die Hauptachse der Stadt. Hier finden sich markante Punkte der Stadtgeschichte. Vom Fontanedenkmal gelangt man zum Bernhard-Brasch-Platz, dem einstigen Paradeplatz. Der mittlere Platz beherbergt das Alte Gymnasium mit der Inschrift „Civibus Aevi futuri“ (Den Bürgern künftiger Zeiten). Theodor Fontane wurde in der Karl-Marx-Straße 84, über der heutigen Löwenapotheke geboren.

Der dritte Platz, der Kirchplatz, wird von der einstigen Pfarrkirche St. Marien dominiert, die heute für Konzerte und Kongresse genutzt wird. Hinter der Kirche erhebt sich das Schinkel-Denkmal. Schinkel wurde 1781 als Pfarrerssohn in Neuruppin geboren. Nach dem Tod des Vaters zog er mit seiner Familie in das Predigerwitwenhaus in der Fischbänkestraße.

Die kreuzende Siechengasse nahe der Klosterkirche St. Trinitatis war das Gebiet der Armen. Die Siechenkapelle St. Lazarus und das Siechenhaus boten den Armen der Stadt Zuflucht.

Die St. Lazaruskapelle und das dazu gehörige Anwesen sind  detailgetreu wiederhergestellt worden und bieten heute ein Idyll von Hotel, Restaurant, Hofgarten und Kapelle, mit dem vielversprechenden Namen Up Hus Idyll (www.up-hus.de).

Die Klosterkirche am Ufer des Ruppiner Sees, 1246 als Dominikanerkloster gegründet, ist heute eine evangelische Kirche. Der einstige erste Abt des Klosters soll Abt Wichmann von Arnstein gewesen sein, dessen Familie  auf einem Friedhof unterhalb des Hauptaltares ruht.

Die Kirche, nach der Reformation der evangelischen Konfession übertragen, wurde beim Brand von 1787 verschont. Die beiden spitzen Türme stammen aus dem Jahr 1907 und bieten einen fantastischen Blick auf die Stadt  Neuruppin.

Im Sommer finden dienstags Abends Konzerte in der Klosterkirche statt und unweit davon ist das Up Hus sowie die Fontane –Therme, direkt am Seeufer. Das hört sich doch nach einem perfekten Kurzurlaub an, oder? Für mich steht er schon auf der Wunschliste.

Infos aus verschiedenen Reiseprospekten, Fotos: © G. Bessen, August 2019

 

 

 

Veröffentlicht unter Aus Berlin und Brandenburg | Verschlagwortet mit , , , , , | 27 Kommentare

Alltag – das Immerwiederkehrende (10)

Alltag – ein Monatsprojekt von Ulli Gau

… alltäglich
… alle Tage gleich
… alle Tage gleichförmig
… aller Tage Anfang
… alltagstauglich

Der Alltag hat etwas immer Wiederkehrendes. Das soll nicht negativ klingen, das kann sogar etwas Positives sein, eine lieb gewonnene Gewohnheit, eine hilfreiche Struktur, ein Eintauchen und Bewahren des Gewohnten.

Und doch unterscheidet sich der Alltag vom Sonntag, der am Ende der Woche den Höhepunkt, den Abschluss, den Übergang zum neuen Alltag, zur neuen Woche darstellt.

Den Alltag zufriedenstellend zu gestalten ist eine nicht immer einfache Aufgabe, denn familiäre und berufliche Verpflichtungen lassen sich nicht wegschieben, sie sind da und fordern, bis hin zur Überforderung.

Somit gilt es, dem Alltag ein paar Krönchen aufzusetzen und ihn zu erheben, damit er aus dem Alltäglichen alltagstauglich herausschaut. Das wiederum bedeutet für mich, den Blickwinkel gelegentlich zu verändern.

Blickwinkel

Warum wollen wir immer
den Überblick behalten?


Wir bemühen uns
um den Durchblick
uns vergessen dabei,
den Anblick

zu schätzen,
nur für einen
Augenblick.

© G.Bessen

 

 

Veröffentlicht unter Fotoprojekte, Gerade aktuell, Lyrisches | Verschlagwortet mit , , , , , , | 18 Kommentare

Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit (1)

Frankfurt Gleis 7

Titelseite AZ Mainz 30.07.2019

Die Zeitung zeigt im Bild den Moment, in dem der Unfallort mit Planen vor den Augen der Schockierten oder Neugierigen geschützt wird. Dahinter ein totgefahrenes Kind und wohl seine Mutter, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wird.

Es sind so viele Gedanken und Gefühle, die durch den Kopf und das Herz rasen, wenn die Nachricht in der Tagesschau auf Platz Eins vermittelt wird: Warum – und dann auch noch ein Kind? Warum wieder ein Ausländer – einer aus Eritrea? Welches Leid für die überlebende Mutter? Was ist mit dem Vater, von dem die Medien nicht sprechen, dem die Nachricht irgendwie übermittelt wird, vielleicht zuerst sogar über die Medien?

Erst zwei Tage zuvor wurde in Voerde am Niederrhein eine 34 Jahre alte Frau vor den Zug gestoßen. Eine neue Art, wie sich jemand in die Öffentlichkeit drängt? Oder Frustration oder Hass ablässt?

Die Fakten sind hinreichend in den Medien besprochen. Zurück bleibt eine Ratlosigkeit. Wer in den nächsten Tagen auf einem Bahnsteig steht, wird sich wohl eher nach hinten drängen. Denn die wahllose Wahl der Opfer kann jede und jeden treffen.

Aushalten. Nachdenken. Fragen: warum? Ein Gebet sprechen: Der Unbegreifliche möge in unbegreiflichen Situationen des Lebens greifbar an der Seite der Menschen sein.

© Hubertus Brantzen

Quelle: https://www.spurensuche.info/wp-spurensuche/portfolio/frankfurt-gleis-7/

************

Zeichen der Zeit (2)

Lebendige Elemente

Das Wasser bahnt sich
unbeirrt seinen Weg
und reißt mit, was sich ihm
in den Weg stellt.

Feuer lodern
mit unbestechlicher Gewalt,
ziehen Schneisen
der Verwüstung.

Luftmassen wirbeln
durcheinander,
was sie mitreißen können,
Tod bringend.

Unsere Erde erhebt sich,
wehrt sich,
zeigt uns die Rote Karte,
uns, die wir aus  
den Leben spendenden Elementen
zügellose Ungeheuer erschaffen haben.

Das Wasser als Lebensquell,
gepaart mit dem Feuer der Liebe,
durchsetzt mit der Luft zum Atmen,
ein Geschenk dieser einzigartigen Erde.

© G. Bessen

Veröffentlicht unter Fundstücke, Gerade aktuell, Lyrisches, Mal kritisch angemerkt... | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 5 Kommentare

Von Plagen und Klagen

Von Plagen und Klagen

In grauhimmeliger, feuchter Luft
sind sie sensibel für des Menschen Duft.
Blutrünstige Mücken und listige Zecken,
versteckt in Büschen und in Hecken,
warten auf DIE Gelegenheit,
angriffslustig und kampfbereit.

Sie beißen und stechen,
saugen sich voll,
sind zufrieden, gesättigt
und fühlen sich wohl.

So mancher mag ein Lied davon singen,
wenn Mücken um seinen Körper springen
und tanzen und summen,
das Ziel schon im Blick,
entschlossen und ohne Gedanken
an ein Zurück.

© G. Bessen, Fotos Pixabay

Veröffentlicht unter 'Körperwelten', Lyrisches | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 15 Kommentare

Keep cool!

Keep cool!

In der derzeitigen Hitzeperiode ist es schon eine Herausforderung, über das Thema Hitze zu fabulieren.

Hitzköpfe finden sich überall. Auch in der Politik geht es oft hitzig zu, doch die Ergebnisse landen  oft eher im Bereich des Gefrierpunktes. Davon lassen sich die jungen Menschen nicht abschrecken. Sie wissen genau, dass unsere Erde nicht unbegrenzt hitzebeständig ist, und statt zu überhitzen, widmen sie sich den ‚Fridays for Future’, eine beispiellose Form ein ‚Hitzefrei’ einzufordern. Bleibt dabei, auch wenn sich immer noch Gemüter erhitzen und diese wichtige Aktion als bloße Schulschwänzerei abtun. Heizt den Blinden und Tauben weiter ein!

Manchmal kostet es Mühe, überhitzte Gemüter zu beruhigen, damit sie nicht überkochen. Doch nicht immer ist es gleich eine Katastrophe, wenn sich der Dampf Luft macht. Trotz momentaner und künftiger  Hitzewellen kann man immer versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinn: Kommt weiter gut durch die Hitze!

Veröffentlicht unter Gerade aktuell, Mal kritisch angemerkt..., Wortspielereien | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 10 Kommentare

Koblenz, die Stadt am Deutschen Eck

Koblenz, die Stadt am Deutschen Eck

Die Stadt Koblenz, malerisch gelegen am Zusammenfluss von Rhein und Mosel blickt als römische Gründung auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurück. Der ursprünglich lateinische Ortsname „Confluentes“ wurde bis 1926 offiziell als Coblenz mit C geschrieben.

Große Teile von Koblenz gehören zum UNESCO-Welterbe Mittelrheintal, eine Landschaft geprägt von Burgen, Schlössern, Adelshöfen, Bürgerhäusern und Kirchen. Als Universitätsstadt  hat Koblenz Bedeutung erlangt, aber auch als Sitz des Bundesarchivs und des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr.  Die Bundesgartenschau 2011 hat den internationalen Tourismus und Fremdenverkehr erheblich nach vorn getrieben.

Die lange und wechselvolle Geschichte der Stadt Koblenz spiegelt sich im vielseitigen Stadtbild wieder.

In Koblenz nun, zum Klassentreffen,
nur Frauen, ohne Mann und Neffen.
An Mosel und Rhein,
bei Essen und Wein,
lassen sich gut Absprachen treffen.
(Limerick)

Was machen nun sieben unternehmungslustige Damen mittleren Alters, die sich für ein Wochenende in der Stadt Koblenz zum Klassentreffen verabredet haben?

Sie mieten sich im erst fertiggestellten Hotel Sander in der Casinostraße ein, von dem man nach einer erholsamen Nacht auf guten Matratzen und einem vielseitigen gesunden Frühstück gestärkt stundenlang durch die Stadt laufen kann, auch bei Temperaturen weit über dreißig Grad. Wenn Engel reisen, haben Petrus oder ein Wettergott immer ein Nachsehen.

Essen und Trinken kann man gut in gemütlicher Biergartenatmosphäre im Weindorf am Rheinufer oder im Alten Brauhaus mit urigem Ambiente.

Die große Hitze hat uns davon abgehalten, mit der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein hochzufahren. Alternativ hat sich eine Burgenfahrt auf dem Rhein allemal als bessere Entscheidung bewährt.

© Limerick und Fotos: G. Bessen, Juli 2019

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Reisen, Vor die Linse gehuscht | Verschlagwortet mit , , , , , , | 19 Kommentare

Limburg

Knapp 20 Kilometer nordwestlich von Bad Camberg liegt Limburg an der Lahn.

Die Kreisstadt Limburg zählt etwa 35000 Einwohner und ist berühmt durch ihre Altstadt mit den malerischen Fachwerkhäusern und dem Limburger Dom (von den verschwenderischen Untaten des Herrn Tebartz-van Elst, Limburger Bischof von 2008 – 2014, soll hier nicht die Rede sein).

Oberhalb der Lahn neben der Burg Limburg gelegen ist der Dom, auch Georgsdom genannt, ein beeindruckendes Werk romanischer und frühgotischer Baukunst. Er entstand zwischen 1175 und 1200 und wurde 1235 eingeweiht. Erwähnenswert sind seine sieben Türme.

In der Altstadt laden viele alte restaurierte Fachwerkhäuser zum Staunen, Cafés und Restaurants zum Stärken und viele kleine Lädchen zum Bummeln und Einkaufen ein …

Fotos: © G. Bessen

Veröffentlicht unter Reisen, Vor die Linse gehuscht | Verschlagwortet mit , , , , , | 28 Kommentare