Leben in Dankbarkeit

Leben

Der Mensch ist nicht
das Maß aller Dinge,
sondern Leben
inmitten von Leben,
das auch leben will.

(Albert Schweitzer)

Dankbarkeit
würde uns gut
zu Gesicht stehen:

Für Essen und Trinken,
für die vielen Annehmlichkeiten
unseres täglichen Lebens,
für Gesundheit und Energie,
den alltäglichen Herausforderungen
begegnen zu können.

Für Menschen,
die uns zuhören
und auffangen,
die einfach da sind.

Seien wir dankbar für das,
was wir haben
und vergessen wir nicht,
dass viele andere genau das
entbehren müssen.

© G. Bessen

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Susann Pasztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts.

Susann Pasztor: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts.

Mein heutiger Lesetipp

Dieser Roman umfasst drei Teile und einen Gesamtzeitraum von genau zwei Wochen.

Die 39-jährige Singlefrau Mila wird von ihrer Therapeutin zu einem Meditationsseminar geschickt, das von Stille geprägt ist, eine Erfahrung, die für die Protagonistin völlig neu ist.

Nach dem Seminar bittet ein Mitteilnehmer, Simon,  Mila um eine Mitfahrgelegenheit. Mila und Simon, verheiratet und Familienvater,  landen in einem Hotel, verlieben sich ineinander  und verleben drei leidenschaftliche Tage und Nächte, bevor sie beide, ohne den Austausch von Telefonnummern und Adressen, in ihr eigentliches Leben zurückkehren.

Mila wird von ihrer Therapeutin vorbereitet, das Leben bald wieder alleine stemmen zu können. Mit dieser Aussicht bröckelt bei ihr auch der Entschluss, Simon nicht mehr wiedersehen zu wollen und Mila macht sich auf die Suche nach ihm.

Das Ende ist offen…

Ein moderner Liebesroman mit Momenten, die zum Schmunzeln, aber auch sehr oft zum Nachdenken anregen.

Mila hat eine komplizierte Familiengeschichte und ist aus diesem Grund in Therapie.  Das Seminar der Stille bringt eine Trauer ans Licht, die Mila selbst überrascht.

In den Tagen, die sie mit Simon verbringt, ist sie aber auch durchaus in der Lage, den Leser, sich selbst und auch Simon zum Lachen zu bringen.

Dass Irene sie aus der Therapie entlassen will, zeugt davon, dass Mila nun genug Handwerkszeug hat, um ihren weiteren Lebensweg alleine zu gehen, wäre da nicht Simon, der ihr nicht aus dem Kopf gehen will.

Dieser Roman ist unterhaltsam, aber auch in die Tiefe gehend und daher eine Empfehlung an alle Frauen und solche, die gern Bücher verschenken.

Bildquelle

Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04526-0
Erschienen am: 09.03.2013
256 Seiten
9,99 €

© G. Bessen

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Vogel-Strauss-Politik

Vogel-Strauss-Politik

Wer den Kopf
in den Sand steckt,
muss aufpassen,
nicht in den
Hintern gebissen
zu werden.

© Text und Foto: G. Bessen

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TAUB-STUMM (Elfchen)

Stille
Kein Laut
Alles bleibt stumm
Und doch höre ich
Ungesagtes

Geschrei
Lautes Gezeter
Gesagt ist gesagt
Was kann ich glauben?
Mundtot

Misstrauen
Fake News
Jeder gegen Jeden
Ein Land in Aufruhr
Aufbruch

© G. Bessen

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Kontakte

Ich liebe Kontakte
mit Herz.

Es schlummern
zu viele
Karteileichen.

© G. Bessen
Fotos: pixabay

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„Status“

„Status“

Wenn ich in Deinen Status schau,
ist das wie eine Nabelschau.
Du zeigst mir, was Du isst und trinkst,
wie Du im Liebesrausch versinkst.

Auf Reisen bin ich stets bei Dir,
was Dir gefällt, zeigst Du auch mir.
Doch will ich all das wirklich sehen
und jeden Weg so mit Dir gehen?

Geschmäcker sind sehr unterschiedlich,
mein Leben ohne „Status“ friedlich,
denn wird mir diese „Show“ zu dumm,
drück ich den kleinen Button ‚stumm’ .

© G. Bessen 9/2018
Foto: pixabay

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Joachim Meyerhoff: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Joachim Meyerhoff: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Mein heutiger Lesetipp

Bildquelle

Im dritten Band (die ersten beiden Bände umfassen das Aufwachsen des jungen Josse auf dem Gelände einer psychatrischen Klinik, die sein Vater leitete und der zweite Band Josses Austauschjahr in Amerika) der Romantrilogie erzählt Joachim Meyerhoff über die Zeit seiner Schauspielausbildung in München an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule. Während dieser drei Jahre lebt er bei seinen Großeltern und befindet sich in guter Gesellschaft, denn seine Großmutter war einst selbst eine gefeierte Diva, bis sie die Karriere wegen eines tragischen Unfalles beenden musste.

Komik und Tragik sind auch in diesem autobiografischen Band eng miteinander verwoben. Während Josses Ausbildung von Schwierigkeiten und Misserfolgen gekennzeichnet ist, findet er seinen Ruhepol und seinen Ausgleich im rosa Gästezimmer seiner Großeltern und dem stereotypen Tagesablauf mit ihnen.

Feste Rituale bei allen gemeinsamen Vorlieben für das Essen und besonders das Verköstigen alkoholischer Getränke prägen Josses Zeit mit den Großeltern, die ihn in seinen minimalen Erfolgen und Misserfolgen immer wieder tragen und unterstützen. Glaubt man Meyerhoffs Schilderungen, so ist er ein miserabler Schauspieler, der eigentlich seinen Beruf völlig verfehlt hat.

Erst nach Abschluss der Ausbildung gelingt ihm ein kleiner Durchbruch, als er bei seinem ersten Engagement in Kassel Goethes „Werther“ für die Bühne adaptiert und selbst die Hauptrolle spielt.

Der frühe Tod des Bruders, während Josses Ausbildung  der Tod des schwerstkranken Vaters und innerhalb von vier Monaten beider Großeltern bilden den tragischen Gegenpol zu einer Unzahl belustigender Anekdoten im bürgerlichen Großelternhaus, die bis in Josses Kindheit zurückgehen und in aller Deutlichkeit die Beziehungen in dieser Familie verdeutlichen.

Auch wenn die Ehe von Josses Eltern  von Höhen und Tiefen geprägt ist und Erinnerungen daran bei Josse verblassen, so werden die schrulligen und besonderen Großeltern als eine Konstante gezeichnet, deren Licht noch nach ihrem Tode leuchten kann.

Wie auch in den anderen beiden Büchern hängen Komik, Ironie und Witz eng mit der Tragik zusammen und machen diesen Band genau deshalb zu einem Leseerlebnis.

 

Erscheinungsjahr: 2015
ISBN:  978-3-462-05034-9
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Taschenbuch: Preis: 10,99 €

Siehe auch: Joachim Meyerhoff „Wann wird es endlich so wie es nie war“

 

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Altweibersommer

Nachdem wir den Jahrhundertsommer hoffentlich gut überstanden haben und bei nun angenehmen Temperaturen wieder gut schlafen können, schauen wir mit Hoffnung einem lieblichen und milden Herbst entgegen

Aus aktuellem Anlass habe ich mich einmal mit der Herkunft des Begriffes ALTWEIBERSOMMER befasst.

Der Altweibersommer ist ein Zeitabschnitt zwischen Sommer und Herbst, der sich durch eine gleichmäßige Witterung im September auszeichnet. Ein Hochdruckgebiet mit stabiler Wetterlage lässt den Sommer warm ausklingen. Die Sonneneinstrahlung intensiviert die Laubfärbung und fördert den Laubfall .
Der Name geht auf Spinnfäden zurück, die besonders morgens uns abends gut zu sehen sind.  „Weiben „ bezeichnete im Althochdeutschen das Knüpfen der Spinnweben. Metten, Mettken oder Mettjen nannte man die Altweibersommerfäden in norddeutschen Dialekten. Vermutlich entstand daraus das Wort Mädchen.
Man nahm an, dass sich eine Hochzeit ankündigte, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfingen. Weitere Ableitungen sind – je nach Regionen – Begriffe wie: Mädchen- oder Mettensommer, Liebfrauenhaar, fliegender Sommer und Witwensömmerli.
Interessant zu lesen, dass der Begriff Altweibersommer keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte älterer Damen darstellt, befand das Landgericht Darmstadt im Jahre 1989.

Meine Bilder sind aus meinem Archiv und machen vielleicht etwas Lust auf den Herbst.

© Text und Fotos: G. Bessen

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Im Schmetterlingshaus

Als Fortsetzung zu Heinz Erhards Gedicht: ‚Der Schmetterling’

Seine Freunde waren schlauer,
versteckten sich auf einer Mauer,
auch mal davor und mal dahinter
und hielten durch bis in den Winter.

Die Mauer schien recht gut geschützt,
vor Regen, Donner, Schnee und Blitz.
Das Haus war wohlig temperiert,
damit kein Schmetterling drin friert.

Von bunten Schönheiten umgeben
ließ es sich angenehm dort leben.
So waren alle guter Dinge,
in diesem Haus für Schmetterlinge.

©Text und Fotos: G. Bessen, August 2018

Im Berliner Umland gibt es einen bekannten Gartenfachbetrieb mit einem Schmetterlingshaus, daher stammt die Inspiration und dort habe ich die Fotos aufgenommen.

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Die Beelitzer Heilstätten

Beim Stichwort ‚Beelitz’ fällt den Berlinern und Brandenburgern erst einmal der vorzügliche Beelitzer Spargel ein, der jedes Jahr, südlich von Potsdam, auf etwa eintausend Hektar Fläche geerntet wird.

Nicht weniger bekannt sind die Beelitzer Heilstätten, heute denkmalgeschützt mit über sechzig Gebäuden auf einer Gesamtfläche von etwa zweihundert Hektar, auf beiden Seiten der Bahnlinie. Die Unterbringung der Patienten damals erfolgte strikt nach Geschlechtern.

Um 1880 forderten die engen Berliner Mietskasernen mit ihren zahlreichen Hinterhöfen die ersten Opfer unter denen, die mit der Tuberkulose infiziert worden waren. Etwa zehn Jahre später, nachdem Robert Koch das Tuberkulose- Bakterium entdeckt hatte, wurde die Tuberkulose zu einer verheerenden Volkskrankheit.

In mehreren Etappen (1898 – 1902/ 1906 – 1908/ 1926 – 1930/ 1942 – 1944) entstanden die Beelitzer Heilstätten als eines der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Während der beiden Weltkriege dienten die Heilstätten als Lazarett für vom Krieg verwundete Soldaten. Die Eröffnung der Chirurgie im Jahr 1930 ermöglichte den Russen, das Krankenhaus von 1945 – 1994 als zentrales Militärkrankenhaus der russischen Besatzungstruppen zu nutzen.

Nach deren Abzug fielen viele Gebäude, besser gesagt das, was noch von ihnen übrig geblieben war, in einen Dornröschenschlaf mit einem bis heute unvergleichlichen Charme, der Filmproduzenten für so manchen Filmdreh angelockt hat.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten und einigen neuen Gebäuden wurde 1998 eine Neurologische Rehabilitationsklinik eröffnet und im Jahr 2015 der Baumkronenpfad „Baum und Zeit“, mit einer Länge von 320 Metern. Von einem 40 Meter hohen Turm lässt sich auf mehreren Aussichtsplattformen das weiträumige Gelände mit den diversen Bauten und einer Vielzahl unterschiedlicher Bäume überblicken, sowie die Ruine des Alpenhauses überqueren. Seit Mai dieses Jahres gibt es neben dem Baumkronenpfad einen Barfußpark.

Von der S-Bahnstation Berlin-Friedrichstraße fährt stündlich ein Regionalzug (Richtung Dessau) nach Beelitz. In wenigen Minuten zu Fuß ist das Gebiet der ehemaligen Lungenheilanstalt zu erreichen und es gibt Führungen im Gelände, die den Besucher durch die Gemäuer führen, die nach und nach von der Natur zurückerobert werden.

Das modernste und am besten erhaltene Gebäude ist die Chirurgie, in der die Behandlung der Patienten ab 1930 in Operationssälen erfolgte.

In der Kochküche und ihren angrenzenden Räumlichkeiten wurde die Versorgung von bis zu tausend Menschen gewährleistet (600 Patientinnen, 400 Menschen des weiblichen Küchenpersonals).

Wurden Patientinnen besucht, achteten die weiblichen Bediensteten streng darauf, dass Besucher kein Essen mitnahmen, um zuhause hungrige Mäuler zu stopfen.

Die Waschküche musste schon damals der erforderlichen Hygiene entsprechen, sodass die Wäsche erst eingeweicht, dann in elektrisch betriebenen Dampf- und Spülmaschinen gekocht und gespült wurde. Zentrifugaltrockenmaschinen und Dampfmangeln trockneten und glätteten sie.

Das Gelände der Beelitzer Heilstätten ist von Verfall und Vandalismus gezeichnet, obwohl die Gebäude auch weiterhin saniert und die Parklandschaft mit ihrer Artenvielfalt einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Hörsaal im Hauptlaboratorium

Die Geschichte hat über Jahrzehnte deutliche Spuren hinterlassen und die Zeit hat das Ihrige zu diesem Gesamtkunstwerk beigetragen. Es wäre schade, diesen geschichtsträchtigen Ort ganz verfallen zu lassen.

Informationen entnommen aus: Lageplan Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Text und Fotos: G. Bessen

 

 

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