25 Jahre Mauerfall

Endlich geht es mal nicht um die sinnlosen Kriege, die monatelang die Medien beherrschten, sondern darum, wie friedliche Demonstrationen ein historisches Ereignis auslösten. 25 Jahre Mauerfall, der lange Weg in die Freiheit und ein Meilenstein zur Deutschen Wiedervereinigung.

Wie habt Ihr die Nacht des Mauerfalls erlebt?

Wo habt Ihr gelebt?

Was habt Ihr empfunden?

Ich wohnte damals in Berlin-Charlottenburg und war regelrecht deprimiert.
Eigentlich hätte ich in Bayern sein müssen, eine Reise mit ehemaligen Referendarskollegen und –kolleginnen. Aber ein grippaler Infekt mit Fieber hatte mich ans Bett gefesselt. Als ich irgendwann den Fernseher anschaltete und die Bilder der Grenzöffnung sah, glaubte ich zuerst an Fieberhalluzinationen, so unglaublich muteten die Infos im Fernsehen an.
Nun fand ich es gar nicht mehr schlimm, nicht mitgefahren zu sein und widmete mich ganz diesem historischen Ereignis. Heute lebe ich in Brandenburg und das sehr gerne. Ohne die Wende wäre das nie möglich gewesen.

Frau Tonari berichtet und auch der RBB widmet sich ganz diesem wichtigen Jubiläum.

Fotos vom heutigen Morgen von unserem Freund, Dr. Rolf Nuck:

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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35 Antworten zu 25 Jahre Mauerfall

  1. Isa Schikorsky schreibt:

    Ein Freund rief an und erzählte, dass die Grenze offen sei. Von dem Moment an saß ich tagelang in der Küche unserer neuen Wohnung in Köln vor der Glotze, fassungslos und heulend. Zwischendurch telefonierte ich mit Freunden und meinen Eltern, die mir von diesen unglaublichen Dingen berichteten, die in meiner Heimat passierten. Denn ich war an und mit der Grenze aufgewachsen, bin in Helmstedt, also unmittelbar an der Grenze geboren. Dass es die nicht mehr geben könnte, schien unvorstellbar. Und dann passiert das Unvorstellbare und ich sitze viele Hundert Kilometer entfernt, denn ich war gerade zwei Monate zuvor nach Köln gezogen. Und die Kölner interessierte das, was da vorging, relativ wenig. Weihnachten 1989 war ich dann endlich auch in Helmstedt und wir sind zu Fuß rübergegangen ins nächste Dorf, es war ein sehr merkwürdiges Gefühl und denkwürdiges Ereignis.
    Tja, was wäre gewesen, wenn die Mauer ein Jahr eher gefallen und Berlin leichter erreichbar gewesen wäre? Dann würde ich vermutlich nicht im Rheinland, sondern weiter im Osten wohnen. So muss es bis zur Rente bei Urlaubsaufenthalten in Berlin und auf Rügen bleiben.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Als wir jung waren und die erste ihre Führerscheine hatten, sind wir manchmal von Berlin aus zum Frühstück nach Helmstedt und wieder zurück gefahren. Ich erinnere mich auch noch an die furchtbaren Grenzkontrollen in Helmstadt, wenn wir unsere Verwandten im Ruhrgebiet besucht haben.
      Wäre die Grenze ein Jahr früher gefallen, wärst du vermutlich nicht in Köln gelandet. Aber das Rheinland hat so schöne Ecken und ich hoffe, du fühlst dich dort trotzdem wohl.

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  2. minibares schreibt:

    Das weiß ich gar nicht mehr so genau. Auf alle Fälle war ich in Herten-Westerholt.
    Kurz vorher hatten wir Besuch aus dem Eichsfeld gehabt, an dem Tag. als der Zug aus Prag abfuhr. Wir alle glaubten nicht, dass der Zug durchkommen würde.
    WAS war DAS eine Erleichterung, dass er nicht aufgehalten wurde.
    Ich vermute, wir haben das mit der offenen Mauer erst am nächsten Morgen erfahren.
    Habe echt keine Erinnerung daran.

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  3. Anna-Lena schreibt:

    Bei Frau Tonari könnte Ihr nachlesen, wie sie und andere Blogger den 9.11.1989 erlebt haben. Der Beitrag ist aus dem Jahr 2009.
    http://tonari.wordpress.com/2009/09/22/mein-9-november-1989/

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  4. Anna-Lena schreibt:

    Dr. Rolf Nuck (ein Freund von uns) schrieb heute an den RBB:
    Liebes RBB-Team,

    ich weiss noch genau, wie ich die Entwicklung vor dem Fall der Mauer in Radio und Fernsehen verfolgte, zumal unsere Verwandten im Osten in Eberswalde bereits Jahre zuvor das Ende der DDR vorhergesagt hatten und wie mir am Abend des 9. November die Tränen in den Augen standen, als ich die Öffnung der Mauer an der Bornholmer Straße mit erleben durfte.

    Ich dachte heute, nach 25 Jahren, wären die Emotionen geringer, aber es sind wiederum äußerst bewegende Tage mit Tränen in den Augen, voller Dankbarkeit über das friedliche Zusammenwachsen beider Teile unseres Landes. Ich danke den Menschen, die diese Lichtermauer erdacht und möglich gemacht haben, die Mauer sowohl in Erinnerung zu behalten, als auch ihre heutige Durchlässigkeit zu zeigen…

    Ich bin als Kind meines Vaters aus dem Westen Berlins sowie meiner Mutter aus dem Osten Berlins 1950 im Westteil der Stadt in Dahlem geboren worden und am Schloß Charlottenburg aufgewachsen. Mein Opa hatte nach der Hochzeit meiner Eltern mit seinem letzten Schiff, was ihm verblieben war, die Möbel meiner Mutter von Köpenick nach Charlottenburg gebracht.

    Ich habe mit meiner Mutter, meinen Opa Richard Eckner zum letzten Mal am 17. Juni 1953 in Köpenick besucht, der bis zum Kriege die damalige Reederei Eckner in Köpenick geführt hatte. Ich war erst 3 Jahre alt aber erinnere mich noch genau an diesen Tag. Am Tage des Volksaufstandes in der DDR wurden wir vom Opa am Abend zum Brandenburger Tor vorbei an den Schützenpanzern in den Westen der Stadt gebracht.

    Als 8 Jahre später die Mauer gebaut wurde, war ich mit meinen Eltern in Bayern im Urlaub, als in der Hotelpension in dem Schwarzweiß-Fernseher in der Tagesschau am Abend der Bau der Mauer vermeldet wurde. Obwohl alle anderen Feriengäste, nicht glaubten, dass wir nach Berlin zurückkehren können, war mein Vater zuversichtlich und kehrte mit uns nach Berlin zurück.

    Kurz vor dem Mauerbau waren wir zum Bayerischen Platz in Schöneberg umgezogen, wo ich auch lebte, als die Mauer errichtet wurde. Als Willi Brandt und der Amerikanische Präsident John F. Kennedy („Ich bin ein Berliner“) Ihre Rede am Schöneberger Rathaus hielten, war ich als Junge und Gymnasiast tief bewegt…

    Während meine Familie die Stadt nicht verlassen wollte, siedelte die Familie meiner Tante nach Westdeutschland um.

    Ich verfolgte als Schüler und später als Student mit großer Aufmerksamkeit und Interesse die Entwicklung der DDR, höre noch heute die lauten Propagandaschlachten der Lautsprecherwagen beider Seiten an der Mauer sowie die im Tiefflug über der Stadt fliegenden Russischen Jagdflugzeuge, die die West-Berliner beeindrucken sollten.

    Als Student verfolgte ich auch mit Sorge die Einflussnahme der DDR auf meine Kommilitonen vom SDS, die in der DDR in ihren Ferien geschult wurden. Erst spät erfuhr ich, daß dieses System auch der Baader Meinhof Bande Hilfestellung geleistet hatte und daß ein Stasi-Mitarbeiter als Westpolizist den Studenten Benno Ohnesorg erschoss.

    Ich verfolgte den 40. Jahrestag des DDR und war nahezu sicher, daß der Satz Honeckers, die Mauer würde noch mindestens 100 Jahre Bestand haben werde, wahr sein könnte. Dass Menschen in diesem System den Mut aufbringen würden, zu demonstrieren und dieses System letztendlich zu stürzen verdient meine Hochachtung und Dankbarkeit.

    Da ich an einer schweren Lungenerkrankung leide und es mir nicht zutraue, mich am Abend In die Menschenmassen abzutauchen, bin ich heute Morgen um 5:30 aufgestanden um die Atmosphäre an der Lichtmauer zu erleben und einzufangen.
    Seit 9:00 verfolge ich Eure Fernsehbeiträge.

    Einige Photos vom heutigen Morgen würde ich Euch gerne übermitteln.

    Liebe Grüße,

    Dr. Rolf Nuck

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  5. Lutz schreibt:

    Auch nach 25 Jahren noch ein bewegendes Ereignis. Ich habe mir heute bisher alle Berichte im Fernsehen angesehen. Das Volk hat über die Diktatur gesiegt. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

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  6. bruni8wortbehagen schreibt:

    unglaublich,daß es so lange her ist und ich gestehe,daß ich mich zwar ganz gut daran erinnere, aber ich glaubte es irgendwie nicht.
    Ich sah zwar die Bilder im Fernsehen, glaube aber nicht recht, was ich sah. Es war so unwirklich und dauerte eine ganze Zeit, bis ich es verinnerlicht hatte…

    Dann konnte man auch mal einen Trabbi sehen und hören und das war so, als ob das Unwirkliche bis hierher geschwappt wäre…
    Nun sind die Trabbis verschwunden und ich habe so nette Freunde im Osten, daß ich kaum noch glauben kann, daß es da mal eine Grenze gab, die uns trennte.

    Da mein Vater aus Niederschlesien stammt, hatte ich schon Verbindung in den Osten, aber mit dem Tod meiner Großeltern, die dann schon lange in der Nähe von Bielefeld wohnten, wurden die Kontakte immer weniger.
    Der einzige überlebende Bruder meines Vaters wohnte mit meiner Lieblingstante schon seit 1950 in Delmenhorst bei Bremen. Ich brauchte also zur Verwandschaft nicht mehr in den Osten zu fahren…Sie waren alle schon hier…

    Herzliche Grüße von Bruni

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    • Anna-Lena schreibt:

      Es lohnt sich aber, den Osten kennenzulernen, liebe Bruni. Es gibt so schöne Ecken, die man gesehen haben sollte 🙂 .
      Vor der Wende ging es mir ähnlich, der Osten war mir ganz fremd und ich hatte schon genug von den Transitstrecken, die man nicht verlassen durfte, wenn man von Westberlin aus nach West-Deutschland fahren wollte. Die Grenzkontrollen waren oft auch nicht ohne, so dass mir als Jugendliche Angst und Bange wurde.

      Herzliche Grüße von mir,
      Anna-Lena

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  7. werner schreibt:

    Kann mich noch gut daran erinnern. Sah da vieles im TV.
    Bei uns im Burgenland ist damals ein paar Monate vorher zwar keine Mauer gefallen dafür der „Eiserne Vorhang “ und das hab ich auch noch gut in Erinnnerung.
    http://www.zeit.de/2014/26/europa-radweg-eiserner-vorhang
    Gruß
    Werner

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  8. iTanni schreibt:

    Wir wohnen ziemlich nah an der Thüringischen Grenze. Jahrelang hatten wir den Zaun vor Augen. Und dann das! Grenze offen. Ich war 15 und am nächsten Tag war in unserer Stadt die Hölle los. Es gab überhaupt keine Früchte mehr zu kaufen und schon gar keine Ü-Eier. Irgendwie war alles ausverkauft. Und so viele Menschen 😯 ……das war wirklich unglaublich. Und erst Recht die Schlangen die sich vor dem Rathaus bildeten, als es dann 100 DM Begrüßungsgeld für jeden „Ossi“ gab. Wahnsinn. Ich find’s nach wie vor ergreifend und grandios. Wenn wir uns heute doch auch daran entsinnen könnten, das WIR das Volk sind! 😀

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  9. Emily schreibt:

    Ich war damals 17 und saß mit meinen Eltern am Tisch. Es gab Abendbrot und die Nachrichten liefen (Nachrichten waren immer wichtig 😉 ) Anschließend saßen wir alle gebannt vor dem TV und saugten alle Informationen auf, die der Fernseher ausspuckte. Richtig begreifen konnte ich noch gar nicht, was da geschehen war. Die Nichte meiner Großmutter lebte mit ihrer Familie „drüben“ und wir fuhren auch „rüber“. Wir schickten auch Päckchen, das war damals so. Und plötzlich bröckelte endlich diese Grenze.
    Ich habe auch heute noch eine Gänsehaut, wenn ich die Bilder sehe.

    Viele liebe Grüße, Emily

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  10. Frau Momo schreibt:

    Ich weiß es auch nicht mehr, aber ich mag nach wie vor nicht in diese Euphorie einfallen, bei der kaum einer auch mal an all die denkt, die viel verloren haben.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich glaube, Verluste gab und gibt es auf beiden Seiten und das ist ein wahrlich hoher Preis. Aber wenn es Leute gibt, die die Mauer zurückhaben wollen oder behaupten, in der DDR war alles besser, fehlt mir dafür das rechte Verständnis.

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  11. Harald schreibt:

    Den Mauerfall erlebte ich bereits in Baden-Württemberg, da ich mit Familie 1983 aus der DDR ausgereist bin. Aber wir hatten damals für mehrere Tage den Besuch einer lieben befreundeten alten Dame aus Potsdam. Kein Wunder, dass wir mit ihr zusammen vor dem Fernseher fieberten, was noch alles passieren wird. Unvergesslich ist mir der Jubel dieser Freundin, als Details über die Öffnung der Grenze mitgeteilt wurden: „Endlich kann ich wieder über meine geliebte Glienicker Brücke gehen!“

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  12. Anna-Lena schreibt:

    Sehr berührend sind auch die Erlebnisse von chinomso:
    http://chinomso.wordpress.com/2009/09/25/mein-09-november-1989/

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