Wer hoch hinaus will…..

Einzelkämpfer

Wer hoch hinaus will

kann sehr tief fallen.

Diese Erfahrung macht dieser Tage der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff.  Kaum ein Jahr ist es her, dass er nach massivem Druck von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten ist, nachdem sich die Vorwürfe der Vorteilsnahme in seinem Amt als Ministerpräsident von Niedersachsen gehäuft hatten. Das Glamourpaar musste seinen glanzvollen Lebensstil aufgeben und aus dem Schloss Bellevue ausziehen, eine Konsequenz, die sich damals unnötig in die Länge zog und von den vielen  Versuchen des Abstreitens, der endlosen Litanei von Rechtfertigungen und Entschuldigungen quer durchs deutsche Land einen bitteren  Beigeschmack hinterließ.

Die anschließenden Forderungen des Herrn Wulff nach dienstlichen Ausstattungen in breiter Form haben so manchen Steuerzahler auf die sprichwörtliche Palme getrieben und sich für den braven Bürger unseres Landes wie ein Faustschlag ins Gesicht angefühlt.  Ein spießig wirkendes Klinkerhaus in Großburgwedel in Niedersachsen, ein wesentlicher Stolperstein, über den das Ehepaar Wolff strauchelte, blieb dem Paar als zukünftige Rückzugsmöglichkeit.

Als First Lady machte Bettina Wulff nicht immer eine überzeugende Figur, die Rolle schien ihr nicht auf den Leib geschrieben zu sein. Und als sich die Gerüchte über ihre  Vergangenheit im Rotlichtmilieu häuften, startete sie einen Gegenangriff und ging unter die Buchautorinnen. Ich habe das Buch nicht gelesen und kann mir kein Urteil darüber erlauben, aber über das Buch wurde viel geschrieben und die Neugier, es zu lesen, war bei mir erst gar nicht da.

Die Beziehung eines Paares, dessen wackelige Ämter das politische Leben wochenlang beherrschten und unter Beschuss standen, hat mich nicht im Mindesten interessiert.

Und nun stehen sie vor einem scheinbar  nicht zu kittenden Scherbenhaufen. Für Christian Wulff das Ende seiner zweiten Ehe, vom Schloss Bellevue über das Haus in Großburgwedel bleibt ihm zukünftig eine Mietwohnung in Hannover. Noch vor einem Jahr hätte er sicher auf Staatskosten ein anderes Domizil gefordert.

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Vorteilsnahme (manche Quellen betiteln ihn sogar als „Schnorrer“ ) sind noch nicht aus der Welt geschafft.

Zwei gescheiterte Ehen, eine ruinierte politische Karriere mit einem dementsprechenden Ruf,  und eine Mietwohnung, kann ein Mann tiefer fallen?  Als Katholik bliebe ihm noch der Rückzug in ein Kloster. Fast könnte man einen Funken Mitleid verspüren, oder?

Nein, ist meine klare Antwort. Das, was das Ehepaar Wulff zu Fall gebracht hat, ist eigenes Verschulden, ein getrübter Blick für Recht und Gerechtigkeit, ein Lebenswandel, der eindeutig die Grenzen  des guten Geschmacks gesprengt hat.

Viele Bürger unseres Landes kommen in Situationen, den Arbeitsplatz zu verlieren, Beziehungen scheitern und sie verlieren alles, was sie haben. Interessiert das jemanden? Nein, denn diese Menschen stehen in der Regel nicht in der Öffentlichkeit und ihr Schicksal wird nicht an die sprichwörtlich große Glocke gehängt. Und eines unterscheidet diese Menschen vom Ehepaar Wulff: bei aller Tragik und allem Leid, was sich hinter solchen Schicksalen verbirgt, kommt oft noch ein finanzieller Ruin hinzu, der diese Menschen ins völlige Abseits stellt.

Das dürfte dem Ehepaar Wulff nicht bevorstehen.

Leid tun mir lediglich die beiden Kinder, die ihren Stempel als Prominentenkinder weghaben und nun das Schicksal unzähliger Scheidungskinder teilen werden.

©G.B. 9.1.13

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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23 Antworten zu Wer hoch hinaus will…..

  1. kowkla123 schreibt:

    Ich stimme dir voll zu:
    Nein, ist meine klare Antwort. Das, was das Ehepaar Wulff zu Fall gebracht hat, ist eigenes Verschulden, ein getrübter Blick für Recht und Gerechtigkeit, ein Lebenswandel, der eindeutig die Grenzen des guten Geschmacks gesprengt hat.
    genauso ist es, nur die Kinder, ja, die tun mir leid, wunderschönen Mittwoch, KLaus

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  2. minibares schreibt:

    Ob nun Wolff oder Wulff, wir wissen, wen du meinst.
    Tja, genau, dieses Buch würde ich auch nicht kaufen wollen. Nicht einmal geschenkt…
    Sie wollten immer mehr, immer mehr. So geht es zum Glück eben doch nicht. Zumal sie noch nicht einmal die Geldmittel dazu hatten. Sie mussten sie sich ja leihen – um etliche Ecken herum, nur jaaaa günstig. Dass wir alle immer Zinsen für Darlehen zahlen müssen, war ihm wohl zu profan.
    Schließlich war er ja kein Normalo.
    Nun ist er einer. Ob er damit klar kommt?
    Ich fürchte: Nein.

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  3. Ein sehr gutes Statement, das ich unter jedem Buchstaben gegenzeichne!

    Was mich wirklich kirre macht ist die Tatsache, dass Madame zunächst behauptete, Glanz und Glorie ja ach so gaaar nicht zu wollen. Doch als das vorbei war und sie ihr angeblich gewünschtes Altweiberleben hätte haben können, war sie weg. Bereits bevor sie ganz weg war, konnte sie es sich aber nicht einmal verkneifen, auf ihrem bereits am Boden liegenden Exbegatter herumzuspringen. Das ist nicht einmal schlechter Stil; das ist gar keiner. Bis zu einem gewissen Punkt hatte sie mich sogar auf ihrer Seite. Mittlerweile finde ich sie noch um Längen unerträglicher, als den Ex-Pundesbräsi. Und der ist bei mir schon unterhalb der Teppichkante.

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  4. Frau Momo schreibt:

    Ehrlich gesagt interessiert mich diese ganze Privatkiste der beiden so überhaupt gar nicht. Sie finde ich samt ihrem Buch nur peinlich und er ist als Politiker für mich völlig indiskutabel. Und sie haben das mediale Echo ja selber gewollt, weshalb sich mein Mitleid jetzt in argen Grenzen hält, bzw. schlicht nicht vorhanden ist. Die Geister, die ich rief…..

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  5. Emily schreibt:

    Liebe Anna-Lena, für mich war es nur eine Frage der Zeit, wann dieses Thema wieder an die Öffentlichkeit gerät. Was da geschieht ist eine wahre Posse. Wer möchte schon derartig seziert werden? Nein, das ist kein guter Stil! Für mich sind allerdings beide durch, keine Frage!

    Ich hoffe, es geht dir trotz des Grau in Grau da draußen gut ♥

    Alles Liebe, die Emily

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  6. Himmelhoch schreibt:

    Mein Mitleid mit ihm hält sich ungeheuer in Grenzen, denn er wird nicht im Obdachlosenasyl landen, auch nicht richtig zur Verantwortung gezogen werden – und wenn du mich fragst, ist eine Mietwohnung in der Stadt vielleicht noch besser als ein „anrüchiges“ Haus auf dem Land. – In Hannover kann er viele nette Leute kennenlernen, u.a. auch die Freundschaft zu dem ebenfalls sehr schlitzohrigem ehemaligen Kanzler neu aufleben lassen.

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  7. die3kas schreibt:

    Hübsch geschrieben liebe Anna-Lena.

    Ich stimme dir voll zu,
    doch es gibt noch einen wunderbaren Spruch,
    der auch sehr gut passen würde:

    Hochmut kommt stets vor dem Fall !

    😉
    Leider fällt sie viel zu weich 😦

    Sei lieb gegrüsst ♥
    kkk

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  8. cosmea49 schreibt:

    Nein, tiefer geht nicht. Allerdings werden die Beiden sicher nie so tief fallen wie viele, die ihre Arbeit unverschuldet verloren haben, denn sie fallen ja in ein bequemes, weiches Finanzpolster, von dem der gebeutelte Steuerzahler nicht mal träumen darf.

    Ich denke mir, was man eigentlich für einen luxeriösen Lebensstil haben muss, dass man sich mit diesem hohen Einkommen in diesen jungen Jahren eine Wohnung mieten muss.

    Manchmal habe ich auch an die Ehefrau Nr. 1 gedacht!

    LG, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, die Ehefrau Nummer 1 erscheint wenigstens nicht in der Medienlandschaft. Sie kann froh sein, ihn los zu sein.Hat er aus der ersten Ehe nicht auch Kinder?

      Gute-Nacht-Grüße von mir zu dir ♥

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  9. Gudrun schreibt:

    Danke, liebe Anna-Lena, du sprichst mir aus der Seele.
    Es stimmt, manchmal passieren Dinge im Leben, die einem (fast) alles nehmen. Die meisten versuchen, aus eigener Kraft wieder aufzustehen. Sie fordern nichts, bemühen sich, gelten in der Leistungsgesellschaft meist als Versager.
    Warum tun mir die Wullfs nicht leid? Frau Wulff wird schon wieder einen Deppen finden, der ihr etwas bieten kann und Herr Wulff hätte wissen müssen, wie das manchmal ist: Geld weg – Liebe weg!
    Ich habe mir schon viele Bücher angetan, weil ich es ganz genau wissen wollte. Das werde ich nicht anfassen. Ich finde es gruslig. Bei A….zon kann man reinlesen. (in Rezensionen auch)
    Liebe Grüße von der Gudrun, die jetzt lesen wird, aber nicht jenseits des Protokolls. 😀

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  10. Ernst Blumenstein schreibt:

    Da war wahrscheinlich die ganze Beziehung auf Glamour und Geld aufgebaut und hinter den beiden Menschen war keine Bindung, also „nichts“. Wenn dann der Glamour plötzlich wegfällt, kann ja das „nichts“ gar nicht helfen. Zwei Kindern aber haben keine schöne Zeit. Mich erstaunt das Ende dieser Story nicht. Liebe Grüsse zu Dir. Ernst

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