Kinderlachen

Lieber tausend laut lachende Kinder
als eines, das leise weint!

© Tina M. Emig (1965-2014)

Kinder

Polizei sucht nach Hinweisen und Zeugen –
Toter Säugling in Neuköllner Babyklappe gefunden

In der Babyklappe des Krankenhauses Neukölln ist in der Nacht zum Donnerstag ein totes Baby gefunden worden. Das kleine Mädchen war unbekleidet und ist wohl nicht unter ärztlicher Aufsicht entbunden worden. Nun sucht die Polizei Hinweise auf ein Auto, das in der Nacht in der Nähe des Krankenhauses gesehen wurde. Das Baby wird obduziert.

Mitarbeiter des Krankenhauses Neukölln haben in der Nacht auf Donnerstag einen toten Säugling in der Babyklappe entdeckt. Sie versuchten sofort, das Baby zu reanimieren, waren jedoch erfolglos. Wie ein Polizeisprecher rbb online sagte, wird das kleine Mädchen nun obduziert. Wann das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, war am Donnerstagvormittag noch nicht bekannt.

Entbindung ohne ärztliche Aufsicht

Das Baby war nach Polizeiangaben nicht fachgerecht entbunden worden. Nach Angaben des Polizeisprechers bedeutet das, dass bei der Geburt wahrscheinlich kein Arzt dabei gewesen ist. Hinweise auf die Identität der Mutter gibt es noch nicht. Die Polizei bittet um Hinweise, zum Beispiel auf Frauen, die hochschwanger waren, aber jetzt kein Baby haben. Gesucht sind auch Hinweise auf Frauen, die seit gestern wegen Beschwerden in Behandlung waren, die auf eine nicht fachgerechte Geburt hindeuten könnten.

Auto in der Nähe des Krankenhauses gesehen

In der Nacht wurde ein nicht näher beschriebenes Auto in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses gesehen. Die Polizei bittet den oder die Fahrer des Wagens, sich zu melden. Sie erhofft sich dadurch, Näheres zum Verlauf der Nacht oder Hinweise auf die Kindesmutter zu erfahren. Eine Mordkommission ermittelt und bitte mögliche weitere Zeugen um Hinweise.

Es gibt in Berlin fünf Babyklappen in Krankenhäusern. Dort können Mütter in Notfällen anonym ein Baby abgeben. Damit sollen Verzweiflungstaten verhindert werden.

Quelle

Und wieder in Berlin:

Toter in Mülltonne entdeckt

Quelle

WAS IST EIN MENSCHENLEBEN EIGENTLICH NOCH WERT?

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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29 Antworten zu Kinderlachen

  1. Frau Tonari schreibt:

    Was geht in einer Frau vor, die ein Kind ohne fachkompetente Hilfe entbindet und es dann in einer solchen Babyklappe (tot) zurück lässt? Wie groß muss deren Not sein? Wie wenig Vertrauen muss frau haben, das Angebot einer anonymen Geburt anzunehmen?

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich kann dir diese Frage leider nicht beantworten. Dabei muss heute doch wirklich niemand mehr ungewollt schwanger werden. Da hatten es unsere Mütter und Großmütter viel schwerer, aber die haben immer auch einen „zusätzlichen Esser“ irgendwie satt und groß bekommen.

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  2. Arno von Rosen schreibt:

    Menschen werden heute fast nur noch in Produktivität und Nützlichkeit gemessen. Ist das nicht mehr gegeben erfährt man ganz schnell wie die kalte Seite der Gesellschaft aussieht. Dabei ist es dann völlig egal ob es um kranke Kinder geht oder um arbeitslose Menschen. Die Gesellschaft allgemein würde so nicht entscheiden, weiß aber nichts von solchen Prozessen, außer es gibt eigene Erfahrungen auf dem Gebiet. Dazu kommt, dass solche Gruppen nie eine Lobby haben die bis zu den politischen Entscheidern vordringen können, einfach, weil sie nichts von Interesse anbieten können.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Mit deinen so klaren Worten hast du vollkommen Recht, lieber Arno. So ist es und das kann man auch nicht beschönigen.
      Unsere Geburtenzahlen gehen zurück und die Arbeits“fähigkeit“ wird raufgesetzt.
      Ich habe mich lange innerlich dagegen gewehrt, im Sommer aufhören zu müssen (mein Altersteilzeitmodell ist so ausgelegt). Mittlerweile bin ich froh darüber. Es gibt so viele – auch pädagogische -andere Betätigungsfelder, ohne die Tretmühle Schule.

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  3. ernstblumenstein schreibt:

    Es ist einfach schrecklich, was Kindern, die das schwächste Glied in unserer Gesellschaft sind, angetan wird…

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  4. Träumerle Kerstin schreibt:

    Es ist erschütternd, wir haben es auch gehört. Ich kann diese Frauen nicht verstehen, man kann doch ein ungewolltes Kind auch zur Adoption freigeben. Wie verzweifelt muss diese Frau gewesen sein? Wie groß ihre Not? Keine Hilfe, keine Unterstützung, kein Rat.
    Viele Grüße von Kerstin.

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  5. lifetellsstories schreibt:

    Dein Post hat mich heute sehr traurig gemacht. Das arme Baby, vielleicht hätte es mit ärztlicher Hilfe überlebt, vielleicht auch nicht. Aber die Mutter muss in großer Not gewesen sein. Sie durchleidet bestimmt seelische Qualen und bestimmt hätte sie gewollt, dass ihr Baby lebt …
    Ich wünsche mir so sehr eine Welt, die durch lauter Kinderlachen geprägt ist und in der kein Kind mehr Leid erfahren muss.
    Astrid

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    • Anna-Lena schreibt:

      So ist aber das Leben, liebe Astrid, in das wir mit all seiner Brutalität und Gleichgültigkeit nach den ruhigen Tagen zurückkehren.
      Ich bin überzeugt, dass mehr Aufmerksamkeit untereinander, mehr Achten auf den Nachbarn, den Menschen in meiner Nähe vieles verhindern würde, was sich dann als solche Tragödien herausstellt, wenn alles zu spät ist.

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  6. minibares schreibt:

    O Gott!
    ein totes Baby.
    Wie kann man nur?
    Hoffentlich meldet sich der Autofahrer.

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  7. finbarsgift schreibt:

    Furchtbar ist das…

    Da muss man ja fast froh sein, dass es nicht irgendwo auf dem Müllplatz gelandet ist…

    Um die Menschheit ist es doch wohl ziemlich übel bestellt…

    Herzliche Wintersonnengrüße vom Lu

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  8. freiedenkerin schreibt:

    Heute wurden über dreißig ertrunkene Flüchtlinge an die türkische Küste gespült, darunter eine schwangere Frau und mehrere Kinder. Die Frage, was ein Menschenleben heute noch wert ist, ist mehr als berechtigt, liebe Anna-Lena.

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  9. bruni8wortbehagen schreibt:

    Verdammt, von diesen Fällen, die Du beschreibst, hatte ich nichts gelesen oder gehört.
    Es gelangte wohl durch all das Trübe nicht bis zu mir…

    Tja, was sind Menschen wert?
    Wert sind sie meist denen, die sie persönlich kennen, weil unsere Fantasie so begrenzt ist.
    Wenn zwischen sich persönlich kennenden Menschen nicht mal Ehrfurcht vor dem Leben besteht, dann fehlt hier die größte und beste Eigenschaft des Menschen, sein Mitgefühl, sein Gefühl für den Wert des Lebens an sich. Und hier kommt sofort mein allergrößtes Problem:
    Wieso kann das so sein?

    Wenn eine Frau schwanger ist, ohne ärztliche Hilfe entbinden muß und dann ihr Baby in der Klappe des Krankenhauses abgibt und nicht einfach am Wegrand liegenläßt, heißt es doch, sie tut in diesem Moment das einzige, was sie tun kann für das kleine Würmchen, sie gibt es in Obhut.
    Diese Kraft hatte sie noch….
    Ich will den Gedanken nicht weiterspielen, daß es auch anders sein könnte, daß sie gezwungen wird, dieses Kindchen ab zu*liefern* wie ein kleines Paket… oder es wird ihr abgenommen und sie sieht es nie mehr…Sie wird gar nicht gefragt…
    Fürchterliche Bilder entstehen in meinem Kopf und ich danke Dir sehr für TINAS Worte, denn sie treffen den Nagel auf den Kopf!

    Liebe Grüße von mir

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    • Anna-Lena schreibt:

      Vieles passiert einfach auch in Berlin und das steht nicht zwangsläufig in euren Zeitungen.
      Auch wenn man ungewollt schwanger ist, kein Kind haben will, weil man zu jung, unerfahren oder auch meineswegen egoistisch ist, so bleibt doch das Mindeste zu tun: Obhut, wie du es so schön formulierst.

      Und schwanger muss heute niemand mehr werden, wenn er nicht will, außer bei einer Vergewaltigung.

      Mich erschreckt immer mehr die Gleichgültigkeit und die Nicht-Achtung des Lebens.

      Liebe Grüße auch zu dir, liebe Bruni.

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  10. bruni8wortbehagen schreibt:

    Nein, keine Frau müßte schwanger werden, wenn sie es nicht will und doch gibt es so viele, die es werden und wollten es nicht…
    Ich wage kein Urteil zu fällen, aber ich weiß, wie schlimm es sein muß, mit einem ungewollten Kind
    schwanger zu sein und kann mir auch die Verzweiflung vorstellen, die eine Frau dann empfinden muß.
    Ich werde niemals den ersten Stein werfen, denn das wäre vermessen und überheblich.
    Ich habe Hochachtung vor einer jungen Frau, die es dann fertigbekommt, dieses ungewollte Kindchen behutsam in eine Babyklappe zu legen und zu hoffen, daß es in gute Hände kommt…

    Liebe Grüße an Dich von mir in der frühen Nacht an Dich, liebe Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

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