Jeder hat eine Leiche im Keller

Wenn ich manchmal in ihrer Nähe bin, juckt es mich, zu ihr zu fahren und Klartext mit ihr zu reden. Wenn er manchmal nach Hause kommt und von ihr erzählt, würde ich am liebsten zum Hörer greifen und ihr sagen, was für eine unmögliche Person sie ist.

Aber wozu? Mittlerweile habe ich den Punkt erreicht, dieses Thema auszusitzen. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem ich ihr meine Meinung sagen kann, ohne dass sie wieder den Hörer aufknallt. Nein, von Angesicht zu Angesicht werde ich es ihr sagen.

   Ich hasse sie  nicht, sie ist mir mittlerweile egal. Und wenn sie stirbt, weiß ich nicht, ob ich zu ihrer Beerdigung gehe. Ich bin ein Mensch, der harmoniebedürftig ist, aber nicht  um jeden Preis, nicht mehr.

   Menschen, die nur auf hohem Niveau jammern, nur sich sehen und nur von sich reden, andere ausnutzen, um sie danach wie einen Scheuerlappen in die Ecke zu schmeißen, mit denen habe ich nichts am Hut. Es gibt Menschen in dem Haus, in dem sie lebt, die sich von ihr benutzen und herumkommandieren  lassen.

   Dabei fand ich sie zuerst ganz nett, als ich sie kennen lernte  und war entsetzt, wie er manchmal von ihr sprach. Aber im Laufe der vielen Jahre habe ich sie von vielen Seiten kennengelernt und sie fällt in die Kategorie von Mensch, die ich nicht brauche und von denen ich mir nicht  auf meinen Nerven herumtrampeln lasse. Das weiß sie und deshalb ruft sie mich nicht an. Die Angst, mich am Apparat zu haben, geht so weit, dass sie ihn zu bestimmten Zeiten nur übers Handy anruft. Obwohl sie so geizig ist, hat sie dafür Geld. Und sie ruft sowieso nur an, wenn sie etwas benötigt und ihn zum Laufburschen einsetzt. Dann hat sie einen Anflug von Familiengefühl, aber auch nur dann.

Als wir heirateten, lebte sie noch in Niedersachsen. Obwohl sie die Bushaltestelle zum Omnibusbahnhof fast vor der Tür hatte, war es ihr mit einem gebrochenen Handgelenk angeblich  nicht möglich, zur Hochzeit ihres einzigen Kindes zu kommen. Zu seinem fünfzigsten Geburtstag lebte sie schon in Berlin, nicht sehr weit von uns. Auch dafür war ihr das Taxigeld zu teuer.

Manchmal hat sie mich um Rat gefragt. Wenn ihr mein Rat nicht passte, hat sie einfach den Hörer aufgelegt. Und als ich sie mal ganz ruhig fragte, ob ihre Gespräche sich auch um etwas anderes drehen könnten, als nur um sie selbst, ihre Gesundheit und ihr Geld, hörte ich auch sehr schnell nur das Knacken in der Leitung.

Als ihr angeheirateter Neffe vor ein paar Jahren starb und eine an Brustkrebs erkrankte Frau und ein schwerstbehindertes Kind zurückließ, hatte sie nicht einmal den Anstand zu kondolieren. Im letzten Jahr starb der andere Neffe innerhalb weniger Stunden an den Folgen eines Aortenaneurysma,  keine Reaktion. Auf beiden Beerdigungen waren wir froh, dass niemand nach ihr fragte und ersparte uns damit peinliche Antworten.

Vielleicht wir sie irgendwann einsam und verbittert sterben. Sie wird im Juli zweiundneunzig und ist für ihr Alter geistig noch völlig auf der Höhe. Das Laufen wird ihr  immer mehr zum Problem, aber das ist in dem Alter nicht verwunderlich. Sie redet vom Sterben und hängt am Leben. Sie jammert über ihren Gesundheitszustand und fühlt sich vom Leben betrogen. Sie hat vier Männer unter die Erde gebracht und im Nachhinein noch gut beerbt.

Scheinbar will sie da oben niemand haben.

***************

Ich bin eigentlich kein Mensch, der schlecht über andere redet, schon gar nicht, wenn sie noch leben. Aber da ich hier schon mal die eine oder andere Spitze losgelassen habe, fühlte ich mich mal doch in Erklärungsnot.

So manche von euch haben keine guten Beziehungen zu ihren Müttern oder Vätern und manches hört sich hart an, wenn man selbst nicht in dieser familiären Situation mit den eigenen Eltern stand oder steht.

Wenn die Chemie nicht stimmt, dann kann man sich auf den Kopf stellen, dann ist es eben so.

Deshalb mag ich den Spruch:

„Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht“

Schwiegermütter sind ein besonders Kapitel…..

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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48 Antworten zu Jeder hat eine Leiche im Keller

  1. Sie wird es irgendwann begreifen. Vielleicht ist es dann zu spät aber das ist selbst gemachtes Leid. Die Hauptsache ist, dass Du Dich / Ihr Euch davon nicht unnötig herunter ziehen lasst. Eine Frage der Prioritäten eben. Wie so oft.

    Mit einem gebrochenen Handgelenk konnte sie nicht mit dem Bus fahren? Hm.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Nein, herunter zieht uns das nicht, nicht mehr.
      Meine und ich bin sicher, auch deine Eltern, wären sogar mit zwei gebrochenen Beinen gekommen.

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      • Ich auch!

        Was beim Busfahren mit gebrochenem Handgelenk kuddelig werden kann, ist das Festhalten an den Haltestangen. Es ist ungefährlicher, einen Sitzplatz zu bekommen. Ich hatte ja monatelang das durchaus zweifelhafte Vergnügen. Aber mit Öffis zu fahren war nun sicher keines meiner ernst zu nehmenden Probleme.

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        • Anna-Lena schreibt:

          Das glaube ich dir gerne 🙂 .
          Ein Freund von uns, ein Taxifahrer, hätte sie auch für einen Freundschaftspreis geholt, aber auch das war ja unzumutbar. Wir hatten ja alle Hände voll zu tun, Vorbereitungen treffen usw und konnten letztendlich auch gut ohne sie heiraten :mrgreen: .

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  2. Ruthie schreibt:

    Oh, dann hast Du ja auch schon einiges an Ärger und Sorge und Traurigkeit hinter Dir. Das Leben könnte so schön und unbeschwert sein, oder?
    Es tut mir leid! Ich drück Dich mal…

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das ist lieb, liebe Ruth, aber ich leide nicht. Geärgert habe ich mich schon sehr oft, aber man kann einen Menschen nicht umkrempeln. Mein Mann kümmert sich zwar um sie, aber er hat ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihr.

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  3. regenbogenlichter schreibt:

    Mir würde es wohl wie dir gehen…
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. karlswortbilder schreibt:

    aber es gibt auch die andere Seite, Wenn Schwiegertöchter mit den Kindern die Straße wechseln damit die Kids den Opa nicht sehen … heute sind die Kids groß und sehr viel bei den Großeltern
    „Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, kurz und besch …“
    lg
    karl

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das glaube ich gern, lieber Karl. Familienkonstellationen sind vielfältig und nicht immer einfach. Oft fehlt auch der Mut, Klartext zu reden und unliebsame Dinge so aus der Welt zu schaffen.

      LG Anna-Lena

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  5. Doro schreibt:

    EIn so wahres Wort, Familie kann man sich nicht aussuchen. Ich bin froh, daß du es, so wie es sich hier liest, nicht so sehr an dich heranläßt. Es ist fast, bis auf ein paar Fakten, übrigens unsere Geschichte. Allerdings hat mein Mann 2005 einen endgültigen Schlussstrich gezogen und war danach wie ausgewechselt, losgelöst. 2008 ist sie gestorben, er ist noch mit zu Beerdigung gegangen, und hat auch versucht das Verhältnis zu seiner einzigen Schwester zu kitten, aber da sie der Klon ihrer Mutter ist, war das leider nicht mehr möglich 😦
    Liebe Anna-Lena, gut, daß wir wissen, daß wir, wenn wir einmal sterben nicht Gefahr laufen, sie wieder zu treffen, denn solche Biester landen definitiv in der Hölle und wir alle hier treffen uns irgendwann zu ner Riesenbloggerfete im Himmel 😉
    Das mit Eurer Hochzeit und dem 50 sten von deinem Schatz ist wirklich der Hammer, da fehlen einem fast die Worte. Wird dein Mann denn gut mit der Situaton fertig oder geht es ihm auch an die Substanz?
    Liebe Grüße
    Doro

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Doro,
      mein Mann hat sich ein dickes Fell angeschafft und hegt keinerlei Muttergefühle mehr für sie, dafür ist im Laufe seines Lebens zuviel passiert. Er hatte sogar mal fünfzehn Jahre gar keinen Kontakt zu ihr. Wie dein Mann wird er sich auch befreit fühlen, wenn sie mal nicht mehr ist.
      Ein Freund von uns hat ähnliche Erfahrungen gemacht, leider mit beiden Elternteilen. Die Mutter starb, als er 60 war und danach ist er richtig krank geworden. Es hat lange gedauert, bis er das Kapitel Eltern verarbeitet hatte. Aber heute fühlt er sich auch befreit und es geht ihm diesbezüglich gut.

      Ein Bloggerhimmelstreffen – ja, das hört sich gut an 🙂 .

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  6. Frau Momo schreibt:

    Bei mir ist es nicht die Schwiegermutter, aber mein eigener Vater. Ich habe ihn seit bald 20 Jahren nicht mehr gesehen, habe keine Ahnung, wie es ihm geht und inzwischen ist mir das auch egal. Aber es war ein langer Weg, der mich einiges gekostet hat. Dafür lebe ich heute in Frieden, er vermutlich nie.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich erinnere mich, dass du schon oft Andeutungen gemacht hast. Umso schöner, dass du deine Mutter noch hast und ein gutes Verhältnis zu ihr. Sie erscheint mir durch deine Berichte ein wahrer Kumpel und völlig unkonventionell zu sein.

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  7. Oh je, liebe Anna-Lena, das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich habe ein ähnliches Exemplar von Schwiegermutter. Ich bin nur froh, dass sie mittlerweile 550 km entfernt wohnt. Denn solch ichbezogene Jammerer brauche ich nicht in meiner näheren Umgebung. Und mein Schatz auch nicht.
    Liebe Grüße
    Iris

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich glaube, wir gründen eine Anti-Schwiegermuttergruppe, da hätten wir sicher reichlich Zulauf.
      Haltet euch die Entfernung und somit das Übel vom Leib :mrgreen: . Dein Schatz hat genug andere Sorgen.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  8. kowkla123 schreibt:

    Liebe Anna-Lena, ich hatte ähnliche Erfahrungen, mit 96 Jahren ist sie dann verstorben, sie zeigte sich nochmal, ihre beiden noch lebenden Kinder(eine ist meine Frau) erkrankten dann schwer, sie haben sich auf dem Friedhof von ihr los gesagt und es geht ihnen wieder gut, ich war nie abergläubisch, aber es war schon komisch,mache es gut, Klaus

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  9. andrea schreibt:

    Liebe ANNA-LENA…..davon kann ich auch ein LIEDchen trälllern…mit meiner FAMILIE die ich heute als meine Sippschaft nur noch bezeichne…ich denke das geht weitaus mehr über die SUBSTANZ hinaus….auch ich habe einiges hinter mir….eines steht jedoch fest…der MENSCH kann an ein NEUes LEBEN nicht mehr anknüpfen zuTIEF sitzt der SCHMERZ….des LEIDes….bei mir kommt so einiges zusammen nicht nur das mit meiner eigenen MUTTER und meiner SchwiegerMUTTER…dazu kommt das meine MUTTER und meine SchwiegerMUTTER meiner TOCHTER heute zum GEBURT(s)TAG nichts geschickt haben und auch nicht angerufen haben,das ist sehr traurig,das meiner TOCHTER ziemlich so auf die SUBSTANZ geht,sodaß meine TOCHTER nichts mehr essen will und kann…ich werde dir eine EMAIL schreiben….wie es mir ergangen ist…das hier würde denn RAHMEN sprengen…sag mir mal bitte deine EMAILadresse….ich drück dich lieb…..und fühle mit dir…einen schönen Donner-s-TAG wünscht dir ANDREA:))
    Schwiegermütter sind ein besonders Kapitel…..schreibst du ist wohl wahr…als mein SchwiegerVATER noch lebte machte diese die Anstalten mit mir net so und mit meiner TOCHTER…..alles weitere in der EMAIL

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Andrea,

      du hast ja schon einiges über deine Familie hier und da geschrieben, das war vielleicht der Knackpunkt, dass ich mir auch mal Luft machen musste.
      Ich denke schon, dass man die Verletzungen ein Stück weit behandeln kann und auch zulassen muss, damit die Seele keinen dauerhaften Schaden nimmt. Du bist für dich verantwortlich und musst gut für dich sorgen.
      Hast du mal an eine Therapie gedacht?
      Deiner Tochter möchte ich wenigstens unbekannterweise gratulieren, wenn schon die Familie nicht daran denkt.

      Macht euch einen schönen Abend – trotzdem oder gerade deswegen.

      LG und alles Liebe,
      Anna-Lena

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  10. Follygirl schreibt:

    Oh ja… meine ist schon eine Etage tiefer gelegt worden… 🙂
    LG, Petra

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  11. freiedenkerin schreibt:

    Das kommt mir sehr bekannt vor, das könnte meine „Mutter“ sein… Es ging mir noch nie so gut in meinem Leben – trotz aller Widrigkeiten – wie in den vergangenen vier Jahren, also seitdem ich jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen habe… Und ich weiß ganz genau, daß ich auf der Beerdigung dieser Frau nicht anwesend sein werde… Aber vermutlich wird sie meinen Bruder und mich überleben – Gift ist ein sehr probates Konservierungsmittel…

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    • Anna-Lena schreibt:

      Die Befürchtung mit dem Überleben hat mein Mann auch schon geäußert – Gott bewahre 😯 !!
      Ich wünsche dir, dass du deinen Seelenfrieden weiterhin stabilisieren kannst.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  12. bruni8wortbehagen schreibt:

    klipp und klar sind Deine Worte und ich kann Dich gut verstehen. Da hilft nur Abstand halten, sich abgrenzen, genau so, wie Du es machst.
    Wäre sie meine Mutter, würde ich es wahrscheinlich so machen, wie Dein Mann,
    Distanz wahren und aus Pflichtgefühl helfen, wenn ich sehe, es muß sein.

    Sie ist also ein echter Drachen, liebe Anna-Lena *lächel*. Gegen Drachen zu kämpfen ist schwierig. Der schuppige Panzer ist dick und kaum zu druchdringen. Schon beim Versuch tust Du Dir weh, also einfach Abstand halten, damit Du Dich nicht verbrennst, wenn sie Feuer spuckt… 🙂

    Liebe Grüße von Bruni

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  13. Franka schreibt:

    Wie ich so lese, verfolgst du eine klare Linie und dein Mann kommt wohl auch damit klar. Ich denke, man muss manchmal einen Schlussstrich ziehen und sagen: Jetzt reicht’s. Das Recht hat man! Und mal was Positives: wie schön, dass es ’nur‘ deine Schwiegermutter ist und nicht deine Mutter.
    LG, Franka

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  14. suebilderblog schreibt:

    Da beneide ich Dich wirklich nicht. Ich selbst musste das zum Glück nicht erleben, hatte immer ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und habe meine Schwiegermutter nur kurz gekannt. Aber in meinem Freundeskreis kenne ich ähnliche Fälle und kann das in etwas nachvollziehen, was Du so erzählst. Menschen, die sich nur um die eigene Achse drehen, die sich wohlmöglich Krankheiten einbilden und die eigenen Kinder gegeneinander aufbringen sind mir ein Greuel und ich kann sehr gut verstehen, dass Du da auf Abstand gehst. Der Spruch…… der ist wirklich gut. Manchmal muss man einfach mal an sich selber denken, damit man nicht auf der Strecke bleibt.
    LG Susanne

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  15. werner schreibt:

    „Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht“
    Guter Spruch Anna-Lena ❗

    Ich such deshalb bei einigen meiner Verwandten wenn’s irgendwie geht immer das Weite 😎
    Gruß zum Wochenende
    Werner

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    • Anna-Lena schreibt:

      „Ich such deshalb bei einigen meiner Verwandten wenn’s irgendwie geht immer das Weite 😎 “
      Bei diesem Satz fällt mir die Erkenntnis wie Schuppen aus den Haaren: Nun weiß ich endlich, warum du so viel wanderst, du hast eine große Verwandtschaft :mrgreen:

      Einen lieben Gruß,
      Anna-Lena

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  16. Gudrun schreibt:

    Manche Leute kann man nicht ändern. Sie sind so, bleiben so und hören nicht zu, wenn man ihnen etwas zu sagen hat. Sich selbst kann man ändern, nämlich einfach alles so hinnehmen wie es ist und sein eigenes Ding machen. Ich glaube, dann lebt man ruhiger.
    Meine Eltern sind sehr zeitig gestorben. Ich hab das immer sehr bedauert. Aber solche Verwandte sind auch nicht das Wahre.

    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, das ist wahr, liebe Gudrun, andere kann man nicht ändern und da muss einem das eigene Hemd näher als die Hose sein.

      Ich wünsche dir ein schönes und ausgeglichenes Wochenende.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  17. OceanPhoenix schreibt:

    Liebe Anna-Lena,

    au wei … das ist wirklich harter Tobak. Aber weißt du was? ich weiß von zwei sehr ähnlichen Erfahrungen ganz genau, was du meinst und was das bedeutet .. Manche Menschen sind einfach unglaublich bzw. unerträglich. Und ich seh das genauso – egal wie nahe verwandt .. wenn ein Mensch SO drauf ist, hilft nur Distanz – aus Selbstschutz. In dem einen Fall habe ich es zumindest geschafft, real Abstand zu halten – seit Jahren kein direkter Kontakt mehr, aber was geschehen ist, kann ich nicht vergessen, und was ich jetzt manchmal höre aus Erzählungen, zeigt mir, da hat sich nicht viel verändert .. an dem anderen „arbeiten“ wir momentan noch .. 😉 (Und leider gelingt es mir nicht immer, auch innerlich davon Abstand zu nehmen, daher sind mir die Zeiten von Funkstille auch am liebsten)

    Schon interessant, dass gerade solche Menschen oft uralt werden, gell?

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende,
    liebe Grüße an dich,
    Ocean

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Ocean,

      danke auch für deine persönlichen Erfahrungen.Dieser Selbstschutz ist ganz wichtig, um sich nicht selbst zu belasten und um selbst nicht daran zu erkranken. Sicher gibt es immer wieder gefühlsmäßige Achterbahnen, aber das ist immer noch besser, als ein Dauerstress, den wir oft ohnehin haben.

      Ich wünsche dir, mit deinen Belastungen fertig zu werden und dir deine Lebensfreude zu erhalten.

      Auch für euch ein schönes und hoffentlich warmes Wochenende.

      LG Anna-Lena

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  18. chinomso schreibt:

    So wie du scheinbar unwichtige Sachverhalte so schön in Worte fassen kannst, dass sie Glanz bekommen, kannst du auch Bilder von Menschen zeichnen, die beinahe nicht bewertend rüber kommen. Das bewundere ich und möchte ich auch können. (ich arbeite dran)

    Jeder andere hätten diese Frau so beschrieben, dass sie als alte verbitterte Gewitterhexe rüber gekommen wäre. Du nicht. Du schreibst Fakten auf und berichtest beinahe emotionslos, und auf jeden Fall nicht verbittert, über ihr ungutes Verhalten. Aber es schwingt doch Verständnis und Mitleid mit. So zwischen den Zeilen. Du verurteilst sie nicht. Denn sie kann offensichtlich nicht aus ihrer Haut. Und darum ist sie ne arme Seele. Das ist mein Fazit.

    Was man nicht vergessen darf – sie ist die Mutter deines Mannes. Und da tut er mir mehr Leid als sie.

    Ich wünsche der Frau, dass sie in diesem Leben noch ein bisschen was dazu lernt und sich ändert. Dann würde man sie auch endlich im Himmel aufnehmen wollen und am Ende sogar mögen. Viel Zeit hat sie vermutlich nicht mehr. Ich würde ihr gerne sagen, dass sie die gut nutzen soll. Aber ich bin ja eine Fremde und im Vergleich zu ihr ein Greenhorn. Und so halte ich mich da besser raus.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe chinomso,

      dein Lob freut mich ganz besonders. Mir selber ist es nicht bewusst, dass mein Stil so rüberkommt. Menschen sind nicht nur schlecht und böse, vielleicht werden sie als Folge ihrer Lebensgeschichte so. Und deshalb bemühe ich mich immer – wenn auch unbewusst – um diese Sicht von allen Seiten.

      Mein Mann könnte ein Buch über seine Mutter schreiben und ich wundere mich, dass er keine bleibenden Schäden erlitten hat. Er hat sich seinem Vater immer sehr nahe gefühlt, der aber schon früh verstorben ist. Der war ihm Richtschnur, Vorbild und charakterlich hat er mehr von ihm als von seiner Mutter.
      Ob sie noch dazu lernt, wage ich zu bezeweifeln.

      Sie tut mir in gewisser Weise auch leid, aber gefühlsmäßig bin ich an einem Punkt angelangt, dass sie mir eher gleichgültig ist. Ich weiß nicht, wieviel Zeit sie noch hat, aber ein Standardspruch von ihr war immer: „Ich kann 98 werden, dann ist mein Geld alle.“ Im Juli wird sie – so Gott will – 92 :mrgreen: .

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  19. Corinna schreibt:

    Das tut mir sehr leid. Eigentlich wäre es schön, mit der Schwiegereltern seine Familie erweitern zu können, aber eine solche Person macht das natürlich unmöglich. Ich denke, Du musst Dir keine Vorwürfe machen, denn Du hast versucht mit ihr klarzukommen. Doch Du kannst sie nicht ändern und sicherlich hast Du jede Menge andere Personen in Deinem Leben, die eine solche Erfahrung allemal aufwiegen. Frei nach: Wer nicht will, der hat… 😉

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Corinna,
      willkommen im Lesestübchen 🙂 .

      Es muss dir nicht leid tun, denn ich ziehe wahre Freunde allemal vor und davon haben wir zum Glück mehrere 🙂 .
      Dir einen schönen Restsonntag und liebe Grüße
      Anna-Lena

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  20. Ich wollte hier schon mal drunter schreiben, dass ich auch so ein Schwiegerdinges habe. Ich denke, sie lebt noch…
    Aber dann hatte ich wieder gelöscht. 😀 Nun, Zack: da steht’s. 🙂

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  21. Dori schreibt:

    Schluck – liebe Anna-Lena. Ja – das kommt mir sehr bekannt vor. Für mich hatte sich dieses Thema alledings mit meiner Scheidung erledigt.
    Liebe Grüße nach Berlin aus Neuss von Dori

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  22. Träumerle Kerstin schreibt:

    Upps – das ist aber hart. Bei den ersten Zeilen dachte ich noch an eine lustig endende Geschichte. Aber oh weh, die Schwiegermutter wieder mal. Hihi – warum haben Frauen immer böse Schwiegermütter? Ich kann ein Lied davon singen :mrgreen: Und heut bin ich stark und kann sagen: vor 15 Jahren landete ich nach einer „Maßnahme“ meiner Schwiegereltern im Krankenhaus mit einem Kreislaufzusammenbruch. Danach waren die Fronten verhärtet und ich schwor mir, keine Schwiegereltern mehr zu haben. Doch die Zeit heilt Wunden und wenn Kinder/Enkel da sind, dann muss es weiter gehen. Zumal wir nur 4 km auseinander wohnen.
    Heut akzeptiert jeder jeden, doch die große Liebe herrscht nicht zwischen uns. Sie könnten mich mit Juwelen und einer Million Euro überschütten, ich kann sie nicht mehr in mein Herz schließen. Es herrscht Waffenstillstand, wir arrangieren uns. Selbst wenn es ihnen schlecht geht (und mein Schwiegervater hatte vor ca. 4 Wochen einen Schlaganfall), so kann ich kein aufrichtiges Mitgefühl empfinden. Eigentlich ist das schlimm, doch mein Mann steht hinter mir und das tut gut. Er selbst kommt mit ihnen nicht gut klar, aber er ist das einzige Kind.
    Liebe Grüße von Kerstin – hui, hier wittert es grad mächtig!

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  23. Oskar Unke schreibt:

    „Jeder hat eine Leiche im Keller“
    Nö, nö! Ich nicht. Habe extra schnell mal im Keller nachgeschaut, da liegt koine Laich. Nur eine einsame Kröte sah ich und meine Schwiegermutter war nicht zu finden 😉

    „Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht“

    Schwiegermütter sind ein besonders Kapitel…..

    Dies stimmt allerdings hundertprozentig. Mehr sage ich nicht dazu, sonst steigt mein Blutdruck ungünstigerweise zur Nacht 😦
    VG
    Oskar 🙂

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