In diesen Tagen … (7)

Corona ist eine Chance!

Nein, die Wahrheit ist
dass Corona nur den Tod bringt
dass es uns zerstört
dass Corona uns alles nimmt.
Ich glaube nicht
dass Corona unsere Rettung ist
dass es uns erweckt
uns entschleunigt
dass Corona durch Distanz zeigt, wie wertvoll Nähe ist
Es ist doch so
dass Corona uns voneinander entfernt
uns in den sozialen Abgrund stürzt
uns vernichtet
dass Corona uns einsam macht

Ich weigere mich zu akzeptieren
dass Corona uns zeigt, worauf es im Leben ankommt
dass wir menschlicher werden
zusammenhalten
aneinander denken
dass wir nachdenken
Es ist doch offensichtlich
dass Corona die neue Pest ist
dass wir alle sterben werden
dass dies unser Ende ist
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Corona bringt uns zusammen!

Und nun lies den Text von unten nach oben!
Birgit Rutenberg – nach einer Idee von Iris Macke

Quelle

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In diesen Tagen … (6)

Am vergangenen Sonntag haben wir den Muttertag gefeiert. Fast alle von uns Frauen hier sind Mütter und manche haben in den letzten Wochen sicherlich die schmerzliche Erfahrung gemacht, die eigenen Kinder oder die noch lebenden Mütter nicht persönlich sehen, geschweige in den Arm nehmen und ans Herzdrücken zu können.

Hunger und Durst nach Gemeinschaft und Miteinander sind groß, wie auch der Spagat zwischen Nähe und Distanz. Liebgewordenes wird von Unsicherheit begleitet.

Doch bei aller Sehnsucht und brennendem Herzen tut es gut, gerade jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren. So verständlich der Wunsch nach Normalität auch ist, so unverständlich sind für mich Menschen, die Verschwörungstheorien verbreiten, bei Demos, die Maskenpflicht ignorierend, sog. Grundrechte einfordern und sich mit Ignoranz, Dummschwätzerei und Rücksichtslosigkeit, alles besser wissend, in die Reihen derer einreihen, die nicht begreifen wollen, was da gerade um die Welt zieht: nicht ein Virus, den man mit Medikamenten oder einem Impfstoff mal schnell wieder los wird wie einen lästigen Schnupfen, sondern ein Etwas, das uns aktuell im Griff hat, weltumspannend und unberechenbar.

Wie wäre es, mal wieder den Blick über den deutschen und europäischen Tellerrand zu wagen? Vielleicht rückt das so manche Sichtweise wieder gerade …

© G. Bessen 5/2020

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In diesen Tagen … (5)

Schule fällt aus, doch nicht für immer,
wir geh’n ins ‚Grüne Klassenzimmer’.
In herrlicher Luft
mit Maiglöckchenduft,
besser als das Smartphone-Geflimmer.

Ein Englischlehrer aus Leimen
beschloss: „Unterricht gibt’s keinen!
Geht einfach nach Haus
und ruht euch gut aus.
Euer Können ist doch zum Weinen.

Zwei Mundschutzmasken in Rheine
hingen vereint auf der Leine
Doch dann kam der Wind,
das himmlische Kind,
und die Masken bekamen Beine …

© Texte und Fotos G. Bessen 5/2020

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In diesen Tagen … (4)

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In diesen Tagen … (3)

‚You are welcome‘

Türen ziehen mich seit jeher an und ich wüsste oft gern mehr über sie und die Häuser oder Anlagen, in die sie sich einfügen. Meist senden sie zwei gegensätzliche Impulse aus: GEÖFFNET oder GESCHLOSSEN.

Türen markieren einen Ein- oder Ausgang. Sie schützen einen Raum, indem sie den Zutritt erlauben oder vielleicht auch verwehren.

Was aber verbirgt sich hinter Türen? So mancher sucht Schutz und verbarrikadiert sich hinter einer Tür, weil das Leben ihm kein guter Lehrmeister war oder ihn ein anderer verletzt und misstrauisch gemacht hat. Wer sich aus einer solchen Erfahrung zurückzieht, mutet dem, der von der anderen Seite immer wieder anklopft, viel zu. Mit der Tür ins Haus fallen zu wollen, wäre ein schlechter Ratgeber. Um Einlass zu bitten kostet Kraft, doch wenn das Schloss einer Herzenstür erst einmal geknackt ist, können wieder Licht und Wärme einfallen und den dahinter liegenden Raum strahlend hell und warm machen.

Corona hat uns so manche Lebenstür von jetzt auf gleich zugeschlagen. Und seit Wochen sitzen wir dahinter, abwartend, manche furchtsam und ängstlich, nicht bereit, die Paniktür auch nur einen Spalt zu öffnen.

Viele in unserer Gesellschaft sind eingesperrt, müssen sich von Familie und Freunden fernhalten, vereinsamen und möchten die Sicherheitstüren, die zu ihrem eigenen Schutz dienen, einreißen. Auch das ist ein Zustand, der längerfristig schwer auszuhalten ist.

Doch vorsichtig öffnet sich die eine oder andere Tür. Wir tasten uns heran, achtsam und prüfend, wie weit wir die Tür öffnen können, ohne uns in Gefahr zu bringen.

Es ist wie mit dem Licht. Wenn wir lange im Dunklen waren, können wir kein gleißendes Sonnenlicht ertragen, sondern müssen unseren Augen Zeit geben, sich der Helligkeit anzupassen.

Zugesperrte Türen lassen sich nicht mit Gewalt aufreißen, die nötige Geduld für einen passenden Schlüssel muss man schon mitbringen, wenn man die Tür nicht dauerhaft beschädigen will. Nicht jeder Schaden ist reparabel.

Oft kommt das Glück durch eine Tür herein,
von der man gar nicht wusste,
dass man sie offen gelassen hatte.
John Barrymore

Die Tür zum Herzen eines Menschen
kann nur von innen geöffnet werden
Aus Spanien

Das schönste Haus ist das,
welches jedermann offen steht.
Aus Arabien

©G. Bessen 5/2020

 

 

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Wonnemonat Mai

Wonnemonat Mai

Ein Wonnemonat,
warm die Luft,
mit süßlich schwerem Blütenduft.

Frühlingsberauscht,
fliederbetört,
Stille, die niemand stört.

Maiglöckchen klingeln,
Baumwipfel schwingen,
Wind singt sein Lied.

Sternenbewacht
in klarer Nacht
bis ein neuer Tag erwacht.

© G. Bessen

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In diesen Tagen …(2)

Verhaltenes Kinderlachen
Gedämpfte Motorengeräusche
Ernste Gesichter

Sonnenstrahlen kitzeln die Nasenspitze
Hummeln sind im Bestäubungsflug
Die Natur lechzt nach Regen

Ein Wochentag im April
Mitten im Rapsfeld
Am Stadtrand von Berlin

Stille in der Geschäftigkeit
Leere mitten am Tag
Ein Sonntag für die Natur

© Text und Fotos: G. Bessen 4/2020

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In diesen Tagen … (1)

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Mena Kost, Annette Boutellier: Ausleben – Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

Mein heutiger Lesetipp:

Ausleben
Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

In Zeiten, in denen das Coronavirus die Welt beherrscht, ist der Tod allgegenwärtig. Tag für Tag werden wir mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass viele Menschen derzeit ohne Abschied und den Beistand ihrer Lieben sterben müssen und dass selbst eine Beerdigung nur im engsten familiären Rahmen stattfinden kann.

Und doch kann ein Buch wie ‚AUSLEBEN – Gedanken an den Tod verschiebt man gern auf später’ auch in diesen Zeiten den Schrecken des Todes wieder ein wenig relativieren.

„Gegen die Angst vor dem Tod
hilft nur eins: darüber reden“ (S. 6)

Geburt und Tod im eigenen Lebensrhythmus sind uns nicht fremd und gehören zu unserem Leben. Der beginnende Frühling, das neue Werden der Natur, faszinieren uns immer wieder. Und doch scheuen wir uns, das Tabu des eigenen Todes zu brechen.

Das Buch AUSLEBEN portraitiert 15 Frauen und Männer zwischen 83 und 111 Jahren in Text und Bild. Diese so unterschiedlichen Menschen berichten aus ihrem Leben, geben einen Einblick in ihre Biografie, erzählen von ihren Lebenspartnern und Familien und sprechen über ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste, was ihren eigenen Tod betrifft.

Ihre Offenheit, ihre Gedanken, den Tod als Wunsch und Akzeptanz eines langen erfüllten Lebens zu betrachten, macht diese Menschen so sympathisch und bringt sie dem Leser in einer Form nahe, dass der Tod ein Stück seines Schreckens verliert.

Zu jedem Portrait in Textform findet der Leser farbenfrohe Fotos der einzelnen Menschen in ihren verschiedenen Lebenssituationen.

Mir gefällt dieses Buch sehr und ich bin froh, dass ich es gerade in diesen, für uns alle so schwierigen Zeiten und auch in der Zeit vor dem Osterfest lesen durfte. Es hat etwas Beruhigendes an sich, was auch durch den symbolhaften Titel AUSLEBEN zum Ausdruck kommt.

Auch nach Corona werden Menschen sterben, ebenso wie Menschen geboren werden.
„Die einen gehen voraus, die anderen kommen hinterher.“ (Vorwort von Mena Kost, S. 9)

AUSLEBEN erschien im März 2020 im Merian Verlag und kostet 28 €.
Es ist eine gebundene Ausgabe mit 196 Seiten und 55 farbigen Abbildungen.
ISBN 978-3-85616-914-5

©G. Bessen 4/2020

Bildquelle

 

 

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Mal was anderes

Wer nähen kann und eine Nähmaschine besitzt, dazu noch Stoff und Zeit hat, kann so kreativ werden. Eine tolle Idee, die ich gerne weiterleiten möchte.
Danke, liebe Annuschka!

Annuschkas Northern Star

Schon recht frühzeitig hatte ich mir überlegt, das Nähzimmer unsicher zu machen, sobald ich wieder längere Zeit sitzen, aber noch keine größeren Gartenarbeiten machen kann.

Dass ich aber statt eines schönen Bettüberwurfes oder einer Tischdecke mit Gesichtsmasken in Serie gehen würde, das hätte ich vor einigen Tagen nicht erwartet.

Aber beim Hausarzt ist das zurzeit begehrte Ware, also erweitere ich nähtechnisch meinen Horizont. Dank netter Spenden an Herrenhemden, Betttüchern, Gummilitze und Hutgummi kein Problem.

Heute Abend muss ich allerdings erstmal die Nähmaschine entfusseln und morgen früh dann wieder einige Meter Schrägband zuschneiden.

Und dann kann es weitergehen. Die Nähanleitung ist übrigens von Sabine:

https://sewsimple.de/anleitung-mundschutz-naehen-mit-schnittmuster/

Edit: Bei den selbst genähten Gesichtsmasken handelt es sich nicht um Medizinprodukte! Sie bieten natürlich keinerlei Schutz gegenüber Viren oder Bakterien. Sie sind dafür da, dass man beim Husten oder Niesen eine Art „Bremse“ für die Ausbreitung seiner eigenen Tröpfchen vor dem Gesicht hat, also…

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