Limericks zum Herbst

Ein Pilz stand alleine im Wald
und fror, denn die Nacht war recht kalt.
Er sorgte sich sehr
und schaute umher,
denn nichts gab ihm wärmenden Halt.

Ein Kürbispaar im Kohlenpott
das wuchs und gedieh, richtig flott.
Sie wurden geklaut
der Dieb war nicht laut.
Nun sind sie im Glas, als Kompott.

© Text und Fotos: G. Bessen

 

 

 

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In diesen Tagen … (18)

Weg

Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und niemand ginge,
um einmal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge.

©Kurt Marti

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In diesen Tagen … (17)

Die Maske über Mund und Nase,
ein Blick aus ausdruckslosen Augen.
Sorgen vor dem Morgen
von der Scheitelspitze
bis zur Kniekehle.

Kürzere Tage,
in Dunkel gehüllt,
in Nebel getaucht,
von Stille durchdrungen.

Dem Winter entgegen,
in einen Morgen,
der uns in seiner Weite
verstummen lässt.

Was wird werden?
Was wird bleiben?

© G. Bessen
Foto: pixabay

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Mutmacher

Es wird sein


Eines Tages, wenn wir weiser geworden sind und uns wieder umarmen dürfen,wenn die Uhren wieder normaler gehen und uns die Entschleunigung bleibt,
wenn wir viel Zeit hatten uns wiederzufinden,
es mit uns selber auszuhalten und den anderen neu zu entdecken,
Mitmenschlichkeit neu zu buchstabieren,Wichtiges von Überflüssigem unterscheiden zu lernen,wenn unsere Ängste wieder kleiner werden und die Hoffnung größer und wir wieder wissen, wie grünes Gras und blauer Himmel aussehen und diese Erde liebend schützen möchten,wenn wir ein neues Miteinander gelernt haben und Nähe neu definieren können,wenn Positives aus unerwarteten Richtungen kommt,
wenn wir dran bleiben füreinander und miteinander und unsere Herzen anrühren lassen,weil das Virus nicht das Brennen löschen kann, das in unseren Herzen flammt,eines Tages, wenn wir all dies durchlebt haben,
manche irdische Tode gestorben sind,dann öffnen sich neue Türen und laden uns zum liebenden Leben ein.

Eines Tages bald.

© maria Sassin

Foto: G. Bessen

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Frosch im Entschleunigungsmodus

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Ein ungleiches Paar

Ein ungleiches Paar

Der Waldmeister war unglücklich. Das war nur allzu verständlich, denn er fristete sein Schattendasein unbeachtet. Selbst seine feinen duftenden Blüten wurden von niemandem gewürdigt.
So schloss er abends seine kleinen Blütenkelche und schlief mit feuchten Augen ein.

Er erwachte und blinzelte verschlafen in die aufgehende Sonne. Ihm war, als hätte ihn jemand gerufen. Ratlos schaute er sich um. Mit einem tiefen Seufzer verfiel er wieder in seine Waldmeisterdepression und überlegte, wie er den Tag verbringen könnte.

„Hallo Waldmeister, hast du Bohnen in den Ohren?“
Erneut blickte sich der kleine Waldmeister um.
„Hier bin ich, hier oben!“

Er reckte seine weißen Blütenköpfchen in alle Richtungen und staunte. Die Blüte der Sonnenblume hatte sich ein wenig geöffnet und hielt ihr leuchtendes Gesicht der Sonne entgegen.

 „Bist du aber schön!“, entfuhr es ihm.
„Und du machst ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter“, entgegnete die Sonnenblumenblüte mit einem leisen Vorwurf in der Stimme.

„Du hast gut reden. Du bist so schön und du hast einen wunderbaren Ausblick. Ich hier unten sehe so gut wie gar nichts. Ich bin zu klein und mich beachtet niemand.“ Seine Stimme wurde brüchig, er kämpfte mit den Tränen.

„Du bist auch schön, lieber Waldmeister und du duftest so intensiv. Wenn ich größer werde, muss ich aufpassen, dass mir niemand die Augen zerhackt. Hast du eine Ahnung, wie weh das tut?“

Darüber hatte sich der Waldmeister noch keine Gedanken gemacht.
„Was hast du gemacht, damit du so groß wirst, liebe Sonnenblume?“
„Darf ich dir einen Tipp geben, lieber Waldmeister? Davon wirst du vielleicht nicht größer, aber zufriedener: ICH BETE DIE SONNE AN.“
Der kleine Waldmeister blinzelte in die Morgensonne und lächelte.

© Text und Fotos: G. Bessen

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In diesen Tagen … (16)

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In diesen Tagen … (15)

Vielfalt der Masken,
als neuer Modetrend.
Einfarbig und bunt,
mit Punkten und Streifen.

Verhüllte Gesichter,
der Wunsch nach Schutz,
die Bereitschaft
zur Verantwortung.

Nur maskenlos
die Klarheit des
genauen Hinsehens
und der Wunsch
nach Kennenlernen,
nach Austausch,
nach Berührung.

Wann ist das Leben wieder
ohne Maskerade möglich?

© Text und Foto: G. Bessen

 

ONLINE

Ich schaue Gottesdienste online
sehe Live-Streams dann und wann
höre Podcasts hin und wieder
lausche Predigten und hoffnungsvollen Worten
Trost gibt es online und noch viel mehr

Aber, hey Gott,
wann kann ich endlich
wieder offline gehen?
Berührungen, Umarmungen, Trost, Begegnungen …live spüren,
fühlen, genießen, hören, sehen …?

Ach, Gott,
diese Frage muss sein: wann?
OFFLINE!?

© Theresia Bongarth

Quelle

 

 

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In diesen Tagen … (14)

Das kleine Coronavirus hatte lange allen einen großen Strich durch die Urlaubsplanung gemacht.

Doch nun öffnen sich die Grenzen, die Koffer werden gepackt und dann nichts wie hinaus in die weite Welt.

Sommerzeit
Urlaubszeit
Reisezeit
und der Wunsch nach
LOCKERHEIT

Nach dem langen LOCKDOWN
ist es natürlich VERLOCKEND,
wieder LOCKER ZU LASSEN.

MACH DICH LOCKER,
doch verfalle nicht
in unüberlegte
LOCKERUNGSÜBUNGEN!

© G. Bessen

 

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In diesen Tagen … (13)

K   ERKER
N   OT
O   HNMACHT
T   RÄNEN
E   NGE
N   ÄGEL

Verknotete Pläne
Vernagelte Blicke
Gefühle von Enge
Tränen der Enttäuschung

Ohne Macht
Ausgeliefert

© G. Bessen

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