Lieber Herr Mai,

wie lange haben wir dich herbeigesehnt nach einem viel zu kalten und launischen April, der in ohnehin schwierigen Pandemiezeiten eine breite Spur der Enttäuschung hinterlassen hat. Ich habe die wärmenden Sonnenstrahlen und den lauen Frühlingswind mit abendlichen Treffen bei einem kleinen Outdoor-Feuer unter Freunden arg vermisst. Stattdessen habe ich die dicken Wollsocken und Winterpullover wieder hervorgekramt und abends im erlaubten gesellschaftlichen Rahmen in der geheizten Stube gesessen.

Was ist los?

Frühling – Frühlingsgefühle – Schmetterlinge im Bauch – die Zeit der Verliebten, können wir uns darauf im gerade beginnenden Monat Mai noch freuen oder war das auch einmal?

Ich habe einen Kurantrag für den Bruder April gestellt. Scheinbar hat er sich in den letzten Jahren so verausgabt, dass er völlig ausgebrannt ist und sein Programm nur noch auf Sparflamme kochen konnte. So etwas nennt man bei den Menschen Burn-out. Auch ein Herr April sollte mal in eine Rehaklinik gehen und sich wieder richtig aufpäppeln lassen, damit er in den kommenden Jahren seine Aufgaben wieder zur vollen Zufriedenheit aller ausfüllen kann.

Wenn er seine mangelhaften Leistungen dir, dem Herrn Mai, noch übertragen sollte, lehne dieses Erbe bitte konsequent ab! Stattdessen sollte er seine Leistungsschwäche eingestehen, das macht ein charakterfester Mensch auch. Bitte ihn das, was er nicht erfüllen konnte, mit Ernsthaftigkeit für Therapiezwecke in Angriff zu nehmen, ja? Ich denke, das ist er uns schuldig. Somit lassen wir ihn ziehen, wünschen ihm eine gute Regenerationsphase und danken für das, was du uns mit der Mutter Regen als Willkommensgeschenk mitgebracht hast, ein sattes Maigrün.

© Text und Fotos: G. Bessen

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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2 Antworten zu Lieber Herr Mai,

  1. Träumerle Kerstin schreibt:

    Wir warten! Vielleicht schwitzen wir auch in zwei Wochen und denken zurück an den kalten Beginn vom Mai. Die Obstbäume sind bei uns erblüht, aber ob die Bienen fliegen bei der Kälte?
    Also – warm anziehen und hoffen. Hier stürmt es und in Nachbars Gärten fliegen Stühle und sogar leichte Gewächshäuser (Zelt) durch die Gegend.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, liebe Kerstin, bei uns sieht es nicht anders aus, es stürmt, regnet und ist viel zu kalt. Wenn wir Glück haben und das Wetter mitspielt, sitzen wir an Pfingsten vioelleicht irgendwo in einem Biergarten und freuen uns des Lebens …
      Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
      Bleib zuversichtlich und sei herzlich gegrüßt,
      Anna-Lena

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