In diesen Tagen … (10)

Der Geist

Mit dem Geist ist das so eine Sache. Während die meisten Menschen durchaus Geist im Sinne von Grips oder Verstand haben, scheinen andere dieser Gattung Mensch nicht mal davon gehört zu haben, dass es diesen Geist gibt und er für das Leben unerlässlich ist, besonders dann, wenn Menschen in verantwortungsvollen Positionen sind. Da mag es der Eigen-Geist sein, mit dem sie sich selbst liebevoll um-geist-ern, andere ent-geist-ern, aber bei weitem nicht be-geist-ern.

Völlig geist-los und in schierer Unkenntnis der Bedeutung des Geistes für das Leben auf diesem Planeten werden Regelungen hinweg gefegt, die geist-voll und in mühevoller Kleinarbeit erarbeitet,  die Erde in ein Geister-haus verwandeln werden, wenn der Corona-Pandemie, dem Nichteinhalten bewährter Abkommen, dem Schutz der Ärmeren und dem Klimawandel aus Klein-Geistigkeit   weiterhin die Türen zur Geiser-bahn geöffnet werden.

Geist ist Leben und jeder von uns, der sich mit Atemübungen ein wenig auskennt, spürt die belebende Kraft, wenn die Atemwelle durch den Körper geht und Platz für neues Leben schafft.

Und nun erzählen uns die Geist-lichen vom Heiligen Geist, der uns packt, weckt und durchschüttelt, oder der weiblichen Form des Alten Testamentes, der Ruach,  die sich als Luft von der leichten Brise über den Wind bis hin zu einem pfeifenden Sturm bewegen und entwickeln  kann.

Somit sind die Ruach oder der Heilige Geist Energien, geballte und positive Kräfte  und nichts für Menschen mit Starrgeistigkeit,  mit Bequemlichkeits- und Standesdünkel oder solche, die einer Verantwortung mangels Geist gegenüberstehen.

So mancher nutzloser Geist gehört verschlossen in eine Flasche und kann dort sein Unwesen treiben.

In diesem Sinne: ein geistvolles Pfingstfest!

Geist Gottes

Geheimnisvollstes Geheimnis!
Wurzelnd im Urgrund der Liebe.
Strom, das karge Land überflutend,
dass es ergrünt und Brot für alle trägt:
Komm doch!
Regen, die geborstenen Furchen der Bäche
mit Leben füllend,
dass die Wüste erblüht und bewohnbar wird:
Komm doch!
Feuer, lösend die Erstarrung der Furcht,
schmelzend das Eis der Einsamkeit,
dunkle Schluchten des Leidens erleuchtend,
Gold der Liebe, aus dem Gestein der Ichsucht befreiend:
Komm doch!
Uns ist, als hätten wir Menschen
Nie so wenig von dir gewusst wie heut,
obwohl wir Grenze um Grenze überschritten haben.
Uns ist, als hätten wir Menschen nie so nach dir gerufen,
obwohl unsere Zungen versiegelt sind.
Komm doch!

© Christa Peikert-Flaspöhler, Foto: G. Bessen

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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12 Antworten zu In diesen Tagen … (10)

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Frohe Pfingstfeiertage liebe Anna-Lena!

    Gefällt 1 Person

  2. Gisela Benseler schreibt:

    Das Gedicht ist wunderbar, die Gedanken z.T. auch, das Bild soll wohl Grauen ausdrücken. Was sorgfältigst – in mühevoller Kleinstarbeit – ausgearbeitet wurde, muß aber deshalb nicht vom GEIST, dem HEILIGEN GEIST, sein. Es ist ja doch – wohlmeinende – Verstandesarbeit. Ich glaube, wir müssen uns jetzt wirklich nach dem GEIST ausrichten, als Einzelne. Ich überlege, ob ich es trotzdem reblogge, nur damit man auch dies einmal durchdenkt, durchbetet. „Der GEIST wird Euch f r e i machen.“ sagte JESUS. Wer JESUS nachfolgt, spürt auch den GEIST. Und außerdem heißt es in der Bibel: „Wir sollen GOTT mehr gehorchen als den Menschen.“ Wir befinden uns in der Endzeit und im Gericht. Da sind wir aufgerufen, sehr gewissenhaft alles zu prüfen. Denn auf jeden Fall gibt der GEIST die Richtung vor, und:“ Alles muß neu werden“, – von innen her, nicht von außen durch einheitliche Regelungen.

    Gefällt 2 Personen

    • Anna-Lena schreibt:

      Das Bild ist ein Kirchenfenster, das für mich nicht grausam ist. Ich hätte es sonst sicher nicht fotografiert 😉 .

      Endzeit und Gericht – das sehe ich nicht so, denn das bedeutet für mich eher Grauen. Ich betrachte den Geist als etwas sehr positives, Antreibendes und Gestaltendes, im positiven Sinn.
      Somit gehe ich den Pfingsttagen freudig entgegen, liebe Gisela.

      Hab ein erfüllendes Pfingstfest!
      Herzlich,
      Anna-Lena

      Gefällt 2 Personen

  3. beaneu schreibt:

    Der Text von Christa Peikert-Foaspöhler berührt mich. Mir ist ihr Name geläufig und erinnert mich an meine Jugendzeit in der ich aktiv in der kirchlichen Jugendarbeit war. Texte von ihr haben wir oft in Gottesdiensten eingebunden.
    Mir ist auch ein Meditationswochenende in Erinnerung gekommen, das ich als junge Erwachsene besucht habe. Der Leiter, ein Pater hat uns aus der Bibel eine Passage wörtlich übersetzt, aus der Schöpfungsgeschichte/Genesis. „Und die Geistin brütete über den Wassern“
    Das berührt mich heute noch, diese weibliche Urkraft!
    Liebe Grüße von:
    Beate

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Die Rolle der Frau rückt ja in der kath. Kirche wieder sehr in den Vordergrund und vielleicht erlebe ich es ja noch, dass Frauen wenigstens zu Diakoninnen geweiht werden!
      Die Hoffnung gebe ich nicht auf.

      Gesegnete Pfingsten für dich!

      Gefällt 1 Person

  4. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Die Ruach oder der Heilige Geist sind Energien, geballte und positive Kräfte , …
    JA, so kann ich ihn verstehen, diesen *Heiligen* Geist, liebe Anna-Lena!
    Heute war zum ersten Mal mein nicht mal 3 Monate kleines Enkelchen mit seinen Eltern hier bei uns, seinen Großeltern. Die Sonne schien, die Kleine lächelte und blinzelte fröhlich in die Gesicher und mir war leicht und locker zumute.
    Schön war das.
    Herzliche liebe Grüße von Bruni an Dich, liebe Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

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