Mena Kost, Annette Boutellier: Ausleben – Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

Mein heutiger Lesetipp:

Ausleben
Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

In Zeiten, in denen das Coronavirus die Welt beherrscht, ist der Tod allgegenwärtig. Tag für Tag werden wir mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass viele Menschen derzeit ohne Abschied und den Beistand ihrer Lieben sterben müssen und dass selbst eine Beerdigung nur im engsten familiären Rahmen stattfinden kann.

Und doch kann ein Buch wie ‚AUSLEBEN – Gedanken an den Tod verschiebt man gern auf später’ auch in diesen Zeiten den Schrecken des Todes wieder ein wenig relativieren.

„Gegen die Angst vor dem Tod
hilft nur eins: darüber reden“ (S. 6)

Geburt und Tod im eigenen Lebensrhythmus sind uns nicht fremd und gehören zu unserem Leben. Der beginnende Frühling, das neue Werden der Natur, faszinieren uns immer wieder. Und doch scheuen wir uns, das Tabu des eigenen Todes zu brechen.

Das Buch AUSLEBEN portraitiert 15 Frauen und Männer zwischen 83 und 111 Jahren in Text und Bild. Diese so unterschiedlichen Menschen berichten aus ihrem Leben, geben einen Einblick in ihre Biografie, erzählen von ihren Lebenspartnern und Familien und sprechen über ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste, was ihren eigenen Tod betrifft.

Ihre Offenheit, ihre Gedanken, den Tod als Wunsch und Akzeptanz eines langen erfüllten Lebens zu betrachten, macht diese Menschen so sympathisch und bringt sie dem Leser in einer Form nahe, dass der Tod ein Stück seines Schreckens verliert.

Zu jedem Portrait in Textform findet der Leser farbenfrohe Fotos der einzelnen Menschen in ihren verschiedenen Lebenssituationen.

Mir gefällt dieses Buch sehr und ich bin froh, dass ich es gerade in diesen, für uns alle so schwierigen Zeiten und auch in der Zeit vor dem Osterfest lesen durfte. Es hat etwas Beruhigendes an sich, was auch durch den symbolhaften Titel AUSLEBEN zum Ausdruck kommt.

Auch nach Corona werden Menschen sterben, ebenso wie Menschen geboren werden.
„Die einen gehen voraus, die anderen kommen hinterher.“ (Vorwort von Mena Kost, S. 9)

AUSLEBEN erschien im März 2020 im Merian Verlag und kostet 28 €.
Es ist eine gebundene Ausgabe mit 196 Seiten und 55 farbigen Abbildungen.
ISBN 978-3-85616-914-5

©G. Bessen 4/2020

Bildquelle

 

 

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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17 Antworten zu Mena Kost, Annette Boutellier: Ausleben – Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Daß viele Menschen derzeit ohne Abschied und Beistand ihrer Lieben sterben müssen, nein, das kann auf keinen Fall richtig sein. Das ist unmenschlich und grausam. Die Beerdigungen im engsten familiären Kreis sind zumutbar. Den Buchtitel „Ausleben“ finde ich dazu nicht passend. Gisela Benseler

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, liebe Gisela, es ist grausam. Doch in diesen Zeiten von Corona muss auch alles getan werden, dass Menschen sich nicht anstecken und Leben erhalten bleibt. Viel zu viele sind bisher daran gestorben und wer weiß, wieviele noch folgen werden …

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  2. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ein Buch, vor dem ich erst mal zurückscheue und dann wieder darauf zugehe, liebe Anna-Lena.
    Gute Gedanken zu einem ernsten Thema, mit dem wir uns befassen müssen, auch wenn es uns ganz schön schwer fällt.
    Danke, daß Du es uns vorgestellt hast, du Liebe
    Ganz herzlich, Bruni

    Gefällt 1 Person

  3. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Noch einen Tag, dann wissen wir mehr von der Ältesten und dem Enkel!
    Wir übrigen sind wohlauf und ich hoffe es auch von Dir und Deinen Lieben
    Komm gut in die neue Woche

    Gefällt 1 Person

  4. www.wortbehagen.de schreibt:

    Die kleine ist sehr zufrieden mit ihren Eltern, trinkt sehr gut und ist deshalb auch sehr schläfrig 🙂

    Gefällt 2 Personen

  5. www.wortbehagen.de schreibt:

    Es ist die grosse mit den grossen Enkelchen, die noch auf das Ergebnis des Testes wartet

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  6. alltagschrott.ch schreibt:

    Allein sterben … unvorstellbar traurig. Dieses Buch scheint Blickwinkel zu zeigen, die neben der Angst auch Versöhnung mit dem Tod aufzeigen.

    Gefällt 1 Person

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