März-Blogaktion: Wo spaziert der Tod durch euer Bild?

Eine Blogaktion des Totenhemd- Blogs im Monat März

Todbringende Gegenwart

F  anatismus
A nsteckung
S  chutzmaßnahmen
T  error
E  pidemie
N  euorientierung
Z  ukunft
E  rreger
I   nnenschau
T  od

 

Würde mich jemand nach meiner momentanen Grundstimmung fragen, so müsste ich zugeben, dass ich vom Optimismus und Frohsinn gerade etwas weit weg bin.

Hanau und Volkmarsen haben Wellen geschlagen, aufgeschreckt und bestürzt.

Die Vorkommnisse dort haben uns wieder mal gezeigt, wie zerbrechlich unser aller Leben ist und dass es jeden von uns treffen kann, wenn wir zur falschen Zeit an einem Ort sind, wo sich blinder Hass, Rassismus und Zerstörungswut einfach entladen. Menschen trauern alleine oder gemeinsam, gestalten Mahnwachen, Andachten und Gottesdienste, demonstrieren gegen rechte Gewalt und doch bleiben Rat-, Hilf- und Sprachlosigkeit zurück.

Menschen, die am Rosenmontag unbeschwert feiern wollten, Freude und gute Laune empfanden, wurden durch die unbegreifliche Tat eines Autofahrers aus der Bahn geworfen und teils schwer verletzt. Und Gaffer filmten solche Taten, um sie aus Sensationsgier weiter zu verbreiten.

Medien haben eine verantwortungsvolle Aufgabe und doch kann man ihnen nicht immer vertrauen. Fake News machen die Runde, Halbwahrheiten und Wahrheiten sind nicht immer voneinander abzugrenzen, denn vieles bleibt in der Büchse der Pandora verschlossen. So habe ich die Nachrichten aus China sehr häufig mit gemischten Gefühlen angesehen und traue den Berichten über die Anzahl der mit dem Coronavirus Infizierten und Verstorbenen immer noch nicht. Nun ist die Büchse der Pandora geöffnet und der Virus zieht umher. Längst hat er Asien verlassen und hält seinen Einzug in allen anderen Kontinenten.

Auch wir in Europa und Deutschland bekommen ihn immer mehr zu spüren. Die täglichen Zahlen über Infizierte und Tote, Maßnahmen zur Eindämmung, der Suche nach einem geeigneten Impfstoff machen nicht nur nachdenklich, ja, sie beängstigen.

Die Globalisierung sowie die Digitalisierung haben die Welt klein gemacht, wir können überall hin reisen und wir haben die Neuigkeiten aus aller Welt in Kürze auf dem Tisch. Angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Lage in der Welt ist die Werbung für Anti-Age-Cremes oder Mittel gegen Reizdarmbeschwerden, möglichst noch beim Abendessen, so unbedeutend geworden wie ein einzelnes Sandkorn in der Wüste.

Nun geht es um mehr. Sars-CoV-2 wird immer mehr zur Pandemie und wird sich vielleicht nur schwer eindämmen lassen und trotzdem dürfen wir nicht in Panik verfallen. Momentan bleibt uns nicht mehr zu tun als bewusst die üblichen Vorsorgemaßnahmen zu treffen, die wir auch bei grippalen Infekten und Grippe treffen sollten. Wir haben nicht nur eine Verantwortung für uns, sondern auch für die Menschen um uns herum.

Ich habe erlebt, dass Menschen in meinem Umfeld sich lustig über die machten, die zu Hamsterkäufen aufbrechen und auch, dass die momentane Lage mit einem ‚Ist doch mehr Panikmache als alles andere’ abgetan wird.

Sind die Toten in China und anderen Ländern schon vergessen? Und es werden weitere folgen.

Seien wir mit allen Sinnen wachsam unterwegs und vertrauen wir darauf, dass wir in all dem nicht allein gelassen werden. Bleibt gesund und wachsam, wo immer ihr seid.

© G. Bessen 1/3/2020

 

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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31 Antworten zu März-Blogaktion: Wo spaziert der Tod durch euer Bild?

  1. Reiner schreibt:

    Die Unbeschwertheit war noch nie so meins und die Erde war nie ein sicherer Ort. Gestörte, verblendete Gewalttäter gab es zu allen Zeiten, ebenso wie Epidemien und Pandemien. Mich bewegt vielmehr die Reaktion meiner Mitmenschen, in Sachen Ausgrenzung und Bevorratung. Dann denke ich, wir Wohlstandskinder … was geschieht erst, wenn es mal so richtig darauf ankommt.

    Selbst meide ich, wo es geht, Menschenansammlungen, aber weniger wegen einem Virus, sondern weil ich mich generell unter vielen Menschen unwohl fühle. Ansonsten achte ich mein Immunsystem und einfache Hygieneregeln, das sollte reichen. Wenn es mich dennoch trifft, dann ist das eben so. Kontrolle und Sicherheit sind Illusionen des Egos.

    Guten Morgen dir 🙂

    Gefällt 6 Personen

    • Anna-Lena schreibt:

      Lieber Reiner,
      jeden deiner Sätze kann ich unterstreichen. Vielleicht ist das, was um uns herum geschieht doch mal ein Anstoß nachzudenken, denn wenn bei uns schon über das Wetter gejammert wird und andere Regionen der Erde (ich denke gerade an die neulichen Feuerkatastrophen in Australien) als jenseits aller Vorstellungen empfunden werden.
      „… was geschieht erst, wenn es mal so richtig darauf ankommt.“ Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder und vielleicht müssen auch wir in unserer Wohlstandskomfortzone mal so richtig aufgeschreckt werden, um zu begreifen, wie sorglos und auch zerstörerisch wir mit uns uns underer Erde umgehen.

      Bleib gesund und komm gut durch die Zeit!
      Liebe Grüße dir!

      Gefällt 4 Personen

      • Reiner schreibt:

        …um zu begreifen, wie sorglos und auch zerstörerisch wir mit uns uns unserer Erde umgehen.

        Was ich anstelle dessen sehe, ist die Suche nach den Sündenböcken. DIE Amerikaner, DIE Russen, DIE Chinesen, DIE Ausländer, DIE Flüchtlinge, DIE Linken/Grünen usw.

        Es dauert …

        Dir auch liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

  2. Pingback: März-Blogaktion: Wo spaziert der Tod durch euer Bild? | Totenhemd-Blog

  3. Petra Schuseil schreibt:

    Guten Morgen, liebe Anna-Lena, wir freuen uns, dass Du bei unserer diesjährigen Blog-Challenge im März dabei bist. Und alles was du schreibst, ist genau unsere Gegenwart. Wir haben Angst zu sterben, weil wir vieles nicht kontrollieren können … nein, die Toten sind nicht vergessen. Gut, dass du uns dran erinnerst.
    Hab einen schönen Tag. Ich werde mit dem Zug unterwegs sein und wachsam und aufmerksam sein. Herzlich vom Zürichsee. Petra

    Gefällt 3 Personen

  4. Petra Schuseil schreibt:

    Hat dies auf Totenhemd-Blog rebloggt und kommentierte:
    Anna-Lena ist heut bei uns in der Blogaktion. Wir freuen uns darüber. Ihr Blogbeitrag zeigt uns die derzeitige todbringende Gegenwart und unsere Angst dazu.

    Gefällt 1 Person

  5. Karin schreibt:

    Ist der März kühl und naß, füllt’s dem Bauer Scheuer und Faß – eine alte Bauernregel – jetzt wünschen wir uns möglichst schnell einen heißen trockenen Frühling , weil er den Viren umgehend den Garaus machen würde. Verkehrte Welt – die Büchse der Pandora – sie ist weit geöffnet.

    Gefällt 3 Personen

    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Karin, dann wollen wir hoffen, dass die Klimakrise die alten Bauernregeln nicht außer Kraft setzt.
      Und – ehrlich gesagt – Sonne und Wärme nach diesem feuchten Nicht-Winter tut jedem Gemüt gut.

      Bleib gesund und sei gegrüßt,
      Anna-Lena

      Gefällt 2 Personen

  6. Nicole Vergin schreibt:

    Liebe Anna-Lena,

    sich über Menschen lustig machen, die sich ängstigen, finde ich unmöglich. Jeder hat eben gewisse Bereiche, die ihm mehr „an die Nieren“ gehen. Ich selber bleibe wachsam und bisher gelassen. Erkundige mich über seriöse Quellen und – hin und wieder bin ich ein Zahlenmensch – behalte auch Statistiken im Auge (bei aller Trauer, um Menschen, die an diesem Virus gestorben sind). Damit „fahre“ ich persönlich gut.

    Ansonsten schließe ich mich Dir an: „Bleibt gesund und wachsam…“ – Dir alles Liebe und vor allem Gesundheit
    Nicole

    Gefällt 3 Personen

  7. finbarsgift schreibt:

    Ein zeitgemäßer Text, liebe Anna-Lena, die Welt ist gehörig in Aufruhr, da hast du recht …
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

    Gefällt 3 Personen

  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ehrlich gesagt, begegnet mir nun schon eine Zeitlang der Tod auf Schritt und Tritt, in meinen Gedanken, in Berichten, in meiner nahen Bekanntschaft und alle starben, aber nicht an einem neuen Virus, sondern an Krebs, auf treibenden Booten auf dem Meer und immer ist da dieser Gevatter, der keine Gnade kennt.
    trotzdem dürfen wir nicht in Panik verfallen, schreibst Du und denkst an den Corona-Virus, der harmlos beginnt und bei manchen Menschen zum Tod führen kann.
    Panik wäre das Schlimmste, was uns nun passieren könnte. Wir dürfen uns davon nicht anstecken lassen. Es würde nichts verbessern, aber alles sehr verschlimmern…
    Hygiene ist wichtiger denn je und das so oft vernachlässigte Händewaschen wird zur Pflicht.
    Vergeßt es nicht!
    Liebe Grüße in die Nacht, liebe Anna-Lena, und Träume gute und helle Träume, dustere können wir gar nicht gebrauchen. die schwächen uns nur.

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Mir geht es ähnlich, liebe Bruni, und doch ist uns ja klar, dass wir nur eine begrenzte Zeit hier auf Erden sind.
      Wenn die Einschläge allerdings so nah sind, beschäftigt es uns doch.
      Ja, Ruhe bewahren und auf Hygiene achten – mehr kann man nicht tun.
      Ich möchte im Mai ein paar Tage nach Verona, da ist aber noch Corona … Hoffen wir, dass sich die Lage bis dahin entspannt hat.

      Morgengrüße von mir zu dir!

      Gefällt 1 Person

      • www.wortbehagen.de schreibt:

        Ja, Ruhe bewahren, liebe anna-lena!
        Das ist schon sehr viel.

        Wieso gerade Verona?
        Meine Freundin Anna ist Veroneserin.
        Ihre Familie lebt dort und sie telefoniert häufig. Ich werde mich mal über die aktuelle Situation dort informieren

        Liebste grüsse an dich

        Gefällt 1 Person

        • Anna-Lena schreibt:

          Wir sind eine Gruppe und haben die Reise schon länger geplant, denn wir haben einen Veroneser dabei. Bis Mai ist ja noch lange hin, da warten wir erst noch geschmeidig ab, wie es bis dahin aussieht.

          Auch liebe Grüße an dich!

          Gefällt 1 Person

  9. Ich kann in meinem realen und virtuellen Umfeld keine Panik erkennen. Die Menschen sind besorgt. Andere machen sich (tatsächlich) lustig; vielleicht ist dies nur ein Zeichen der Unbeholfenheit. Der Umgang mit einer möglichen Infektion ist ein „guter“ Stresstest für die Gesellschaft und uns. Wir sollten die Gelegenheit nutzen, den Umgang zu üben. Es hilft und beruhigt wenn es denn heftiger wird (bei diesem Virus oder beim nächsten). Liebe Grüße, Bernd

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Ich glaube auch, dass uns Gelassenheit besser zu Gesicht stände als alle derzeitigen Dauerschleifennachrichten, wo und wieviele jetzt hier und dort und vielleicht morgen oder übermorgen … .
      Letztlich hilft es niemandem, und wie wir uns verhalten sollten, wissen wir doch 🙂 .

      Liebe Grüße auch dir!

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    • kopfundgestalt schreibt:

      Insofern hast Du recht.
      Hoffentlich ist man das nächste Mal etwas besser gewappnet, weil man hier lernen kann.
      Man muss Vorräte anlegen für dringendes Material in Krankenhäusern ect.

      Im Moment ist in meinem Umfeld auch keine Panikmache. Diese wird aber auftreten, wenn sich die Raten doch rasch steigern sollten.

      Gefällt 2 Personen

      • Anna-Lena schreibt:

        Ich glaube, auch wenn die Zahl der Infizierten steigt, lässt sich die Lage mit zunehmender Kenntnis und Erkenntnis doch besser bewerkstelligen, die Leute werden eher vorsichtiger als panisch (ist vielleicht auch mehr Wunschdenken bei mir?) 🙂 .

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      • Genau. Nach dieser Epidemie müssen wir uns darüber unterhalten, dass es wichtig ist, mehr Kapazitäten (Redundanz) im Gesundheitswesen für solche Epidemien oder Katastrophen vorzuhalten.

        Auch hier zeigt sich, das Gesundheitsvorsorge und Krankenversorgung nicht in private, gewinnorientierte Hände gehört, sondern in staatliche. Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge müssen hoheitliche Aufgaben sein (wohl wissend, dass es dann andere negative Auswirkungen gibt).

        Es gibt auch keinen Grund für Panik. Offensichtlich hat dieser Virus ähnliche Auswirkungen wie ein Grippe-Virus. Wir müssen nur verhindern, dass Millionen gleichzeitig erkranken, weil ansonsten unser Gesundheitssystem überfordert wäre und Behandlungsbedürftige nicht oder zu spät behandelt würden.

        Gefällt 2 Personen

        • Anna-Lena schreibt:

          Krisen sind eigentlich immer ein Anlass, daraus für die Zukunft zu lernen. Vielleicht gelingt es uns und den dafür zuständigen Stellen.

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        • kopfundgestalt schreibt:

          Letzteres ist klar.

          Es gab mal vor einigen Jahren einen Artikel, der beschrieb, was passieren würde, wenn 20 % aller Brummifahrer ausfiele. Oder 20 % einer anderen wichtigen Berufsgruppe.
          Das war rein hypothetisch, zeigte aber die Dimension auf, in der ein Staat käme, dessen Abläufe völlig getaktet sind.

          Gefällt 2 Personen

  10. alltagschrott.ch schreibt:

    Liebe Anna-Lena, ein nachdenklich stimmender Blog. Man ist hin und her gerissen zwischen der Sorge, was Corona für meine Eltern/Schwiegereltern bedeuten würde (und auch ein wenig für einem selber) und der Hoffnung, dass alles gut kommt. Auf jeden Fall schätzt man die Gesundheit und die schönen Momente mit der Familie wieder ganz intensiv. Liebe Grüße, Priska

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Ich denke auch, zwischen Vorsicht und Sorgfalt sollten wir uns alle bewegen, ohne Panik haben zu müssen. Unser Leben wird in nächster Zeit etwas anders verlaufen. Deine Sorge verstehe ich gut, meine Mutter ist 85 Jahre alt …

      Bleib gesund und passt gut auf euch auf!

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