Impressionen aus Prag (4)

Bettler gehören zum Straßenbild einer jeden Stadt, in der sich auch gern Touristen aufhalten. Wie vor drei Jahren sind mir auch in diesem Jahr die vielen Bettler, besonders auf der Karlsbrücke, aufgefallen. Meist hatten sie – wie auch sehr oft in Berlin – einen Hund an ihrer Seite. Wer von diesen Menschen lebt wirklich in Armut, dass das Betteln der einzige Ausweg ist? Und was ist dran an den Gerüchten einer organisierten Bettelmaffia?

Wie gehen wir damit um? Warum gehen wir oft auf Distanz und lassen diese Bilder nicht zu nah an uns herankommen? Wie gehen wir generell mit der Armut anderer Menschen um?

 

Scham

Schau bitte nicht
in mein Gesicht!

Schau bitte nicht
auf mich herab,
nur weil ich einfach
nicht mehr hab’,
als was ich
auf dem Leibe trage,
voll Scham und ohne,
dass ich klage.

Trotz Schicksal,
Armut oder Pech,
bin ich ein Mensch,
keineswegs schlecht.

Lass dich herab
und mach dich klein,
dann werden wir
auf Augenhöhe sein.

©Text und Foto: G. Bessen
Foto: Bettler in Prag 2016

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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7 Antworten zu Impressionen aus Prag (4)

  1. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Augenhöhe zwischen Menschen sollte immer sein.
    In diesem speziellen Fall fällt es uns schwer, weil wir uns tatsächlich schämen, uns herabzubeugen und oft sind es die Kinder, die sich mit einer kleinen oder – so hoffe ich – größeren Spende hinunterbeugen , die ihnen ein Erwachsener in die Hand gedrückt hatte.
    Ich beuge mich manchmal, aber nicht sehr oft, muß ich gestehen. Ich sollte es öfter tun.

    Liebe Grüße in Dein Wochenende, liebe Anna-Lena
    von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Anna-Lena schreibt:

      Danke für deinen bereichernden Kommentar, liebe Bruni.
      Ja, der Umgang mit diesem sensiblen Thema brennt uns sicher allen unter den Nägeln, besonders auch dann, wenn Begriff wie Kinderarmut und Altersarmut, Schere zwischen Arm und Reich uns täglich erreichen.
      Wir müssen die Augen offenhalten und die Sinne sensibiliesieren, dann lassen sich auch Bedürftige und Bedürftigkeit gut erkennen.

      Komm gut in den wichtigen Wahlsonntag und sei herzlich gegrüßt,
      Anna-Lena

      Gefällt 2 Personen

  2. violaetcetera schreibt:

    Ja, das mit der Augenhöhe ist auch mein Problem. Und die Befürchtung, nur die Bettlermafia reicher zu machen und nicht wirklich Bedürftigen zu helfen. Du hast Recht, wir sollten mehr auf unser Herz hören.
    Danke für deine bewegenden Zeilen.

    Gefällt 3 Personen

  3. www.wortbehagen.de schreibt:

    Ja, das mache ich auch so!

    Gefällt 1 Person

  4. suebilderblog schreibt:

    Schwieriges Thema und ich denke, dass gerade in großen Städten oft eine Bettelmaffia dahinter steckt – zum Leidwesen, der wirklich Bedürftigen, die vielleicht durch ein schreckliches Schicksal in diese Lage gekommen sind und zu Stolz sind, um zum Sozialamt zu gehen…..

    Gefällt 1 Person

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