Hanni Münzer: Die Akte Rosenthal Teil 1

Mein heutiger Lesetipp

Hanni Münzer: Die Akte Rosenthal Teil 1

Bücher zu schreiben, die einen Spannungsbogen aufbauen und halten, in denen die Charaktere sich entwickeln, in denen auch ein Inhalt auf soliden Füßen steht, können begeistern, können mitreißen. Das ist ja  die Kunst des Schreibens und zeigt die Kompetenz einer Autorin oder eines Autors.

Nach dem ersten Buch der Trilogie von Hanni Münzer fand ich den zweiten Band „Die Akte Rosenthal Teil 1“ doch zum Teil enttäuschend.

Angefangen mit der Tatsache, dass zwei wichtige Charaktere von den Toten auferstanden sind hat sich auch das Leben des Lukas von Stetten radikal geändert.

Aus dem Jesuitenorden ausgetreten, verheiratet mit der Mutter seines bis vor kurzen nicht bekannten Sohnes Matti, muss er die plötzliche Entführung seiner kleinen Familie miterleben und findet heraus, dass seine Frau Magali die Tochter der verhassten Carlotta van Kampen ist, die ihm zwei Jahre vorher in Rom das Leben zur Hölle gemacht hat.

Doch es wird kein Lösegeld gefordert, sondern die Akte, die Rabea ihm kurz vor ihrem Tod zugespielt hatte und die nicht mehr in seinem Besitz sind.

Rabeas Dokumente bringen selbst die amerikanische Regierung, deren Geheimdienste und Wirtschaftsverbände derart in Gefahr, dass sich die Aneinanderreihung all dieser Ereignisse für mich doch als unglaubwürdig und stark überzogen erweist.

Während der Band „Die Seelenfischer“ auch von der intensiven Beziehung der Zwillinge von Stetten mit deren Freundin Rabea Rosenthal und ihrem gemeinsamen Freund Jules Lafitte und deren Interaktionen lebt, so verlaufen  die Wege der Vier in diesem Band doch manchmal wie eine Hasenspur, schwer nachzuvollziehen und planlos. Auch die anderen Charaktere, sei es die Familie von Stetten oder auch Rabeas Großvater, gehen in diesem Band eher unter und werden zu fast  bedeutungslosen Randfiguren.

Überzogene Handlungsstränge und zuviel Action nehmen diesem zweiten Band ein wenig den Wind aus den Segeln und lassen ihn doch streckenweise unglaubwürdig erscheinen – schade!

Taschenbuch, 400 Seiten
Erscheinungsdatum 3.4.2017
ISBN 978-3-492-30963-9
9,99 €

Bildquelle

© G. Bessen

 

Advertisements

Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
Dieser Beitrag wurde unter Lesetipps - für gut befunden abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Hanni Münzer: Die Akte Rosenthal Teil 1

  1. www.wortbehagen.de schreibt:

    och, also vielleicht nicht auf Platz 1 der noch zu lesenden Bücher legen …

    Lieber Gruß von Bruni und ein schönes Wochenende Dir, liebe Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

  2. www.wortbehagen.de schreibt:

    zur Zeit ertrinke ich auch fast in Büchern, die noch ungelesen und doch schon geliebt um mich herumliegen und mir alle heftig zuwinken, liebe Anna-Lena. Aber so fühle ich mich ja auch wohl 🙂
    Kalt ists geworden, so, als ob es noch Winter wäre und doch hat er nur noch einige Tage, dann MUSS er weichen, denn seine Zeit geht rasant zu Ende.

    Liebste Grüße von Bruni an Dich

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Wenn ich nur mehr Zeit zu lesen hätte!
      Es bewahrheitet sich immer mehr, dass Rentner (oder die so kurz davor) einfach keine Zeit haben.

      Liebe Grüße aus dem eisigen Brandenburg mit starker Sehnsucht nach Frühling,
      Anna-Lena

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s