Aus meinem Reisegepäck (8)

Am ersten Abend unserer Prag-Reise erzählte  uns eine tschechische Lehrerin in neunzig Minuten viel über Prags Mythen und Sagen und führte uns an verschiedene Stellen innerhalb der Altstadt. Diese Veranstaltung nannte sich „Geschichtliche Nachtwanderung“. Unter anderem empfahl sie, uns das Jüdische Viertel und besonders den Jüdischen Friedhof anzusehen.

Da begann das, was ich ein wenig mit Abzocke in einem meiner Kommentare weiter oben meinte.

Es geht nicht, dass man sich den Jüdischen Friedhof alleine anschaut, dazu muss man den Eintritt für drei Synagogen und das Jüdische Museum mitbezahlen und wer fotografieren will, muss sich eine Lizenz dafür kaufen (70 Kronen).  Bekamen wir bei der geschichtlichen Nachtwanderung zum Preis von 13€ ein Headset gestellt, sollten wir hier extra 520 Kronen dafür zahlen (27 Kronen = 1 €) . Darauf verzichteten wir, denn lesen und sehen konnten wir auch alleine.

Bereits im 9. und 10. Jahrhundert kamen jüdische Kaufleute nach Prag. Seit dem 12. Jh. gab es eine jüdische Gemeinde und seit dem 13. Jh. entwickelte sich um die Altneu-Synagoge eine jüdische Stadt, die als ummauertes Ghetto bis ins 19. Jh. bestehen blieb. Zwischen 1893 und 1912 wurde des Großteil des Ghettos wegen der unhaltbaren hygienischen Verhältnisse niedergerissen.

Das ehemalige jüdische Viertel, die Josefstadt, ist heute ein Wohnviertel mit prachtvollen Bauten, Boulevards und das Jüdische Museum zeigt mit der Pinkas-Synagoge, dem alten Jüd. Friedhof, der Klausel- und der Maisel-Synagoge sowie der Altneu-Synagoge Zeugnisse des jüdischen Alltages wie die leidvolle Geschichte dieses Volkes.

Wohnhäuser in der Josefstadt/Jüd. Viertel:

Der Jüdische Friedhof:

Die Altneu-Synagoge:

Die Pinkas-Synagoge:

Die Spanische-Synagoge, aus dem 19. Jh., im maurischen Stil errichtet:

Quelle: ADAC Reiseführer Prag, 2016, S 86
©Fotos: G. Bessen 8/2016

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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26 Antworten zu Aus meinem Reisegepäck (8)

  1. freiedenkerin schreibt:

    Das ist in der Tat Abzocke… Nichtsdestotrotz sind die Fotos sehr schön und sehenswert, liebe Anna-Lena…
    Ich hatte übrigens im La Venice auch eine Fotolizenz für drei Euronen erstanden – und bin die einzige (doofe) Besucherin gewesen. All die anderen zahlten nix, und kramten dann im Theater ihre Smart- und Eiphones aus den Taschen – und machten ungeniert jede Menge Fotos. Ich werde den Aufkleber vom La Venice für alle Zeiten auf meiner Kamera belassen, damit ich ständig an meine Naivität erinnert werde. 😉

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  2. Winnie schreibt:

    Fotolizenz, … OMG … aber deine Bilder sind es doch wert gewesen ❤

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  3. Dort war ich auch schon mal, ist aber sehr lange her; herzlichen Dank für die schönen Fotos, sie wecken Erinnerungen an eine Studienfahrt zu Schülerzeiten!

    Herzlich Constanze

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  4. Brigitte schreibt:

    Aber toll sind die Fotos schon! Heutzutage muss man ständig für alles bezahlen. So ist das Leben.

    Bist du bitte so gut und schickst mir einen Link zu deiner Visitenkarte. Blogger hat teilweise die Bloglisten gelöscht und nun darf mir alles zusammensuchen. Merci!

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, das stimmt schon. Aber im Internet findest du sowieso alles…
      Den Link habe ich dir gestern spät per Mail schon geschickt, liebe Brigitte. Ärgerlich, was da so im Hintergrund passiert…

      Gutes Gelingen beim Suchen und Finden.
      ♥lich,
      Anna-Lena

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  5. jeannettepaterakis schreibt:

    Die Photos sind höchst interessant..vielen Dank für das Teilen ,liebe Anna-Lena ❤ Ich freue mich mit Dir mitreisen zu dürfen ❤ Ich wünsche Dir das Allerbeste

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  6. Frau Momo schreibt:

    Photolizenzen sind mittlerweile auch hier in manchen Kirchen Gang und Gebe….. aber ich finde, die Investition hat sich gelohnt. Die Bilder machen wirklich Lust auf Prag.

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  7. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hallo liebe Anna-Lena. Vor fast genau einem Jahr war ich auch in Prag. Das jüdische Viertel konnten wir uns nicht anschauen, nur durch eine Luke in einer Holztür den jüdischen Friedhof.
    Bei Nacht sieht vieles wahrscheinlich noch schöner aus, wenn es angestrahlt wird.
    Frech finde ich es schon, dass Leute ohne zu bezahlen fotografieren. Noch schlimmer war es aber in Rom in der Sixtinischen Kapelle. Dort war das Fotografieren verboten und dennoch knipste es überall.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Da ich noch viele Bilder habe, kommen auch noch ein paar mit Beleuchtung.
      In letzter Zeit war ich so viel unterwegs, dass ich mit meinen Beiträgen gar nicht hinterher komme.
      Aber da die Abende im Garten nun vorbei sind , bleibt zum Schreiben nun wieder mehr Zeit…

      Wenn Menschen Verbote komplett mißachten, könnte ich auch aus der Haut fahren. Ob immer alles sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, aber sich über alles hinwegzusetzen, lässt nicht auf einen guten Charakter schließen.

      Ich grüße dich herzlich,
      Anna-Lena

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  8. bruni8wortbehagen schreibt:

    Hoch interessant sind Deine Ausführungen, liebe Anna-Lena.
    Ich wußte gar nicht, wieviel ich verpasst hatte…. in den wenigen Tagen, in denen ich nicht bei Dir reingespitzt habe *lächel*
    Tja, mit dem Bezahlen für alles hätte ich auch Probleme, aber ich würde es unter Erfahrung abbuchen und mich nicht ärgern, denn es waren ja auch interessante Dinge zu sehen und zu hören. Ich hätte es genossen, das weiß ich, nach all den tollen Infos bei Dir jetzt!

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, liebe Bruni, wehren kann man sich nicht dagegen, man hat nur die Möglichkeit, ja oder nein zu sagen. Vieles hatte ich mir im Vorfeld als ‚must‘ notiert und da habe ich natürlich auch gezahlt.

      Ich habe noch ein paar Eindrücke, es lohnt sich also, dran zu bleiben…

      Einen herzlichen Gruß zu dir,
      Anna-Lena

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  9. bruni8wortbehagen schreibt:

    Ich bleibe dran. Nur komme ich manchmal einfach nicht dazu, pünktlich in Deine Beiträge reinzuspitzen; habe auch ein Problemchen mit irgend so einer blöden, ziemlich gemeinen Zerrung auf einer Seite des Halses u. hoffe, sie ist bald wieder besser… Kam noch im heiteren Himmel angeflogen u. verfolgt mich nun auch an den trüben Tagen noch. grrrrr

    Liebe Grüße an Dich

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  10. bruni8wortbehagen schreibt:

    Links! *g* Bin schon dran, einen langen Hals zu machen 🙂
    Mein Hals denkt schon, ich wolle ihn ärgern…

    Alles Liebe ♥ und danke für den Langhalstipp

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ist die linke Seite auch dein Filetstückchen? *ggg*
      Du kannst auch langsam nach rechts und links in die Dehnung gehen, aber vorher das Kinn ranziehen und somit die HWS stabilisieren. Natürlich alles schön langsam. Der Tipp von der Freidenkerin hört sich auch gut an. Mit Kirschwasser kann man sicher auch gut einschlafen :mrgreen: .

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  11. ernstblumenstein schreibt:

    Wow, was für ein informativer und treffender Reisebericht, liebe Anna-Lena. Ich bin gerne mit dir durch Prag gewandert und konnte mich an den schönen Gebäuden, Fassaden und Grabsteinen kaum satt sehen. Ja, die Zeiten haben sich geändert. Früher kümmerte sich selbst beim Taj Mahal ausser den Wächtern und Bettlern kein Schwein um uns, wenn wir das berühmte Grabmal oder andere Mausoleen oder Kirchen fotografierten.
    Einen lieben Gruss zu dir. Ernst

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    • Anna-Lena schreibt:

      Lieber Ernst, früher gab es auch keine Probleme mit dem copyright :-))) .

      Es freut mich, dass ich dir auch mal was zeigen konnte, was du noch nicht kennst. Ich bin mit Prag auch noch nicht ganz fertig, da kann ich dich noch weiter herumführen….

      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und schicke liebe Grüße zu dir!

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  12. suebilderblog schreibt:

    Wunderschöne Häuser sind in dem jüdischem Viertel und diese alten Friedhöfe faszinieren mich auch immer wieder. Ich könnte an solchen Plätzen stundenlang verweilen (wir haben letzte Woche auch einen ähnlichen Friedhof besucht….).
    Eine Synagoge habe ich noch nie besucht, sehr schöne Eindrücke hast Du gesammelt.
    LG Susanne

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    • Anna-Lena schreibt:

      Die Synagogen und der Friedhof haben mich auch sehr beeindruckt, das war für mich absolutes Neuland. Und die Häuser in dem Bereicht – einmalig schön, was durch den blauen Himmel besonders zur Geltung kam.

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