Andreas E. Jurat: Begegnungen

Andreas E. Jurat: Begegnungen

Mein heutiger Lesetipp

Presse_BegegnungenBildquelle

Andreas hatte ich Euch bereits im März mit zwei Geschichten im Rahmen von Anna Schmidts Blogparade: Schreiben gegen Rechts vorgestellt:

Miguel und Am Bahnhof.

Nun hat er seinen ersten Roman veröffentlicht.

 

 

Wahre Begegnungen entstehen dann, wenn zwei Menschen gleichzeitig am richtigen Ort sind. So kann sich der berühmte Funken entzünden, brennen  und ein Inferno der Gefühle auslösen.

So geschieht es mit Katja, Ende vierzig und Markus, fast sechzig, die sich im Urlaub  an der Nordsee zufällig treffen und über eine Flaschenpost miteinander ins Gespräch kommen.

Beide hatten die Absicht, den Urlaub zu nutzen, um sich und ihr Leben neu zu sortieren, Katja nach dem Tod ihres Mannes vor einem Jahr, den sie jahrelang gepflegt hatte und Markus nach seiner Scheidung, der Kündigung seines Jobs und seinen Ambitionen, sich nun als Schriftsteller zu versuchen.

Aus diesen Absichten wird jedoch erst einmal nichts. Stattdessen beschließen sie, für eine Woche nach Dänemark zu fahren, in eine Reise der Lust und der intimsten sexuellen Begegnung, die für beide wie eine Flutwelle neu und überraschend über sie hereinbricht und sie in ihrem Sog fast untergehen lässt.

Doch jeder Urlaub geht einmal zu Ende und die Frage, wie es mit den beiden weitergeht, wird in diesem Roman nicht eindeutig und schon gar nicht befriedigend geklärt, das erfordert eine Fortsetzung.

Der Inhalt ist eigentlich unspektakulär. Eine Begegnung im Urlaub, man lernt sich kennen, findet sich gegenseitig auch erotisch  anziehend und verbringt viel Zeit und intime Stunden miteinander. Und nach dem Urlaub trennen sich die Wege.

Andreas Jurats Buch lebt von der Sprache und macht es deshalb so lesenswert. Die Sprache ist lebendig und sehr anschaulich. Man kommt sich vor, wie in einem großen Blumengarten, in dem es aus allen Ecken fröhlich summt und hummelt.

Die Dialoge, unterhaltsam und witzig einerseits, aber auch tiefgründig andererseits, die eine Zerrissenheit und Unsicherheit beider Protagonisten an den Tag legen, machen deutlich, dass sich die Gefühle füreinander in eine Richtung bewegen, die über das jetzige intime Zusammensein hinausgehen und beider Zukunft betreffen.

Katjas innere Stimme in Form eines Engelchens und eines Teufelchens, die sich in ihrem Zureden und Abraten immer wieder einmischen müssen, geben dem Roman zusätzlich eine bunte Note.

Mir hat er gut gefallen. Dem Lektor ganz sicher auch, denn in seinem Leseeifer hat er den einen oder anderen Fehlerteufel übersehen…

Ich hoffe auf eine Fortsetzung, denn Katja und Markus sind zwei Charaktere, die mit all ihren Ecken und Kanten sympathisch sind. Werden sie eine gemeinsame Zukunft haben?

ISBN: 978-1-627845-19-9, Windsor-Verlag, 267 Seiten, 16,99 €

c/G. Bessen 29.7.2016

Eine weitere Rezension findet ihr in diesem Blog:

http://hall-of-books.blogspot.de/2016/08/begegnungen-von-andreas-e-jurat.html

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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7 Antworten zu Andreas E. Jurat: Begegnungen

  1. suebilderblog schreibt:

    Das hört sich nach einem schönem Sommerbuch an.
    LG Susanne

    Gefällt 1 Person

  2. bruni8wortbehagen schreibt:

    *lächel*, genau, nach einem Sommerbuch klingt es.
    Ich hatte es schon fast in den Tasten, als ich es las. Es muß also was dran sein, an diesem Gefühl, es sei eine Sommergeschichte geglückt, die einen intensiven Ruf nach Lesen in mir auslöst.
    Welche Frau und welcher Mann, von nicht mehr ganz so jungen Jahren, würde sich eine solche Geschichte nicht auch zu gerne wünschen… 🙂

    Einem solchen Buch ein *richtiges* Ende zu geben, würde schon wieder eine Richtung zeigen,
    die dem Traumhaften des Geschehens einen falschen Anstrich gäbe.

    Herzliche Samstagsgrüße von mir

    Gefällt 1 Person

  3. Emily schreibt:

    Oh, das klingt nach frischer Lektüre! Danke für den Tipp und
    ganz liebe Grüße, Emily

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Zum Projekt „Schreiben gegen Rechts“ | Mein Lesestübchen

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