Freundschaft

Freundschaft

Freundschaft ist ein wertvolles Geschenk, das gehegt und gepflegt werden muss.
Freundschaft bewahrheitet sich meist in Krisensituationen.
Wenn mich ein Freund enttäuscht, bleibt oft nur in letzter Konsequenz der Rückzug.

Doch wenn auf der Basis einer vermeintlichen Freundschaft der Andere einen Rückzieher macht und ich das Gefühl habe, mit meinem Problem alleine da zu stehen, was nur in Gemeinschaft mit Freunden gelingen kann, was dann?
Dann muss ich gegen den Strom schwimmen und gegen Mauern anlaufen.
Und dann bleibt die Frage, wann ich selbst zusammenbreche, vor Erschöpfung, aus Resignation oder dem völligen Erreichen meiner eigenen Grenzen.

Freundschaft
Immer mehr EU-Staaten schotten sich ab, reden von Grenzsicherung, verweigern sich, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, machen dicht.

Aus.
Punkt.
Ende.

Deutschland bleibt immer mehr alleine mit den Problemen und kann sie alleine nicht lösen.
Russland scheint kein ehrlicher Verhandlungspartner zu sein.
Die Türkei scheint kein ehrlicher Verhandlungspartner zu sein.
Bodentruppen in Syrien verschärfen den Konflikt und setzen weitere Flüchtlingsströme in Gang. Keiner jedoch will sie haben.

Sieg steht über Menschenleben.
Tod und weitere Zerstörung stehen über Humanität.
Das eigene Hemd steht näher als die Hose.

Für mich ist die EU gescheitert, als Wirtschaftskraft mag sie sich vielleicht noch eine Weile auf wackeligen Beinen  halten. Moralisch gesehen hat sie versagt.

Wann werden die Mauern zwischen den Staaten wieder ganz hochgezogen? Wann setzt der Schießbefehl an den Grenzen wieder ein?
Nichts, aber auch gar nichts, haben wir aus der Geschichte gelernt.

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
Dieser Beitrag wurde unter Mal kritisch angemerkt..., Wortbilder abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

33 Antworten zu Freundschaft

  1. Frau Tonari schreibt:

    Tja, der nationale Egoismus macht den europäischen Gedanken tot.
    Eine Union, die nur die den fetten Jahren funktioniert, ist es nicht wert, diesen Namen zu tragen.
    (An vielen Stellen bin ich allerdings auch kein Freund dieses Bündnisses. Ich denke da an etliche EU-Normen, die unsere besseren nationalen Standards verwässert haben. Oft nicht zum Besten.)

    Gefällt 4 Personen

  2. Katrin - musikhai schreibt:

    Der Mensch ist nur eines immer wieder: DUMM. Schade!

    Gefällt 1 Person

  3. Ingrid schreibt:

    Leider, leider hast du Recht. Europa ist nie ein Europa gewesen, wie ich es verstehe. Es war immer nur ein Ausnutzen und in die finanziellen Pötte packen. Wir stehen jetzt alleine da, aber vorher haben ‚wir‘ die Griechen und Italiener mit den ankommenden Bootsflüchtlingen alleine gelassen. Da hatten wir keine Zeit, weil ‚wir‘ (immer in Anführungsstrichen) die (griechischen) Banken retten mussten. Europa ist gescheitert, zu schnell gewachsen, nur wirtschaftlichen Interessen ausgeliefert gewesen. Ich bin (bange) gespannt, wie es weiter geht.

    Gefällt 1 Person

  4. minibares schreibt:

    Du hast Recht, wie sich alle abschotten!
    Grenzzäune ziehen…
    Da geht immer ein Schütteln durch meinen Kopf.

    Gefällt 1 Person

  5. cosmea49 schreibt:

    So sehe ich das längst. Man wäre besser bei der Europäischen Wirtschaftsunion geblieben. Es sind zu viele unterschiedliche Kulturen und Lebensformen. Europa sind nicht die Vereinigten Staaten von Amerika.

    Man hätte aber auch nicht denken müssen, dass automatisch alle anderen 27 Staaten der Vorgabe eines Staates so ohne weiteres folgen würden. Oder?! Das hätte mich ehrlich gewundert. Vielleicht hätte man die anderen vorher fragen sollen. Ich hab’s jetzt auch nicht gerne, wenn Entscheidungen für mich über meinen Kopf hinweg getroffen werden.

    Zudem hätten meiner Meinung nach Kriegsflüchtlinge, hier vor allem Frauen mit Kindern bzw. Familien Vorrang haben müssen.

    Die Bilanz zwischen Geben und Nehmen ist innerhalb der Gemeinschaft kaum ausgeglichen. Ich meine zwar, Deutschland nimmt schon auch. Man überlege einmal die ganzen wirtschaftlichen Hintergründe.

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, liebe Brigitte, es ist halt vieles ganz anders gelaufen, als man sich bei dem Gedanken eines Europas vorgestellt hat und so langsam scheint mir auch in wirtschaftlicher Hinsicht zuviel instabil zu sein.

      Bei dem Ansturm der Flüchtlinge wäre so eine Einteilung zwar wünschenswert gewesen, aber nicht realisierbar. Allein die Zahl der alleinreisenden Kinder und Jugendlichen, die zum Teil ins Nirvana verschwinden, macht mich schwindelig. Wo gehen sie hin? Was wird aus denen? Mal abgesehen von denen, die traumatisiert sind, gibt es sicher auch viele, die sich wie in ihrer Heimat durchschlagen müssen – irgendwie und sicher nicht immer legal.

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  6. Frau Momo schreibt:

    Angst macht mir aber vor allem auch die Zustimmung hier im Land zu dem Mausrutscher von der Storch…. Und ich finde ganz ehrlich, Ungarn, Polen und noch so einigen anderen Ländern gehören sämtliche Subventionen entzogen

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  7. ernstblumenstein schreibt:

    Wie Recht Du hast liebe Anna-Lena! Schengen ist längst Geschichte, nur wollen es viele noch nicht wahrhaben. Ich hoffe, dass die EU nicht auseinander fällt, weil die jahrzehntelange Sicherung des Friedens in Europa ihr grösster Verdienst ist. In ihrer heutigen Form ist die EU aber nicht lebensfähig, weil sie nicht den Bürgerinnen und Bürgern dient sondern nur dem Geldadel und sich selber als Institution. Noch hoffe ich, dass ich Unrecht habe…

    Gefällt 2 Personen

  8. Michael Hermann schreibt:

    Es zeigt sich, dass Europa einer wirklichen Belastungsprobe nicht standhält. Leider. … es wäre sooo schön gewesen.
    Mit lieben Grüßen,
    Michael

    Gefällt 2 Personen

  9. Sylvia Kling schreibt:

    Leider sah ich erst heute Deinen Beitrag.
    Du hast eine wunderbare Brücke gebaut von dem Thema „Freundschaft“ zum aktuellen, uns wohl alle beschäftigenden Thema.
    Manchmal kann man gar nicht mehr (er)fassen, was sich hier abspielt und mir geht es manche Tage so, als glaube ich, morgen früh ist alles vorüber. Nun ja, mein Idealismus hält sich in Grenzen.
    Meinen Vorrednern kann ich nur zustimmen und Dir für diesen Beitrag wieder einmal danken.
    Herzliche Grüße
    Sylvia

    Gefällt 1 Person

  10. die3kas schreibt:

    Die Geschchte wiederholt sich immer wieder, leider.
    Jeder, auch jede Generation muss scheinbar ihre eigenen Fehler machen…
    Blöd nur das Deutschland da immer hervor sticht :-/

    Liebe Grüsse, kkk

    Gefällt 1 Person

  11. bruni8wortbehagen schreibt:

    und doch gibt es da eine Frau, die diesen europäischen Gedanken noch nicht aufgegeben hat und weiter daran arbeitet, obwohl es im Moment so aussichtslos aussieht…
    Sie hat die Humanität immer noch vor Augen und wir sollten sie nicht fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel, weil es utopisch scheint, was sie tut, bzw. was sie scheinbar möchte.
    Fällt sie, was passiert dann? Besseres? Wohl kaum. Schlechteres als jetzt? Ich denke es und es ist ein mieses Gefühl in mir, wenn ich denke, alle Staaten machen ihre Grenzen dicht, jeder arbeitet nur noch für sich, obwohl es da die Bemühungen gibt,die inzwischen so sinnlos erscheinen…
    Geschlossene Grenzen ringsum? Was wäre das für ein Rückschritt…

    Wenn Träume zerplatzen, dann sollten wir neu träumen, liebe Anna-Lena.
    Ich weiß, ich bin ein hoffnungsloser Optimist, aber so ist es nun mal mit mir.
    Gerade habe ich erlebt, wie utopisch mein Optimismus sein kann, aber ich lasse ihn mir nicht nehmen! Nein, das will ich nicht. Er tut mir gut.

    Schlaf gut und träume einen guten Traum, liebe Anna-Lena.

    Herzlichst
    Deine Bruni

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, es scheint utopisch und ich bewundere sie für ihrem unermüdlichen Einsatz. Allerdings denke ich auch mit Schrecken daran, was wäre, wenn sie aufgäbe.

      Bleiben wir in der Fraktion der Optimisten, liebe Bruni, selbst wenn der Wind eher Pessimismus bläst.

      Liebe Grüße am Morgen,
      Anna-Lena

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  12. bruni8wortbehagen schreibt:

    Ja, hoffen wir, daß noch viele andere gibt, die daran glauben, trotz allem, was dagegen spricht!

    Gefällt 1 Person

  13. Agnes schreibt:

    Da hast Du wohl leider sehr recht, zumindest sehe ich das auch so, die EU ist gescheitert, das zeichnete sich schon bei den Griechenland Problemen ab, und jetzt zeigen alle ihr wahres Gesicht.
    Jeder will nur den Nutzen aus der EU aber selber keine Opfer dafür bringen, so funktioniert das leider nicht.

    Gefällt 1 Person

    • Anna-Lena schreibt:

      Und doch haben sie sich wieder geeinigt – irgendwie -, weil sie alle den Verlust von Wirtschaft und Macht fürchten.
      Ist das ein Trauerspiel.

      Gefällt mir

      • Agnes schreibt:

        Ein Trauerspiel, Du sagst es.
        Solche Kompromisse dienen nur dazu, dass niemand das Gesicht verliert, und alle sich wie die Gewinner der Diskussion fühlen.
        Die Verlierer sitzen, wie immer, im Volk, wir werden immer wieder für dumm verkauft.
        Denke die Politiker eigentlich wir sind so dumm und merken das nicht? Unterschätzen die das Volk dermaßen?
        Oder sind die so dumm und können nicht anders handeln weil der Grips nicht weiter reicht?
        Ich weiß dabei nicht was das größere Übel ist.

        Gefällt 1 Person

  14. Lutz schreibt:

    Du hast vollkommen recht. Was sich da gerade abspielt in Sachen Flüchtlinge ist eine Schande. Diese Länder sollten alle aus der EU ausgeschlossen werden. Aber ein Ende Der EU kann sehr gefährlich für alle sein. Als einzelner Staat hat man heute keine Chance mehr gegen den anderen Bündnissen. Die Engländer werden sich noch wundern, wenn sie austreten fangen die Probleme erst richtig an für sie. Am Beispiel Schweiz sieht man das sehr deutlich.
    Leider hat man bei der Aufstockung der EU jedes Land aufgenommen, die da gar nicht rein gehörten. Die hätten besser erst ihre Hausaufgaben machen sollen. Dir einen schönen Sonntag. L.G.

    Gefällt 1 Person

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