Das „Tal der Ahnungslosen“

Das „Tal der Ahnungslosen“

Das war die Bezeichnung des Gebietes um Dresden, in dem der Empfang des Westfernsehens bis 1989 äußerst schwierig war.
Dresden ist eine so herrliche Stadt, die ich mittlerweile mehrfach besucht habe. Und viele Sachsen habe ich als freundlich, offen und herzlich kennengelernt.
Das Gebiet um Dresden ist landschaftlich eines der schönsten in Deutschland, das ich kenne.

Sachsen
Momentan blicken viele mit Sorgen nach Dresden.
Pegida hat wieder Zulauf und die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Es scheint, als fehlten nur wenige Tropfen Öl, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Ein Jahr Pegida,
schmutzige Lieder,
befremdliche Gedanken,
Gemüter schwanken.

Braunes Gedankengut
getragen von blinder Wut
tut niemandem gut.

Wo bleibt der Aufschrei?
Die Argumente dagegen?
Wollt Ihr mit jenen
Seite an Seite gehen?

Wehrt Euch,
zeigt Euer Gesicht!
Überlasst denen die Bühne nicht,
den Braunen und radikalen Rechten!

Wenn der Funke überspringt
und der Mob das Volk gewinnt,
sind wir da, wo wir mal waren.
Wollt Ihr das noch einmal haben?

Feuerstelle

©G.B. 15.10.15

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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34 Antworten zu Das „Tal der Ahnungslosen“

  1. Helmut schreibt:

    Sind die Anhänger der Pegida nicht irgendwie heute noch ahnungslos? Die Vielfalt der Medien kann altes Misstrauen wohl gar nicht auffangen und genauso ahnungslos zurücklassen wie der Mangel an Informationen. Und wenn dann noch tatsächlich die Macht der Medien missbraucht wird, verstehe ich sogar die Meinung, es gebe eine „Lügenpresse“. Hier habe ich mich gerade schon damit auseinandergesetzt: http://www.maierlyrik.de/blog/2015/10/15/relevante-informationen-braucht-das-land/

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  2. Sylvia Kling schreibt:

    Leider kann ich das als Dresdnerin nicht behaupten, das Dresdner/innen allgemein freundlich, offen und herzlich sind (natürlich gibt es diese auch – sonst wäre es arg schlimm). Dresdner sind auch recht maulfaul und mufflig und leider oft in ihrem Denken recht beschränkt. Aber sicher ist das eine subjektive Auffassung …
    PEGIDA zeigt nun endlich ihr wahres Gesicht. Monatelang hat sich diese Bewegung als „ach so“ friedlich und spaziergangmäßig gemütlich gezeigt, sich permanent gegen die Behauptung gewehrt, sie sei rechtsorientiert.
    Jene Dresdner, die nicht mitlaufen, schweigen betreten und sehen zu – auch Schweigen und Ignoranz sind für mich ein Zeichen von Duldung und in diesem Sinne laufen sie mit.

    DANKE für Dein Gedicht – das spricht mir aus dem Herzen.

    Herzlich sächsische Grüße
    Sylvia

    PS: In den nächsten Tagen stelle ich mein Gedicht „In Dresden“ ein – wie passend ;-).

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    • Anna-Lena schreibt:

      Auch Berliner und Brandenburger bringen merkwürdige Exemplare der Gattung Mensch hervor, das ist normal und auch abhängig von den Augen des Betrachters.

      Mich belastet das schon sehr, was Pegida und AfD momentan für Zulauf haben und was daraus entstehen kann. Ebenso, wie die Medien alles hochkochen und bis zum Letzten „ausweiden“ . Ein eisiger Wind weht durch Deutschland und das im doppelten Sinn.

      Brandenburgische Grüße nach Sachsen,
      Anna-Lena

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      • Sylvia Kling schreibt:

        Ja, das ist sicherlich wahr. Meist ist der Blick anders, wenn wir irgendwo zu Besuch weilen. Ich zum Beispiel mag die Brandenburger und Berliner, deren lockere Art, deren Offenheit, sehr. Nach den 40 Jahren, die ich in Dresden lebte, bin ich mir noch nicht sicher, ob ich – gerade in Anbetracht der Situation – in fünf Jahren (wie geplant) an den Rand von Dresden zurückkehre.

        Mein Lebensgefährte und ich sitzen bereits seit dem frühen Vormittag und lesen verschiedene Artikel – auch zur aktuellen Flüchtlingsproblematik und uns graut es massiv.
        Dieser Galgen des Mobs ist eine Drohung, der Mob wird gefährlicher und ich weiß nicht, wie das noch in den Griff zu bekommen ist.

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        • Anna-Lena schreibt:

          Ich denke, manche Brandenburger Berichte sind ähnlich. Es ist doch einfach, in der Masse unterzutauchen, wie in einer Herde mitzulaufen und mitzugröhlen.

          Allerdings sind die Grenzen des guten Geschmackes lange überschritten.
          In fünf Jahren, liebe Sylvia, kann so viel passieren, da mach dir mal den Kopf nicht jetzt schon heiß.

          Ich grüße dich herzlich,
          Anna-Lena

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  3. Sylvia Kling schreibt:

    Ergänzung: Das „Mitlaufen“ ist vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber sicher weißt Du, was ich damit ausdrücken möchte.

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  4. Lutz schreibt:

    Toll gedichtet. Du hast recht, Dresden ist wirklich eine tolle Stadt. L:G.

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  5. meinesichtderwelt schreibt:

    Erst mal: ich hab aufs Bild geklickt und mich wieder mal in Dresden verliebt, das ist auch für mich eine der schönsten Regionen, die ich bislang in Deutschland entdecken durfte … zum Thema Mundfaul und Mitlaufen: das Tal der Ahnungslosen reicht weit, der Zulauf ist groß. ABER: es hilft nur, dagegen laut zu werden. Zu sprechen, zu wiedersprechen. Oder zu dichten 🙂 Immer wieder, danke für deine Worte – und einen lieben Gruß in den Nachmittag von Doris

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    • Anna-Lena schreibt:

      Auch eine Dresden-Liebhaberin – wie schön, liebe Doris 🙂 .
      Ich bin – im Gegensatz zu früher -kein Demomensch, solche Massen kann ich einfach nicht mehr ab. So kann ich wenigstens meinem Herzen Luft machen, um nicht zu ersticken.

      Ich grüße dich herzlich zurück,
      Anna-Lena

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  6. Emily schreibt:

    Außen hui und innen… Ach, ich sehe im Augenblick in die Medien und weiß nicht, was ich serviert bekomme, oder was wirklich Wahrheit bedeutet. Viele Menschen sind ahnungslos, haben Angst und Sorgen. Andere brauchen die Anerkennung. Wollen Mitläufer sein und Bestätigung bekommen. Meine Güte, die Welt ist für uns alle da. Teilen ist so einfach und gleichzeitig doch so bereichernd. Mauern dagegen haben noch nie geholfen. Verhalten zu ändern fordert Offenheit und Einsehen. Oder wenigstens Verständnis. Das ist Stärke.
    Aber, das brauche ich dir gar nicht zu erzählen 😉
    Komme gut ins Wochenende ♥ Liebe Grüße, Emily

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    • Anna-Lena schreibt:

      Die Medien schlachten aus und richten ihr Fähnchen zu sehr nach dem Stimmungswind. Es gibt nur noch wenige Sendungen, die ich gezielt anschaue und wo ich mich informiere, alles andere wird unerträglich.
      Dass Menschen Sorge haben, kann ich sogar verstehen, aber zerreden und jammern bringt nicht weiter, Handeln ist gefordert und jeder kann etwas dazu beitragen.
      „…die Welt ist für uns alle da. Teilen ist so einfach und gleichzeitig doch so bereichernd. Mauern dagegen haben noch nie geholfen. Verhalten zu ändern fordert Offenheit und Einsehen. Oder wenigstens Verständnis. Das ist Stärke.“ Das unterschreibe ich ganz dick!!!

      Auch für dich einen guten Start ins Wochenende,
      wir haben ab Montag Herbstferien.
      Herzlich,
      Anna-Lena

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  7. freiedenkerin schreibt:

    Ich habe vor drei oder vier Jahren mal ein Wochenende in Dresden verbracht, bin zu Gast in der WG junger Studenten/innen gewesen, und habe jeden Augenblick zutiefst genossen. Dresden habe ich als wunderschön, das Herz und die Sinne erfreuend kennen gelernt. Deshalb tut es mir in der Seele weh, wie diese tolle Stadt von den Pegidioten missbraucht wird…

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  8. bara schreibt:

    Dein Gedicht, liebe Anna-Lena, geht uns alle an.
    Die heutige Situation drückt inzwischen immer mehr aufs Gemüt.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  9. Frau Momo schreibt:

    Ich war inzwischen zweimal in Dresden. Die Stadt hat mir auch gefallen, wobei mir Leipzig besser gefällt, vielleicht auch, weil man spürt, das es offener ist. Ich war schon mal als Schülerin in Dresden und in Königstein (also noch lange vor dem Mauerfall) und hatte keine guten Erinnerungen an Dresden. Leben wollen würde ich da nicht, aber als Touri war ich sicherlich nicht das letzte Mal dort und vielleicht fahren einige Kollegen und ich am Montag hin, um Pegida zum „Geburtstag“ zu gratulieren. Standesgemäß selbstverständlich.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Vor dem Mauerfall war Dresden sicher nicht so attraktiv wie heute. In Königstein ist ja eine sehr bekannte Jugendherberge, die ich vor ein paar Jahren für eine Klassenfahrt buchen wollte. Hat nicht geklappt, somit sind wir auf Burg Hohnstein gelandet, die auch sehr schön war.
      Solltest du am Montag fahren, wirst du sicher davon berichten…

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  10. Ingrid schreibt:

    Die Entwicklung ist in der Tat besorgniserregend 😦

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  11. Agnes schreibt:

    Wir haben vor vielen Jahren mal Urlaub im Elbtal gemacht, das war sehr schön.
    Eine Wanderung mit einem Ranger haben wir in allerbester Erinnerung, das war ein Erlebnis.
    Die Wanderung führte auch durch ein Flußtal, ich glaube der liegt in Grenznähe und wir fuhren mit einem Floß einen Teil des Weges zurück. Kann das die Kirnitzsch gewesen sein?
    Es war jedenfalls ein wunderschöner Tag.

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  12. bruni8wortbehagen schreibt:

    Ja, Dresden und Umgebung ist schön und doch schützt diese Schönheit leider nicht vor Extremismus und lauten Hetzrufen. Auch mir macht das alles Angst, was ich da höre und lese und meine Meinung zu Fremdenhass und rechten Gedanken kennst Du, liebe Anna-Lena
    und doch gehe auch ich nicht zu Demos, um die Gegenseite zu vertreten, weil ich mich in sämtlichen Demos extrem unwohl fühle. Kommt vielleicht von einem Erlebnis in den 70er Jahren in Athen, als wir unabsichtlich in eine schreckliche und bürgerkriegsähnliche Demo hineingerieten, weil wir zur dieser Zeit an diesem Ort waren, als Touristen. Die Polizei griff alle Demonstranten mit Tränengas in großem Stil an und vor Rauch war kaum noch etwas zu sehen u. das Atmen wsr schwierig…
    Seitdem meide ich Orte, an denen ähnliches passieren könnte, weil es lebensbedrohlich und sehr beängstigend war, was mir da passierte.
    Ich war damals noch sehr jung und der Schock sitzt tief.

    Liebe samstägliche Grüße von mir an Dich

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    • Anna-Lena schreibt:

      Merkwürdig, wie Erlebnisse einen prägen. Wir hatten Ende der 70er Jahre auf dem Weg nach Damaskus eine Zwischenlandung in Athen und mussten mehrere Stunden in Athen in der Maschine verbleiben, mit bewaffneten Soldaten im Gang.

      Seitdem fliege ich nicht mehr gerne 😦 .

      Nachdenkliche Grüße zu dir!

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  13. ernstblumenstein schreibt:

    Kompliment liebe Anna-Lena für diesen überzeugenden fundierten Aufruf. Wir haben bei uns in der Schweiz eine fremdenfeindliche und polemisierende Volkspartei rechts de Mitte, die leider bei den Wahlen wieder starken Zulauf erhielt. Diese Entwicklung bei uns ist ebenfalls gar nicht gut.
    Dir einen guten Start in die Woche. Liebe Grüsse

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  14. Märchenfrau schreibt:

    Armes Dresden! Das hat diese schöne Stadt nicht verdient.
    Es macht mir Angst. Große Angst.
    (Insgeheim leiste ich oft Abbitte bei meinen Vorfahren, denen ich als Schülerin immer wieder ihr Nichtstun in der braunen Zeit vorgeworfen hatte. Nun sehe ich: Man kann dagegen fast nichts tun und solange kackbraune Demos mehr geschützt werden als andere, fehlt mir auch jede Kraft dazu.)
    Lieber Gruß
    Ele

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    • Anna-Lena schreibt:

      Wir haben diese Zeit zum Glück nicht erlebt und können uns kein Urteil erlauben, wer und warum geschwiegen hat. Dafür sehen wir heute diesen gefährlichen Weg so deutlich vor uns, der von den Kriegsschauplätzen flankiert wird. Auch mir bereitet das große Sorgen und irgendwie auch Angst. Doch Angst darf uns nicht beherrschen.

      Liebe Grüße auch zu dir,
      Anna-Lena

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  15. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ja leider gibt es momentan keine guten Nachrichten aus Dresden. Die Bilder im Fernsehen erschrecken mich auch – und das quasi vor unserer Haustür.
    Aber unsere Gegend rund um Dresden ist wirklich landschaftlich so schön. Ein Paradies für Kletterer und Wanderer.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

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