Jojo Moyes: Ein Bild von dir

Mein heutiger Lesetipp

Mit Spannung habe ich den neuen Roman von Jojo Moyes erwartet und gleich vorweg – er hat mich gefesselt, wie auch ihre anderen Romane.

Die Handlung spielt in zwei unterschiedlichen Zeiten.

St. Peronne in Frankreich im Jahr 1916.

Deutsche Truppen haben den Ort besetzt und den Soldaten schlägt die feindliche Haltung der Einwohner entgegen. Sophie, ihre Schwester mit zwei Kindern und der jüngere Bruder führen das Hotel der verstorbenen Eltern weiter und versuchen, zu überleben, während die Ehemänner der beiden Schwestern im Krieg sind.
Sophie ist die Frau des bis dahin unbekannten Malers Edouard, der ihr ein selbst gemaltes Portrait von ihr hinterlassen hat, das einzige sichtbare Bindeglied zwischen beiden.
Als die Deutschen verlangen, im Restaurant des Hotels Abend für Abend beköstigt zu werden, wird das Bild für Sophie zum Prüfstein. Sie hofft, dass es ihren Mann aus dem Arbeitslager retten kann.

London 2006

Liv hat vor vier Jahren ihren Mann David verloren und verharrt seitdem in Trauer. Geblieben sind das selbst erbaute Haus des berühmten Architekten und ein Gemälde, das er sieben Jahre zuvor in Spanien für sie gekauft hat.
Am vierten Jahrestag von Davids Tod lernt sie Paul kennen und macht durch ihn den ersten schüchternen Versuch, in ihr altes Leben zurückzukehren.
Paul arbeitet in einer Firma, die versucht, verschwundene Gemälde, die die Nazis gestohlen haben, ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben.
Als Paul das Gemälde der „Jeune femme“ in Livs Schlafzimmer entdeckt, gerät die gerade beginnende Freundschaft zwischen Liv und Paul in eine harte Belastungsprobe.

Das Gemälde der „Jeune femme“ , ein Portrait von Sophie, ist das Symbol, das die beiden Frauen und ihre Partner miteinander verbindet.
Liv weigert sich, das Gemälde zurückzugeben. Obwohl sie hoch verschuldet ist, lässt sie sich auf einen zunächst aussichtslosen Prozess ein, in dem Paul die Gegenseite vertritt.
Liv lässt nicht nach, mehr über die unbekannte Sophie zu erfahren, von der seit ihrer Verhaftung durch die Deutschen niemand etwas mehr gehört hat.

So verbinden sich die beiden Erzählstränge und Zeitebenen gekonnt zu einem Ganzen, zu einem Roman, der einen tiefen Einblick in die von Deutschen geschriebene Geschichte des Städtchens Peronne erlaubt, aber auch ein unschönes Kapitel der deutschen Nazizeit, den Raub von Kunstgegenständen beschreibt.
Letzthin geht es auch um das Loslassen und den Blick nach vorn, der einem lange Zeit verloren scheint, wenn traurige Ereignisse das Leben beschatten.

Wie auch die anderen Romane Jojo Moyes ist auch dieses neue Werk berührend, unterhaltsam und mitreißend. Ich habe es sehr gern und mit Spannung gelesen und daher kann ich es nur weiter empfehlen.

Jojo Moyes: Ein Bild von Dir
Januar 2015
ISBN: 978 3 499 269721
539 Seiten, € 14,99

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Bildquelle und Leseprobe

© G. Bessen 14.2.15

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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13 Antworten zu Jojo Moyes: Ein Bild von dir

  1. piri ulbrich schreibt:

    Um dieses Buch bin ich auch schon drumrum geschlichen – jetzt werde ich es kaufen!

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  2. moma58 schreibt:

    Habe schon zwei von ihr gelesen. Schreibt einfach klasse, finde ich. Mit gefällt immer wieder der tiefe Sinn der da dein steckt.
    Danke fürs drauf aufmerksam machen.

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  3. bruni8wortbehagen schreibt:

    klingt gut, liebe Anna-Lena.
    Ich glaube, Du verschlingst die Bücher. So ein schneller Leser bin ich wirklich nicht. Du hast es in wortbehagen ja gelesen *g*
    Herzliche liebe Grüße von mir

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  4. Ingrid schreibt:

    Da hast du mir Appetit gemacht, zumal mir ihr erstes Buch gefallen hat. Ich werde es mal auf meine Liste ‚Lesewünsche‘ setzen.
    Liebe Rosenmontagsgrüße, Ingrid

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  5. Isa Schikorsky schreibt:

    Scheint sehr interessant zu sein. Aber: Ist das Datum „1916“ korrekt? Dann wäre es der Erste Weltkrieg. Da fehlt mir dann der Bezug zu den Nazis.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Der Einwand ist korrekt, es war aber 1916 und der Bezug zu den Nazis taucht erst später auf, als man die unzähligen gestohlenen Kunstgegenstände in Berchdesgarden fand, die Hauptsächlich im zweiten WK gestohlen wurden.
      Das Buch klärt an dieser Stelle auf. Mehr will ich aber nicht verraten… 😉 .

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  6. buchstabenwiese schreibt:

    Ich habe auch schon ein Buch von ihr gelesen … nein gehört. Das war wunderschön.
    Ich glaube, das hier kommt mal auf meinen Wunschzettel. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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  7. suebilderblog schreibt:

    Dieses Buch steht auch ganz oben auf meiner Lesewunschliste. Ich möchte es mir aber gerne für den Sommerurlaub aufbewahren…..aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es bis dahin aushalte ;-).
    Hast Du denn auch die kleine Vorgeschichte dazu gelesen (das dünne Buch „Die Tage in Paris von Jojo Moyes“)??? Ich werde mir auf jeden Fall BEIDE Bücher zulegen.
    Im Moment lese ich „Der Engelsbaum“ von Lucinda Riley, wäre vielleicht auch etwas für Dich.
    LG und viele entspannte Lesestunden wünscht Dir
    Susanne

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    • Anna-Lena schreibt:

      Danke für den Tipp, liebe Susanne 🙂 .
      Die Vorgeschichte habe ich nicht gelesen, aber das Buch wird dir gefallen.
      Ich bin gestern Abend mit „Eine Handvoll Worte“ fertig geworden. Auch das hat mir sehr gefallen.

      Liebe Grüße auch an dich und dass der Sommerurlaub bald kommen möge 🙂 .

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