Dresden muss schweigen

Dresden muss schweigen

Was ist los in dieser Stadt, die im Februar 1945 durch amerikanische und britische Bomben zerstört wurde und sich heute mit Recht stolz als „Elbflorenz“ rühmen kann?

Dresden

Ein möglicher Terroranschlag gegen den Pegida-Führer Lutz Bachmann hat zu einem generellen Demonstrationsverbot für den heutigen Tag geführt. Wenn es als heutige Sicherheitsvorkehrung nötig sein sollte, ist es zu akzeptieren, selbst wenn diese Maßnahme den Werten eines demokratischen Rechtsstaates widerspricht. Doch wie ernst ist diese Bedrohung in Dresden wirklich? Kann es nicht auch eine Maßnahme sein, die unzähligen Pegida-Anhänger heute einfach mal in Schach zu halten?
Und was wird in den kommenden Wochen sein?
Werden die Menschen in anderen Städten vermehrt auf die Straße gehen? Oder setzt das ein, was wir alle nicht wollen, dass die Angst vor Terror uns in die Knie zwingt?

©G.B. 19.1.15

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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32 Antworten zu Dresden muss schweigen

  1. leonieloewin schreibt:

    Wichtige Gedanken – ausgesprochen/geschrieben zu einem ernsten Thema. Danke

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  2. Helmut schreibt:

    Ich bin eher der Meinung, dass die Veranstalter_innen ihren Gefolgsleuten ganz gerne mal eine Pause gegönnt haben um zu zeigen, dass die islamistische Bedrohung tatsächlich in Dresden angekommen sei. Sie haben die Veranstaltung immerhin schon abgesagt, bevor das endgültige Njet der Polizei gekommen ist.

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  3. Ingrid schreibt:

    Es hinterlässt einen sehr bitteren Beigeschmack, egal, ob jetzt ein begründeter Verdacht besteht oder nicht. Ich weiß jetzt nicht, was ich schlimmer finde … Wie wird das nur weiter gehen?
    Nachdenkliche Grüße, Ingrid

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  4. Pauline schreibt:

    Das die Polizei die Pegida-Demo aus sicher berechtigten Sicherheitsgründen abgesagt hat, die Hintergründe kennt nun mal nur die Polizei, kann ich gut nachvollziehen, liebe Anna-Lena.
    Aber warum auch alle anderen Demos? Das erscheint mir sehr rätselhaft!
    Ganz liebe Grüße von der ♥ Pauline ❤

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  5. freiedenkerin schreibt:

    Würde das den Zulauf zu Pegida & Co. nicht noch mehr schüren, nicht noch ungleich gefährlicheres Öl ins Feuer gießen, wenn man die heutige Demo nicht abgesagt hätte, und dann tatsächlich etwas Furchtbares geschehen wäre?… Eine Demokratie hat natürlich das Recht der Bürger auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu schützen und zu respektieren. Doch das Leben der Menschen wiegt in Ausnahmefällen mehr als das… Vielleicht hatten Bachmann und seine Schergen schlicht und ergreifend die Hosen voll, und aus diesem Grunde den montäglichen „Spaziergang“ heute abend abgeblasen, bevor die Polizei dies getan hat.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Du hast völlig recht und ich begrüße die Entscheidung für heute in Dresden. Aber damit ist die Gefahr ja nicht aus der Welt. Sie ist nach wie vor real und überall. Aber genau das wollen und dürfen wir ja nicht, uns von der Angst einschüchtern zu lassen. München hat heute Abend Gesicht gezeit, wie auch andere Städte, das macht Hoffnung.

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      • freiedenkerin schreibt:

        Grade vorhin habe ich in der ORF Zeit im Bild 2 gesehen, dass heute nachmittag in einem Regionalzug im Salzburger Bahnhof ein Zettel mit der Aufschrift „Bombe!“ gefunden worden ist. Darauf haben etliche Hundertschaften Polizisten den Bahnhof abgeriegelt, zwei Stunden lang lag der gesamte Zugverkehr darnieder. Endlich konnten die hinzugezogenen Sprengstoff-Spezialisten Entwarnung geben, es habe sich um einen schlechten Scherz gehandelt. Heute Mittag durchkämmte ein Polizeitrupp die Münchner Residenz, weil am Abend ein Bankett mit hochrangigen Gästen statt gefunden hat. Ich kann mich nicht entsinnen, dass dies jemals der Fall gewesen wäre, jedenfalls nicht in dem Jahr, in dem ich nun im Schloß arbeite…
        Manches scheint an Hysterie zu grenzen. Und ist doch aber auch wieder so verständlich…
        Ich wäre heute abend bei „München ist bunt“ so gerne dabei gewesen. Nach Feierabend wollte ich mich nur ein Viertelstünderl auf der Couch entspannen, und dann losziehen. Zwei Stunden später bin ich aufgewacht… :-/ Na ja, beim nächsten Mal bin ich wieder mit von der Partie…

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        • Anna-Lena schreibt:

          Gibt es noch miesere Scherze? Wohl kaum! Mir ist Sicherheit, so weit sie möglich ist, auch lieber. Da müssen wir nun durch!
          Es war ein bunter Aufmarsch in München, ich habe es in den Nachrichten gesehen.
          Und du hast den Schlaf der Gerechten erlebt, das brauchte dein Körper eben mehr 😉 .

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  6. Lutz schreibt:

    Es gab wirklich eine Bedrohung für den Vorsitzenden der Pegida. Die Entscheidung ein Demo Verbot war genau richtig . Stell dir mal vor sie hätten das nicht gemacht und es wäre was passiert. Dann wären sie alle wieder aufgestanden und hätten gerufen “ Warum habt ihr die Demo zugelassen “ Ich sehe das nicht als Einknicken vor der islamischen Bedrohung. In Düsseldorf und Duisburg wird am Abend schon wieder demonstriert.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. L.G.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich halte die Entscheidung auch für richtig, aber die nächsten Demos werden kommen. Und die Möglichkeit eines Sicherheitskonzeptes, an dem gearbeitet wird, ist zu begrüßen, aber eine absolute Sicherheit gibt es nicht, es kann uns alle ganz unverhofft irgendwo treffen.
      Auch dir einen schönen Abend.
      LG Anna-Lena

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  7. hoetuspoetus schreibt:

    Ich schließe mich an …. – was ist schlimmer … und wo wird DAS noch hinführen …?

    Aber ICH lasse mir DAS, woran ich denke – wofür ICH stehe ….
    das Reden – das Lachen ….. und DAS LEBEN nicht verbieten! Von NIEMANDEM!

    Liebe Grüße … Katja

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  8. Gudrun schreibt:

    Vor allem verlagert das die Pegida nun noch mehr in meine Stadt, in der sie nicht willkommen ist und was auch am vergangenen Montag 35000 Leute gezeigt haben. Dresden hat schon einen nachweisliche Imageverlust. Das könnte sich auf den Tourismus auswirken.
    Meine älteste Tochter lebt in den USA. Heute schrieb sie in facebook darüber, dass heute in ihrem Land „Martin Luther King Day“ ist. Der hat in den Sechzigern gesagt: „Wenn wir nicht lernen, miteinander als Brüder zu leben, dann werden wir miteinander als Narren untergehen.“ Wie aktuell das gerade wieder ist!
    Gruß von der Gudrun

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    • Anna-Lena schreibt:

      Was macht diesen Unterschied zwischen Leipzig und Dresden aus? Ist es eine Mentalitätsfrage? Sind es Erfahrungswerte? Ich steige da nicht so richtig durch.
      An Martin Luther King sollten wir uns noch viel mehr ein Beispiel nehmen.
      Liebe Grüße zu dir nach Leipzig, liebe Gudrun.

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  9. regenbogenlichter schreibt:

    Mal ganz abgesehen davon, dass jeder das Recht zu freier Meinungsäußerung haben sollte, verstehe ich die Dresdner in Sachen Pegida manchmal nicht. Egal was sie nun wirklich wollen, ich glaube nicht, dass das die richtigen Leute sind, denen sie da hinterher laufen.
    Dresden, Elbflorenz (übrigens nicht erst seit heute… http://de.wikipedia.org/wiki/Elbflorenz), sollte eine weltoffene Stadt sein. Was jetzt passiert, enttäuscht mich. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie zu wenig von der „Welt“ sehen, bzw.bei sich haben.
    Sowas bringt immer auch (ungeliebte) radikale Kräfte von der anderen Seite auf den Plan. Und so ganz unschuldig ist die „westliche Welt“ an ihrem „groß“ werden nun auch nicht. Waffenlieferungen,Ausbildung etc.
    Und so war es vernünftig.Tote und dann vielleicht „Märtyrer“ und große Helden brauchen wir in der Sache nicht…
    Und ich hoffe, ganz im Sinne von Martin Luther King, dass jetzt alle Vernünftigen von allen Seiten aufstehen und den Unvernünftigen Einhalt gebieten.

    Liebe Grüße
    Ute

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    • Anna-Lena schreibt:

      Leider ist es ja auch so, dass viele Menschen unreflektiert ihren ganz persönlichen Politikfrust verstecken, indem sie sich der breiten Masse anschließen und mitlaufen. Vielleicht ist das in Dresden auch so und das macht die große Zahl der sog. Pegida-Anhänger aus. Wenn man die Wahlbeteiligung generell anschaut, kann man auf solche Schlüsse kommen. Schade, wenn man keine eigene politische Meinung hat und zum Mitläufer wird, wenn sich das kleinste Ventil bietet.

      Liebe Grüße zu dir.

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  10. finbarsgift schreibt:

    Dankesehr für dein Engagement, liebe Anna-Lena,
    liebe Morgengrüße
    vom Lu

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  11. cosmea49 schreibt:

    Mir stellt sich die Frage, warum man sich in Dresden überhaupt so aufregt. Sind sie so sehr zu kurz gekommen dort? Ich habe wirklich keine Ahnung.
    Gestern fand bei uns hier ein kleines Klassentreffen statt. Da erregten sich auch welche über Gebühr über Flüchtlinge, die uns alles wegnehmen. Was denn, bitte? Und wenn ich dann nachforsche, dann bekomme ich zu hören, dass man überhaupt nicht mehr zur Wahl ginge, denn das mache ja keinen Sinn mehr. Da bleibt mir doch die Spucke weg. Natürlich habe ich meinen Mund nicht gehalten. Querulantin halt!
    Möglicherweise ist es das Unvermögen mancher Ämter, welche Anwohner z. B. einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Man sollte die Leute vorab informieren. Denn könnte man ev. mit mehr Toleranz rechnen.
    Deine Fragestellungen fand ich übrigens sehr gut, diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt! Der Verdacht liegt irgendwie sehr nahe.

    Liebe Grüße, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      „Flüchtlinge, die uns alles wegnehmen“ und dann Wahlverdrossenheit. Wir haben sicher in unserem Land viele, denen es nicht gut geht. Aber auch nach dem Krieg wäre Deutschland ohne Hilfe arm dran gewesen.
      Vergessen darf man auch nicht, als man in den 60er Jahren nach Gastarbeitern rief – „und es kamen Menschen“ !!
      Das Gejammere auf hohem Niveau geht mir langsam so auf den Docht, das glaubst du gar nicht.
      Natürlich können wir nicht endlos Fremde aufnehmen, aber wir sind in der Pflicht zu helfen und wir brauchen geschulte Arbeitskräfte, die es scheinbar bei uns nicht mehr gibt.
      Mir hat ein Bericht aus Mühlheim gefallen, wo der Ort gezielt integriert, indem Flüchtlinge nicht in Massenunterkünfte gesteckt werden sondern gleich – gut verteilt – richtige Wohnungen bekommen. So etwas sollte mehr Schule machen.

      Ich grüße dich herzlich zurück,
      Anna-Lena

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      • cosmea49 schreibt:

        Max Frisch, gell. Wem sagst du das, ich kenne die Ablehnung ja nun wirklich ausreichend. Bin ich doch seit 1968 mit einem sogenannten „Gastarbeiter“ verheiratet. Es ist ein Witz. Schon das Wort klang viele Jahre lang wie eine Beschimpfung, und wir wurden auch beschimpft. Damals war ich teilweise jung und traute mich nicht. Heute gibt es bei doofen Bemerkungen, z. B. „Dein Mann doch nicht, der ist doch schon ewig hier!“ gleich was aufs Hirn. Und ich verbiete mir Beleidigungen, denn ich habe schließlich auch die italienische Staatsangehörigkeit.

        Ein Fell brauchst du, ein megadickes, wenn du hierzulande mit einem „Gastarbeiter“, welcher einem nach fast 50 Jahren Arbeit hier auch noch die Rente wegnimmt, verheiratet bist. Der so gut wie nie krank war und zudem für 2 ganz starke Steuerzahler gesorgt hat.

        Eigentlich bräuchte ich eine Keule.

        Und natürlich hat auch Bruni völlig recht.

        Liebe Grüße aber auch, Brigitte

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        • Anna-Lena schreibt:

          Lass mal die Keule liegen, liebe Brigitte. Dein Signore und du, ihr macht das ganz prima. Wenn ich richtig gerechnet habe, steuert ihr messerscharf auf die Goldene Hochzeit zu, das soll euch erst einmal jemand nach machen.
          Ich grüße dich herzlich,
          Anna-Lena

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  12. bruni8wortbehagen schreibt:

    Das Recht auf Demonstrationen ist hochwichtig für eine Demokratie (falls wir noch eine haben, ich grübele) u. es einzuschränken ist schwierig. In diesem Falle könnte es doch auch damit zu tun haben, daß die Stadt um ihr Image fürchtet, an ihre Touristen denkt…, aber daß es richtig war, alle Demos für diesen Tag zu verbieten, das weiß ich nicht so recht, glaube es eigentlich nicht.

    Daß uns Flüchtlinge oder auch „Auswanderer“ aus Weißrußland z.B. alles wegnehmen, ist einfach haarsträubender Unsinn und doch wächst leider eine innere und oftmals nicht zugegebene Unzufriedenheit mit den sogenannten Anderen, was ich einfach nicht begreifen kann.

    Brüder und Schwestern werden wir wohl nie alle werden, aber tolerieren sollten wir dringend lernen, falls wir es immer noch nicht können…

    Liebe Grüße von Bruni

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  13. Träumerle Kerstin schreibt:

    Es ist beängstigend, was sich hier vor unserer Haustür abspielt. Unsere jungen Leute fahren jeden Tag mit dem Zug nach Dresden zur Arbeit. Polizei ist nun verstärkt präsent. Das macht schon Angst, wenn man sich vorstellt, es könnte ein Anschlag passieren. Doch es kann jede große Stadt treffen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Nicht nur große, liebe Kerstin. In der Stadt meines Brötchengebers sah man gestern abend auch viel mehr Polizei als Demonstranten und die Polizei hatte zum Glück nichts zu tun.
      Herzliche Grüße zu dir ❤

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  14. ernstblumenstein schreibt:

    Entschuldige Anna-Lena, es geht mich fremden Fötzel ja gar nichts an. Trotzdem verfolge Ich eure Politik sehr interessiert, weil ich bei vielen Problemen fast „eins zu eins“ auf die Schweiz zurück schliessen kann. Dass der angeblich zurückgetretene Lutz Bachmann keine saubere Weste hat, ist bekannt. Ich glaube, dass eben nicht nur Fremdenhass und Angst vor dem Islam Leute mobilisiert, sondern dass viele Pediga-Anhänger Angst haben vor der eigenen Armut und eine Perspektivlosigkeit mitschwingt weil ihr Bildungsstand nicht so toll ist.
    Ich finde wie Du, dass sich die Politik viel mehr hinterfragen müsste, welche anderen Ursachen bei den „Wir sind das Volk“-Leuten noch mitschwingen! Aber es ist natürlich einfacher, diese Demos als fremden- und islamfeindlich abzutun! Könnte es wie in der Schweiz sein, dass die Politik sich viel zu weit vom Volk entfernt hat?
    Ganz ❤ Ernst

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, lieber Ernst, die Politik geht oft am Volk vorbei, das wird bei dir in der Schweiz genauso sein wie bei uns in Deutschland.
      Ich sehe es auch so, dass viele Mitläufer sind und diese Demos als Ventil für die eigene Unzufriedenheit nutzen. Allerdings scheint der Pegida nun die Luft auszugehen, wenn immer mehr aus der Führungsspitze zurücktreten.
      Sollte es am Ende doch alles heiße Luft gewesen sein und doch der Eine oder Andere zum Nachdenken angeregt worden sein?

      Liebe Grüße zu dir in die Schweiz ❤
      Anna-Lena

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