Tagesgedanken

Wir Menschen neigen dazu, die unangenehmen Dinge auszusitzen, in der Hoffnung, sie erledigen sich von alleine. Das mag ja hin und wieder der Fall im kleinen persönlichen Bereich sein, aber in größeren Dimensionen muss auf politischer Ebene gehandelt werden.
Dafür gibt es Politiker, die Verantwortung übernommen haben und die Vertreter des jeweiligen Volkes sind.

Der noch Regierende in Berlin hat das Desaster um den BER allzu lange ausgesessen. Nun nimmt er – angeblich freiwillig – seinen Hut und die Bürger sind gespannt, wer in seine Nachfolge tritt. Dann hat unser Wowi wieder Zeit, seinen Partywünschen nachzugehen, was seiner Figur durch mehr Bewegung sicher gut zu Gesichte stände.
Die BER-Pleite jedoch wird bleiben.

Die Welt schaut mit großer Sorge nach Osten zur türkisch-syrischen Grenze. Wie lange wollen die Verantwortlichen aller Staaten noch zusehen, wie die Kämpfe und das sinnlose Völkersterben in und um Kobane alleine auf weiter Flur ausgetragen werden? Wenn uns der IS dann mehr und mehr unterwandert, wird das Erwachen böse sein.

Seit Monaten sterben Menschen in Westafrika an dieser furchtbaren Seuche Ebola. Unterstützung ist gefordert, von allen Staaten der Welt. Die Krankheit breitet sich aus und wird auch uns mehr und mehr treffen. Die Pest im Mittelalter konnte man nicht so bekämpfen wie man es heute mit moderner Medizin kann. Da ist Einsatz gefordert. Bisher scheint auch das Problem nicht bei allen Verantwortlichen auf der politischen Bühne ins Bewusstsein gelangt zu sein.

Das Geld, das immer wieder für neue uneffektive Klimakonferenzen – und damit meine ich die Kosten der Klimakonferenz selber – gesteckt wird, würde so vielen Menschen helfen. Klimaschutz interessiert doch wirklich scheinbar niemanden wirklich, sonst wäre da bisher sicher mehr und effektiver gearbeitet worden.

„Derzeit sind mehr Menschen auf der Flucht als nach dem Zweiten Weltkrieg“ , las ich vor einiger Zeit irgendwo. Was tun wir dagegen? Wir leben unser Leben weiter, als beträfe uns das nicht. Irgendwo werden sie schon unterkommen, gerade in den alten Kasernen der neuen Bundesländer ist doch so viel Platz, so wird häufig diskutiert.

Anerkennung habe ich in diesen Tagen besonders

– für die Menschen, die am 9.Oktober 1989 in Leipzig unerschrocken friedlich demonstriert haben und ein wahres Zeichen gesetzt haben
– für Menschen, die den Mut zu haben, im schwersten Krankheitsfall ihr Ende selbst zu bestimmen
– für Menschen, die sich freiwillig als Helfer in die von Ebola betroffenen Gebiete begeben, um den Menschen dort zu helfen, selbst auf die Gefahr hin, daran zu erkranken oder gar zu sterben
Diese Gedanken lassen sich unendlich weiter spinnen…

100_1668Ich wünsche euch eine gute Woche.

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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19 Antworten zu Tagesgedanken

  1. minibares schreibt:

    Es brennt an allen Ecken und Enden.
    Wie sollen wir da helfen? Irgendwo anfangen, das wäre es.
    Aber wie???
    übrigens, wenn es mir so gehen sollte wie dem Journalisten letztens im Fernsehen, dessen Augen nur noch funktionieren, sonst gaaar nichts mehr, dann wähle ich auch das das Ende, das weiß auch mein Mann.

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  2. Pauline schreibt:

    Es gäbe wirklich noch vieles anzumerken, was in unserer Welt nicht stimmt, liebe Anna-Lena, bzw. was alles schief läuft. Da ich nicht alles in der großen weiten Welt ändern kann, vor allen Dingen nicht in den Betonköpfen unserer sogenannten Volksvertreter, die ihren Hintern immer ganz schnell in Sicherheit bringen, habe ich mir seit Jahrzehnten auf die Fahne geschrieben: kehre vor der eigenen Haustür! Da, wo ich helfen kann und die Hilfe auch erwünscht ist, bin ich mit voller Kraft und Elan dabei, egal wo und wieviel ich gearbeitet oder gelebt habe. Und ich bin fest davon überzeugt, wenn es diese kleinen Helferlein wie mich und Millionen andere nicht geben würde, wäre das Elend in der Welt noch viel, viel größer!
    Den Artikel über die Amerikanerin, die am 01. November in Würde sterben will, habe ich gelesen und ich ziehe den Hut vor dieser Frau.
    Ich wünsche Dir auch eine gute Woche mit lieben Grüßen von der ♥ Pauline ❤

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    • Anna-Lena schreibt:

      „kehre vor der eigenen Haustür!“ Ja, liebe Pauline, das ist auch mein Motto. Und mehr können wir als Fußvolk auch nicht machen, leider 😦 .
      Das Schicksal der Amerikanerin hat auch mich sehr bewegt. Das Thema Sterbehilfe hat auch wieder Brisanz bekommen und so manchem würde damit ein langes unnötiges Leiden erspart bleiben.
      Außerdem hat es mich an eine liebenswerte Mitbloggerin erinnert, die im Februar ihrem Leben ein Ende gesetzt hat 😦 .

      Hab eine gute Woche und ei herzlich gegrüßt!

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  3. werner schreibt:

    Liebe Anna-Lena 🙂
    Da hast Du gestern ja wieder mal einiges nachgedacht 😉
    Ja stimmt, aber nicht nur in Berlin, drücken sich Politiker vor ihrer Verantwortung. Nein auch Weltweit ist das “ sich von der Verantwortung drücken “ und “ wegsehen “ von Politikern angesagt! Zum Beispiel etwa in manchen Krisengebieten die Du da auch ansprichst.
    Wir, “ das gemeine Fussvolk “ können da eigentlich nur auf die Straße gehen, so wir es bei Euch damals 1989 die Menschen in Leipzig taten. Aber ? Ob das heutzutage noch hilft ist die große Frage?
    Wünsch Dir eine schöne Woche
    Gruß
    Werner

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    • Anna-Lena schreibt:

      Wenn man das politische Geschehen so verfolgt, wird der Bedarf, rückwärts zu essen immer größer.
      Auf die Straße gehen? Ja, das mag etwas bringen, aber doch nur für diejenigen, die zeitnahe Forderungen stellen und das ist meist mehr Gehalt, andere Tarifverträge usw…
      Das, was weit weg ist, interessiert doch die Wenigsten, weil es weit weg ist.

      Liebe Grüße in eine neue Oktoberwoche,
      Anna-Lena

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  4. Frau Momo schreibt:

    Unser Bürgermeister ist längst weg und das Milliardengrab Elbphilharmonie wird uns ewig an ihn erinnern.
    Ich ziehe auch meinen Hut vor denen, die gegen Ebola kämpfen. Ich unterstütze Ärzte ohne Grenzen mit einer monatlichen Spende, mehr kann ich nicht tun. Aber natürlich können wir was tun, direkt vor unserer Haustür.
    Bei uns auf der Insel ist binnen weniger Tage eine unglaubliche Hilfsbereitschaft für eine Flüchtlingsunterkunft entstanden. Jemand hat bei Facebook um Spenden gebeten und mittlerweile haben sie nicht nur reichlich Spenden, Menschen engagieren sich auch sonst für die Flüchtlinge. In der Notunterkunft ist sogar ein Spielzimmer entstanden. Es geht vieles, wenn wir es nur anpacken

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    • Anna-Lena schreibt:

      Wir hatten Ende September mit unserem 12er Jahrgang eine Methodenwoche zum Thema „Anders sein“ und hatten u.a. an einem Tag vier Asylsuchende aus Afrika bei uns zu Gesprächskreisen in Englisch und Französisch, eine Zusatzherausforderung für unsere Schüler :mrgreen: . Bei vielen Schülern hat es eine Ideenwelle für Hilfsaktionen losgetreten und da bleiben wir als Schule dran!

      „Es geht vieles, wenn wir es nur anpacken“ Genau so ist es !!!! 🙂

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  5. finbarsgift schreibt:

    Klasse hast du deine wichtigen Tagesgedanken hier für dich und uns notiert, liebe Anna-Lena, hab Dank dafür!
    Leider kann ich bei den meisten Dingen, die du erwähnst, nur aus der Ferne „zusehen“…
    diese Ohnmacht zu spüren, sie tut oft weh, und dennoch…

    geht das „lokale Leben“ halt einfach weiter und weiter…

    herzliche Grüße zum Abend
    vom Lu

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  6. Lutz schreibt:

    Toller Blog von dir. Aber was sollen die Politiker machen, wenn man sich über einen Einsatz in den Krisengebieten uneinig ist. Die Einen wollen helfen, die Anderen sind gegen Einsätze . Selbst ein Erdogan schießt lieber auf die Kurden als auf die Verbrecher der Isis. Meinen großen Respekt haben die freiwilligen Helfer in Kriesengebieten wie zum Beispiel jetzt bei der Ebola Seuche. L.G.

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  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    wie gut ist Dein Text hier, liebe Anna-Lena. Täglich sind sie sich ähnlich, diese Tagesgedanken und jeden Tag schütteln wir den Kopf über Únsinniges,. daß wir in der Presse erfahren .
    Für die Politik haben wir fast nur noch müdes Stirnrunzeln übrig, denn wir ändern nichts, sie lassen sich nicht dreinreden, die Politiker, sie tun und was sie tun, ist oft kaum zu begreifen.

    Der Verwaltungsapparat ist so träge und trügerisch geworden, daß wir schwer durchblicken und wir hoffen auf einen guten Weg, auf dem wir durch unser Leben gehen können, trotz der vielen schlimmen Krankheiten und Kriege, als würde nicht eines von beiden schon reichen. Nein, der Mensch produziert auch Kriege, Kämpfe und Menschenzerschlagen. Beim Darübernachdenken bekommen wir Kopfschmerzen und wir bekämpfen mit Chemie, weil das am schnellsten hilft und die Chemieiindustrie freut sich diebisch und produziert so viel sie kann…

    Frustrierte Grüße von Bruni in die Nacht hinein zu Dir

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  8. ernstblumenstein schreibt:

    Die Welt spielt verrückt, die normalen Menschen verstehen die nicht endenden Katastrophen nicht mehr und die, die die Mittel und die Macht hätten, etwas zu tun, sehen zu. Niemand will sich die Finger verbrennen.
    Es macht sogar den Anschein, dass unsere westliche Gesellschaft mehr und mehr gegen diese Greueltaten immun wird. Unsere Medien berichteten uns detailliert über Libyen, dann über Aegypten, dann Assads mit Syrien, danach Gaza, die Krim, Ukraine, über die Jesiden. Danach schweigen die Medien mehr oder weniger zu diesen immer noch ungelösten Katastrophen.

    Zur Zeit wird nur über die Isis und Kobane berichtet. Warum müssen wir diese von den Medien hochgepeitschte Hype uns täglich ansehen und hören? Viele Vorkommnisse im nahen Osten werden von den Medien übertrieben dargestellt, um mit den Schlagzeilen die Aufmerksamkeit der Menschen zu erlangen. Soll das zu unserem Alltag gehören? Nein. Was kommt als nächste Katastrophe?

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