Die Doktorwürde

Ich bin wirklich kein schadenfroher Mensch. Aber ich gebe  zu, dass mich die Aberkennung des Doktortitels von Frau Schavan mit Genugtuung erfüllt.

Wir haben im selben Jahr Abitur gemacht. Ich habe zwar „nur“ zwei Examensarbeiten geschrieben, aber ich erinnere mich gut an die zeitlichen und nervlichen Belastungen, denen jeder Student damals ausgesetzt war. Das wird auch heute nicht anders sein.

Das Argument (so heute in unserer Tageszeitung), vor dreißig Jahren seien die Zitierregeln nicht so streng gewesen, halte ich für völligen Blödsinn. Man ist Plagiaten nicht so schnell auf die Schliche gekommen, da die Überprüfung aus technischen Gründen nicht so schnell wie heute war.

Und doch musste man auch die Examensarbeiten hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes unterschreiben und mit der eigenen Unterschrift bestätigen, dass es wirklich die eigene Arbeit ist und Textstellen aus anderen Werken dementsprechend gekennzeichnet sind.

Frau Schavan ist bekennende Katholikin und war von 2005 – 2013 Bundesministerin für Bildung und Forschung. Offenbar ist es mittlerweile völlig out, dass unsere heutigen Politiker  für die junge Generation eine Vorbildfunktion einnehmen. Politiker mit Charisma sind selten geworden.

Nur mit einem Abitur in der Tasche, denn das ist das nüchterne Fazit nach der Aberkennung der Doktorwürde,  ist der Weg als Botschafterin im Vatikan nun  endgültig geplatzt.

Haben Politiker, die lange in der Öffentlichkeit standen, keine anderen Lebensinhalte mehr, als bis zum Umfallen auf der öffentlichen Bühne zu stehen?

Ich bin gespannt, welche Pöstchen für Frau Schavan noch übrig bleiben werden.

©G. Bessen 3/14

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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45 Antworten zu Die Doktorwürde

  1. freiedenkerin schreibt:

    Na, da kann ich mich jetzt einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren… :mrgreen:

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  2. kowkla123 schreibt:

    Liebe Anna-Lena, es ist immer das Gleiche mit diesen Menschen, sie versuchen mit Unehrlichkeit Macht zu bekommen und zu genießen, am Ende sind sie wie Katzen, sie fallen immer auf die Füße

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  3. die3kas schreibt:

    Wir haben uns auch ein wenig amüsiert 😉
    Was meint diese Frau eigentlich?
    Schrecklich
    und dann wird sie auch noch in höhere Pöstchen gehievt.
    Ich hoffe sie fällt auch mal!

    Lieben Gruss kkk

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    • Anna-Lena schreibt:

      Du weißt doch, Hochmut kommt vor dem Fall. Und diese angestrebte und unu abgewiesene Klage war für mich ein absolutes Zeichen des Hochmutes.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für euch.

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  4. minibares schreibt:

    Liebe Anna-Lena, ich habe das auch erst gehört und dann gelesen.
    Wo bleibt nur die Ehrlichkeit?
    Ich finde es gut, dass sie ihr den Doktor aberkannt haben, endgültig.
    Ich habe kein Abitur, aber eine Gehilfenprüfung bestanden. Das ist ja fast mehr als die Frau Schavan hat, lach.

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  5. Pauline schreibt:

    Da diese Dame eine enge Freundin von Mutti ist, wird diese schon ein gutes Pöstchen für sie finden, kannste sicher sein, liebe Anna-Lena!
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße ♥ Pauline ♥

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    • Anna-Lena schreibt:

      Da magst du recht haben, liebe Pauline.
      In der Politik ist es wie auf einem Schachbrett, die Figuren werden lediglich hin und hergeschoben.
      Hab auch ein schönes Wochenende.

      Liebe Grüße ☺ .

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      • Pauline schreibt:

        Nur beim Schach gibt es am Ende einen Sieger und hier, bei diesen gekauften oder erschwindelten Titeln gibt es am Ende nur Verlierer, liebe Anna-Lena.
        Ganz liebe Grüße ♥ Pauline ♥

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  6. karlswortbilder schreibt:

    ich möchte nicht wissen wie viele immer noch mit ergaunertem Doktortitel unterwegs sind 🙂 manche Menschen brauchen eben so etwas.
    Da fällt mir eine Geschichte ein die ich im Schiurlaub erlebte. Eine kleine Pension mit Gemeinschaftsküche und Frühstücksraum. Auch ein Kühlschrank zur allgemeinen Benutzung war da. Ich war mit meinem Sohn damals 10 Jahre in dieser Pension. Jeder hatte seine Sachen mit Namen oder Kürzel versehen. Im Fach wo die Eier lagen fand ich eines Morgens drei Eier mit der Aufschrift: Dr. Dr. Ertl 🙂 Es war nicht einfach meinem Sohn dies zu erklären 🙂
    lg
    karl

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das glaube ich dir gerne.
      Meine ehemaliger Zahnarzt, bedeutend jünger als ich, hat drei!!! Doktortitel. Dabei ist er fachlich und menschlich absolut inkompetent. Er hat mich im vorletzten Jahr so falsch behandelt, dass ich nach nur einem Jahr zum Gutachter gegangen bin, der auf eine komplette Neubehandlung bestand. Mein Zahnarzt warf mich darauf hin regelrecht aus seiner Praxis, weigerte sich, mich zu behandeln (angeblich hätte ich dem Gutachter etwas Falsches gesagt) und zahlte mir mein Geld zurück. Soviel zu Hern Dr. Dr. Dr. …
      Wer weiß woher der seine Titel hatte.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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    • bruni8wortbehagen schreibt:

      Deine Erklärung an Deinen Sohn hätte ich zu gerne gehört, lieber Karl *g*

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  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    Eigene Werke nicht dort zu kennzeichnen, wo sie nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind, ist immer falsch und dürfte niemals sein.
    Nachlässigkeit kann es in diesem Falle auf keinen Fall sein. Dazu sind es zu viele Stellen.

    Und doch kommt es mir vor – und jetzt hau mich nicht, Anna-Lenchen – die Schadenfreude im Lande ist mir zu groß, es klingt für mich schon nach an den Pranger stellen.

    Natürlich ist ein Politiker immer im Auge der Öffentlichkeit u. solches ist unentschuldbar, das ist ganz klar. Ich denke nur, es sollte sehr sachlich betrachtet werden u. ohne Häme, die ich HIER natürlich NICHT finde, aber es gibt genügend andere Stellen, da sehe ich geradezu das Händereiben u. das gefällt mir nicht.

    Liebe und sehr herzliche Grüße von Bruni

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    • Anna-Lena schreibt:

      die Schadenfreude im Lande ist mir zu groß, es klingt für mich schon nach an den Pranger stellen

      Von Schadenfreue rede ich hier nicht, aber ich kann auch die verstehen, die Schadenfreude zeigen.
      Diese Frau war Bundesbildungsministerin. Wir machen uns als Lehrer lächerlich, wenn wir unseren Schülern das richtige Zitieren beibringen, wenn hochrangige CDU-Politike, wie auch Herr von und zu Guttenberg es mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen.

      Was mich auch verwundert ist die Tatsache, dass diejenigen die ich privat kenne und die promoviert haben, vorher ein Diplom, eine Magisterarbeit oder ein Staatsexemen abgelegt haben und dann promoviert haben. Auch das hat Frau Schavan nicht gemacht, sie hat ihr Studium mit der Promotion abgeschlossen.

      Aber vielleicht kann uns dazu noch jemand aufklären, ob das auch geht.
      Liebe Grüße zurück 🙂 .

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  8. theomix schreibt:

    Vor 80 Jahren konnte man ohne Schulabschluss Reichskanzler werden. Warum sollte Frau Schavan heutzutage nicht in den Vatikan sollen dürfen?

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  9. bruni8wortbehagen schreibt:

    geht das denn überhaupt, ein Studium mit Promotion und ohne Dipl.Arbeit vorher abzuschließen? Ich setze hier immer voraus, daß es ein ordentlich abgeschlossenes Studium ist u. ohne abschließende entsprechende Arbeit keine Promotion möglich ist.
    Wenn doch, dann ist hier im Staate etwas noch oberfauler als ich dachte, denn hier läge ja eine weitere Möglichkeit auf der Hand zum Betrügen…

    Keiner der angesehenen Politiker ist wirklich ehrlich. Ich denke, wenn sie es bis in die Spitzen schaffen, dann ging der Weg nicht ohne gewisses Verbiegen von Wahrheiten *hüstel*

    Liebe Grüße an Dich 🙂

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  10. Lutz schreibt:

    Für mich ist das vollkommen unerklärlich, wenn Leute wissen das sie gemauschelt haben noch vor Gericht ziehen. Ich wünsche dir ein tolles Wochenende. L.G.

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  11. buchstabenmeer schreibt:

    So gesehen würde womöglich jeder zweite Doktor-Titel nicht mehr existieren, wenn man die Arbeit erneut und genau überprüfen würde. Bei meinem Chef z. b. zweifle ich schwer daran, dass er seine Arbeit überhaupt selbst geschrieben hat. 😀
    Über das Urteil bei Frau Schavan habe ich mich auch gefreut und frage mich, wer nun der nächste ist 😉
    LG
    Emma

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  12. Brigitte schreibt:

    Also ich habe ehrlichen Respekt vor Leuten, die ihren Doktortitel ehrlich und korrekt erarbeitet haben. Aber wenn man das nicht so getan hat, dann wäre es angebracht diese unsägliche Arroganz abzulegen und besser still zu sein. Sich mal zu fügen.
    Sollte diese Dame nun doch noch ihren Posten im Vatikan antreten dürfen, also dann ist der ganze Laden für mich komplett unglaubhaft.
    Ich würde ihr Einsicht wünschen und das Ablegen der Politikerarroganz.

    Liebe Grüße, Brigitte

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  13. giftigeblonde schreibt:

    Du hast ja so recht Anna-Lena!
    Andererseits bin ich fast sicher, auch für sie wird mehr als Brotkrumen abfallen, jobtechnisch,…ist doch immer so, die fallen immer wieder auf die Füße.

    Liebe Sonntagsgrüße Sina

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  14. Frau Momo schreibt:

    Ist das nun endgültig? Die ist doch noch dagegen vorgegangen.

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  15. Emily schreibt:

    Viel zu lange und zu oft kommt die Führungs“riege“ mit derartigen Machenschaften durch. Alles Kavaliersdelikte. Oder eben auch nicht :mrgreen:
    Wenn man schon nicht ehrlich war, dann sollte man doch wenigstens dazu stehen!

    Liebe Abendgrüße, Emily

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    • Anna-Lena schreibt:

      „Wenn man schon nicht ehrlich war, dann sollte man doch wenigstens dazu stehen!“
      Das denke ich auch, aber für einen Politiker grenzt das sicher an Gesichtsverlust.
      Komm gut in die neue Woche 😉 .

      Liebe Grüße von mir ☺ .

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  16. Franka schreibt:

    Das richtige Zitieren – überhaupt wissenschaftliches Arbeiten, Recherchieren etc., lernt man ganz am Anfang des Studiums. Was mich immer wundert, dass die Betreuer der Doktorarbeiten nicht auch nach ihrer Verantwortung gefragt werden.
    Und um Frau Schavan brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Ob Vatikan oder nicht (dort wird übrigens auch gelogen), man wird sie schon versorgen.
    LG, Franka

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    • Anna-Lena schreibt:

      Fran Schavan und ihre Zukunft geht mir sonstwo sowas von vorbei 😆 .

      Nach Einführung einer Seminararbeit als Abschluss eines Seminarkurses in unsererOberstufe fangen wir mit wissenschaftlichem Arbeiten in der 12. Klasse an.
      Wollen wir doch keine Ungenauigkeiten, wenn unsere Schüler sich nach dem Abitur weiter entwickeln 😉 .

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