Herzinfarktrisiko steigt zu Weihnachten

So lautete eine Schlagzeile vor ein paar Tagen.

Das ist genau die Nachricht, die wie eine bittere Pille in die vorweihnachtliche Festtagsstimmung schlägt. Ganz Deutschland tummelt sich auf Weihnachtsmärkten, hier einen Glühwein, dort eine Bratwurst, ein kandierter Apfel zum Nachtisch und letztendlich: Shoppen, bis der Arzt kommt. Verkaufsoffene Sonntage, damit die Kassen auch ordentlich klingeln.

Da braucht es doch keinen Giftmischer, wie in den letzten beiden Jahren, der sich auf Berlins Weihnachtsmärkten tummelte und stetig, aber regelmäßig dafür sorgte, dass die Krankenhausbetten gefüllt werden.

Hat man das vorweihnachtliche Procedere bis zum Heiligen Abend leidlich  überstanden, so sollte man sich möglichst viel Besuch einladen oder Besuche machen , dass der Terminkalender aus den Nähten platzt. Die dicke fette Weihnachtsgans, Grünkohl, Rotkohl, Klöße und eine Soße dazu, danach der gebrannte Absacker, süße Schnabbeleien…, die Liste lässt sich unendlich erweitern.

Nur keine Momente der Besinnung aufkommen lassen, über die Frage nachdenken, was der eigentliche Sinn von Weihnachten ist oder zumindest war. Weihnachten wird immer mehr zum Volksfest, zur Partymeile, zum Konsumrausch.

Wenn wir bedenken, dass im Dezember 2012 die Welt untergehen  sollte, können wir dankbar sein, dass wir noch ein weiteres Lebensjahr geschafft haben, selbst wenn Kriege und Naturkatastrophen, Hunger und Krankheiten  in anderen Teilen der Welt wüten und unzählige Menschen mit dem Tod dafür bezahlen mussten und weiterhin zahlen werden.  Aber das ist weit weg, das erreicht uns nur mal kurzfristig, wenn die Nachrichten durchs festlich geschmückte Wohnzimmer schallen.

Davon lassen wir uns die Festtagslaune doch nicht verderben, oder?

Oh Weihnachtszeit, du stille Zeit,
so laut und voller Eitelkeit.
Der Euro rollt im Lichterschein,
bald wird der Handel glücklich sein.
Doch mancher Glanz und leuchtend Glitter
erscheint für viele nur noch bitter.
Oh stille Weihnacht, meilenweit,
nur laut und voller Eitelkeit.

© G. Bessen 22.12.13

Weihnachten 2013

wünsche ich all meinen
Leserinnen und Lesern,
verbunden mit friedlichen
und unvergesslichen Stunden
inmitten lieber Menschen.

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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30 Antworten zu Herzinfarktrisiko steigt zu Weihnachten

  1. Follygirl schreibt:

    Möchte Dir auch ein ruhiges, gemütliches Weihnachtsfest wünschen!!!
    LG, Petra

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  2. morgaine59 schreibt:

    Himmel nein, nur nicht das was ich da lese. Schön beschaulich, ohne Hast und Streit und mit Gedanken an die denen es nicht so gut geht wie uns….dafür braucht man zwar keine Weihnachten aber da kommt es einem um so doller. Keine gestopfte Gans oder Ente, keine Teller voll Plätzchen und Lebkuchen….so normal wie immer!!!!!
    ein frohes Fest wünsche ich

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  3. minibares schreibt:

    Nee, wir kaufen keine Geschenke, ich koche nichts außergewöhnliches.
    Süßes kann ich eh nur in Maßen genießen, abends schon gar nicht, das ist echt ein Glück, dass mein Magen mich dazu zwingt, lach.
    Bei uns ist Kirche immer noch das Wichtigste.
    Auf Weihnachtsmärkten waren wir meist schon am frühen Nachmittag. Aber doch nicht so oft, wie wir eigentlich wollten. Immerhin waren wir am Freitag in Soest.
    Was wir dort zu uns genommen haben, das ist erstaunlich wenig.
    Glühwein sowieso nicht, ich trinke keinen Alkohol, mein Mann mag das zeug nicht mehr.
    Wenn es eine Bratwurst ist, die teilen wir uns. 3 Reibekuchen haben wir auch nur selten gegessen und die haben wir uns auch immer geteilt.
    Morgen müssen wir noch einmal ein wenig einkaufen,
    Dann ist Ruhe.
    Am chorfreien Tag, dem ersten Feiertag haben wir uns bei einem Landgasthof zum Essen angemeldet.
    Unser künstlicher Baum steht seit vorhin, den habe ich geschmückt, der piekst nicht… Der wird nicht nadeln, einstielen ist auch keine Kunst…
    Alles friedlich und ruhig, kein Grund sich aufzuregen.

    Dir und deinem Mann gesegnete, ruhige, frohe Weihnachten ♥
    deine Bärbel

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    • Anna-Lena schreibt:

      Danke, liebe Bärbel, macht es euch schön.
      Wir waren wieder nicht auf einem Weihnachtsmarkt, obwohl wir es doch mal zumindest zum Gendarmenmarkt schaffen wollten. Also auch kein Glühwein, keine Bratwürste. Dafür habe ich Kekse gebacken, die lassen wir uns nachmittags mal schmecken.
      Einen Baum haben wir schon lange nicht mehr, die Tannen bleiben im Garten. Ein geschmückter Strauß Tanne in der Vase tut es auch.
      Ansonsten läuft es bei uns sehr ruhig ab, mit vielen Mußestunden, fern jeglicher Hektik.
      Liebe Grüße und frohe Weihnachten!

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      • minibares schreibt:

        Immerhin, der Künstiche, nicht zu große Baum steht inzwischen, ich habe ihn geschmückt.
        Gebacken habe ich nichts.
        Aber einiges eingekauft.
        Morgen werde ich mit noch einer im Chor noch einen ausgeben auf unsere Geburtstage. Dafür habe ich in den letzten Tagen einiges eingekauft.
        Herzlichen Dank,
        dir und einen Lieben ein friedevolles Weihnachtsfest ♥
        deine Bärbel

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  4. Träumerle Kerstin schreibt:

    Liebe Anna-Lena. So ist es leider, wir hetzen und kaufen und planen und organisieren und kommen gar nicht wirklich zur Besinnung. Dennoch machen wir jedes Jahr die gleichen Fehler und nehmen uns vor: nächstes Jahr wird alles anders.
    Dieses Jahr habe ich es geschafft und gehe es nun ruhiger an. Ich muss nicht noch bis in den letzten Winkel der Wohnung putzen, ich muss nicht noch unbedingt Ordnung schaffen.
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein besinnliches Weihnachtsfest.
    Viele Grüße von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich stelle bei mir fest, dass ich den Stress in jedem Jahr weiter minimiere und dabei geht es mir von Jahr zu Jahr besser. Bei euch kommen ja vorher immer noch Geburtstage, somit kann ich mir vorstellen, dass der Dezember in jedem Jahr für dich sehr aufregend ist.
      Habt ein schönes Weihnachtsfest
      und lasst es euch gut gehen.

      Liebe Grüße
      Anna-lena

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  5. regenbogenlichter schreibt:

    Dankeschön liebe Anna-Lena, dir auch ein ganz schönes Weihnachtsfest.
    Wir werden es uns, an dem einen freien Tag, auch schön machen.
    Liebe Grüße
    Ute

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  6. Uli schreibt:

    Liebe Anna-Lena !
    Diesen Text von Dir… ich hätte Lust, ihn mal an entspr. Zeitungen zum Abdrucken weiterzuleiten !!
    Auch als einen kl. Lese-IMPULS würde ich ihn gerne auf diversen Weihn.-märkten vorlesen.
    Oder wie wäre es damit : sich mit einem Megaphon in ein Kaufhaus stellen und dann Deine Zeilen vorlesen … ; dieser Gedanke hat was… ODER ??

    Ich bedauere auch nicht die Leute, die über ihre Zeit-NOT in der Advents-Zeit klagen ! Jeder macht sich den meisten Stress doch selber !
    Auch Berufstätige können sich die Zeit doch auch so (!!) einteilen, wie es ihrem Tages-Pensum entspricht.

    Kurzum: RECHT hast DU !!

    GRUSS ! Uli

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Uli,
      nun ist es ja bald vorbei mit dem vorweihnachtlichen Gehetze und Geschiebe. Vielleicht kann man es im nächsten Jahr mal versuchen, ihn unterzubringen. Bis dahin werde ich ihn sicher überarbeiten und erweitern…
      Du hast sicher recht, dass viel Stress hausgemacht ist. Mir tun die Menschen so leid, die in dieses Geschäft eingebunden sind, z.B. Verkäuferinnen, die bis Heiligabend Mittag arbeiten müssen und selbst noch eine Familie zu Hause haben. In vielen anderen Berufen gibt es kein geregeltes Wochenende oder frei an Feiertagen, das wissen alle, die sich für pflegende Berufe oder Feuerwehr, Polizei, öffentlicher Fahrdienst usw. entscheiden.
      Aber was die Ladenöffnungszeiten generell anbelangt… nun, das ist ein anderes Thema 😦 .

      Liebe Grüße zu dir ♥.

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  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    *lächel*, nein, keinen Vorweihnachtsstreß und doch das eine oder andere anders als sonst. Die Familie trifft sich, das geht nicht anders, aber die Putzorgien, nein, und Massen von Weihnachtsgebäck, die habe ich nicht gebacken, denn wer soll sie essen…
    Lebkuchen nach einem Rezept meiner schlesischen Großmutter, die backe ich Jahr für Jahr, das macht mir großen Spaß. Es versetzt mich in meine Kindheit, in der diese Lebkuchen per Paket ankamen, gut verpackt und wundervoll duftend.
    Darauf möchte ich nicht verzichten und backe sie selbst.

    Dir liebe Grüße, liebe Anna-Lena und bloß keinen Steß, sonst schicke ich Dir die Weihnachtsmaus 🙂

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  8. Quer schreibt:

    Da ist alles gesagt, Anna-Lena. Aber wir selbst können ja etwas gegen den Strom schwimmen (soll gesund sein 🙂 )
    Fröhliche, schöne, massvolle und möglichst entspannte Weihnachtstage dir!
    Lieben Gruss,
    Brigitte

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  9. Gudrun schreibt:

    Du sprichst mir aus der Seele, liebe Anna-Lena. Mir geht das „Gedränge“ in der Großstadt gerade mächtig auf den Geist. „Der handel ist mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden“, hört man jetzt öfter im Radio. es ist ein Geschäft geworden. Eigentlich wollte ich in diesen letzten Tagen im Dezember einfach nur meinen „Kram“ machen, aber irgendwie komme ich einfach nicht zur Ruhe. Zuviele unangenehme Gedanken geistern, zu wenig ganz persönliche Lösungsansätze. Manchmal ist das wie eine Ohnmacht, die einen zu befallen droht. Das fängt mit dem Tierelend zu Weihnachten an und hört bei dem Gelabere unserer Politiker nicht auf. Zeichnen wollte ich, Witze darüber machen. Es geht nicht. Die Hand ist wie an der Schreibtischplatte angetackert. Um den Glauben beneide ich jetzt manchmal andere.
    Ich wünsch dir von ganzem Herzen schöne, ruhige und besinnliche Festtage, Tage zum Kraft tanken.

    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Gudrun,
      das alles kommt mir in diesem Jahr so geballt vor wie nie zuvor, der Konsum, all die Äußerlichkeiten, die so unwichtig sind wie nur was, von den Politikern schweigen wir mal.
      Ich wünsche dir von Herzen, dass die innere Ruhe dich noch erreicht und dir schöne und friedvolle Tage beschert.

      Mit Herzensgruß,
      Anna-Lena

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  10. Franka schreibt:

    Dem kann ich mich nur anschließen. Obwohl doch so viel die Rede davon ist, sich weniger Stress zu machen, scheint es auch mir dieses Jahr schlimmer als je zuvor. Wir klinken uns aus, so gut es geht, aber man kriegt doch zu vieles mit. Da braucht man nur mal einkaufen zu gehen 😦

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  11. freiedenkerin schreibt:

    Ich musste heute Nachmittag gezwungenermaßen in die Münchner Innenstadt, die ich ansonsten in der Vorweihnachtszeit meide wie die Pest, weil ich dort noch etwas zu besorgen hatte. Ich bin aber dann nach Kurzem schon wieder geflüchtet – als ich so gemütlich des Wegs schlenderte, wurde ich von einem dahin hastenden Mann beinahe über den Haufen gerempelt, der mich noch dazu grob beschimpfte und mit einem dermaßen schlimmen Ausdruck bedachte, den ich gar nicht wiedergeben möchte… Nur wenig später erlebte ich an einer Trambahn-Haltestelle, wie sich eine fünfköpfige Familie über die Fahrkarte, die sie am Automaten ziehen wollten, in die Haare geriet – aber so was von!… Oh, du Fröhliche…

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  12. werner schreibt:

    Liebe Anna-Lena 🙂
    Schöne Weihnachtsfeiertage und gemütliche Stunden mit Deiner Familie wünscht Dir
    Werner

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  13. Babbeldieübermama schreibt:

    Eine Geschichte zum nachdenken. Nur die Leute die sie lesen und darüber nachdenken sollten, werfen garantiert keinen Blick darauf.

    Frohes Fest wünscht
    Bärbel

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  14. Frau Momo schreibt:

    Wir beschränken Weihnachten auf das was es ist und haben überhaupt keinen Streß. Geschenke gibt es nicht, gegessen wird gut, aber auch nicht bis zum Abwinken und Alkohol trinken wir beide nicht. Ich glaube, unser Herzinfarktrisiko steigt nicht. Es sind ruhige und besinnliche Tage, ohne jeglichen Streß. So kann Weihnachten auch gehen. Die letzten Jahre waren wir immer in einer Obdachlosentagesstätte, dieses Jahr gönnen wir uns die selten gewordene Zweisamkeit.

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    • Anna-Lena schreibt:

      So halten wir es auch. In diesem Jahr haben wir uns eine Kleinigkeit geschenkt, aber auch nur, weil jeder wusste, was genau dem anderen gerade gut täte und er braucht. Meine Mutter ist immer an Heiligabend und am ersten Feiertag hier und somit haben wir es gemütlich und entspannt gehabt.
      Eure Zweisamkeit in diesem Jahr ist ein ganz besonderes Geschenk und zum nächsten Weihnachtsfest bist du ja wieder ganz daheim.

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