Was ich vermisse…

Kennt Ihr dieses  Gefühl? Ein bis zwei Mal im Jahr habe ich es vor meinem inneren Auge und das Pipi auf meiner Zunge ist sofort aktiviert. Über das Gesunde daran und darin  mache ich mir kurzfristig  keine Sorgen.  Man muss auch mal ganz spontan sein, auch wenn es nicht den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht.
Am vergangenen Dienstag, auf der Fahrt vom Süden Berlins nach Hause hingen meine Gedanken in der Vergangenheit und da war dieses Gefühl untrüglich wieder präsent. Meine Augen suchten die Straßen ab. Da der Gatte das Auto fuhr, konnte ich mich ganz diesen Gelüsten hingeben. Kilometer um Kilometer näherten wir uns der Berliner Stadtgrenze im Norden und somit der Heimat.

Wir trafen in Tempelhof  auf eine Stelle, aber die war auf der anderen Straßenseite und bei null Parkmöglichkeit und einer langen Schlange von Menschen vertröstete ich den Gatten mit den Worten „Da kommt noch was, wir haben ja noch etliche Kilometer vor uns…“

Und ich wurde unruhig, je länger wir ergebnislos der Heimat entgegen rollten. Den Gatten mittlerweile mit meinen Gelüsten angesteckt verwandelte sich die immer größer werdende Enttäuschung in einen wahren Ärger.

Früher, wenn wir nach einer Fete oder spät aus der Disco kamen, war das ein verlässlicher Punkt im Berliner Straßen- und Nachtbild. Natürlich gab es auch den Geheimtipp, wo man etwas besonders Gutes bekam, doch das Non Plus Ultra war nicht immer zu erreichen.

Schließlich hat man auch nicht jeden Tag einen Festtagsbraten oder eine Schwarzwälder Kirschtorte auf dem Tisch. Ein Schnitzel oder ein paar Kekse tun es ja oft auch.

Plötzlich fühlte ich  mich  brutal meiner Jugendzeit beraubt.
Meine Enttäuschung war grenzenlos. Als wir die Bundeslandgrenze von Berlin nach Brandenburg überquert hatten, waren alle Hoffnungen dahin. Nun wusste ich mit absoluter Sicherheit, da kommt nicht mehr das, was mein Magen begehrt.

Dafür hatte ich ein schärferes Auge für das bekommen, was man nicht an jeder Ecke braucht, ‚Back und Snack’ –Läden (da beginnt mein innerer Rotstift sofort zu rebellieren),  ‚Coffeee to go’ (so viel Kaffee kann kein Mensch trinken, ohne Herzrasen zu bekommen), ‚Döner Kebap’ noch und nöcher (ist gar nicht mein Ding, denn meine Geschmacksnerven stellen sich bei dem Wort völlig taubstumm) und Asia Shops (da weiß man von außen auch nicht immer, was drin ist).

Das, wonach es mich gelüstet hat, gibt es kaum noch im Berliner Straßenbild. So zumindest war mein spontaner Eindruck. Dieser Eindruck hat sich gestern Abend auf der Fahrt von Lichterfelde nach Hause bestätigt. Dieses Mal war es eine andere Strecke, aber nicht weniger kilometerreich.  Ich hatte zwar keinerlei Gelüste dieser Art, aber mein nächtlicher Spürsinn, das Straßenbild genauer zu beleuchten, war trotz des Rheumas in den Augen wieder erwacht.

Und nun wollt Ihr sicher wissen, wovon ich hier die ganze Zeit rede und dem Einen oder Anderen das Pipi auf die Zunge locke?
Dann dürft Ihr raten!

Ein Tipp: Es gibt ein Museum in Berlin, da kann man sich hinreichend darüber informieren.

 Ich wünsche Euch eine sommerliche neue Woche!

 

 

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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49 Antworten zu Was ich vermisse…

  1. Wären es Kirschen, würde ich dich ins hessische Hinterland schicken. Ich wollte Samstag nicht im Stau stehen und bin auf die Landstraße (bei noch mehr Stau). Alle paar hundert Meter standen welche mit Schirmchen und Auto und: Kirschen. 🙂

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  2. Rana schreibt:

    Ich schätze mal: CURRYWURST— LG von Rana

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  3. Na, Currywurst natürlich! Himmel, woher kriege ich jetzt so ein kleines Scheißerchen? Och nee, musste ich das jetzt noch lesen? *soiftz

    ;o))

    Aber Tipp: Bei Lidl gibt es 2er Packungen „Cabanossi“. Wenn Du die in dicke Scheiben schneidest, in der Pfanne mit wenig Öl brätst, dann Ketchup und viiiel Curry dazu gibst, dann ist es fast so schön, wie Originale! Blöderweise habe ich auch keine Cabanossi mehr hier. Oh ne, echt! *grmpf

    Mache ich mir jetzt wenigstens noch Pommes mit Majo?

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  4. die3kas schreibt:

    Stimmt, die Buden sterben aus oder sind mittlerweile ich ausländischer Hand.
    Ich bin zwar nicht so der Fan von der C aber hier im Pott gibbet ja scharfe Soße.
    Gut das wir spät gegessen haben…

    Dir wünsche ich eine gute Woche ♥
    kkk

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  5. karlswortbilder schreibt:

    was dem Berliner die Currywurst, ist dem Wiener die Burenwurst 🙂
    lg
    karl

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  6. tonari schreibt:

    Currywurst.

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  7. tonari schreibt:

    Ergänzender Tipp: auf dem Weg von Lichterfelde nach Norden kann man Curry 36 am Mehringdamm ansteuern oder die Bude von Konnopke in der Schönhauser Allee.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Bei Curry 36 standen die Schlangen und Konnopke lag nicht auf unserer Strecke, denn wir sind Richtung Reichpietschufer, dann zum Großen Stern und über Weedding und Pankow nach Hause. Hätte ich gewusst, dass es nach Curry 36 nichts mehr gab, hätte ich mich in die Schlange gestellt und den Gatten so lange im Kreis fahren lassen… :mrgreen: .

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  8. tonari schreibt:

    Huch, mein Tipp ist weg. Zweiter Versuch: Curry 36 am Mehringdamm oder Konnopke unter der U2 in der Schönhauser Allee.

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  9. freiedenkerin schreibt:

    Du meinst bestimmt die Curry-Wurst – oder irre ich mich jetzt? 😉

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  10. Franka schreibt:

    Mir fiel gleich am Anfang ‚Currywurst‘ ein. Das ist auf jeden Fall besser als ‚Pipi auf der Zunge. Obwohl es ungesund ist, würde ich auch gerne eine essen. Aber jetzt müssen erst mal die niederländischen ‚frietjes‘ runter …
    LG, Franka

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  11. Anna-Lena schreibt:

    @all:

    Ihr seid Spitze 🙂 .
    Ich muss ein wenig differenzieren: mein Heißhunger war auf eine große Portion Pommes mit viel Ketchup und Majo gerichtet und der des Gatten auf eine schöne, scharfe Currywurst.
    Dank Frau Tonari haben wir für weitere Heißhungereskapaden im nächtlichen Berlin die absoluten Spitzentipps und von skryptoria die Variante für das gemütlich Heim 🙂 .

    Berlin hat ein Currywustmuseum. Wer sich da mal umsehen möchte, kommt über den folgenden Link dorthin.
    http://www.currywurstmuseum.de/museum/ausstellung/

    Ich wünsche euch einen sonnigen Montag.
    Herzlich,
    Anna-Lena

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  12. minibares schreibt:

    WAAAAAAAAAAAAS? – – – Curry-Wurst???
    Ach du meine Güte.
    Darauf habe ich nie Heißhunger, wohl aber so einmal im Jahr auf Pommes mit Majo, lach.
    Also treffen wir uns doch irgendwo in der Mitte 😉

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  13. buchstabenwiese schreibt:

    Wir haben uns letztens auch mal wieder Currywurst und Pommes gegönnt. Steht normalerweise zurzeit nicht auf unserem Speiseplan. 🙂 Allerdings hatte wohl der Besitzer des Büdchens gewechselt, das wussten wir nicht. Bäh, das schmeckte gar nicht. Die Pommes waren labrig und schmeckten nach altem Fett. *schüttel* Und die Currysoße war zu salzig. 😦 Neeeee. Dafür habe ich die vielen Kalorien in Kauf genommen. Der sieht uns bestimmt niiiieee wieder. Und wir wunderten uns schon, warum da nix los war. Beim letzten Mal (ist schon etwas länger her) sah das noch anders aus.
    In Zukunft fahren wir aber woanders hin. Da schmeckt es sicher besser. 🙂
    So ab und an brauche ich so was mal. Aber bitte in lecker. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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    • Anna-Lena schreibt:

      Da habt ihr bei der außerspeisekartenmäßigen Kost noch daneben gegriffen, wie ärgerlich.
      Ja, man sollte sich auf Empfehlungen verlassen.
      Schön, dass du diese Gelüste hin und wieder auch hast 😆

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  14. kowkla123 schreibt:

    Hallo, liebe Anna-Lena, nun brauchte ich gar nicht mehr nachzudenken, ich glaube, ich wäre auch darauf gekommen, ok, kann ich ja nun schreiben, alles Gute, eine gute Woche wünsche ich, Klaus

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  15. finbarsgift schreibt:

    also hier in der kesselstadt gibt’s immer mehr currywurststände und -buden 😆
    die sind halt nicht original berlinerisch, sondern schwäbisch 😆

    liebe grüße in deine Arbeitswoche
    vom lu

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    • Anna-Lena schreibt:

      …mit der Wurst im Miniformat? 😆 Den Schwaben sagt man ja größte Sparsamkeit nach 😉 .
      Deine Grüße für die Arbeitswoche schiebe ich noch bis zum 5.8., gell? Ich befinde mich noch in der unterrichtsfreien Teit :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  16. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ich dachte zuerst an Thüringer Rostbratwurst, aber die wird es in Berlin eher nicht geben. Currywurst habt ihr dafür.
    Ich mache sie mir manchmal selbst, wenn das Mittag in der Woche schnell gehen muss. Eine Bockwurst in Scheiben schneiden und im heißen Öl kurz anbraten, echtes Currypulver drüber, Ketchup dazu – lecker!

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    • Anna-Lena schreibt:

      „Thüringer Rostbratwurst“ legen wir uns gerne auf den Grill.
      Die schnelle Mittagsvariante probiere ich mal aus, dem Gatten wird das sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern 🙂 .

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  17. bruni8wortbehagen schreibt:

    soll ich Dir etwas verraten, liebe Anna-Lena???
    Wenn ich in Mannheim zum Krempelmarkt gehe, er findet 4 oder 5 mal/Jahr statt und ist ziemlich groß, dann mache ich in meinen Wanderungen durch die Flohmarktstandreihen um ca. 12,00 Uhr eine Pause, weil ich schlicht und ergreifend k.o bin und genehmige mir regelmäßig eine Currywurst und nichts anderes.
    Danach bin ich wieder einigermaßen fit und kann weiter wandern…
    Natürlich esse ich die Currywurst deshalb, weil es eine besonders schöne Jugenderinnerung ist an einen ganz bestimmten Stand in Saarbrücken bei einer ganz bestimmten Frau, die die beste Currywurst der ganzen Stadt machte…
    Lange ist es vorbei, aber dieser Geschmack auf der Zunge, der ist noch immer abrufbar…
    Liebe Grüße an Dich und alle Leidengenossen, die vergeblich diese Stände suchen und nicht unbedingt stattdessen Gyros oder Döner essen wollen.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Bruni,

      gerade komme ich von dir, wir hätten uns eigentlich in den Weiten des Netzes treffen müssen. Und dann hätte ich dich zum nächsten Currywurststand geschleppt und mit dir in Ruhe eine Currywurst verspeist 🙂 .

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  18. ernstblumenstein schreibt:

    Interessant, was es hier alles zu lesen gibt – das gäbe ein ganzes Kapitel „Wurscht“ in einem Buch über die Wurst. Leider liebe Anna-Lena, kann ich da nicht mithalten.
    Bin ein Landei…
    ♡ Ernst

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  19. momonine schreibt:

    Ich fand`s grad unglaublich, wie diese Currywurst hier bequatscht wurde… schon irgendwie wie ein kleines Wunder, also ab und zu – JA KLAR! – Hatte meine letzte in Brandenburg/Havel, als ich so lange auf den RE warten musste. Was macht man denn sonst? 😉

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  20. suebilderblog schreibt:

    Currywurst mit Pommes…… gar nicht gut für die Figur…. aber ich ess sie auch sehr gerne und mir gehts wir Dir: ab und zu (meist auf unserer Sommerkirmes an einem ganz speziellem Stand) gönn ich sie mir und natürlich dazu Pommes mit Mayo ;-).

    Döner brauch ich übrigens auch nicht :-).

    So und nun hab ich um halb 12 nachts Huuuuuunger, dabei will ich doch den Gürtel enger schnallen *grrrrr*. Keine gute Idee, dich jetzt zu besuchen.
    LG Susanne

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    • Anna-Lena schreibt:

      So geht es mir auch oft, wenn ich spät durchs Bloggerland spaziere und mit Kulinarisches begegnet. Da hilft nur die Flucht nach vorn.
      Auf unserem D.-Frz. Volksfest, das wir jährlich mit Freunden besuchen, komme ich nicht an frisch gerösteten Mandeln und Popcorn vorbei :mrgreen: .

      LG Anna-Lena

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  21. chinomso schreibt:

    🙂 Na da habe ich ja richtig geraten.
    Aber damit lockt mich keiner hinter dem Ofen vor.

    Nur das blanke Entsetzen hat mich ergriffen als ich von „Pipi auf der Zunge“ gelesen habe.
    Ich hatte gleich ein Bild im Kopf. **örgs** Das habe ich noch nie vorher gehört.

    Pipi in den Augen…. das ja. Aber auf der Zunge?
    *grusel**

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