Sommerferienfenster

Gesunder Egoismus

Dass ich gerne in meinem Beruf arbeite, ist mittlerweile bekannt. Auch der Lehrerberuf hat, wie jeder Beruf, zwei Seiten. Außerhalb der Unterrichtsverpflichtung und schulischen Pflichtterminen kann sich jeder Lehrer seine Zeit frei einteilen. Aber es ist auch ein Beruf, in dem man nie sagen kann : ich habe alles fertig.

Den Feierabend kann man theoretisch selbst bestimmen, wenn da nicht noch das …aber… wäre. Ich schaffe es selten, zu sagen, ich höre nun auf, wenn sich  Berge von Korrekturen stapeln oder andere wichtige Dinge abgearbeitet werden müssen, es sei denn, mein Kopf liegt auf der Schreibtischplatte oder der Wecker klingelt vor dem Aufstehen.

Aber in den Sommerferien, zu deren Beginn sich jeder Lehrer, der seinen Beruf ernst nimmt, wie ein ausgesaugter Schwamm fühlt, schiebe ich das Thema Schule weit von mir und verhalte mich absolut egoistisch. Bestimmte häusliche Verpflichtungen lassen sich nicht einfach beiseite schieben, aber auch die erscheinen in einem größeren Zeitfenster und manche Pflicht wird zur Kür.

Ich fange den Tag an, wann und wie ich es will und gestalte ihn auch, wie ich das will. Morgens in aller Ruhe, mit dem großen Kaffeepott je nach Wetter, drinnen oder draußen, ist für mich ein Start in den Tag, bei dem ich mir in aller Ruhe überlege, was ich machen möchte.

Disziplin ist eine Sache, die ich gern in die Schublade verfrachte, denn das „ich muss“  wir zu einem „ich will“ oder „ich will nicht“ . Und da bin ich egoistisch konsequent, denn die Ferienzeit hat irgendwann ein Ende und soll ja optimal gestaltet werden und obendrein noch Erholung mit sich bringen.

Meinen Gatten schicke ich während der Zeit natürlich nicht in die Wüste. Er ist dabei, soweit es geht und wir beide Lust darauf haben, aber er weiß, dass ich die Zeit auch vielfach für mich brauche. Eine erholte und ausgeglichene  Frau ist allemal besser als ein dauerhaftes Nervenbündel.

Sommerferienfenster

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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38 Antworten zu Sommerferienfenster

  1. minibares schreibt:

    Liebe Anna-Lena, du machst es richtig.
    Nichts übertreiben, aber an dich denken, das ist wichtig, wenn du Ferien hast.

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  2. Das kann ich sehr gut verstehen! Häufig frage ich mich, wie es die Paare machen, die in diesem Haus zu zweit in einer Wohnung wohnen. Ich brauche es einfach, mich mal zurückziehen zu können. Gesellschaft ist was Schönes aber ab und zu will ich nur mit mir sein. Und wenn einer „auf’s Klo“ muss, nur damit beide mal räumlich getrennt sind, würde ich weich werden. Das ginge gar nicht.

    Davon abgesehen: Je „aufgetankter“ man ist, desto geselliger ist man üblicherweise auch. Und für dieses „Auftanken“ kann eben nur jeder für sich selbst nach ganz eigenen Vorstellungen sorgen. Wenn meine Nerven nur noch ein Bündel Knoten sind, habe weder ich noch jemand anderes Spaß an mir. Ich möchte mich gern freiwillig für Gesellschaft und Pflichten entscheiden, statt es zu müssen. Umso angenehmer oder (er)tragbarer wird es dann meist.

    Du machst das so, genau SO, richtig! Bleib dabei! ☼ Und morgen früh den ersten Kaffee trinken wir zusammen draußen, okay?! ;o)

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    • Anna-Lena schreibt:

      Du sprichst mir mit deinem Beitrag sehr aus der Seele, liebe Tina. Rückzugsphasen bei Überbelastung kenne ich auch sehr gut, da halte ich es nicht mal mit mir selber aus und das ist auch gefährlich, wenn man sich zu sehr einigelt.
      Ich gebe zu, länger geschlafen zu haben. Wahrscheinlich habe ich deine Einladung nach draußen verpasst 😦 . Mein erster Kaffe steht nun vor mir auf dem Schreibtisch, aber morgen früh klappt es ganz sicher.

      Hab ein sonniges Wochenende.
      LG Anna-Lena

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  3. die3kas schreibt:

    Genau, lass mal alle Fünfe gerade sein
    und lebe die paar Wochen so wie du magst.
    Die Pflicht ruft schnell genug wieder.
    Erhole dich gut.
    ♥-liche Grüsse
    kkk

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  4. Gudrun schreibt:

    Oh ja, ein gesunder Egoismus ist einfach wichtig. Ich wünsch dir schöne und erholsame Ferien, liebe Anna-Lena. Wie schreibst du: Die Ferienzeit hat auch einmal ein Ende. Und dann brauchst du wieder viel Kraft.
    Gruß von der Gudrun

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  5. Genau so muss es sein, liebe Anna-Lena. Erholen und Kraft tanken, auf seine eigene ganz besondere Art und Weise …
    Liebe Grüße, Iris

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  6. Follygirl schreibt:

    Wünsche Dir ganz entspannte Ferien!
    LG und ein schönes Wochenende, Petra

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  7. freiedenkerin schreibt:

    So halte ich das in meiner Freizeit und den Urlauben auch stets – es gibt keinerlei Zwang, kein Muss… 😉
    Ich wünsche dir eine ganz wundervolle und unbeschwerte Auszeit, liebe Anna-Lena!

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  8. bruni8wortbehagen schreibt:

    Das klingt gut, liebe Anna-Lena, um nicht zu sagen, es klingt verdammt seeeeeehr gut. Wenn Du also konsequent diese Konsequenz verfolgst, wird Deiner Entspannung nichts entgegenstehen und danach bist Du fit, fröhlich und guter Dinge und nimmst den Alltag wieder mit vollen Händen und einem klaren Kopf an.

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  9. bruni8wortbehagen schreibt:

    Deine Collage ist schöhööööön, sehr schöhohön!
    Das hatte ich eben vergessen zu erwähnen 🙂

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  10. ernstblumenstein schreibt:

    Hoi Anna-Lena, deine Gedanken über dein Sommerferienfenster hast Du wie immer mit viel Verve geschrieben. Mich jedenfalls haben sie zum Schmunzeln und Lächeln gebracht und ich dachte; typisch! Sei gegrüsst, meine Liebe. Ernst

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das ist doch was, lieber Ernst, wenn ich dir einen Schmunzler ins Gesicht zaubern kann. Das freut mich 🙂 .
      Ich schicke dir sonnige Grüße und wünsche dir ein schönes Wochenende,

      Anna-Lena

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  11. kowkla123 schreibt:

    ganz tolle super schöne Erholung wünsche ich dir, wünsche schönes Wochenende, KLaus

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  12. helmutmaier schreibt:

    Da hast Du ja schön aus dem Nähkästchen geplaudert. So ist es wirklich nicht nur bei Dir. Das geht sogar noch so ein bisschen nach der Pensionierung. Allerdings sogar mit der – fernen!? – Aussicht, dass es auch mal ein Ende haben kann …

    Liebe Grüße
    Helmut

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    • Anna-Lena schreibt:

      Mittwoch haben wir eine Kollegin verabschiedet und da kam mir der Gedanke brühwarm: in drei Jahren stehst du da…8-O …
      Momentan weiß ich gar nicht, ob ich in drei Jahren schon aufhören kann – will – muss -… Aber es gibt auch im Leben nach der Schule noch so viele Betätigungsfelder, da werde ich schon das Richtige finden.

      Einen lieben Gruß,
      Anna-Lena

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  13. Brigitte schreibt:

    Rückzugsphasen, die braucht man einfach. Dann kann man auch miteinander wieder einiges unternehmen und auch die Laune steigt. Aber es gibt so Tage, da will der Eine mit dem Rennrad fahren und der andere laufen, ich möchte gerne in Ruhe ein Buch lesen oder aber auch mal handarbeitenderweise (schon eher eine Rarität) unterwegs sein, der Signore mag im Garten wühlen, oder eine neue Konstruktion austüfteln.

    Und dann gibt es die Tage, da unternimmt man gemeinsam etwas. Ist doch auch schön. Aber wie ich mich noch so ganz dunkel erinnern kann (ich verdränge das immer *g*), wenn man im Beruf stark eingespannt ist, dann genießt man auch diese Zeit, in der man tun und lassen kann, was einen so anfällt. Das soll auch so sein.

    Manche können dann gar nicht verstehen, dass z. B. bei uns Erholung einfach nicht nur mit Verreisen gleichzusetzen ist. Am besten erhole ich mich zuhause. Ich brauche keine Events und Animation. Was für eine grauenhafte Vorstellung die Zeit totzuschlagen. Wenn ich dann reisen mag, dann tu ich das schon.

    Ich wünsche dir, dass du dich erholen kannst, ganz nach deinem Gusto. Und der Herr des Hauses natürlich auch, einschließlich der beiden süßen Damen mit den kurzen Beinen.

    Liebe Grüße, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      Es gibt KollegInnen, die müssen in jeden Ferien weg, weil sie es zu Hause nicht aushalten oder sich nicht erholen können, weil auch die eine oder andere Arbeit ruft. Ich zweifele, ob die im Urlaub zur Ruhe kommen oder auch da nur vor etwas wegrennen.

      Ich bin zum Glück vor meiner Ehe viel verreist und genieße nun unser ruhiges Leben im Garten, in dem ich alles habe, was ich brauche. Und ich genieße, das eine oder andere im Haus zu machen, was während der Schulzeit liegenbleibt.
      Mit Haus, Garten und zwei Hunden ist es auch nicht einfach, länger wegzufahren.

      Momentan miste ich ganz viel auf, räume auf, in aller Ruhe, was ich sonst aus Zeitgründen nicht mache.
      Montag treffen wir uns zum Grillen bei einer Kollegin, darauf freue ich mich, denn das Quatschen über Dinge, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, geht in der Schule gar nicht.

      Es ist gut so, wie es ist. Wir sind trotzdem viel unterwegs und fahren auch ein paar Tage mit unserer Clique weg. Ich hoffe, das Wetter bleibt sommerlich schön, ein ganzer Stapel Bücher möchte gelesen werden…

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
      Anna-Lena

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  14. Rana schreibt:

    Genieß die Zeit, ich bin schon dabei 😉 LG von Rana

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  15. quersatzein schreibt:

    Du machst das ganz sicher ganz richtig, Anna-Lena, – und das bekommt dann wieder allen richtig gut!
    Geniess die schulfreie Zeit und sei herzlich gegrüsst!

    Herzlich, Brigitte

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  16. Träumerle Kerstin schreibt:

    Dann wünsche ich Dir eine schöne Zeit Anna-Lena. Unternimm etwas, wenn Dir danach ist. Schlafe, wann immer Du das Bedürfnis danach hast. Faulenze in den Tag und hab deswegen kein schlechtes Gewissen. Ich habe das manchmal. An Tagen, an denen nichts wird, packt mich oft das schlechte Gewissen. Müssen wir denn immer etwas tun? 🙄
    Komm gut durch die Ferien.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Nein, liebe Kerstin, wir müssen nicht immer etwas tun, wir sind wahrscheinlich so erzogen. Meine Mutter, der immer das Wort „ich muss“ auf der Stirn geschrieben stand, hat auch im hohen Alter noch dazu gelernt.

      Komm gut durch die nächste Woche.
      Mit lieben Grüßen
      Anna-Lena

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  17. Dori schreibt:

    Liebe Anna-Lena, ist es denn jetzt schon so weit? Ich meine mit den Sommerferien? Ich hab die anderen Bundesländer nicht auf dem Film 😉
    Ja ja – gesunder Egoismus. Ein tolles Wort. Du liest und kommentierst ja auf meinem Blog und dann weißt Du ja auch, wie schwer es mir immer wieder fällt, gesunden Egoismus zu praktizieren. Immer habe ich das Gefühl, irgend etwas leisten zu „müssen“. Noch eben habe ich einer Freundin am Telefon erzählt, wie „faul“ ich am Wochenende war. Hier ist das Wetter augenblicklich schlecht und ich habe viel gelesen, war viel spazieren mit meinem Hund und habe „nichts getan“. Hört sich blöd an. Vielleicht sollte ich die Aussage „ich war faul“ ersetzen durch „ich hatte eine prima Zeit“ oder „ich habe das Wochenende sehr genossen“. Das hört sich doch irgendwie positiver an 🙂
    Ich wünsche Dir schöne erholsame und inspirierende Sommerferien mit viel Zeit für Dich und zum Runterkommen.
    Herzlichst, Dori

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Dori,

      wir sind mit den Ferien sehr früh dran. Wenn wir Anfang August wieder im Hochsommer schwitzend in der Schule stehen, gehen die letzten Bundesländer in Ferien.

      Das ewige „müssen“ kenne ich ja auch. Warum sagt man nicht einfach: ich habe nach Herzenslust nichts getan? In unserer Leistungsgesellschaft schwimmen wir zu sehr mit und haben uns diesem Druck sehr gebeugt.

      Ich tu heute nichts, ich treffe mich mit einigen Kolleginnen bei einer Kollegin, die letztes Jahr die Schule gewechselt hat. Das empfinde ich als süßes Nichtstun, das trotzdem eine Bereicherung wird.

      Ich wünsche dir Gelassenheit und eine gute Woche.

      LG Anna-Lena

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