Ist Sterben ansteckend?

Sie war die netteste alte Dame, die ich je kennen gelernt habe, immer freundlich, mit einem  Lächeln, das ehrlich und nicht aufgesetzt war und  klugen wachen Augen. In einer Sauna, in der man jede Woche dieselben Menschen trifft, wird man im Laufe der Jahre zu einer großen Familie und das ‚Du’ ist eine Selbstverständlichkeit, wie im Internet auch.

Es gab aber kaum jemanden, der sie duzte, ein Zeichen des Respekts vor dem Alter. Und wenn sie vor dem Aufguss in ihrem weißen Kilt in die Sauna kam, rutschten alle in der unteren Reihe zusammen, damit sie noch einen Sitzplatz bekam.

Klein war sie und sehr zierlich. Ihre weißen Haare sah man schon von weitem leuchten. Unglaublich, wie flink sie laufen konnte, obwohl die faltige Haut ihres Körpers und ihr gebeugter Rücken  ihr Alter erahnen ließen.

Sie kam nicht mehr. Schnell ließ sich herausfinden., dass sie in einem Krankenhaus war, dann in einem weiteren und die letzte Station war ein Hospiz. Als einer von uns einen Brief mit ihrer Adresse bekam, wurde derjenige beauftragt, ihr im Namen aller einen großen Blumenstrauß zu bringen. Sie hat sich sehr gefreut und mehrfach beteuert, sie würde gern noch einmal in die Sauna kommen und uns alle sehen. Sie hoffe, dass ihr das noch mal möglich sei. Doch ihr schwaches Herz wollte das nicht. Sie schlief friedlich ein. Sie war 91.

 ***

Niemand hat damit gerechnet. Hätte seine Frau ihn früher gefunden, hätte die Reanimierung  vielleicht noch einen Sinn gehabt. Er lag sehr lange im Krankenwagen und erst eine halbe Stunde nach der Reanimierung war er soweit transportfähig, dass sie ihn ins Krankenhaus bringen konnten.

Sie setzten ihm Stands ein, versetzten ihn ins Koma. Tage der Hoffnung begannen, an denen alle in unserer Straße Anteil nahmen und hofften und vielleicht auch beteten. Als sie ihn aus dem Koma zurückholten, zeigte sein Körper keinerlei Reaktionen auf Schmerzen, die sie ihm  bewusst zufügten. Es war zu spät. Wenige Tage später ließ die Familie die Geräte abschalten und ihn einschlafen. Er war 49.

 ***

Zur gleichen Zeit fand im Nachbarhaus ein weiterer Lebenskampf statt. Noch vor ein paar Monaten war es für jeden  ein gewohntes Bild, ihn früh  morgens mit dem Fahrrad zu treffen. Jeden Morgen fuhr er ins Dorf, um für sich und seine kranke Frau einzukaufen. Er liebte es, seinen eigenen Garten als Selbstversorger zu bewirtschaften, seine Hündin Anka war immer treu an seiner Seite.

Doch dann musste er nacheinander mehrfach operiert werden, der Zucker hatte sein Bein zerstört. Vorbei war es mit seiner Mobilität und auch mit seinem Lebenswillen. Alle Hoffnung, dass sich sein Zustand besserte, zerschlugen sich und am Ende ging es ganz schnell. Er wäre im Juli 80 geworden.

***

In unserer Straße ist es ruhiger und leerer geworden. Und kein noch so strahlender Maientag kann darüber hinweg täuschen, dass das Leben endlich ist und der Tod auf leisen Sohlen kommt, wenn er das will.

Lilo, Micha und Heinrich

© G.B. 5/13

Ich wünsche euch ein lebendiges und gesundes Pfingstfest.

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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53 Antworten zu Ist Sterben ansteckend?

  1. minibares schreibt:

    Da läuft mir echt gerade eine Gänsehaut über den Rücken, liebe Anna-Lena.
    Es ist echt manchmal eigenartig, dass man meint, sie sterben alle.
    Wo doch so lange alles gut gegangen ist.
    Das stimmt sehr traurig, macht einen hilflos.
    Wir stehen da und können es nicht fassen.
    Ganz liebe Grüße an dich ♥
    deine Bärbel

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    • Anna-Lena schreibt:

      Es macht nachdenklich und hat vielleicht auch den positiven Effekt, das eigene Leben immer wieder neu zu überdenken und Wichtiges von Unwichtigem neu zu unterscheiden.

      Liebe Grüße,
      Anna-Lena

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  2. regenbogenlichter schreibt:

    Es ist schwer das zu akzeptieren, sehr traurig und oft empfinden wir es als ungerecht. Trotzdem gibt es den Tod und er hat mit Sicherheit einen Sinn. Auch wenn es uns schwerfällt.
    Vergiss die lieben Menschen nicht, dann sind sie nicht „tot“, sondern nur entfernt. Wünsche ihnen eine gute „Reise“…. Und vielleicht spüren sie ja deine liebevollen Gedanken an sie, wo immer sie jetzt auch sind.
    Liebe Grüße
    Ute

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    • Anna-Lena schreibt:

      Jeder Tod ist schwer zu akzeptieren und er kommt immer wieder und irgendwann zu jedem.
      Die Geballtheit der drei Fälle hat mich sehr nachdenklich gemacht. Aber das Leben geht weiter.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  3. freiedenkerin schreibt:

    Ich fühle mit dir, liebe Anna-Lena. ♥
    Im „Nobelhotel“ hat es am Ende des so langen und bitterlich kalten Winters fast schon so etwas wie eine Sterbe-Epidemie gegeben – binnen weniger Wochen hat es über ein halbes Dutzend Bewohner/innen hinweg gerafft…

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    • Anna-Lena schreibt:

      Furchtbar ist das. Ich weiß, dass ich nie in der Altenpflege arbeiten könnte, selbst, wenn man weiß, dass ein alter Mensch irgendwann gehen wird, mich würde das fertig machen. Hut ab vor allen, die sich diese Tätigkeit zumuten und mit Freud und Leid ausführen.

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  4. „Wenige Tage später ließ die Familie die Geräte abschalten und ihn einschlafen. Er war 49.“

    Was für eine Gnade und was für eine Stärke seitens der Familie!

    Abschied nehmen begleitet uns das ganze Leben lang. Meistens folgt ein Wiedersehen, manchmal nicht. Doch selbst dann ist niemand so ganz weg, solange es nur einen Menschen gibt, der noch an ihn denkt. Und in seltenen Fällen sind diejenigen, die nicht mehr wie zuvor auf dieser Welt sind, sogar noch präsenter, als es die Umstände vorab je hätten vermuten lassen.

    Dein Verlust tut mir leid, liebe Anna-Lena! Und nein: Sterben ist nicht ansteckend. Manchmal leider, meistens zum Glück!

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    • Anna-Lena schreibt:

      Dieser Umstand hat mich auch am meisten berührt, denn er war plötzlich und unerwartet. Und die Geräte abzuschalten und ein Hindämmern in einem Pflegeheim somit auszuschließen, erfordert eine unvorstellbare Stärke.
      Auf das Leben und seine vielen kleinen Glücksmomente, die uns den Tag immer wieder erhellen!

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  5. Follygirl schreibt:

    Oh… das berührt mich jetzt.
    Ich selber habe kaum Kontakte zu Menschen, aber ich kann es nur von meinen Tieren her sagen.. ja, sterben ist oft ansteckend…
    LG und auch Dir ein frohes Pfingstfest! Petra

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  6. quersatzein schreibt:

    Wenn solche „Ereignisse“ zusammentreffen, wird man schon sehr, sehr nachdenklich. Kein Tod ist wie der andere und jeder wirft so viele Fragen auf…
    Ich denke, man kann sich nur mit dem Leben irgendwie darüber hinwegtrösten.

    Ganz liebe Grüsse zu dir und viel Leben in eure Strasse!
    Gruss, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      Es zeigt uns auch immer wieder, dass das Leben lebenswert ist, solange man gesund ist und es genießen kann und sollte.
      Leben in der Straße, dafür sorgen in erster Linie die Hunde mit ihrem Gebell, kleine Kinder gibt es wenige 🙂

      Einen lieben Gruß zu dir,
      Anna-Lena

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  7. andrea schreibt:

    Ich wünsche dir einen schönen FREI-TAG..liebe ANA-LENA……hab einen ganz dollen TAG..bei uns ist es immer noch GRAU in GRAU und wie ist das WETTER bei dir??Wir sind es gewohnt…….wie schnell gewöhnen WIR uns im ALLtäglichen miteinander…….**80**ist doch noch ein stolzes ALTer,das müßen wir erstmal erREICHen…..LG ANDREA:))

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    • Anna-Lena schreibt:

      Nicht nur 80, sondern auch 91 ist ein stolzes Alter. Mich erschreckt nur die Geballtheit dieser Todesfälle.
      Aber es geht mir gut und wir hatten zwei schöne Sommertage, auch heute scheint die Sonne 🙂 .

      Liebe Grüße zu dir,
      Anna-Lena

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  8. tonari schreibt:

    Von hier gibt es leider ähnliche News. Wir werden Ende Mai zum ersten Mal einer Beisetzung in einem Friedwald beiwohnen.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das tut mir leid, liebe Frau Tonari.
      Vielleicht berichtest du danach mal über den Friedwald, das ist mittlerweile eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Beisetzungen.

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  9. bmh schreibt:

    Bei diesem Altersdurchschnitt werden es eben auch immer mehr … Nachbarn … sein. Mich wundert immer wieder, dass viele Menschen den Tod so verdrängen, dass sie überrascht sind, wenn jemand aus ihrer Umgebung stirbt. Letztens sagte eine 80ig- jährige Nachbarin zu mir: “ Ich dachte immer, alle sterben – aber wir doch nicht.“
    Entsprechend war ihre Trauer, als ihr Mann starb.
    ich höre dann immer ruhig zu und halte mich mit meiner Einstellung lieber zurück.

    In unserer Familie wird über den Tod miteinander gesprochen. Das erleichtert unser Leben sehr.
    Ich glaube, dass wir das Leben dadurch bewusster schätzen und genießen.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    • Anna-Lena schreibt:

      „In unserer Familie wird über den Tod miteinander gesprochen. Das erleichtert unser Leben sehr.
      Ich glaube, dass wir das Leben dadurch bewusster schätzen und genießen.“
      Für viele ist der Tod aber immer noch ein Tabuthema und ich setze mich damit auch nicht gerne auseinander, wenn ich nicht muss. Aber man wird immer wieder darauf gestoßen und kann dem nicht entkommen, auch der bewussten Auseinandersetzung nicht und das ist auch gut so.

      Liebe Grüße, auch an Curt,
      Anna-Lena

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  10. Mia schreibt:

    Das ist ein bisschen viel auf einmal und wenn man da in der Nachbarschaft ist, nochmal berührender als es schon im lesen berührt. Ja. Es gibt so Wetterkonstellationen wo sich ´sterben` häuft. Leider – und dann ist das plötzlich sehr viel auf einmal, wenn man die Personen auch noch gut kannte. Es macht nachdenklich…… ja, das Leben ist endlich. Und draußen ist die Natur großzügig. Das Leben findet gleichzeitig mit den Abschieden statt. Es ist gut, uns immer wieder einmal daran zu erinnern. Jeden Tag zu leben, der uns zur Verfügung steht. Alles Gute Dir und schöne Pfingsttage. (Die bei uns wohl eher nass werden). Vielleicht habt ihr da mehr Glück.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Mit dem Sterben rechnet man doch eher in der grauen, dunklen Jahreszeit. Wenn man sich gerade so am Frühling und Vorsommer erfreut, passt diese brutale Wirklichkeit nicht, so denken wir oft. Aber der Tod ist unberechenbar und gehört zum Leben.
      genießen wir also jeden Tag ganz bewusst.

      Wir hatten drei Tage wahres Sommerwetter mit weit über 20 Grad und Sonne und in den nächsten Tagen bleibt es auch ganz passabel. Wir hatten auch am längsten Winter und Schnee, nun ist das der Ausgleich. :mrgreen: .
      Wir, besser , unser Garten wartet dringend auf Regen.

      Trotzdem dir und deinen lieben ein rundherum schönes Pfingstfest.
      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  11. Doro schreibt:

    Wenn es so geballt kommt wie bei dir, dann macht einen das schon nachdenklich. Aber egal wie alt derjenige ist, egal ob plötzlich oder daß man damit rechnen musste, schlimm ist es immer. Leider ist es einem nicht immer gegeben das Leben gesund zu geniessen, und trotzdem sollte man immer versuchen,etwas lebenswertes daran finden. Und wenn man so etwas hier liest, sollte man sich umso bewusster sein wie schön es ist jeden Morgen wieder den Tag zu begrüßen in der Hoffnung er wird gut und alle Lieben bleiben gesund.
    In desem Sinne einen ♥lichen Gruß
    Doro

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    • Anna-Lena schreibt:

      Durch solche Erfahrungen kann man wirklich lernen, bewusster zu leben und vor allem dankbarer und bescheiden zu sein.
      Danke, liebe Doro, für deine Worte.
      Mit lieben Grüßen
      Anna-Lena

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  12. Beate Neufeld schreibt:

    Liebe Andrea,
    ich habe das auch schon so ähnlich erlebt, wie Du es hier schilderst, so dass ich ebenfalls das Gefühl hatte, der Tod kommt in Serie. Es geht einem schon sehr nahe, wenn man die Menschen persönlich gekannt hat, sie hinterlassen eine Lücke und machen vor allem auch die eigene Endlichkeit hier auf dieser Erde deutlich. Wenn diese Tatsache der Anlass dazu ist, dass wir selber unser Leben wieder bewusster leben und den Blickwinkel auf die positiven Dinge und unsere Möglichkeiten richten, dann ist schon viel gewonnen.
    Sei herzlich gegrüßt von:
    Beate

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  13. kowkla123 schreibt:

    Liebe Anna Lena, ich denke nicht und das Leben ist eben so, manchmal sind die Einschläge ganz nah und oft.
    Danke, ich sitze im Autohaus und warte auf mein Auto, Klaus

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  14. Brigitte schreibt:

    Das hast du sehr schön geschrieben. Diese Drei, von dir so liebevoll beschrieben, werden in lieber Erinnerung behalten.

    Man ist schon betroffen, aber man wird immer wieder an sie denken. Selber ging es mir mit einer alten Dame so, die ich als Kind kannte. Sie war immer freundlich und gut gelaunt. Ich habe sie nie vergessen. Es ist über 50 Jahre her.

    Ich wünsche dir / euch ein schönes Pfingstfest mit liebem Gruß, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ein wenig hilflos macht mich auch noch der derzeitige Umgang mit den Hinterbliebenen. Es hat sich etwas verändert und das heißt, viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen im nachbarschaftlichen Umgang.

      Auch dir und deinen Lieben gesegnete Pfingsttage,
      Anna-lena

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  15. Gazellenpfad schreibt:

    Du hast ihnen allen einen wunderschönen Nachruf geschrieben. Sie bleiben auf diese Weise hier ein bisschen am Leben. Ich jedenfalls finde, dass sich das so anfühlt.

    Wieder einmal können wir froh sein, dass wir weiter leben dürfen.

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  16. bruni8wortbehagen schreibt:

    man könnte es ansteckend nennen…wenn man nur wollte
    seit dem ersten Menschen liegt es in unseren Genen und alle anderen Lebewesen haben auch dieses Endlichkeitsgen… Nichts anderes kennen wir, nur träumen tun wir manchmal von anderem…
    91 Jahre alt werden und fast bis zu diesem Zeitpunkt noch die Sauna b esuchen können, ist fast wie ein unendliches Leben, denn sie konnte es sooooooo lange genießen. Eine Gnade, wenn der Geist auch noch präsent ist und das war er hier wohl.
    Du hast uns auch die anderen Beispiele genannt, sie hören sich weniger schön an.
    Der Tod kommt in unterschiedlicher Gestalt und es gibt wohl keinen, der ihn freudig hereinbittet. Ich kann ihn nicht leiden, diesen bitteren Gesellen, der meist zum falschen Zeitpunkt kommt. Aber ich frage mich sowieso, ob es da überhaupt einen richtigen gibt… Wahrscheinlich nicht.

    Einen sehr lieben Gruß von mir zu Dir ♥

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    • Anna-Lena schreibt:

      „91 Jahre alt werden und fast bis zu diesem Zeitpunkt noch die Sauna b esuchen können, ist fast wie ein unendliches Leben…“ Ja, das ist außergewöhnlich. Und vor der Sauna hat sie sich immer um eine liebe Freundin gekümmert, etwas jünger und sehr krank. Ich habe die Kraft, die in ihr steckte, immer bewundert.

      Ich kann den bitteren Gesellen ebenso wenig leiden, aber das wird uns nichts nützen. Er gehört zum Leben wie eine zweite Haut.

      Hab ein schönes Pfingstfest, liebe Bruni.

      LG Anna-Lena

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      • bruni8wortbehagen schreibt:

        ja, er gehört zum Leben, aber er steckt so voller Heimtücke, daß ich es oft nicht fassen kann und dann tut er wieder so geduldig, als hätte er alle Zeit der Welt…

        Sag mal,bist Du´s oder bist Du´s nicht??? Ein neues Bildchen und wieeeeeeeee schön!

        Liebe Grüße von mir

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        • Anna-Lena schreibt:

          Ja, es ist schon ein Kreuz mit dem Tod, aber noch leben wir und uns geht es relativ gut, dafür sollten wir dankbar sein.
          Ja, ich bin das, ganz frisch (zumindest das Bild) :mrgreen:

          Liebe Grüße zu dir 😉 .

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  17. Gudrun schreibt:

    Die Frage aus deiner Überschrift habe ich mir auch gestellt. Die Beerdigung meines Bruders ist recht spät. Das Beerdigungsinstitut hat gesagt, dass gerade sehr viele gegangen sind.
    Deine Worte, liebe Anna-Lena, sind sehr zu Herzen gehend. Man meint, die Menschen gekannt zu haben, so wie du sie fast liebevoll beschreibst.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Gudrun,
      ich wünsche dir für diesen schweren Schritt ganz viel Kraft. Ein Bruder steht einem noch näher als Menschen aus der Nachbarschaft, die man eben kannte.

      Alles Liebe und schöne Pfingsten,
      Anna-Lena

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  18. Pfeffermatz schreibt:

    Bewegend und „schön“ (auch wenn dieses Wort angesichts des Themas gewöhnungsbedürftig ist), was du schreibst. Danke.

    Gefällt mir

  19. Frau Momo schreibt:

    Immer wenn ein Mensch so jung geht, stellt sich mir die Frage, ob ich nicht viel zu viel aufschiebe…
    Dir trotzdem friedvolle Pfingsttage

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    • Anna-Lena schreibt:

      Machen wir das nicht alle, weil uns jetzt andere Dinge wichtiger sind oder wir gerade keine Zeit haben? Es wäre schön, wenn wir mehr das Jetzt erfüllen könnten, aber das geht nicht immer.
      Auch euch gesegnete Pfingsten!

      Gefällt mir

  20. suebilderblog schreibt:

    Was für ein traurig stimmender Beitrag, aber auch das gehört – leider – zum Leben. Besonders tragisch ist es, wenn jemand mit gerade mal 49 Jahren stirbt, doch mich persönlich hat Deine Erzählung über die 91 jährige sehr nachdenklich gestimmt. Irgendwann sind auch wir einmal betroffen. Gedanken, die man nur allzu gern von sich weg schiebt.
    Ich kann mich noch daran erinnern, wenn früher in dem Dorf in dem ich aufgewachsen bin, ein Mensch kurz vor dem Wochenende starb….. dann hieß es immer, wenn ein Toter an einem Sonntag „über der Erde liegt“ folgt ganz schnell ein zweiter Sterbefall….. Sicher ein Aberglaube, aber manchmal traf dies auch zu und so gibt es wohl immer und überall diese Serien von Sterbefälle und ganz besonders schimm ist es dann, wenn dies im eigenen Umkreis geschieht.

    Trotz allem wünsche ich Dir noch einen schönen Pfingstmontag, mit Gedanken die nach vorn schauen und nicht zurück,
    LG Susanne

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    • Anna-Lena schreibt:

      Bei der 91jährigen, die ein liebenswerter Mensch war, habe ich immer den Vergleich mit meiner Schwiegermutter, die ebenfalls so alt ist, aber bis heute herrisch, egoistisch und ein Mensch ist, den man sich besser auf Abstand hält. Ich tue das, mein Mann hat auch kein gutes Verhältnis, aber er kümmert sich, nicht aus Überzeugung, sondern aus einer Art Pflichtgefühl.
      Da oben will sie scheinbar niemand haben.
      Schlimm, wenn man über einen Menschen so etwas sagen muss, aber es ist so.
      Vielleicht verpacke ich das mal in einer Geschichte…

      Ja, schauen wir nach vorne, liebe Susanne.

      Einen lieben Gruß,
      Anna-Lena

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  21. Franka schreibt:

    Solch eine Häufung schockiert natürlich und dann auch noch im Frühling. Aber das habe ich schon öfters bemerkt: gerade dann, seltsamerweise. – Deine Nachrufe finde ich sehr schön und wenn ihr eine so gute Nachbarschaft habt, wird das den Zurückgebliebenen hoffentlich auch helfen. – Und nicht zuletzt – wie es auch schon von anderen geschrieben wurde – wieder mal ein Grund, das eigene Leben zu überdenken, zu überprüfen und so einiges zurechtzurücken und zu versuchen, allem den richtigen Stellenwert zuzuweisen.
    Liebe Pfingstgrüße aus dem heute wieder verregneten Köln,
    Franka

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ja, wir haben eine gute Nachbarschaft, was in der Großstadt nicht zwangsläufig so ist. Diese Häufung hat mich tief bewegt und zum Nachdenken gebracht. Und wenn das anderen Lesern auch so ergeht, haben meine Zeilen ihren Sinn erfüllt.
      Wir nehmen vieles als Selbstverständlichkeit hin und vergessen zu oft, dass morgen alles anders sein kann.

      Hier ist es heute auch kühl und regnerisch und ein richtiger Tag zum inneren und äußeren Ausruhen.

      Liebe Grüße und einen schönen zweiten Pfingsttag,
      Anna-Lena

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  22. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das hast Du sehr einfühlsam geschrieben liebe Anna-Lena. Keiner kann ahnen, wann er gehen muss. Schlimm nur, wenn junge Menschen gehen müssen. Und schlimm ist auch, wenn alte Menschen gehen wollen und es nicht geschieht. Erlebe ich gerade selbst. Mein Schwiegervater hatte vor 3 Wochen einen Schlaganfall, zum Glück keine Folgeschäden. Aber er hat keine Lust mehr, will nicht mehr, ist bockig wie ein kleines Kind, ihm ist alles egal. Da steht man hilflos daneben.
    Liebe Grüße in den Pfingstmontag von Kerstin.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das tut mir Leid, dass es mit deinem Schwiegervater so gekommen ist.
      Diese Hilflosigkeit kann ich gut verstehen, mein Vater hatte ab einem bestimmten Punkt auch keine Lebenslust mehr. Das zu akzeptieren ist hart, aber auch für einen selbst immer der Hinweis, dass jemand der gehen will, auch seine Würde bewahren soll.

      Habt trotzdem einen guten Pfingstmontag und alles Gute für deine Schwiegervater,

      Anna-Lena

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  23. buchstabenwiese schreibt:

    Na, das hoffe ich doch nicht, liebe Anna-Lena, das es ansteckend ist. Obwohl es einem manchmal so vorkommen kann, wenn es sich so häuft.
    Man wird auch daran erinnert, dass man irgendwann an der Reihe ist. Zum Glück weiß man nicht, wann und wie das sein wird.
    Es erinnert aber auch daran, dass man das Beste aus jedem Moment machen sollte und dass man nicht so viel aufschieben sollte. Man weiß nie, was morgen sein wird.

    Du hast so liebevoll an die Menschen erinnert. Das finde ich sehr schön. ♥

    Herzliche Grüße,
    Martina

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    • Anna-Lena schreibt:

      Die Häufung hat mich sehr bedrückt und auch nachdenklich gemacht. Aber du weißt ja selbst aus Erfahrung, dass man beim Schreiben besser verarbeitet.

      Auf das Leben! ♥
      LG Anna-Lena

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  24. OceanPhoenix schreibt:

    Nun habe ich auch Gänsehaut, liebe Anna-Lena. Merkwürdig, wenn die Todesfälle an einem Ort sich so häufen.. Du erinnerst in warmherzigen Worten an diese Menschen, das ist schön. Das Loslassen selbst – ist mit das Schwerste überhaupt. Ich muß da noch viel lernen ..mit Verlusten umzugehen. Daher auch meine immensen Verlustängste .. wenn ich das lese, der Mann, mit 49, und wenn sie ihn früher gefunden hätte – da kriege ich sofort Panik. So schnell kann es gehen ..

    Liebe, nachdenkliche Grüße an dich,
    Ocean

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ältere Menschen, die ihr Leben gelebt haben, kann man eher gehen lassen, das sagt einem zumindest der Verstand.
      Kann man das lernen, mit Verlusten umzugehen? Sicher nicht im Vorfeld, sondern auch da denke ich, braucht man ein stabiles Umfeld und Menschen, die einen auffangen.

      Genießen wir jeden Tag.

      Dir liebe Grüße und mach dir keine Sorgen, wir wissen nicht, was uns vorherbestimmt ist.

      Alles Liebe,
      Anna-Lena

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  25. luiselotte schreibt:

    Ich hab jetzt eine weile gebraucht um das ‚Gefällt mir‘ anzuklicken und hab es dennoch getan, nicht weil es mir gefällt, dass drei Menschen von dieser Welt verschieden sind, sondern weil deine Worte einen Respekt vor diesen Menschen zeigen. Dafür gebührt dir Respekt und Dankbarkeit.
    Ich möchte dir auch eine kleine Geschichte erzählen. Meine Oma war 92, und seit ihrem 12. Lebensjahr war sie Magd auf einem kleinen Gehöft in Oberbayern. Sie bekam sehr früh meinen Vater und keiner wusste, wer sein Vater war, und dann folgte eine Tochter, die kurz vor ihrer Erstkommunion an einer Gehirnhautentzündung starb. Danach war nach den Erzählungen meines ‚Stief‘-Opas nichts mehr, was es einst war. Meine Oma vertraute den Kühen im Stall ihr Leid, durch nonverbale Kommunikation mit. Sie wurde still, und erzählte nur wenig. Mit den Kindern und Enkelkindern ihres Arbeitgebers hatte sie mehr zu tun, als mit ihren Sohn und mit uns.
    Als mein Stief-Opa starb, war dies für mich dramatisch, denn er lag in einem Krankenhausbett und er wollte noch mal die Sonne sehen, mein Vater verwehrte es ihm, er machte sich nicht mal die Mühe, um diese Kleinigkeit ihm zu erfüllen….in dieser Nacht starb mein Opa, alleine in seinem Krankenbett.
    Und es dauerte nicht lange, meine Oma war noch stiller geworden….ging meine Oma mit ihren 92 Jahren in den Stall und wusch ihre Tiere, wie jeden Tag. Sie bemutterte sie, als wären es ihre Kinder und plötzlich fiel sie um und war tot.
    Meine Oma ist da gestorben, wo sie am Schluss am Liebsten war…..
    Das berührt mich immer wieder….

    Herzliche Grüße von Luiserl, die grade etwas nachdenklich ist…

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Luise,

      danke für deine berührende Geschichte. Ich glaube, dass deine Oma viel in ihrem Leben mitgemacht hat, dass sie ihre Verlässlichkeit und Freude bei den Tieren fand, die immer ehrlich und aufrichtig sind und sie nicht enttäuscht haben. Ein Kind ohne Vater zu bekommen, war ja früher ein Skandal und wenn ein eigenes Kind stirbt, ist das sicher ein Schmerz, der nie vergeht. Sie wird ihre Gründe gehabt haben, wenn sie sich immer mehr zurück gezogen hat.
      Zwischen Himmel und Erde geschehen oft seltsame Dinge, zu denen wir keinen Zugang haben, solange sie uns nicht selbst betreffen.

      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
      LG Anna-Lena

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  26. ernstblumenstein schreibt:

    Vielen herzlichen Dank für die realen Geschichten aus deiner Wohnstrasse. Die kurzen Nachrufe aus den Leben deiner Bekannten hast Du wieder einmal mit viel Einfühlsamkeit geschrieben. Dabei hat sich deine Liebe zu den Menschen wieder einmal ungewollt offenbart.
    Es ist schon so, sterben gehört eben auch zum Leben. Dein Beitrag hat mir sehr gefallen. Ich wünsche Dir eine schöne Woche, die hoffentlich auch draussen schön ist – vor allem aber drinnen in deinem Gemüet. Ernst

    Bezüglich Todesfällen gilt halt auch nach wie vor :
    „Keine Nachrichten sind gute Nachrichten.“

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich habe heute die Gräber der beiden Nachbarn besucht und als ich die Frau und Tochter des so jung Verstorbenen traf, zerriss es mir das Herz. Sie kann das immer noch nicht begreifen und verarbeiten und es tut mir so unendlich leid.
      Aber der Tod gehört zum Leben, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.

      Keine Nachrichten dind gute Nachrichten – so ist es. Ich atme immer auf, wenn ich länger weg war und der Anrufbeantworter nicht blinkt.

      Draußen ist es gar nicht schön – Regen, was sonst? – aber mir geht es gut.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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