Sind Klassenfahrten noch zeitgemäß?

Ich danke euch herzlich, dass ihr meine Klassenfahrt-Nachlese so eifrig verfolgt und kommentiert habt. Fotos von Dresden, dort haben wir den letzten Tag verbracht, habe ich an anderer Stelle schon mal gezeigt, die werde ich euch nicht als nächstes zumuten, vielleicht ein anderes Mal.

Aus der Sicht des Lehrers stellt sich eine Klassenfahrt anders dar als aus der Sicht eines Schülers der 10. Klasse. Und obwohl die meisten Schüler positiv auf die Fahrt reagiert haben, gab es auch einige wenige Stimmen, die pausenlos gemeckert haben und unzufrieden waren.

 Als ich selbst in der 10. Klasse im Harz war, hat mich die Landschaft nicht sonderlich interessiert und das Wandern gehörte auch nicht zu meinen damaligen Leidenschaften. Und Museen waren das allerletzte! Zur Abiturfahrt nach England sah das schon ganz anders aus. Somit verstehe ich auch die etwas kritischen und unzufriedenen Stimmen, die man bei  und nach jeder Klassenfahrt hört.

Das wiederum veranlasst mich generell zu Überlegungen, wie sinnvoll und zeitgemäß eine Klassenfahrt im Klassenverband  überhaupt noch  ist. Obwohl die Schule bei Klassenfahrten ihren Bildungsauftrag auch ernst nehmen sollte, heißt eine Klassenfahrt für viele: weg von zu Hause, Urlaub,  keine Schule, Party ohne Ende. Und die Erwartungen dieser Schüler werden  oft enttäuscht, es sei denn, es begleiten Lehrer, denen der Sinn auch danach steht und die soll es auch geben.

Das Geld sitzt bei den meisten recht knapp, Klassenfahrten sind teuer. Für einige Schüler war das ein Grund, nicht mitzukommen und statt dessen ein einwöchiges Praktikum zu machen.

Lehrer zahlen in der Regel für eine Klassenfahrt denselben Preis wie die Eltern für ihre Kinder. Das bedeutet im Klartext, der Lehrer bezahlt seine eigene Arbeitszeit von seinem Gehalt. Wundert es da wirklich, wenn viele Lehrer nicht mehr dazu bereit sind? Auf Klassenfahrten kann man mit einem 24-Stunden-Dienst rechnen und selbst, wenn man die Augen für ein paar Stunden schließt, ist man doch ständig auf halb-acht-Stellung, ob jeder wirklich in seinem Bett liegt oder sich heimlich woanders  amüsiert. Von irgendwelchen Unfällen, Krankheiten und sonstigen Dummheiten mal abgesehen. Als Lehrer stehe ich generell mit einem Fuß im Knast, wer holt sich den zweiten schon freiwillig rein?

Fragen über Fragen, die jeder selbst für sich beantworten muss. Für mich war es voraussichtlich die letzte Klassenfahrt. Mir hat es immer, und besonders bei dieser nach Sachsen,  großen Spaß gemacht, auch wenn ich mit weniger Nerven und mehr grauen Haaren zurück gekommen bin.

Danke für euer Interesse.

Nun schaue ich ganz gelassen, womit ich die letzten Ferientage verbringen werde…

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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23 Antworten zu Sind Klassenfahrten noch zeitgemäß?

  1. freiedenkerin schreibt:

    Ich glaube, das Thema Klassenfahrten ist seit langen und sehr vielen Jahren schon aktuell. Mein Vater, der ja 42 Jahre lang Lehrer gewesen ist, freute sich stets sehr auf solche mehrtägigen Ausflüge, kam allerdings dann immer völlig erledigt wieder zurück. 😉 Dass Lehrkräfte Klassenfahrten allerdings aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, obwohl sie ja doch eigentlich ununterbrochen im Dienst sind, ist mir völlig neu. Und ich finde das ausgesprochen unsozial und ungerecht…
    Ich wünsche dir eine wundervolle und erholsame restliche Ferienzeit!

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  2. M. schreibt:

    Ausruhen!!!!!

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  3. suebilderblog schreibt:

    Schade, ich würde gerne noch Fotos von Dresden sehen……. *ganz-lieb-guck*, vielleicht zeigst Du uns ja doch noch welche.

    Das Thema Klassenfahrten hat wohl genau so vieles Pro wie Kontra. Du hast ja eigentlich schon alles gesagt. Als Mutter einer Tochter in der 9. Klasse kommt mir da vieles bekannt vor ;-). Mir ging es früher auch nicht anders, Museen waren das letzte was ich sehen wollte aber im Nachhinein hat man dann doch so einiges von den Fahrten „mit ins weitere Leben“ genommen. Erinnerungen, Erfahrungen und auch Kulturelles, was man nie mehr vergisst und vieles weiß man erst nach Jahren zu schätzen.

    Außerdem finde ich Klassenfahrten für den Zusammenhalt in einer Klassengemeinschaft wichtig und es gibt sicher einige Kinder, die nur dank einer Klassenfahrt mal etwas von der Welt sehen.

    Doch ganz ehrlich – der Lehrer möchte ich auf so einer Fahrt nicht unbedingt sein, aber Lehrer wäre eh kein Beruf für mich gewesen, weil die Schüler mir wahrscheinlich auf der Nase herum getanzt wären :-), ich glaube, dazu muss man einfach geboren sein. Allerdings hat jeder Lehrer das Recht zu sagen, dass es irgendwann mit den Klassenfahrten genug ist und die Zeit für die jüngere Lehrergeneration gekommen ist, mit auf große Fahrt zu gehen. Alles hat eben seine Zeit.

    LG Susanne

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  4. Follygirl schreibt:

    Klassenfahrten…ich hab ja auch welche erlebt früher und fand es natürlich gut. Für Lehrer sieht das sicher anders aus und ich kann jetzt verstehen, das es viele nicht mehr machen. Wußte ich nicht, das Ihr alle Kosten selber tragen müßt, dachte immer, das wird von der Schule (oder sonst wem?) bezahlt.
    LG (und mir hat die FotoFahrt gut gefallen), Petra

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  5. die3kas schreibt:

    Liebe Anna-Lena,
    ich bin schon ewig gegen diese Fahrten.

    Es mag ja von Schule zu Schule noch arge Unterschiede geben,
    doch ist immer der eine oder andere dabei der das nicht zahlen kann oder will.

    Dann das Theater wo fährt man hin…
    Man kann es nicht jedem recht machen und es gibt Kegelclubs,
    die sitzen auf einem Batzen Geld, weil sie sich nicht einigen können.

    Zudem steht der Lehrer tatsächlich in einer 25 Std. Pflicht (Frühstück und Mittag durch ) lach.

    Gelernt wird auf diesen Fahrten doch auch nichts…
    Wir waren damals im Schwarzwald als Schleier entführt wurde.
    Die Frankreichfahrt, das einzig interessante fiel dadurch aus
    und die Pädagogen sassen am liebsten vor dem Radio/ TV.

    Unser Lehrer bot uns das Du an…
    Damit kam ich gar nicht klar. Immerhin war das eine Respektperson.

    Einen Abend durften wir zwei Bier trinken,
    mag ich nicht und es durfte geraucht werden.
    Auch das tat ich damals noch nicht.

    In den Zimmern war Randale, Ein Gehusche über den Flur…
    und unser Lehrer hatte eine Kollegin mitgenommen,
    die dann versuchte Ordnung zu schaffen.
    Ich weiss nicht, meine Freundinnen und ich,
    wir waren einfach nicht so verrückt. Der Rest … na ja
    (Wehe wenn sie los gelassen werden)

    Letzt endlich waren wir 5 Tage unterwegs für nichts,
    haben nichts gelernt,
    die Jungs nur Blödsinn gemacht, viel Geld ausgegeben,

    Ausschliessen mochte sich nur einer und den bewunderte ich damals.
    Heute habe ich soviel Selbstbewusstsein und würde nicht mehr mitfahren.
    Ich höre auch häufig das diese Fahrten wirklich nur zum „Ausufern“ genossen werden.
    Wehe es passiert etwas…

    Lehrer zahlen für diese Fahrten aus eigener Tasche…
    Das ist auch so ein „EI“.
    Heute gibt sich ja keiner mehr mit einer Fahrt in den Schwarzwald zufrieden…
    Zumindest können Lehrer die Fahrten steuerlich absetzen.

    Sicherlich fördern solche Fahrten das soziale Verhalten der Schüler,
    denn man ist ja 24 Std. plötzlich zusammen statt nur 8 std.
    Man lernt die Freunde auf einer ganz anderen Ebene kennen.
    Doch was nützt das, wenn man eh nur noch ein Jahr zusammen die Schulbank drückt.
    Ausserdem wollen Schüler heute nicht mehr wandern, oder sich dies und das ansehen. Die Freunde sind wichtiger und der PC samt Sozialer Chaträume ist heute doch massgelich im Vordergrund.

    Alles lange her, aber im Grunde hat sich ja nichts geändert.
    Ausser es will nur ein Teil fahren, der andere Teil will lieber Daheim bleiben oder noch besser ohne Erziehungs- oder Respektpersonen einen drauf machen.

    Als Lehrer kennt man ja seine Pappenheimer
    und ich denke, wenn die sich nicht am Riemen reissen können,
    würde ich keine Fahrten anbieten.
    Das Risiko ist einfach viel zu gross.

    Schwere Entscheidung, kann ich verstehen.

    Ich sage Toi toi toi

    Lieben Gruss ♥
    kkk

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  6. mvkphotoblog schreibt:

    Als meine Töchter noch in die Schule gingen, war das Thema Klassenfahrt immer in jedem Elternabend ein Dauerstreitpunkt. Meine große Tochter hatte einen Lehrer, welcher immer möglichst nach Italien fahren wollte. Das war entsprechend teuer und für 3-4 Tage völlig sinnlos. Man fuhr dann auch nicht nach Rom, sondern in eine billige Unterkunft ( für immerhin noch 300 €) wo die lieben Schüler dann losgelassen wurden. Viel Programm gab es dann nicht und Bildung erst recht nicht. Da war ich froh, als diese Ära vorbei war.
    Bei meiner jüngsten Tochter, sie wechselte nach Klasse 10 noch einmal auf ein Berufliches Gymnasium mit Spezialisierung war klar, dass es nur in Klasse 12 eine Exkursion geben wird. das wurde schon zum Einführungselternabend gesagt. Jeder wusste schon im Detail, auf was er sich einließ. Wem das nicht passte hatte vorher die Möglichkeit die Schule noch einmal zu wechseln. Es gab einen klaren Bildungsauftrag, welcher mit einer Arbeit abgeschlossen wurde. Auch das war vorher klar. 2 Exkursionen wurden angeboten, London und Rom, die Schüler konnten wählen. Das war für die Eltern auch nicht billig. Die Schüler waren alle begeistert. Sie haben Kultur ohne Ende geboten bekommen, waren ungemein „fertig“ nach der Fahrt aber vollends zufrieden. Keiner hat gemurrt und es gab keine Komplikationen. In Klasse 12 sind sie dann auch schon ein wenig reifer. Und wenn sie wissen, was auf sie zukommt, mit klarer Ansage, dann sind sie auch führbar.
    Für die Betreuer und Lehrer ist es harte Arbeit. War selber mal mit auf Klassenfahrt und betreute auch schon andere Kinder in Trainingslagern. Es sollte m.E. nur noch einige wenige Fahrten geben, als Höhepunkte und mit klarem Auftrag. Schüler der Klassen 7-10 sind mitten in der Pubertät und wirklich schwer zu motivieren. Das muss man sich nicht antun.
    Über die Bezahlung der Lehrer während dieser zeit wird schon lange diskutiert. Das dringt nicht bis in die jeweiligen Kultusministerien vor. In Sachsen war dies noch irrsinniger oder ist es noch, da ja viele Lehrer in Zwangs -Teilzeit arbeiten. Du hast einen Halbtagsjob und während der Klassenfahrt hast Du selbstverständlich das 3-4 fache zu arbeiten. Ohne Bezahlung versteht sich.
    LG, Christiane

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  7. minibares schreibt:

    Dass Lehrer das selbst bezahlen müssen ist ja wohl ein Unding.
    Oder die Oberen sehen sehen es als Urlaub, anders kann man das doch nicht verstehen.
    Denn du hast Recht, heutzutage steht ein Lehrer echt mit einem Bein im Knast. Heute rennen sie doch alle gleich zum Anwalt, untereinander reden und was aufklären gibt es fast gar nicht mehr.
    Ganz schade ist es, dass einige nicht mitkommen können, weil das Geld nicht reicht. Da müsste es doch was oder wen geben, von dem Geld zu bekommen ist.
    So werden sie ja ausgegrenzt, was die Lehrer während des ganzen Schuljahres zu verhindern suchen.

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  8. Quer schreibt:

    Oh ja, Anna-Lena, solche Unternehmungen sind mit unglaublich viel Verantwortung und Engagement verbunden – kein Wunder, dass du mit einem weinenden und lachenden Auge (tierisch ernst und auch heiter) darauf zurückblickst.
    Wie gut, dass diesmal für euch alles gut abgelaufen ist – da darf man echt dankbar dafür sein.

    Liebe Grüsse zu dir,
    Brigitte

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  9. Rana schreibt:

    Klassenfahrten sind immer ein großes Erlebnis für die Schüler, die Bedingungen müssten aber wirklich besser sein. Zum einen müsste doch jedes Kind mitfahren können ( bei uns werden Kosten auch durch das Amt übernommen) zum anderen müssten die Kosten und Überstunden der Lehrkräfte eigentlich bezahlt werden, oder? Es bleibt immer ein mulmiges Gefühl und eine große Erleichterung, wenn alle wieder wohlbehalten ankommen. Immer wieder hört man ja furchtbare Geschichten.
    Herzliche Grüße und genieß die restliche Ferienzeit!

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  10. kowkla123 schreibt:

    Anna, Lena, da rennst du mit deinem Bericht offene Türen bei mir ein, genau so war es auch früher(zur DDR Zeit hat man die Fahrten für Die Kinder und Begleiter kostenfrei gemacht) dann nach der Wende habe ich weiter Jahr für Jahr solche ´Fahrten gemacht immer mit einer Auswahl von Unternehmungen(mussten wir ja auch einplanen) zur Bildung und für den Spaß, bezahlen mussten wir auch und Kinder bekamen auf Antrag bei Nachweis Unterstützung u.a. vom Förderverein der Schule und Fazit, es war auch für mich sehr, sehr anstrengend und doch auch immer sehr schön, hat meine Arbeit dann oft erleichtert und noch heute , wenn ich ehemalige Schüler treffe, kommt oft, wissen sie noch, als wir da oder da waren, ich würde es immer wieder tun, alles Gute, KLaus

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  11. Brigitte schreibt:

    Ich habe deine Ausführungen sehr aufmerksam gelesen. Und ich verstehe auch, was du meinst.

    Auf unserer Abschlußklassenfahrt 1965 wurden zwei Kinder gezeugt. Was jede Menge Ärger im Anschluss nach sich zog, auch für uns, die wir gar nichts dafür konnten. Und ich will gar nicht wissen, was die verantwortlichen Lehrer erleben mussten.

    Trotzdem – auch wenn sie meckern und motzen – ich glaube nicht, dass das abgeschafft werden sollte. Es ist doch etwas besonderes, das man gemeinsam erlebt. Viele Kinder erleben heute doch viel zu wenig Gemeinsamkeit.

    Liebe Grüße, Brigitte

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  12. Anna-Lena schreibt:

    @all

    Ich danke euch für eure rege Diskussion und eure Beiträge. Zeitlich kann ich einfach nicht jeden Kommentar einzeln beantworten, daher noch ein paar übergreifende Antworten.

    An unserer Schule werden nur in Klasse 8 und 10 Klassenfahrten gemacht und zwar innerhalb Deutschlands und nicht ins Ausland. In der 12. Klasse wird noch eine Kursfahrt angeboten.

    Für Schüler ist eine Klassenfahrt ein Höhepunkt in ihrem schulischen Leben und das soziale Gefüge einer Klasse profitiert davon. Schüler (und Lehrer) lernen Gegenden kennen, in die sie sonst vielleicht nie kommen würden. Viele Kinder kennen sich in anderen Ländern durch Urlaubsreisen besser aus als im eigenen Land, andere haben erst gar nicht die Möglichkeiten, zu verreisen.

    Eine Schulfahrt ist auch nicht regellos, darüber müssen sich Schüler im Vorfeld im Klaren sein und wenn man eine Fahrt mit ihnen gemeinsam vorbereitet, kann man die Regeln vorab eingehend diskutieren und sich von den Schülern unterschreiben lassen. Abgesehen davon hat jede Jugendherberge ihre eigene Hausordnung, die eingehalten werden muss, ohne weitere Diskussion. Und sollte jemand trotz allem quer schießen, muss er damit rechnen, dass die Eltern ihn/sie abholen müssen.

    Die Möglichkeit, über das Amt oder den Förderverein der Schule Mittel zu beziehen, hat bei uns auch jeder. Manche nehmen es aber auch nicht in Anspruch.
    Manche Eltern hören auf ihr Kind, wenn es erst gar nicht mitfahren will. In den 10. Klassen ist ein Praktikum als Alternative Pflicht (Schüler können nicht in anderen Klassen in der Zeit unterrichtet werden, denn in dieser Woche läuft neben den Klassenfahrten in allen anderen Jahrgangsstufen ein Programm besondere Art).

    Lehrer müssen selbst bezahlen, das ist schon lange so und nicht einzusehen. Manche Schulämter haben einen Topf, aus dem man vielleicht ein paar Euros dazu bekommen kann, wenn man sich rechtzeitig drum kümmert. Viele Jugendherbergen bieten für die Lehrer mittlerweile Freiplätze an. Die können unter bedürftige Schüler aufgeteilt werden oder es ist auch legitim, sie als Lehrkraft zu nutzen.

    Teilzeitbeschäftigte haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Vollbeschäftigung für die eine Woche zu stellen, was in der Regel auch genehmigt wird.

    Ich habe an einer anderen Schule in der 7. Klasse eine Klassenfahrt abgelehnt, da ich die Verantwortung für die Klasse nicht übernehmen konnte und habe stattdessen mit ihnen fünf unterschiedliche geografisch-geschichtliche Projekttage in Berlin gemacht. Mit dem Rest dieser Klasse habe ich in der 10. Klasse die Abschlussfahrt nach Mallorca gemacht.

    Somit hängt es von jedem Lehrer und seinem eigenen Engagement und von der Klasse ab, wie eine Klassenfahrt gestaltet wird und ob alle Seiten davon profitieren. Wenn sich Schüler und Lehrer darin einig sind, eine Woche abzugammeln und nichts weiter zu machen, würde ich mein Kind nicht mitschicken, dafür gibt es Ferien.

    Ich danke euch für euer reges Interesse und lasse liebe Grüße da,
    Anna-Lena

    @sue: Die Dresden-Fotos kommen noch, demnächst… 😉

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  13. bruni8wortbehagen schreibt:

    Zeitgemäße Klassenfahrten?
    Was ist denn überhaupt zeitgemäß?
    Ich finde, alleine das ist schon schwierig genug zu beantworten.
    Ist es denn zeitgemäß, sich über Handys zu „unterhalten“?
    Zeitgemäß, unentwegt irgendwelche Knöpfe zu bedienen, statt sich zu unterhalten mit den Personen, die um einen herum sind? Auf jeden Fall ist das sehr seltsam.

    Ich glaube, Klassenfahrten sollten der Gemeinschaft dienen, einen Zusammenhalt verdichten, die Leute zusammenschweißen, die sich hier zusammenfinden.
    Gemeinsam anderes zu tun, als im schulischen Alltag.

    Es ist eine tolle Idee. Vielleicht müßte sich am Konzept selbst etwas verändern.
    Die Lehrer, die sich dazu bereit erklären, müßten einen Bonus zusätzlich erhalten, denn die zusätzliche Verantwortung für Kids in diesem Alter ist nicht gering einzuschätzen. Im Gegenteil, sie ist groß. Das müßte auf jeden Fall honoriert werden.

    Wieso ist es Deine letzte Klassenfashrt, liebe Anna-Lena?

    Einen lieben Gruß von Bruni

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das Konzept verändern, das ist auch mein Bedürfnis, für das ich aber noch keine Patentlösung habe. Eine Klassenfahrt, die dem Anspruch nach „Schule in andere Form“ erfüllt, zieht Dinge nach sich, die nicht im Interesse aller Schüler sind, denen sie sich gegebenenfalls fügen müssen. Eine Ausgewogenheit zwischen Freizeit und Angeboten soll sein, ist aber auch nicht immer für alle Beteiligten gleichermaßen befriedigend…

      Vielleicht kommen mir noch ein paar zündende Ideen.
      Wieso es meine letzte Klassenfahrt ist? Vielleicht ist es die vorletzte, aber in zwei Jahren erreiche ich die nächste Null und irgendwann muss auch mal Schluss sein. Du weißt doch, wenn es am Schönsten ist, sollte man aufhören :mrgreen:

      Gute-Nacht-Grüße
      Anna-Lena

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  14. Frau Momo schreibt:

    Ich habe gute Erinnerungen an unsere Klassenfahrten, aber wir haben uns damals auch noch über eine Reise nach Sylt (ein Muß für jeden Hamburger Schüler damals, Hamburg hatte ein Heim in Westerland) und Fehmarn gefreut. Später waren wir dann nochmal in Holland, zum Segeln. Das war eine Erfahrung der besonderen Art. Alle Schüler der Klasse auf dem engen Raum eines Segelschiffes mit Küchendienst und allem, was nun mal zum Leben auf einem Schiff dazu gehört.
    Besonders eindrucksvoll war dann noch eine sog. Projektreise nach Dresden und ins Elbsandsteingebirge zu DDR Zeiten. Da waren wir auch in Weimar und im KZ Buchenwald.
    Die Lehrer habe ich noch nie beneidet ob ihrer Verantwortung.
    Ob das heute noch zeitgemäß ist, kann ich nicht beurteilen. Ich selber habe ja keine Kinder und bin deshalb zu weit weg vom Thema Schule.

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  15. bruni8wortbehagen schreibt:

    was bist Du noch sooooooooooooooo jung – beneidenswert *lächel*

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  16. buchstabenwiese schreibt:

    Dass ihr die Klassenfahrt als Lehrer selbst bezahlen müsst 😯 , finde ich nicht in Ordnung, liebe Anna-Lena. Als Lehrer hat man auf einer Klassenfahrt doch viel mehr Verantwortung, und das den ganzen Tag lang. Die Nacht nicht zu vergessen.
    Ich weiß nicht, ob ich mir das „antun“ wollte.

    Als Schüler fand ich Klassenfahrten ganz schön. Es war mal eine Unterbrechung vom Schulalltag. Na klar hat einem nicht alles gefallen und man hatte hier und da mal was zu meckern, ist ja klar, wenn so viele Charaktere aufeinander treffen. Aber damit muss man halt lernen umzugehen. Man kann es nicht jedem Recht machen. Es ist auch eine lehrreiche Erfahrung, zu sehen, dass in der Gemeinschaft auch mal Kompromisse nötig sind, um voranzukommen und man lernt den ein oder anderen auch mal von einer anderen Seite kennen.

    Liebe Grüße,
    Martina

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  17. Gudrun schreibt:

    Ich kann nur meinen Hut ziehen vor den Lehrern, die es sich noch wagen, mit ihrer Klasse auf Fahrt zu gehen. Nicht nur, dass sie dafür bezahlen müssen und jede Menge Nerven lassen, es fährt ja auch immer die Angst mit, dass etwas passiert und was sie dann verantworten müssen.
    Ich selber fand meine Klassenfahrten immer schön. Nur, darüber, dass meine Klassenleiterin mit ihren blondierten Haaren vornweg auf den Fichtelberg stürzte wie im Eilmarsch, darüber konnte ich erst später lachen.
    Schade ist, dass nicht alle Schüler an den Klassenfahrten teilnehmen können.

    Liebe Grüße von der Gudrun

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  18. Ernst Blumenstein schreibt:

    Ich habe gelesen-kenne Klassenfahrten nicht-war interessant-ich glaube alles ist gesagt.
    Ich freue mich auf deine nächsten Dresden-Fotos.

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  19. Traveller schreibt:

    Klassenfahrten – ich habe eigentlich durchweg gute Erinnerungen daran (aus Schülersicht früher)
    lag wohl daran, dass sich unser Klassenlehrer von der 5. Klasse an auch im Alltag darum gekümmert hat, dass Klassenklima und Zusammenhalt gut waren

    unsere erste Fahrt in der 7. Klasse ging von Aachen nach Prüm in die Eifel, nicht wirklich weit, aber das war uns egal
    in dieser Woche haben wir zwar kein Museum besucht, dafür aber die Sprudelfabrik in Gerolstein, eine Glockengießerei und anderes – das fanden die meisten schon spannend
    und der Klasse als ganzer hat die Zeit ohne Eltern und miteinander auch gut getan

    für Lehrer ist das natürlich anstrengend bis stressig (je nach Schülern) und die rechtliche Situation war schon früher kritisch (haben unsere Lehrer früher schon gesagt)
    aber dass ihr das auch noch selber zahlen müsst, ist eine Frechheit
    welcher Angestellte in der Industrie zahlt denn seine Dienstreisen selber?

    ich finde schon, dass Klassenfahrten eine wichtige Ergänzung zum Schulalltag sind, denn die Schüler sollen ja nicht nur Fakten lernen, sondern auch soziale Kompetenzen
    aber die Bedingungen müssen sich dann deutlich ändern !

    lieben Gruß
    Uta

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    • Anna-Lena schreibt:

      „dass sich unser Klassenlehrer von der 5. Klasse an auch im Alltag darum gekümmert hat, dass Klassenklima und Zusammenhalt gut waren“
      Damit sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an. Je höher die Klassenstufe, desto seltener hat man die eigene Klasse im Unterricht. Kurse in den leistungsdifferenzierten Fächern (das sind bei uns D, Ma, En, Ph, Ch) sprengen den Klassenverband und als Klassenlehrer kannst du froh sein, wenn du die eigene Klasse ein- bis zweimal in der Woche komplett siehst. Das ist in 7 und 8 anders, aber das Gefüge ändert sich ja auch durch Sitzenbleiber, neue Schüler etc.
      Die eigentliche Entwicklung der einzelnen Schüler bekommt man dadurch oft nur am Rande mit, das finde ich sehr schade.

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