Neues aus der Gesundheitspolitik

„Sie sind verbunden mit der Praxis Dr. Wohlgefühl. Leider sind unsere Mitarbeiter gerade alle beschäftigt, haben Sie ein wenig Geduld. Wir verbinden Sie mit dem nächsten freien Mitarbeiter.“

Warteschleife – Endlosmusik, die ich schon nach wenigen Durchläufen mitsingen kann, dann ein Knacken in der Leitung.

‚Endlich‘, denke ich und hole tief Luft.

„Sind Sie Privatpatient, dann drücken Sie bitte die 1. Wenn Sie Kassenpatient sind, drücken Sie bitte die 2.“

Ich drücke die 2.

„Bitte, teilen Sie uns als erstes Ihre Krankenkasse und Ihre Versichertennummer mit.“

Ich nenne meine Krankenkasse und meine Versichertennummer.

„Welche Beratung benötigen Sie? Haben Sie Fragen zu den inneren Organen, dann drücken Sie bitte die 1. Haben Sie Schmerzen im Hals-Nasen-Ohren Bereich, drücken Sie bitte die 2. Haben Sie Probleme mit ihrem Bewegungsapparat, so drücken Sie bitte die 3.“

Ich drücke die 3.

„Haben Sie Beschwerden in der Halswirbelsäule, drücken Sie bitte die 1.  Haben Sie Beschwerden in der Brustwirbelsäule, drücken Sie bitte die 2. Haben Sie Probleme mit der Lendenwirbelsäule, so drücken Sie bitte die 3.

Wenn Sie Schmerzen im Brustbein haben, die bei Männern in den linken Arm ausstrahlen, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. In dem Fall sollten Sie den Notarztwagen anrufen, um schnelle Hilfe im nächsten Krankenhaus zu erhalten. Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt oft durch Beschwerden in den Kiefergelenken, in den Schulterblättern oder auch durch fortgesetzte Übelkeit. Auch dann empfehlen wir, umgehend den Notarzt anzurufen.“

Ich blicke auf meine mitgekritzelten Stichworte und drücke die 1.

„Unser Budget ist in diesem Quartal leider erschöpft. Sie können es bei einem anderen Arzt versuchen oder unsere, speziell für Sie zusammengestellten Anleitungen, befolgen, um ihre Halswirbelsäule wieder in Form zu bringen.

Sollte Ihr Telefon über einen Lausprecher verfügen, so stellen Sie bitte auf laut.

Setzen sie sich auf einen großen Gymnastikball oder einen Stuhl ohne Rückenlehne und befolgen Sie  unsere Anweisungen.“

 Pause

„Setzern Sie sich aufrecht hin. Die Arme hängen locker herunter, die Füße sollten hüftbreit auseinander stehen. Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief in den Bauch ein und durch den leicht geöffneten Mund mit einem  ‚fffff‘ wieder aus.

Wiederholen Sie die Übung drei Mal, bis Ihr Körper ganz auf Ruhe eingestellt ist.“

Pause

„Die nächste Übung ist für Ihre Schulterpartie. Lassen Sie ihre Schultern kreisen – nach oben, nach hinten und nach unten. Achten Sie auf gleichmäßige, geschmeidige Bewegungen und atmen Sie dabei ruhig weiter. Machen Sie diese Übung zehn Mal hintereinander – langsam und auf keinen Fall ruckartig.“

Pause

„Für die nächste Übung greifen Sie mit der rechten Hand über den Kopf und berühren dabei das linke Ohr. Drücken Sie das linke Schultergelenk nach unten und spreizen Sie die linke Hand vom Körper weg. Beugen Sie den Kopf so weit zur rechten Schulter, bis Sie eine Dehnung in der linken Halsmuskulatur spüren. Gehen Sie nicht über Ihre Schmerzgrenze hinaus, Sie sollten aber einen angenehmen Dehnungseffekt spüren. Atmen Sie dabei ruhig weiter. Nach etwa zehn Sekunden lösen Sie bitte die Spannung, bringen den Kopf langsam wieder in eine aufrechte Position und wiederholen die Übung noch vier Mal. Entsprechend bringen Sie auch die andere Seite in ein Spannungs- und Entspannungsfeld.“

 Pause

„Für unsere letzte Übung setzen Sie sich bitte wieder aufrecht hin, so dass die Wirbelsäule in einer aufrechten Position ist.

Verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Kopf. Achten Sie darauf, dass Ihre Arme gestreckt nach außen zeigen. Atmen Sie tief in den Bauch ein und ziehen Sie den Kopf beim Ausatmen mit beiden Händen nach vorne. Ziehen Sie das Kinn zur Brust.

Halten Sie die Spannung ein paar Sekunden und gehen Sie langsam aus der Dehnung heraus. Wiederholen Sie diese Übung bitte noch vier Mal.“

Pause

„Nun stellen Sie sich bitte aufrecht hin, schütteln Sie Ihre Arme, Beine und Handgelenke aus.

Wie fühlen Sie sich jetzt?

Diese Übungen können Sie mehrmals am Tag machen, um Ihre gesamte obere Wirbelsäule zu trainieren und Ihre verspannte Muskulatur zu lockern.

Wir danken für Ihren Anruf und sind immer wieder gerne für Sie da.

Die fälligen Praxisgebühren von zehn Euro und die Gebühren für unsere fünfzehnminütige Anleitung – eine Minute kostet einen Euro und fünfzig Cent – werden über Ihre Krankenkasse von Ihrem Konto abgebucht.

Wir danken für Ihren Anruf.

Ihr Praxisteam der Praxis

Doktor Wohlgefühl. „

Ein Knacken in der Leitung zeigt mir, dass das Gespräch einseitig beendet wurde. Nun sitze ich hier, um etliche Euronen erleichtert und einem Kopf zum Platzen.

Es lebe das Gesundheitswesen.

© G.B. 25.6.12

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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58 Antworten zu Neues aus der Gesundheitspolitik

  1. karlswortbilder schreibt:

    wenn es nicht so traurig wäre müsste man lachen. Fehlt nur noch der Hinweis: „Auf Grund ihrer Symtome empfehlen wir XCXCXCXCXCV, fragen Sie aber vorher ihren Arzt oder Apotheker“ 🙂

    lg
    karl

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  2. Himmelhoch schreibt:

    Anna-Lena, du oder das macht mir Angst, da es wirklich so dicht am Leben ist, dass es Wirklichkeit sein könnte. – Bei meiner Augenarztpraxis ist es so ähnlich, nur werde ich dort nicht nach gynäkologischen Beschwerden gefragt *grins* – warum eigentlich nicht??? *grinsgrinsgrins*
    Man will sich nur anmelden und ist um vieles reicher – um schlechte Erfahrungen – dafür um manches ärmer.
    Grüße zu dir von mir

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  3. april schreibt:

    Das ist doch nicht wirklich wahr, oder? Aber schon die Tatsache, dass ich es für möglich halte, sagt eine Menge über unser Gesundheitssystem und auch über unsere Gesellschaft aus.

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  4. buchstabenwiese schreibt:

    🙂
    Immerhin wird einem da sofort geholfen, liebe Gaby. 😆 Sonst muss man 6 Wochen warten, um einen Termin zu bekommen und am Ende kommt auch oftmals nur Krankengymnastik dabei raus. 😆
    Wer weiß, wohin sich das noch entwickelt.

    Gesunde Grüße mit einem Wohlgefühl 😉
    Martina

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  5. andrea2110 schreibt:

    Ich habe laut gelacht, liebe Anna-Lena, herrlich geschrieben, allerdings ist es ja leider von der Wirklichkeit nicht komplett entfernt und deshalb eigentlich überhaupt nicht lustig… Auf meine Krankenkasse bin ich zur Zeit auch alles andere als gut zu sprechen…Und wenn mir dann noch bei einem Termin bei einem Orthopäden eben jener mit die ganze Zeit vorheult, wie wenig er an meinem Besuch verdiene und wenn ich mir jetzt im gleichen Quartal noch das Bein brechen würde, es keinen Euro zusätzlich gäbe… kann ich nur den Kopf schütteln… Liebe Grüsse Andrea

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  6. helmutmaier schreibt:

    Realsatire?

    Liebe Grüße
    Helmut

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  7. Anna-Lena schreibt:

    @all:

    Dieser Beitrag ist ein Stück Zukunftsmusik, aber er hat auch einen wahren Kern.

    Pfingstsonntag war ich aufgrund eines merkwürdigen Klopfgeräusches und eines Dauerkopfschmerzes im Krankenhaus, um einen Hörsturz auszuschließen.
    Ich bekam dort Medikamente, die ich nach Recherchen im Internet aufgrund der Nebenwirkungen gleich in den Müll beförderte. Am Dienstag nach Pfingsten ging meine Odyssee weiter. Ein völlig überlaufener Ohrenarzt, drei Stunden Wartezeit und der Gewissheit, dass es nur ein akuter „Tinnitus“ sei. Zu den Tabletten gab der gute Mann mir recht, dass ich sie entsorgt habe, denn die hätten doch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. Herzrhythmusstörungen . Eine Untersuchung der Halswirbelsäule riet er mir als dringend nächsten Schritt.
    Die von mir aufgesuchte Ärztin und Chirotherapeutin konnte, bis auf Spritzen, nichts ausrichten, erst einmal müsse da ein Physiotherapeut ran. Ihr Budget war aber bis zum 1.7. erschöpft. Nun zog ich weiter zu meinem Zahnarzt, der mir mit gutem Gewissen – die Kiefergelenke hängen da ja auch mit dran – Physiotherapie verschrieb. Nun bin ich in Behandlung bei einer sehr guten Physiotherapeutin und meine Beschwerden lassen nach.

    Und dass es immer noch Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten gibt, muss ich ja nicht erwähnen, oder?
    Im Übrigen – wer kennt das nicht – wenn man bestimmte Nummern von Ämtern etc. wählt, hängt man erst einmal in der Warteschleife und kommt erst weiter, wenn man sich durch diverse Nummern getippt hat.

    Die Übungen für die HWS mache ich regelmäßig. Vielleicht helfen sie euch auch.

    Habt einen schönen Montag und lasst euch nicht ganz einregnen.

    Herzliche Grüße
    Anna-Lena ♥

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  8. Mia schreibt:

    Ich würde in diesem Fall einen Privat-Termin beim Physio ausmachen und die Kosten ausnahmsweise selbst übernehmen. Die sind meist besser vom Fach und die Kosten halten sich in Grenzen. Dein Text ist zwar etwas überzogen, aber doch auch nahe an der Realität. Ich hatte mal einen akuten Hautausschlag 10Tg vor Quartalsneubeginn. Ja…. ich hätte den Ausschlag halt zehn Tage hinhalten sollen um untersucht zu werden. Ich habe dann den Arzt privat bezahlt. Eigentlich ist das eine Frechheit, doch weiss ich auch dass die Ärzte tatsächlich kein Geld dafür bekommen. Ohne Geld zu arbeiten? Da wüsste ich auch was Besseres. LG und Gute Besserung.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich habe meine Physio ja bekommen, vom Zahnarzt. Schau mal in meinen Antwortkommentar.

      An einem Kassenpatienten verdient ein Arzt 40 Euronen im Quartal, ob er nur einmal oder auch zwanzig Mal kommt. Und so manche ältere Damen, die vielleicht keinen Ansprechpartner mehr als ihren Arzt haben, bevölkern die Wartezimmer für jedes noch so kleine Zipperlein :mrgreen:

      Danke für deine guten Wünsche, liebe Mia 🙂
      LG Anna-Lena

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  9. freudefinder schreibt:

    bin gespannt was man sich noch alles einfallen lassen wird zur Kostenreduzierung – wer weiß, vielleicht liegt diese Idee ja schon irgendwo auf dem Schreibtisch…….

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  10. kowkla123 schreibt:

    oje, sollen wir uns nun die Zukunft so vorstellen?
    Ich hoffe, meine Ärztin behält ihren Brufsethos, schöne Woche, KLaus

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  11. CK schreibt:

    Liebe Anna-Lena,
    das ist leider keine Zukunftsmusik, sondern Realsatire. Nein nicht einmal das sondern bittere Realität. Die Ursachen sind so vielzählig, wie es hier Kommentare geben kann. Eine Ursache ist die, welche Du in Deinem vorletzten Kommentar nennst. In den Wartezimmern sitzen nicht nur die wirklich Kranken, sondern auch die Einsamen, die sich krank Fühlenden, die nicht mit dem Leben klar Kommenden etc. Der Tag hat nur 24 Stunden und eine Sprechzeit ist auch nur begrenzt. Ich kenne keine Sprechzeit, welche pünktlich zu Ende ist. Die meiste Leistung fassen Diejenigen ab, welche am penetrantesten sind, das ist nur all zu menschlich. Die Kranken, welche nur zum Arzt gehen, wenn sie wirklich krank sind, sind am schlechtesten bedient. Leider gehöre ich da auch dazu. Es ist nicht nur unser Gesundheitswesen krank, es ist ein großer Teil der Gesellschaft.
    Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es, zumindest hier bei mir, keinen Unterschied macht, ob man privat oder Kassenpatient ist. Mein Mann ist privat versichert und muss genau so lange warten wie ich als Kassenpatient.
    LG, Christiane

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    • Anna-Lena schreibt:

      “Die meiste Leistung fassen Diejenigen ab, welche am penetrantesten sind, das ist nur all zu menschlich.”
      Da sagst du ein wahres Wort, liebe Christiane.
      Ich gehe ja auch nur, wenn ich unbedingt muss und bin viel zu bescheiden, wenn ich mich so an manch anderen messe, die für jeden Furz hingehen und jammern.
      Aber wir werden es nicht ändern können, solange diese Gesundheitspolitik sich nicht ändert.
      Krank zu werden, ist schon schlimm, aber alt und krank zu sein, ist heute so schlimm wie nie. Alte und Kranke werden oft gar nicht mehr für ernst und – was noch viel schlimmer ist – behandlungsbedürftig angesehen.

      Einen lieben Gruß zu dir,
      Anna-Lena

      Hat dein Mann auch schon Ferien?

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  12. Waldameise schreibt:

    Liebe Anna-Lena,

    ganz ehrlich … eine kleine Unsicherheit war bis zuletzt vorhanden, ob es nun echt ist oder nicht. Heutzutage ist leider alles möglich und das, was dir da eingefallen ist, ist ja nichtmal soweit hergeholt. Es kann einem Angst und Bange vor der Zukunft werden.

    Liebe Abendgrüße,
    Andrea

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Andrea,

      es würde mich nicht wundern, wenn es mal so käme. Aber das soll uns nicht davon abhalten, möglichst angstfrei in die Zukunft zu blicken.

      Einen lieben Abendgruß auch zu dir,
      Anna-Lena

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  13. die3kas schreibt:

    Ist schon eine Frechheit was sich einige Ärzte einfallen lassen und umsetzen.
    Gut dass das meiste noch Zukunftsmusik ist, dennoch wird es wohl so in etwa kommen.
    Bei meiner Neurologin beginnt das Gespräch wie bei Dir.
    Willst du ein Rezept, musst du eine Nummer drücken und kannst dann die Bestellung aufgeben und am nächsten Tag das Rezept abholen. Willst du einen Termin, kannst du unter Umständen lange warten bis die Damen an der Rezeption dran gehen.
    Nicht das die da sitzen und quatschen, die haben wirklich ohne Ende zu tun.
    Früher hätten 3 Damen die Arbeit gemacht 😉
    Termine gibt es so in einem halben Jahr…
    Wenigstens nimmt der Arzt sich dann Zeit.
    Dafür kann man dann unter Umständen einen Termin um 10 Uhr haben und um 13 Uhr erst dran kommen…
    Das ist eine absolute Frechheit die Leute so lange da hocken zu lassen,
    das nervt mich seit Jahren tierisch.
    Ich bin auf den Tag gespannt wo wir noch Stuhlgeld abdrücken müssen… *g*

    Liebe Grüsse
    kkk

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    • Anna-Lena schreibt:

      Also doch keine Zukunftsmusik 😳

      Für so lange Wartezeiten habe ich kein Verständnis. Sind die nicht in der Lage, zeitnah zu planen? Gut, es kann immer mal ein Notfall dazwischen kommen, aber ein stundenlanges Warten – nee.

      Wenn ich Elternsprechtage so planen würde, hätte ich aber schnell leere Stühle vor der Tür – und mit Recht :mrgreen:
      Bei den Ärzten, die ich benötige, warte ich in der Regel höchstens eine halbe Stunde und das finde ich durchaus akzeptabel.

      Stuhlgeld statt Praxisgebühr? Wer weiß, wer weiß… :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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      • die3kas schreibt:

        Ich finde das auch unverschämt. Früher hätte ich mir das nicht bieten lassen. Einen Arzt habe ich mal die Rechnung für meine Aushilfe geschickt. Seitdem 5 Uhr Termin. Arzt kam um 16:30 Uhr… hat das Golfen wohl so lange gedauert. Dann hat er erst alle Patienten im Labor abgefertigt und ich war um 17 Uhr dran. Darauf hin hab ich mich beschwert. mit Rechnung, nun klappte das. Hier will ich nicht grossartig meckern. Die Praxis nimmt schon keine Patienten mehr auf. Der Arzt ist wirklich gut und quasi umme Ecke. Mit Tricks, ersten Termin nach dem Mittag habe ich es auch schon versucht… Ergebnis: Morgens war sie nicht durch gekommen, hat die Mittagspause durch gearbeitet und sich dann eine kleine PPause gegönnt als ich da war *grrrrr*

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        • Anna-Lena schreibt:

          Es zeugt schon von Glück, gute qualifizierte Ärzte zu finden und wenn die Terminplanung dann noch klappt, ist das wie ein kleiner Lottogewinn.

          Ich habe meine Mutter mal zu einem Orthopäden gefahren, der erst punktum seine Praxis geöffnet hat, nicht eine Minute früher. Etliche haben im Treppenhaus mit Krücken gestanden und konnten sich kaum auf den Beinen halten.
          Kannst du dir das vorstellen???

          LG Anna-Lena

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  14. bubblegumcandy schreibt:

    hallo Anna-Lena

    ich moechte dich in meinen privaten blog einladen, habe aber leider deine mail adresse nicht. magst du dich bei mir melden? dann schalte ich dich frei

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  15. Quer schreibt:

    Ja, die Zukunft ist echt erstrebenswert! 🙂
    Toll, deine Realsatire!

    Lieben Gruss, Brigitte

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  16. bruni kantz schreibt:

    Ernstes in eine Form verpackt, die mich gleichzeiig den Kopf schütteln und auch wütend werden läßt. Eine Menschenferne zeigst Du auf, zu der wir mit Riesenschritten unterwegs sind. Immer auf der Suche nach „Verbesserungen“, nach „Vereinfachungen“, danach, wie aus dem Einzelnen, aus dem Wesen Mensch, eine Masse konstruiert werdne kann, der mit Ansagen, Hypnosen, seelenlosen Apparaten immer weiter ausbeutend Geld aus der Tasche gezogen wird , wobei die Seele des Menschen total mißachtet auf der Strecke bleibt und irgendwann selbst nur noch Seelenloses zur Welt bringen kann. Sie windet sich noch ein wenig, doch dann stirbt sie ab.
    Wir reduzieren uns selbst. so lange,bis nichts mehr übrig bleibt. Apparate, Roboter, werden uns ersetzen, Liebe, Mitgefühl, Mitleid und miteinander über etwas freuen, wird es nicht mehr geben, nichts Schlechtes und nicht Gutes mehr, nur noch Leere, grenzenlose entsetzliche, wüstenähnliche Leere wird alles durchdringen. Straßen und Landschaften werden leer sein. Keiner braucht noch den anderen. Gespräche sind unnütz, können ja auch ersetzt werden.
    Wie lange ist es her, daß ich Orwells 1984 gelesen habe. Wie überholt ist es nun schon so lange.

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    • Anna-Lena schreibt:

      An George Orwell dachte ich dieser Tage auch, liebe Bruni.
      Dein Zukunftsszenario halte ich auch für sehr realistisch und äußerst beängstigend.

      Manchmal bin ich froh, nicht mehr ganz jung zu sein.
      Nachdenkliche Morgengrüße zu dir,

      Anna-Lena

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  17. bruni kantz schreibt:

    Etwas ganz Wichtiges, liebe Anna-Lena!!!

    Ich bin nicht über Dein Schreiben, ich bin über diese Aussichten wütend. Ich lese gerade nochmal nach, nachdem der Kommentar freigeschaltet ist u.man könnte es mißverstrehen. Du hast es so wunderbar dargestellt, dieses Horrorszenario, daß man ganz vergißt, daß es sich um eine wohlverpackte Satire handelt.
    Deine Schreibe ist etwas ganz Besonderes, eine besonders gute Gabe hast Du.
    Ich war hin und weg und es hat mich mitgerissen. Es hat mich wütend gemacht und Du hast so recht mit diesen Aussichten. Ich erlebe täglich Dinge, die mir zeigen, daß der Weg dahin begonnen ist.
    Alles Liebe und sehr beeindruckt grüßt Dich Bruni

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  18. bruni kantz schreibt:

    uff, Du hast schon gelesen und mich nicht falsch verstanden.
    Freudige Grüße von mir 🙂

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  19. minibares schreibt:

    Wie oft mich meine Übungen von der Wirbelsäulengymnastik schon vor Arztbesuchen bewahrt haben, das ist einfach toll.
    Aber du hast Recht, das mit den Nicht-Privat-Versicherten wird gravierend werden. Mir graut davor, wenn ich wirklich mal krank sein sollte, was ja leider nicht auszuschließen ist.

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  20. Blinkfeuer schreibt:

    Aber bei „Endlosmusik“ vom Doc sofort Klage einreichen. 3000€! Die müssen ja wissen, wie Dudelei wirkt. Den 10er könnte er ja behalten.

    Der Gerichtsrobot: „Ja, Beschwerdestelle“
    Doc: „Ich soll löhnen, weil ich Dudelei auf dem AB spiele. Und nicht nur GEMA will Geld. Patientenpack.“

    Der Gerichtsrobot: „Haben Sie sich nie über Dudelschleifen geärgert. Drücke 1 für ja.“ Doc: „Oder?“

    Der Gerichtsrobot: „Ihre Eingabe bitte“
    Drückt der Dödel die 1!
    Der Gerichtsrobot: „Einspruch abgelehnt! Revision ist nicht zugelassen.“

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  21. ernstblumenstein schreibt:

    Der Mensch zählt immer weniger und wird zur Nummer, die es für die Kontrolle der Nummer braucht, das ist eine katastrophale Tendenz – und niemand hält sie auf! Mir graut von solchen Zuständen, die Du hier satirisch leider sehr gekonnt beschreibst und festhälst.
    Haben Aerzte bei euch Budget’s, die sie nicht überschreiten dürfen? und das zu Lasten des Patienten, der eine Behandlung braucht und deshalb nicht sofort bekommt?? Das wäre eine traurige Entwicklung.
    Aber solche Tendenzen sind leider heute grenzüberschreitend, auch unsere Politiker gucken in die Nachbarländer, was dort gemacht wird, weil sie selber nicht in der Lage sind, für die Menschen da zu sein und nicht nur für das sogenannte Budget. Wir sagen dann: Hans was Heiri!
    Liebe Grüsse zu Dir, ich nehme an, Du hast schon die wohlverdienten Ferien. Ernst

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    • Anna-Lena schreibt:

      Lieber Ernst,

      die Ärzte bekommen ein bestimmtes Budget zugeteilt und wenn das aufgebraucht ist, müssten sie umsonst arbeiten. Und wer macht das schon freiwillig? Die Zeiten von Mutter Theresa, Henry Dunant und Albert Schweizer sind doch längst Geschichte.

      Ich habe seit letzten Donnerstag Ferien und sitze im Regen – im wahrsten Sinne des Wortes :mrgreen:

      Liebe Grüße zu dir,
      Anna-Lena

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  22. chinomso schreibt:

    Grusel. Aber wie immer genial geschrieben. Man möchte direkt mitturnen. 🙂
    Das mit den Kosten müsste nach heutigem Recht an den Anfang. Aber es war sowas von klar, dass es ordentlich was kosten würde.

    Was tun wir jetzt?

    Wir müssen sicherlich alle noch länger arbeiten als bislang gedacht.
    Und wenn wir dann altersbedingt krank werden, müssen wir eine Krankschreibung haben. Kann man die dann auch online bekommen??

    Ich muss mal wieder zu meiner Hausärztin, damit sie mich wieder erkennt, wenn es soweit ist. Denn bisher war es mehr als einmal so, dass sie meine Kartei schon ins Archiv befördert hatte, weil ich 2 Jahre nicht da war. In der Hinsicht bin ich ein Glückspilz. **auf Holz klopf**

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe chinomso,

      sei froh, dass du so ein Glückspilz bist 😆
      Die Kosten hätten an den Anfang gemusst, klar, aber das ist künstlerische Freiheit und ein Stück der weiteren bösen Überraschungen.

      Die Übungen kannst du gefahrlos nachmachen, die mache ich seit Jahren (nicht immer regelmäßig, leider) und habe sie von der Pieke auf gelernt 😉

      Ich arbeite noch vier Jahre, weil ich gerade noch so in ein Altersteilzeitmodell gerutscht bin, das mich mit 62 in ein Freistellungsjahr und mit 63 in den Ruhestand schickt. Eine manchmal etwas komische Vorstellung, aber so ist es – und das ist gut so.

      Als Lehrer bis knapp 67 in der heutigen Zeit ist nicht gerade der Traumjob und eine Garantie für ein langes Leben.
      Krankschreibungen online? Mich würde auch das irgendwann nicht mehr wundern.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  23. die3kas schreibt:

    Das machten die Damen dieser Praxis auch, allerdings weder pünktlich noch Treppenhaus.
    Die Praxis lag direkt an einer Hauptstrasse.
    Den einen Tag mit Termin um 15 Uhr, standen wir um 15:10 U immer noch auf der Strasse und da ich überpünktlich bin, kannst du dir denken wie lange ich vor verschlossener Türe stand.
    Und da war ich schon gut zufrieden 🙄

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  24. Frau Momo schreibt:

    Das die erste Frage lautet, ob Privat oder Kasse, das habe ich schon x Mal erlebt. Zum Glück bin ich auch noch ein seltener Gast bei Ärzten. Beim Hausarzt war ich das letzte Mal vor 2 Jahren.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Echt? 😯 So eine Frage habe ich noch nie gehört.
      Meinen Hausarzt besuche ich einmal im Jahr zu einem TÜV-Besuch 😆 . Meist bekomme ich den auch, unkompliziert, ohne lange Wartezeiten und das als Kassenpatient 😉

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  25. Traveller schreibt:

    autsch ! ein Szenario, dass wahrlich wahrscheinlich ist und mir die Nackenhaare in die Höhe treibt

    ansonsten gute Besserung weiterhin und gute Erholung (ich denke, Stress ist bei dir ein Auslöser, oder? – habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, falls du dazu etwas geschrieben hast)

    lieben Gruß
    Uta

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  26. freiedenkerin schreibt:

    Ich hub beim Lesen an zu Lachen, aber dann ist mir dieses im Halse stecken geblieben…

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  27. Wenn es nicht so übel wäre, müsste man laut lachen. Unrealistisch ist es nicht, keinesfalls! Ich denke mit Grauen an so manche Situation! *duweißtschon“

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  28. Träumerle Kerstin schreibt:

    Haha – so weit kommt es noch! Ferndiagnose und Behandlung per Telefon. Aber nix ist unmöglich in der Zukunft.
    Danke für den Spaß!
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  29. Jorge D.R. schreibt:

    Realsatire ist das richtige Wort –
    mit Betonung auf „Real“
    Toll geschrieben, Anna Lena!

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  30. Jorge D.R. schreibt:

    Fairerweise sollte ich noch Folgendes anfügen:
    Wie du weißt, reisen wir sehr viel – insbesondere Kanada.
    Die beste Freundin meiner Frau und zwei unserer Kinder leben in diesem wunderbaren Land.
    Gestern hat die Freundin uns erzählt, dass ihr Mann, der an Gleichgewichtsstörungen leidet, etwa drei Monate auf einen Spezialisten warten muss, bis dieser sein „file“ bearbeitet. Er entscheidet dann, ob er „den Fall“ annimmt!!!
    Unsere Tochter musste mehrere Wochen auf ein MRI warten usw, usw, usw
    Und südlich der Grenze in der USA ist alles noch viel, viel, viel schlimmer!!!!!

    Und noch etwas: In Südamerika habe ich keine Angst vor den Bandidos gehabt, sondern vor dem krank werden!!!

    Es ist einfach Fakt, dass Deutschland neben der Schweiz eines der effektivsten und gerechtesten Gesundheitssysteme der Welt hat.

    Damit will ich nicht sagen, dass es nicht verbesserungsbedürftig ist!

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    • Anna-Lena schreibt:

      Im Vergleich mit anderen Ländern hast du auf jeden Fall recht, lieber Jorge. Unser Gesundheitssystem optimiert sich aber nicht, das ist das Bedenkliche.
      Je nachdem, welche Regierung dran ist, wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, wie in allen Bereichen der Politik und da krankt es an ziemlich vielen Ecken und Kanten.

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  31. suebilderblog schreibt:

    Sehr weit sind wir davon wohl nicht mehr entfernt. Auch ich musste vor kurzem zum sonntäglichen Notdienst in Anspruch nehmen mit dem Ergebnis, dass ich alle Medikamente selber bezahlen musste und noch 10 km bis zur nächsten Apotheke mit Sonntagsdienst fahren konnte…. 😦
    Als Kassenpatient ist man inzwischen wirklich Mensch 2. Klasse geworden.l

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    • Anna-Lena schreibt:

      Bekommst du das Geld wenigstens von der Krankenkasse wieder? 😯

      Was lernen wir daraus?
      Lieber Körper, werde bloß nicht am Wochenende krank 😳
      Ich hoffe, bei dir ist alles wieder okay?

      Einen lieben Gruß,
      Anna-Lena

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