Der große Unbekannte

Ich hatte schon mehrfach von ihm gehört, aber es dauerte eine Weile, bis ich Kontakt zu ihm aufnahm. Saß doch die Enttäuschung, die ich mit seinem Vorgänger erlebt hatte, noch recht tief. Der hatte mich nach Jahren nach Strich und Faden hängen lassen und ich gewann den Eindruck, dass er mittlerweile auch nur an meinem Geld interessiert war. Hatte ich ihm doch damals geholfen, als Neuling und unbekannt, in seinem Kiez Fuß zu fassen.

Mit keinem Mann war ich in den letzten Monaten so oft verabredet wie mit ihm. Wenn man jemanden neu kennenlernt, tastet man sich vorsichtig ran, muss Vertrauen aufbauen und sich gut überlegen, ob man sich diesem, noch völlig fremden Menschen einfach ausliefert. Wir hatten hitzige Debatten, sofern er mich überhaupt zu Wort kommen ließ. Mit seinem lockeren Mundwerk konnte ich zweifelsohne mithalten, doch  meistens konnte ich nicht so reden, wie ich wollte.

Er machte sich an mir zu schaffen, nicht immer sanft und geduldig, ja, ich gebe zu, er hat mir so manches Mal richtig zugesetzt.  Aber wir kamen unserem Ziel Stück für Stück näher. Und ich muss sagen, er hat sich große Mühe gegeben, sein Plan ging auf und er hat sich und mir einen großen Gefallen getan.

Heute waren wir zum letzten Mal verabredet. Ich war ein wenig angespannt, denn heute war der entscheidende Tag, der mich wieder herzhaft lachen lassen kann.

Ja, ich bin zufrieden, die Prozedur hat sich gelohnt.
Wir werden in den nächsten Jahren öfter miteinander zu tun haben, das steht fest. Aber ich bin optimistisch. Ich habe mich in professionelle Hände begeben.

© G.B. 24.01.12

¿ʇɥɔıɹɥɔɐu ǝʇnƃ ǝuıǝ ʇɥɔıu sɐp ʇsı ˙puǝɥǝssnɐ ʇnƃ ɥɔou pun ʇɹǝıʇuǝɯǝzuıǝ ‚ǝʞɔüɹq ǝnǝu ǝuıǝ puǝqɐ ǝʇnǝɥ ʇıǝs ɥɔı ǝqɐɥ unu ˙ǝʇʇäɥ ʇɹǝıʇʇınb ʇsuǝıp uǝuıǝs ɹǝɥɔıs plɐq unu ssɐp ‚uǝɟnɐlǝƃ ɯnɹǝɥ ɯnıɹosıʌoɹd ɯǝuıǝ ʇıɯ ɥɔı uıq ǝʇnǝɥ sıq ˙ʇzʇǝsǝƃuıǝ uɥɐzʇɟıʇs uǝuıǝ pun uǝƃozǝƃ uɥɐz uǝuıǝ ‚uǝɯɯouǝƃsnɐɹǝɥ ǝʞɔüɹq ǝʇlɐ ǝuıǝ ɹıɯ ɹǝ ʇɐɥ ɹǝqoʇʞo ɯı ˙ʇzɹɐuɥɐz uǝnǝu uǝuıǝ ǝqɐɥ ɥɔı

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Über Anna-Lena

Lehrerin im Vorruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
Dieser Beitrag wurde unter Geschichten ganz nah am Leben, Persönliches veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

40 Antworten zu Der große Unbekannte

  1. petrahannover schreibt:

    daß ist sogar eine sehr gute Nachricht! (auch wenn man anfangs meinen könnte, daß es um andere Dinge geht…)
    Übrigens laufe ich seit 1992 mit einem Provisorium rum, und das sogar von meinem Doc abgesegnet. Der meint nämlich, solange das hält – und das tut es wunderbar – muß man da nicht noch mehr dran rumfuhrwerken. 🙂

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    • Anna-Lena schreibt:

      Sooo lange? Ich hatte eines mit Klammern, das ich rausnehmen konnte. Ich empfand das als sehr unangenehm, beim Essen, beim Sprechen und überhaupt. Dass der Leser erst auf einer anderen Spur landet, ist nicht ganz unabsichtlich… 😆

      Liebe Grüße
      Anna-Lena

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  2. GZi schreibt:

    Schön und gratuliere! Ich war allerdings recht schnell auf der richtigen Schiene, macht wohl der familiäre Background 😉 ich hoffe, Du hast nun für Dich und Deine mündlichen Herausforderungen den richtigen Mann gefunden!

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  3. Josie schreibt:

    Guten Morgen Anna-Lena,
    auch meine Gedanken ging erst in eine andere Richtung 🙂 Klasse!
    Ja, ein guter Zahnarzt ist Gold wert – das habe ich auch gestern wieder gemerkt… bei mir fängt nun eine neue Behandlung an und ich beneide dich ein bisschen, weil du schon fertig bist! Ich bin so ein Angsthase… und mit aufgesperrter Schnute, kann ich das nicht mal mit großer Klappe überpielen…

    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    LG Josie

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    • Anna-Lena schreibt:

      Es ist auch heilsam, mal zu schweigen 😆
      Und immer schön tief in den Bauch atmen, das entspannt, liebe Josi. Bloss keine Schnappatmung oder die Luft ganz anhalten 😯

      Viel Erfolg wünsche ich dir.
      Herzlich,
      Anna-Lena

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  4. april schreibt:

    😉 Nicht ganz so, aber doch ein bisschen ist es auch mit dem Frisör. Dann wünsche ich dir, dass du DEINEN Doc gefunden hast.

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  5. Gudrun schreibt:

    Ja, das sind so die Begegnungen, die einem nicht erspart bleiben. Schön, wenn sich alles gut entwickelt hat.
    Und ich klopfe jetzt gleich dreimal auf Holz, dass mir meine Zahnärztin noch lange erhalten bleibt. Die kann nämlich Wurzelbehandlungen ohne Betäubung machen. Und es tut nicht sehr weh.

    Liebe Grüße von der Gudrun

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  6. M. schreibt:

    Ich habe jetzt viel Blut im Kopf, weil ich einen Handstand machen musste, bevor ich alles lesen konnte. Mensch Anna-Lena, du verlangst zum frühen Morgen Hochleistungen! Lach.

    Was mich betrifft, so muss ich mir auch endlich mal einen kompetenten Zahnklempner suchen. Die letzte ZÄ war ein Rumbuff und soooo sensibel.

    Hab einen guten Tag! Mandy

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ein Kopfstand hätte es doch auch getan 😉 Und zum Abnehmen gehört auch immer Sport, meine Liebe.
      Somit hast du heute schon Höchstleistungen vollbracht.

      Liebe Grüße
      Anna-Lena 😉

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  7. kowkla123 schreibt:

    Das hast du toll umschrieben und dann das spiegelverkehrt schreiben, auch nicht schlecht, ich wünsche dir mit dem Zahnarzt viele gute Erfahrungen, Klaus

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  8. CK schreibt:

    Leider bleibt es Keinem erspart. Wer einen guten Zahnarzt hat, kann sich glücklich schätzen. Ich habe zwar keine Angst, aber gehe auch nicht gerne hin.
    LG, Christiane

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    • Anna-Lena schreibt:

      Ich kann mir auch Schöneres vorstellen, aber man kommt nicht drumherum.
      Scheinbar seid ihr alle ganz fit im Kopfstandmachen 😆

      Liebe Grüße aus den letzten Tagen vor den Winterferien 😉
      Anna-Lena

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  9. minibares schreibt:

    Auf den Zahnarzt muss Verlass sein.
    ich wünsche dir, dass du noch lange kraftvoll zubeißen kannst.
    Das mit dem auf dem Kopf schreiben hatte ich versucht, hatte irgendwie nicht geklappt.
    Also bleib ich der bisherigen Methode, lach.

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  10. Brigitte schreibt:

    Ich habe jetzt einen Handstand gemacht, weil ich eben keinen Spiegel zur Hand habe hier unten im Büro. Wolltest uns wieder auf eine falsche Fährte locken, gell!

    Aber, auch wenn du jetzt noch schöner bist, das dicke Ende wird noch kommen – in Form der Rechnung.

    Übrigens, ich gehe lieber zum Zahnarzt als zum Friseur.

    Liebe Grüße, Brigitte

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    • Anna-Lena schreibt:

      Das dicke Ende in Form von Rechnung kommt noch. Aber ich habe im letzten Herbst kurzfristig eine Zahhzusatzversicherung abgeschlossen, ohne Wartezeit. Die zahlen genau so viel wie die Krankenkasse :-).

      Ich gehe generell nicht gern zum Arzt und zum Friseur eigentlich auch nicht :mrgreen:
      Ich hoffe, deine HWS ist beim Handstand nicht zu Schaden gekommen.

      Herzlich,
      Anna-Lena

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  11. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hihi – jetzt hättest Du mich sehen müssen. Ich stand vorm Monitor und habe den Kopf verdreht. Mein Mann fragte, was ich mache 🙂
    Du kannst also wieder kraftvoll zubeißen 🙂
    Liebe Grüße von Kerstin und Danke für den Spaß.

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  12. Rana schreibt:

    ich dachte erst auch: Frisör… nein schlimmer, Zahnarzt, aber wie schön, wenn alles gut gelaufen ist! LG von Rana

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  13. die3kas schreibt:

    Da ich diese Prozedur auch vor mir habe, ahnte ich gleich was los ist.
    Allerdings ist mir mein Zahnarzt nicht unbekannt.
    Den haben wir schon solange wie wir hier Wohnen und bislang sind wir klasse miteinander ausgekommen.
    Nun will er viel Geld von mir und ich denke mal,
    wir müssen noch eine Runde verhandeln 😉
    Ich lass ihn einfach zappeln *ggg*

    Liebe Grüsse zu dir ♥
    kkk

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  14. rosadora schreibt:

    da muss ich morgen auch hin, anna-lena. meiner ist mir nicht mehr unbekannt. ich kenne ihn seit jahren. hat seine vorteile…

    schöne grüsse
    rosadora

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  15. Coralita schreibt:

    Maaaaaaann, hab ich gelacht! 😀
    Danke für die Story!
    Herzliche Grüße,
    Coralita

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  16. Emily schreibt:

    Liebe Anna-Lena, ich bin in Gedanken ja so was von bei dir. Davon machst du dir kein Bild 😉
    Sei tapfer &

    herzliche Abendgrüße, die Emily (die in diesem Jahr sicher noch einige Besuche bei „Ihrem“ Härtefall hat)

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  17. Ernst schreibt:

    Ich wünsche Dir eine gute Nacht und träume süss. Ich habe die „Halskehre“ und kann deshalb nicht mehr schreiben. Das Herz möchte eigentlich schon noch, aber der Hals! Machs guet. Ernst ;-))))

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  18. buchstabenwiese schreibt:

    Da hast du mich aber neugierig gemacht, liebe Anna-Lena. Und fast hätte ich Kopfstand gemacht, um die Auflösung zu lesen. 😉 Ich habe mich dann doch darauf beschränkt, die Zeilen im Kopf umzudrehen und zu lesen. 🙂
    Zahnarzt… neee, lieber ein anderes Thema …

    Liebe Grüße,
    Martina

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