27. Januar – ein Tag, der nie vergessen werden darf

„Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte. Am 27. Januar 2011 jährt sich die Befreiung des „Konzentrationslagers“ Auschwitz durch die Rote Armee zum 66. Mal.
Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum internationalen Holocaust-Gedenktag. Der 27. Januar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein „DenkTag“: Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft.

Konzentrationslager – für die braunen Machthaber dienten sie von Anfang an einem simplen Zweck: Hier wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert: Kommunisten und Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, oppositionelle Priester und Pastoren, politisch unliebsame Juden, Sinti, Roma und Homosexuelle. Seit 1941 dienten Konzentrationslager der unfassbaren Vernichtung von Millionen Menschen.

Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist und bleibt die lebendige Erinnerung an und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte.

„Ich wünsche mir, dass der 27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens, ja des Nachdenkens wird. Nur so vermeiden wir, dass er Alibi-Wirkungen entfaltet, um die es uns am allerwenigsten gehen darf. Eine Kollektivschuld des deutschen Volkes an den Verbrechen des Nationalsozialismus können wir, wie ich schon sagte, nicht anerkennen; ein solches Eingeständnis würde zumindest denen nicht gerecht, die Leben, Freiheit und Gesundheit im Kampf gegen den Nationalsozialismus und im Einsatz für seine Opfer aufs Spiel gesetzt haben und deren Vermächtnis der Staat ist, in dem wir heute leben.
Aber eine kollektive Verantwortung gibt es, und wir haben sie stets bejaht. Sie geht in zwei Richtungen:

  • Zunächst darf das Erinnern nicht aufhören; denn ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft.
  • Und zum andern zielt die kollektive Verantwortung genau auf die Verwirklichung dieser Lehren, die immer wieder auf dasselbe hinauslaufen: Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte, Würde des Menschen“

Quelle : http://www.lpb-bw.de/auschwitz.html

Über Anna-Lena

Lehrerin im Un-Ruhestand, mit vielen Hobbys, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Ich lese viel, schreibe gern selber und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
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20 Antworten zu 27. Januar – ein Tag, der nie vergessen werden darf

  1. freidenkerin schreibt:

    Bravo! Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele!
    „Nie wieder“ – das soll stets unser erster und vorherrschender Gedanke beim Anblick und Gestank von Brauner Brühe sein!

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  2. Himmelhoch schreibt:

    Du schreibst: „politisch unliebsame Juden“ – ich denke, die mussten sich politisch gar nicht unbeliebt gemacht haben, da reichte es einfach aus, „Jude“ zu sein, um vom großdeutschen Größenwahn aussortiert zu werden.
    Hoffentlich gibt es nie eine Wiederholung dieser Geschichte!

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  3. Karl schreibt:

    Nur Menschen können Menschen etwas Unmenschliches antun
    Karl Miziolek
    lg

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  4. Quer schreibt:

    Oh ja, möge das Gedenken anhalten und Wirkung zeigen im Guten – und das überall!
    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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  5. Barbara schreibt:

    Von einem friedlichen Miteinander sind wir noch weit entfernt. Anscheindend braucht der Mensche immer schwarze Schafe, damir er sich besser fühlen, sich über andere erheben kann.
    In der Schule geht das schon los. Oder nimm die Bundeswehr ….

    Gruß
    Barbara

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  6. chinomso schreibt:

    Und dann gibt es Leute, die halten es für unzumutbar, dass Schüler im Rahmen einer Schulveranstaltung an Orte wie Auschwitz oder Buchenwald gebracht werden.

    Das kann man doch nur glauben, wenn man es gesehen hat. Ich war als ca. 14-jährige Schülerin in Buchenwald und war zutiefst erschüttert. Mir war schlecht und ich hatte tage- wochenlang diese Bilder im Kopf. Und das ist aus heutiger Sicht gut und richtig so gewesen. Denn es rüttelt auf, es macht wirklich klar, dass das keine Geschichten sind, die sich jemand ausgedacht hat. Und dieses Erlebnis hat mich geprägt.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe chinomso, ganz in der Nähe unserer Schule befindet sich die Gedenkstätte Sachsenhausen, die mit Sicherheit die meisten Schüler auch schon besucht haben. Besser kann man Zeitgeschichte nicht verdeutlichen. Daher hat dieser Themenbereich der deutschen Geschichte in unserem Geschichtsunterricht einen sehr hohen Stellenwert.

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  7. Brigitte schreibt:

    Ganz richtig, es muss ein „DenkTag“ sein! Ich denke da oft dran, allerdings nicht nur an einem Tag.

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  8. Frau Momo schreibt:

    Danke für Deinen Beitrag.

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  9. Gudrun schreibt:

    Leider betraf das Aussortieren nicht nur die Juden. Der deutsche Größenwahn ging da viel weiter.
    Liebe Anna-Lena,
    ich danke dir für deinen Beitrag. Ich denke auch, dass das nicht vergessen werden darf. Nie! Man sieht ja, dass der ganze Irrsinn immer noch schlummert.
    Mich wühlen diese Dinge im Moment sehr auf, weil die damalige Geschichte bis in mein heutiges Leben eindringt.

    Liebe Grüße an dich aus dem Spinnstübchen

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  10. Anna-Lena schreibt:

    Ich danke euch für eure Kommentare und dass ihr hier wart.
    Mit verbundenen Grüßen
    Anna-Lena

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  11. rosadora schreibt:

    das ist kein politisches thema, anna-lena. sie waren ja die wirtschaftlichen initianten, damit das geld floss, weil sie da so überlegen waren, und intelligenzen dazu.
    es ist schon viel länger als hitler dieser hass in den menschen, weil sie diesen jesus umgebracht haben und sich als das auserwählte volk wähnen.
    dieser hass, er ist heute noch in den menschen. sie haben nichts gelernt aus der geschichte. juden, das ist ja auch kein volk. das ist ein glaube, wie das christentum. solange menschen sich auf das glauben verlegen und nicht auf das wissen, sind sie/wir verloren. da sind gedenktage das aushängeschild einzelner menschen, die zeigen wollen, dass sie etwas verstanden haben. leider sind es zu wenige, liebe anna-lena.
    und bei kindern durch besuche der konzentrationslager erwirken zu wollen, dass das nie wieder geschieht, dazu bedarf es ganz anderer ansätze. liebe deinen nächsten, liebe ausländern, liebe dich selbst und verurteile nicht. aber sie bekommen ja beigebracht, du musst der erste, der schönste, der beste sein. das grenzt aus. vor allem ausländerkinder.
    es ist eine komplizierte geschichte. ich habe dieses unrecht noch als kind miterlebt.
    meine mutter kaufte stoff bei einem juden, der ins dorf kam, die stoffe überm arm. wir waren auf ein dorf evakuiert. für meinen vater waren sie der abschaum und blieben es, auch nach dem schrecklichen geschehen. und später waren es die ausländer, die er hasste. er war im krieg als junger mann und hat nichts gelernt. darunter habe ich sehr gelitten und schäme mich heute noch für ihn, wenn ich dies hier schreibe.
    in der schweiz, wo ich zehn jahre lebte, habe ich dann gedacht, das ist wie bei uns ehedem. dieser nationalstolz gab mir immer zu denken.
    schuld – vielleicht bin ich deshalb jahrelang auf jüdische friedhöfe gelaufen (mein buch: DIE LIEBE IST UNSTERBLICH – WIE DAS LICHT. um licht in das dunkel zu bringen, und um verzeihung zu bitten. tode sind ja nicht tot… sie leben mitten unter uns.

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    • Anna-Lena schreibt:

      Liebe Rosadora,

      ich danke dir für deinen so wertvollen Beitrag.
      Du hast völlig recht, wenn du sagst: „und bei kindern durch besuche der konzentrationslager erwirken zu wollen, dass das nie wieder geschieht, dazu bedarf es ganz anderer ansätze.“ Trotzdem ist das EIN Ansatz, den man auf eine weitere Ebene bringen kann, die Toleranz, Respekz und Akzeptanz mit ein beziehen muss. Ein weites Feld und eine Baustelle, ohne ersichtliches Ende in unserer Gesellschaft, die uns alle fordert.

      Mit lieben Grüßen
      Anna-Lena

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  12. bigi schreibt:

    Danke für’s gemeinsame Gedenken. Das erstmal vorweg. Wenn auch viel zu spät. Irgendwie hab ich dich geschlabbert die letzten Tage.
    Entschuldigung!!!
    Ich persönlich habe ein ganz arges Probleme mit der Begrifflichkeit „Rechtsstaat“, weil das Wort eben aus Rechts und Staat besteht. Ich weiß, dass es von je her anders gemeint ist, aber gerade wenn man sich die Politik in diesen Zeiten anschaut, sind da so ein paar Tendenzchen einfach nicht zu übersehen – und die sorgen mich.
    Nichtsdestotrotz bin ich nachwievor sehr berührt, über das, was hier in den letzten Tagen passiert ist
    GEMEINSAM
    Liebe Grüße bigi

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    • Anna-Lena schreibt:

      Mach dir keinen Kopf, ich hatte in den letzten Tagen auch alles andere als Zeit.
      Rechts – Staat, deine Bauchschmerzen kann ich zwar verstehen, aber der Grundgedanke ist doch ein Staat des Rechtes (wobei Recht und Gerechtigkeit auch zwei paar Schuhe sind 😦 ), nicht der politischen Orientierung.
      So verstehe ich den Begriff und kann damit ganz gut leben.

      Liebste Bigi,
      bleiben wir gemeinsam am Ball 🙂

      Herzlichst,
      Anna-Lena

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  13. bruni kantz schreibt:

    ein rechter Staat wäre der, der rechte Menschen beherbergen würde. Es wäre recht, es wäre RICHTIG, wenn die Toleranz zu gleichen Teilen allen gegeben wäre und es die Unterscheidung Linke und Rechte nicht mehr geben müßte, denn alle Menschen sind gleich. Leider gibt es sogar noch viele Menschen, die nicht daran glauben, daß es diese Massenmorde wirklich gab. Ich habe es selbst gehört von jemandem, den ich recht gut zu kennen meinte. Ich fasse es nicht. Was passiert in solchen Gehirnen? Wo kommt der Dunst her, durch den man die Wahrheit nicht mehr sehen kann?

    LG von Bruni

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    • Anna-Lena schreibt:

      Sehen wir es nicht immer auch im täglichen Leben, dass es viel leichter ist, Dinge zu verdrängen oder nicht anzuerkennen? Wer sich nicht auseinander setzen will, lügt sich lieber in die eigene Tasche :-(.

      Nicht von ungefähr gibt es so viele Affen: nichts hören – nichts sehen – nichts sagen…

      Danke, liebe Bruni und liebe Grüße zu dir 😉

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  14. alphachamber schreibt:

    „Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus“.
    …da bleibt nichts mehr uebrig fuer den Kommunismus und seine 80 Millionen Opfer. Aber Stalin, Mao und Pol Pot waren ja keine Faschisten.

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