Mein Lesestübchen

Archive for the ‘Mal kritisch angemerkt…’ Category

466496_original_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deWeltmeisterlich

Im Vorfeld dieser WM war ich skeptisch und hatte auch Bauchschmerzen. Die Deutsche Nationalmannschaft hatte ich als nicht besonders gut und fit eingeschätzt. Ähnlich wie 2010 in Südafrika hat mir auch das Land Brasilien mit seiner Problematik, den unzähligen Menschen in den randstädtischen Favelas und deren große Armut und die Berichterstattung im Vorfeld über Unglücksfälle und Wettskandale und Korruption einen bitteren Vor- und Beigeschmack zur WM geliefert.
Es ist viel Geld im Spiel und letztendlich haben die „am Rande“ nichts davon. An ihrer Situation ändert sich nichts.

Und trotzdem blicke ich auf viele Spiele dieser WM zurück, schöne und engagierte Spiele egal welcher Mannschaft, mit Fehlern und Unzulänglichkeiten behaftet und trotzdem haben wir mitgefiebert. Zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichtern, derbe Fouls auf dem Spielfeld, Glück und Unglück – das gibt es immer wieder.
Nach dem Spiel der Deutschen Elf gegen Brasilien, diesem Traumspiel, waren auch meine letzten Zweifel beseitigt und der Titel schien in Reichweite zu rücken. Für die Brasilianer tat es mir Leid, aber auch da hängt einem das Hemd näher als die Hose. Auch wir waren 2006 Gastgeberland und haben verloren, such is life.

Und nun das gestrige Spiel: hart, kämpferisch und spannend auf beiden Seiten. Und kurz vor dem drohenden Elfmeterschießen die Erlösung und das entscheidende Tor zum Weltmeistertitel.
Profifußballer verdienen eine Menge Geld. Ob das gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Aber dafür bringen sie auch Einsatz. Das ungläubige Staunen von Mario Götze, die Freudentränen bei den Spielern, diese sagenhafte Erleichterung, es geschafft zu haben, diese Bilder vergessen wir nicht so leicht.
Wenn ich an das Herumgebolze auf dem Platz bei so manchen Spielen denke, so muss ich doch sagen, dass die Deutsche Elf so manchen anderen hitzigen und temperamentvollen Spielern eine Menge voraus hat, was Disziplin und soziale Kompetenzen betrifft.

Der viel zitierte Spruch: TEAM = „Toll, ein anderer macht’s“ trifft hier nicht zu.
Da war Teamgeist, Teamfähigkeit und ein Miteinander in Freud und Leid ausschlaggebend, durchaus etwas, was für unsere Jugend vorbildhaft sein kann.

Podolski Junior und die Klose-Zwillinge auf dem Platz können unsere Jungen und Mädchen anregen, sich mehr dem Sport zu widmen und einen Teil ihrer Freizeit sinnvoll zu nützen.
Alles in allem war es eine schöne Weltmeisterschaft mit brillanten Momenten und einem verdienten Titel.

© G.B. 14.7.14

Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

WM – Kuriositäten

In der Mode ist heute alles erlaubt. In Zeiten der Fußballweltmeisterschaft werden die Autos eingepackt, als sei tiefster Winter. Schwarz-rot-gold ist die derzeitige Modefarbe und der Hingucker im täglichen Leben.

Die bunten Turnschuhe der Spieler in himbeerrot, zitronengelb, neongrün oder himmelblau wirken wie kleine Glühwürmchen auf dem grünen Rasen. Doch welchen Sinn hat es, dass viele Spieler zwei unterschiedliche Farben präsentieren? Der tiefere Sinn hat sich mir bisher noch nicht erschlossen. Haben sich in den Spielerschuhen etwa kleine Peilsender eingeschlichen, die auf wundersame Weise den einen oder anderen Fuß in die richtige Richtung dirigieren?
Dann würde ich einigen Spielern unserer Elf raten, die präzisesten Sender vor dem Spiel gegen Frankreich einzusetzen, denn so mancher Tritt ging bisher gründlich daneben, wenn er überhaupt zustande kam.

Das Spiel gegen Frankreich wird kein Spaziergang und bereits am Samstag kann es mit der ganzen schwarz-rot-gold Pracht vorbei sein und der Alltag könnte wieder einziehen.
Im Falle eines Falles können Löw und Kliensmann gemeinsam trauern, denn geteiltes Leid ist halbes Leid, besonders unter wahren Freunden. Aber warten wir es ab!

Bei solchen Modetrends mache ich mir jedenfalls keine Sorgen um meine derzeitigen Ringe unter den Augen. Auch das ist „in“ bei allen, die viel Fußball gucken und allemal besser als dicke Tränensäcke!

Bärlin (1)

A wie Achtsamkeit

Du sollst jetzt aufstehen – sagt der Wecker.
Du sollst dich waschen – sagt die Erziehung.
Du sollst dich kleiden, modisch, doch auch korrekt – sagt der Zeitgeist.
Du sollst in Ruhe frühstücken – sagt der Ernährungsberater.

Dein Chef sagt – Du sollst erst dieses erledigen.
Ein paar Kollegen sagen aber – Du sollst um neun Uhr zum Frühstück kommen.
Der Kunde sagt – Du sollst dich beeilen.
Dein Fachwissen sagt aber – Du sollst es ordentlich machen.

Du sollst trinken – sagt der Kreislauf.
Du sollst nicht naschen – sagt die Leber.
Du sollst die Mittagspause auch für gesunde Bewegung nutzen – sagt der Betriebsarzt.
Du sollst das essen, was am schnellsten geht – sagt die Warteschlange in der Kantine.
Du sollst nach dem Mittagessen die Zähne putzen – sagt der Zahnarzt
Du sollst aber keinesfalls die Mittagspause überziehen – sagen alle.

Die Natur sagt – Du sollst es im biologischen Tief nach der Mittagspause ruhig angehen.
Dein Berufsethos sagt – Du sollst bis zum Feierabend freundlich sein.
Dein Blutzuckerspiegel sagt – Du sollst deinen Heißhunger stillen.
Dein Ordnungssinn sagt – Du sollst deinen Arbeitsplatz zum Schluss aufgeräumt hinterlassen und die Gewerkschaft sagt – Du sollst deine Arbeit jetzt beenden!
Und Du gehst von der Arbeit – im Stress und mit Heißhunger.

Du sollst jetzt alles Nötige einkaufen – sagt der Kühlschrank.
Alles Unnötige sollst du aber auch kaufen – sagt die Werbung.
Du sollst nicht durch den Straßenverkehr hetzen – sagen die Verkehrsregeln.
Du sollst aber jetzt zügig losfahren – hupt Dein Hintermann.
Und Du? – Du … Du … Du … bist irgendwann zuhause.

Dein Hausmeister sagt – Du sollst im Hausflur nicht …bla…bla… und an den Mülltonnen sowieso…
Deine Familie klagt – Du sollst nicht so spät von der Arbeit kommen.
Deine Nerven sagen – Du sollst dich entspannen.
Dein Magen sagt – Du sollst etwas essen.
Die Küche sagt aber – Du sollst erst mal was kochen.
Später sagt der Feierabend angesichts Deines gefüllten Magens – Du sollst jetzt tun, was Dir Spaß macht.
Dein Familiensinn sagt – Du sollst liebevoll sein, zuhören und für alle Probleme einen einfühlsamen Rat haben.

Der Alltag sagt – Du sollst für morgen alles andere auch fertig haben.
Die Uhr sagt aber – Du sollst jetzt ins Bett gehen und schlafen!!!

Solltest Du nicht dein Leben leben? – fragt die Verheißung.
Aber dann sollte ich ja …?
Ja! – sagt der Verstand, das solltest Du!
Soll ich ? Jetzt???

© Gerd von Hacht

Nach fünf Wochen Reha in einer der schönsten Ecken Deutschlands und einer Woche des Eingewöhnens zuhause bin ich wieder da und habe Lust zum Bloggen.
Den obigen Text hat ein lieber Mitpatient geschrieben und mir erlaubt, ihn in mein Blog zu setzen.
Der Text spricht für sich und der- oder diejenige, der/die sich darin wiederfindet, sollte schleunigst den Weg der Entschleunigung antreten.

Entschleunigung

So ein Elternsprechtag will organisiert sein. Mittlerweile ist er vorbei. meistens kommen ja nicht die Eltern der „pflegeleichten“ Schüler, sondern eher die der anderen. Und so muss man den Einen oder Anderen anrufen und einladen. Kein leichtes Unterfangen…

1. „Hallo?“
„Guten Abend, mit wem spreche ich denn?“ (Aha, da pokert wieder jemand – eindeutig männlich – am Telefon, wie ich das hasse…)
„Wer sind Sie denn? Sie haben mich doch angerufen!“
„Ich habe die Nummer 12345/6789 gewählt. Mein Name ist Frau Anna-Lena und ich hätte gern die Mutter von Max gesprochen.“
„Und worum geht es?“
„Da Sie offensichtlich nicht die Mutter von Max sind und mir Ihren Namen nicht verraten wollen, werde ich Ihnen das nicht sagen.“
„Na hören Sie mal, geht’s noch? Schließlich bin ich der Vater von Max!“ (Ich sehe förmlich, wie er puterrot anläuft…)
„Hätten Sie das gleich gesagt, hätten wir uns beide kostbare Zeit erspart.“ (Mein Blick geht auf den Stapel unkorrigierter Klassenarbeiten, mir rennt die Zeit unter den Nägeln weg und der hält mich zum Narren) .
„Und , warum rufen Sie an? Max hat wohl wieder Scheiße gebaut?“ (Wie recht er doch hat, aber nicht nur einmal, sondern im Dauerzustand…)
„Wir haben am kommenden Mittwoch Elternsprechtag und ich würde Sie und Ihren Sohn gern zum Gespräch einladen. Wann hätten Sie Zeit?“
„Kann ich Ihnen noch nicht sagen. Meine Frau hat Frühschicht, ich Spätdienst.“ (Prima, dann nehme ich mir den Knaben alleine vor, so ganz ohne Zeugen und ziehe ihm die Löffel lang, bis er lacht…)
„Ich biete ihnen 18.15 Uhr an. Sie finden mich in Raum 007. Bitte richten Sie es ein, es ist wichtig Und bringen Sie Ihren Sohn bitte mit, denn es geht ja um sein Verhalten und seine Noten. „Schönen Abend noch, auf Wiederhören.“
Klick – wortlos.

2. Die Festnetznummer, die ich seit Tagen anrufe, ist dauerbesetzt. Mittlerweile habe ich eine SMS mit der dringenden Bitte um Rückruf geschrieben. Da probiert doch der Sohnemann Otto nicht vielleicht, jeglichen Kontakt zu verhindern? Montag früh versuche ich Otto zu finden, prompt läuft er mir in die Arme.
„Ich kann deine Mutter nicht erreichen, mit eurem Telefon stimmt etwas nicht.“
„Wir haben kein Telefon.“ (Hähhhhh? Und wieso ist dann dauerbesetzt?)
„Auf meine SMS hat sie auch nicht reagiert.“
„Die hat eine neue Handynummer.“
„Würdest du mir die bitte geben?“
„Die hab ich selber nicht.“ (Hört, hört!! Bin ich der Weihnachtsmann, dass man mir Märchen erzählen kann?)
Damit war das Gespräch für ihn beendet. Er drehte sich um und ging.
Als ich am Mittwoch morgen die neue Handynummer in meinem Fach hatte, war der Elternbrief schon unterwegs. (Manchmal kann man das, was man sagen will, auch sehr deutlich und unmissverständlich  schriftlich machen.)

3. „Guten Abend, Frau Müller. Hier ist Frau Anna-Lena.“
„Hallo, Frau Anna-Lena.“ (Eine freundliche sanfte Stimme. Die Mutter und ich hatten schon mehrfach miteinander zu tun, eine sehr nette ausgeglichene Frau…)
„Da ja am kommenden Mittwoch Elternsprechtag ist…….“
„Waaaaas?“ …und dann einige Tonstärken lauter und schrill…“ Luise!?! Warum weiß ich nicht, dass am Mittwoch Elternsprechtag ist? Wann gedachtest du mir das zu sagen?“ (Ich ziehe förmlich schuldbewusst den Kopf mit ein…)
„Das wollte ich dir heute sagen…“ (Luises Stimme klingt piepsig, im vollen Gegensatz zum Unterricht…).
„Frau Müller, wie haben Sie Zeit? Könnten Sie um 17 Uhr in die Schule kommen?“
„Aber ja, das passt mir gut.“ (Der Rest ist schnell geklärt und ich überlasse Luise ihrem Schicksal…)

4. Ich rufe Eltern von daheim ungern über mein Handy an, aber wenn man bei denen zuhause langsam denkt, die wohnen da schon gar nicht mehr, muss man das machen. Wenn da auch niemand erreichbar ist, kann man nach einer SMS wenigstens hoffen…oder bis zum jüngsten Gericht warten…

„Sie hatten bei mir angerufen?“ (Die Dame ist offensichtlich schon auf Krawall gebürstet…)
„Guten Abend, ich bin… und würde gerne einen Gesprächstermin für den kommenden Mittwoch mit Ihnen absprechen.“ „Da muss ich morgen bei der Arbeit erst mal klären, ob ich kann.“ „Das wäre nett und bitte bringen Sie Ihren Sohn mit“. „Was, meinen Sohn soll ich nicht mitbringen, ich denke, es geht um ihn?“ (…um wen denn sonst? Um das liebe nette Meerschweinchen ganz bestimmt nicht!) . „Ich bestehe darauf, dass die Klassenlehrerin auch dabei ist.“ (okay, steigen wir in den Ring, alle miteinander…)
„Ich werde mit Frau ABC sprechen, ob Sie das einrichten kann. Bitte geben Sie mir Bescheid, wann Sie können.“
(einen Tag später wenigstens eine kurze und bündige SMS, dass es geht und mein vorgeschlagener Uhrzeittermin in etwa auch passt. Bleibt nun am Montag zu klären, ob die Klassenleiterin sich das am Mittwoch antun möchte. Wenn ich sie wäre wüsste ich, was ich wollte….).
Sie konnte nicht, denn sie hatte ihre eigenen Termine. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

An diesem Abend nach dem Elternsprechtag

hatte ich wieder etwas gelernt und verinnerlicht:

Man sollte die Ruhe
und Gelassenheit
eines Stuhles besitzen…
Der muss auch
mit jedem
Arsch
klarkommen.
(Verfasser unbekannt)

©G.B. 4/2014

 

Ich bin wirklich kein schadenfroher Mensch. Aber ich gebe  zu, dass mich die Aberkennung des Doktortitels von Frau Schavan mit Genugtuung erfüllt.

Wir haben im selben Jahr Abitur gemacht. Ich habe zwar „nur“ zwei Examensarbeiten geschrieben, aber ich erinnere mich gut an die zeitlichen und nervlichen Belastungen, denen jeder Student damals ausgesetzt war. Das wird auch heute nicht anders sein.

Das Argument (so heute in unserer Tageszeitung), vor dreißig Jahren seien die Zitierregeln nicht so streng gewesen, halte ich für völligen Blödsinn. Man ist Plagiaten nicht so schnell auf die Schliche gekommen, da die Überprüfung aus technischen Gründen nicht so schnell wie heute war.

Und doch musste man auch die Examensarbeiten hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes unterschreiben und mit der eigenen Unterschrift bestätigen, dass es wirklich die eigene Arbeit ist und Textstellen aus anderen Werken dementsprechend gekennzeichnet sind.

Frau Schavan ist bekennende Katholikin und war von 2005 – 2013 Bundesministerin für Bildung und Forschung. Offenbar ist es mittlerweile völlig out, dass unsere heutigen Politiker  für die junge Generation eine Vorbildfunktion einnehmen. Politiker mit Charisma sind selten geworden.

Nur mit einem Abitur in der Tasche, denn das ist das nüchterne Fazit nach der Aberkennung der Doktorwürde,  ist der Weg als Botschafterin im Vatikan nun  endgültig geplatzt.

Haben Politiker, die lange in der Öffentlichkeit standen, keine anderen Lebensinhalte mehr, als bis zum Umfallen auf der öffentlichen Bühne zu stehen?

Ich bin gespannt, welche Pöstchen für Frau Schavan noch übrig bleiben werden.

©G. Bessen 3/14

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

So lautet der Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Das Portemonnaie des Menschen ist bei einigen auch unantastbar, wenn es um die Steuern geht, die ein jeder zu zahlen hat. Steuerhinterziehung im großen Stil, das haben wir ja in der Vergangenheit mehrfach erleben müssen. Nun ist einigen doch ganz flau geworden, man könne ihnen durch aufgetauchte Steuer-CDs auf die Schliche kommen.

Selbstanzeige, zahlen und mit einem blauen Auge davonkommen, das kann funktionieren. Verhandlungen, Nachzahlungen und eine Bewährungsstrafe und der Mensch hat sich ehrlich gemacht. Das blaue Auge heilt ab und irgendwann wächst Gras über die Sache.

Aber Selbstanzeigen müssen umfassend und vollständig sein. Da sollte man doch meinen, ein  gestandener Betrag von 3,5 Millionen €  hinterzogener Steuer (jeder Ottonormalverbraucher muss kurz nachdenken, um wie viele Nullen es dabei geht) ist nicht zu toppen.

Weit gefehlt: sich von 3,5 nun  auf 18,5 Mio.  € zu bekennen, haut selbst den stärksten Richter aus der Robe. Ob der Herr  Hoeneß den Gerichtssaal mit dem Beichstuhl verwechselt und auf das ‚ego te absolvo’ und etliche Bußgebete hofft?

Ich hoffe, dass der Herr Hoeneß sich zum Nachdenken mal hinter schwedischen Gardinen einfinden darf. Dort kann er in Ruhe meditieren, wie er seine so viel gepriesene karitative Ader nach seiner Entlassung weiter ausleben kann und denen, die es nötig haben, auch Gutes tun kann.

Vorausgesetzt, dass bei der Steuernachzahlung noch ein wenig Geld übrig ist.

 finanzielle Reserven (3)

© G.Bessen 10/3/14

Spuren

Posted on: 5. März 2014

Spuren

Überlege genau,
welche Spuren du
deiner Nachwelt hinterlässt.
© G.B. 3/14 

Ihr erinnert Euch sicher an die illegale Müllkippe im Wald.
Als ich letzten Mittwoch dort vorbeifuhr,
war alles weggeräumt.
Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder.

Nach dem Entsorgen

Unverhältnismäßigkeiten

Meine Beschwerde an unser Rathaus in Bezug auf die illegale Müllkippe im Wald wurde zwar mittlerweile beantwortet, doch getan hat sich nichts.

 Müllkippe Wald

……………. vielen Dank für Die Fotos. Unabhängig jetzt von den Zuständigkeiten und der damit verbundenen rechtlichen Berechtigung zur Beseitigung des Unrats, leider häufen sich die Umweltsünden in  letzter Zeit enorm. Wir haben Kenntnis bekommen von illegalen punktuellen Mülldeponieren, wo es von Chemikalien nur so  trotzt. Bei solchen Anblicken stockt einem der Atem. Bevor wir als Verwaltung  tätig werden dürfen, müssen wir erst die Zuständigkeiten prüfen und werden dies dann auch zur Anzeige bringen. Ich versichere Ihnen, das sich das Ordnungsamt das Anliegen angenommen hat und wir nach unseren Möglichkeiten tätig werden.

Mit besten Grüßen xxxxxxxxxxx

Ihr Bürgermeister

 Eine zweite Antwort ist genauso nichtssagend:

…….nochmals Danke für Ihren Hinweis. Die besagte Stelle liegt am xxxxxxxxxxxxxxxxxxx . Sie befindet sich in Privateigentum. Im Übrigen ist kein Grundstückseigentümer verpflichtet, sein Grundstück  sauber zu halten. Da von der Verschmutzung keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht, darf die Gemeinde die Wegschaffung des Unrates auch nicht veranlassen. Gleichwohl sucht die Verwaltung den Kontakt mit dem Eigentümer um zu klären, inwieweit man gemeinsam eine nachhaltige Lösung des Problems anstrebt. Hier kann man jedoch nichts versprechen, da dies immer von der Kooperationsbereitschaft des Eigentümers abhängt. Eventuell gelingt es in zu überzeugen, das Grundstück mit einem Wildzaun einzufrieden oder es fällt ihm irgendetwas anderes ein. Der Eigentümer wird demnächst hierzu angeschrieben.

 Ich habe es noch ein letztes Mal mit einer Antwort versucht:

…….. Ihre Antwort verwundert mich doch ein wenig.

Dass das vermüllte Stück Privateigentum ist , ist nicht ersichtlich und ich glaube auch nicht, dass der Eigentümer in der näheren Umgebung  lebt. Nur so kann ich mir erklären, dass diese illegale Müllkippe stetig wächst. Welcher Eigentümer würde so etwas zulassen, zumal es ja eine Einladung für alle ist, ihren Müll dort auch zu entsorgen.

Strafe muss ja niemand befürchten.

Dass keine  Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht, möchte ich auch bezweifeln, denn wer weiß, was sich in den vielen Müllsäcken befindet? Nachgeschaut habe ich jedenfalls nicht.

Wenn ich mich als Bürgerin von diesem Anblick belästigt fühle, kann ich Anzeige gegen Unbekannt stellen, denn ich kenne den Eigentümer nicht. Und das wird dann nach einiger Zeit eingestellt, da kein öffentliches Interesse vorliegt. So lautet meist die Begründung.

Gegen einen Privateigentümer, der sein Grundstück so verkommen lässt, kann ohne Weiteres nicht mehr gemacht werden, als an ihn zu appelieren, einen Zaun zu bauen? Wenn ich mir als Grundstücksbesitzer Mutterboden anfahren lasse, der kurzfristig vor meinem Grundstück abgeladen wird, muss ich mich aber sputen, den wegzubekommen, denn sonst erhalte ich schneller als ich glauben kann, eine Anzeige.

Ich empfinde diesen Anblick als geradezu grotesk und als miserables Aushängeschild für eine Gemeinde, die sich als modern und innovativ bezeichnet.

………..

Eine weitere Situation hat am Montag Nachmittag meinen Blutdruck in die Höhe getrieben.

Nach einer Konferenz am Nachmittag fand ich ein Knöllchen an meinem Wagen und nicht nur ich, sondern alle, die in den Parktaschen standen.

Es standen zwei Schilder am Anfang und am Ende der Parkhäfen. Soweit, so gut. Doch der Hauptverkehr kommt von der Seite, für die das Schild nicht einsehbar war, weil es anders herum stand und das seit Freitag morgen – unverändert.

Offenbar wird verlangt, dass man morgens um sieben, wenn es noch nicht ganz hell ist, mit der Taschenlampe um Autos und Bäume tanzt, ob sich irgendetwas verändert haben könnte, möglicherweise ein Neuling im Schilderwald eingetroffen ist.

Das Ordnungsamt war schnell. Meine Wut ist immer noch nicht verraucht, aber das Verwarnungsgeld von 15 Euro wird schon eingefordert.

   „Die Verwarnung wird nur wirksam, wenn Sie mit ihr einverstanden sind und das Verwarnungsgeld….. zahlen.“

 Ich bin natürlich nicht einverstanden!

Halteverbot 1

Halteverbot 2

Halteverbot 3

*********

Harte Tage

Mainz und meins

So mancher denkt sich nichts dabei,
glaubt „Mainz“ und „meins“ sei einerlei.
Der schnöde Mammon, all sein Reiz
verführt zu ganz besonderem Geiz.
Vorbei am Fiskus, ungeniert,
so mancher Freund wird noch geschmiert,
damit er still hält und nichts sagt.

Und wenn ihn das Gewissen plagt,
zeigt er sich an, beteuert Reue,
entschuldigt sich mehrmals aufs Neue.
Gar mancher nimmt auch seinen Hut,
denn alles wird bald wieder gut.
Ein Pölsterchen in Form von Geld,
und er bleibt weiterhin
ein Mann von Welt.

Alte Kasse Dresden Weinschlösschen

©Text und Foto: G. Bessen 18.2.14

Krebserkrankungen nehmen zu….so ging es kürzlich durch die Medien.

Natürlich war auch mein erster Gedanke: Wieso das? Medizinisch wird geforscht und Millionen werden  in die Forschung gesteckt, so dass man eher denken könnte, einige Krankheiten längerfristig in den Griff zu bekommen.

Wenn man bedenkt, wie rasant die Weltbevölkerung besonders in den Entwicklungsländern weiter steigt, während die Menschen in den Industrieländern immer älter werden, relativieren sich diese Aussagen. Und die Prognose für 203o grenzt doch ein wenig an Panikmache. Wer weiß, ob unser Planet bis dahin überhaupt noch existiert?

Wir haben wenig Einfluss auf unsere Krankheiten und eine halbwegs gesunde Lebensweise ist kein Garant für ein langes Leben. Aber wir sollten die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen nutzen. Manche sind nicht so angenehm, aber man kann sie problemlos überstehen. Im Falle eines Falles ist durch eine rechtzeitige Entdeckung die Heilungschance möglicherweise höher.

ScreeningEine Tapferkeitsmedaille bekommt man zwar nicht, aber ein Täfelchen Schokolade und ein Kugelschreiber sind doch auch was, oder?

Immer noch unverständlich ist mir Haltung der katholischen Kirche in punkto Verhütung. Wie viele Menschen werden gerade in Afrika jeden Tag Opfer von AIDS? Eine fundierte Aufklärung und sinnvolle Hilfe würden viele Menschenleben  retten.

Heute Abend lief erneut der bewegende Film „Wüstenblume“ im Fernsehen. Noch immer wird das Ritual der Verstümmelung in vielen Familien praktiziert. Seelische und körperliche Qualen und Traumata sind die Folge und viele Mädchen sterben an den Folgen.

GerippeIch glaube, unser Schicksal ist festgelegt, doch manchmal kann man dem Tod vielleicht doch ein Schnippchen schlagen.

Sammy und Marci-crop

Bleibt gesund und behütet und vor allem nett zueinander.

Ich wünsche euch einen sonnigen Sonntag.


Mein Lesestübchen

Kunterbuntes, meist aus der eigenen Feder und selbst gesehen.

Ausschließlich Literarisches aus der eigenen Feder findet Ihr in meinem Autorenblog VISITENKARTE

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