Mein Lesestübchen

Sonntagsbrunch und Livemusik

Jedem ehemaligen Studenten der Freien Universität war die „Eierschale“ in Berlin-Dahlem an der Podbielski- Ecke Schorlemerallee in bester Erinnerung. Nicht weit von der Uni entfernt war sie eine beliebte Kneipe und ein frequentierter Treffpunkt.
Lange Zeit war sie geschlossen und seit 2008 erstrahlt sie als ein Lokal für besondere Ansprüche (und gut gefüllte Geldbeutel) als Café, Bar, Restaurant und Lounge.
Wir waren gestern nach Jahren mal wieder da aus Anlass einer besonderen Geburtstagsfeier im Freundeskreis. Die Zeit der Studentengeneration, die sich dort traf ist vorbei, aber wir sind ja auch älter geworden.

Es war ein kulinarisches Erlebnis an einem heißen Sommertag, auch wenn die Jazzband und deren Musik doch der älteren Generation vorbehalten blieb.

Infos für Interessierte hier

Kennt Ihr den Herren noch? Er ist auch schon in die Jahre gekommen, wie der Jazz der Liveband  :-) .

Eierschale am 27.07.2014 (77)

Die Dauerberichterstattung im Fall des abgeschossenen Flugzeugs MH17 in der Ostukraine geht langsam mächtig unter die Gürtellinie. Schlimm genug, dass  298 Menschen auf völlig sinnlose Weise ihr Leben verloren haben. Die Rückführung von Leichen in die Heimatländer mag für die Angehörigen ein schwacher Trost sein, ihre Lieben irgendwann bei sich zu beerdigen, aber Diskussionen im Fernsehen, was die Pathologen nun alles zu tun haben, um die Leichen zu identifizieren, welche Möglichkeiten es dafür gibt, das geht mir doch entschieden zu weit.

Diese Menschen sind tot, nichts kann sie wieder zum Leben erwecken und da ist auch die Überlegung müßig, was sie in ihren letzten Minuten, gedacht, getan oder gefühlt haben. man kann nur hoffen, dass es für alle schnell ging. Auch die Frage der Schuld bringt sie nicht zurück. Die Forderung nach einer restlosen Aufklärung ist zwar wünschenswert, doch auch das werden wir nicht rückhaltlos erfahren.

Eins ist für mich jedoch klar: gäbe es die Konflikte zwischen Russland und der Ukraine nicht, würden diese Menschen noch leben. Neben diesen Passagieren gibt es tagtäglich unzählige Tote dieses Krieges wie auch in Gaza und immer noch in Syrien, Irak  und vielen anderen Kriegsschauplätzen. Auch die darf man nicht vergessen.

Wladimir Putin geht seinen Weg der Macht unbeirrt weiter. Selbst wirtschaftliche Sanktionen treffen ihn am wenigsten, sondern eher die Bevölkerung.
Nach den vorab heiß umstrittenen Winterspielen in Sotschi werden die ersten Stimmen laut, den geplanten Austragungsort für die Fußballweltmeisterschaft 2018 neu zu vergeben. Das wäre ein Zeichen! Doch die FIFA hat sich nicht um die Probleme Südafrikas 2010 oder Brasiliens 2014 gekümmert. Somit ist nicht zu erwarten, dass sich aus der aktuellen Situation heraus ein Schritt in diese Richtung abzeichnen würde, dazu ist Gazprom ein zu wichtiger Geldgeber und Sport und Politik werden offenbar völlig  voneinander getrennt.

Die Toten werden irgendwann ihre letzte Ruhe finden, die Angehörigen trauern und versuchen, diese Tragödie zu verkraften und damit zu leben und alles andere ist und bleibt: business as usual.

KerzeMit dem gesterigen Absturz der Maschine in Mali
haben innerhalb weniger Tagen 416 Menschen ihr Leben verloren.
Die Toten in den Kriegsgebieten
lassen sich wahrscheinlich nicht mehr zählen.
Und es werden jeden Tag mehr…

© G. Bessen 7/14

Sächsische SchweizBurnout: Krankheit oder Zeitgeist?

Der Begriff „Burnout“ ist in aller Munde, aber nur die Betroffenen wissen, wie es sich wirklich anfühlt. Viele andere belächeln diese Krankheit, weil sie nichts damit anzufangen wissen oder es einfach nur für eine moderne Marotte halten. Wie oft hört man, wenn Ärzte nicht mehr weiterwissen, organisch alles in Ordnung ist, dann ist es halt die Psyche.
Ein Burnout ist ein starker geistiger, körperlicher und seelischer Erschöpfungszustand.
So nach und nach, oft schleichend und lange unbemerkt, leert sich der menschliche Akku, bis nichts mehr geht.

Wer ist betroffen? Grundsätzlich alle, niemand kann sagen, ihn träfe es nicht.
Wenn über einen längeren Zeitraum ein Ungleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung besteht, zu viele Reize, Anforderungen oder Einflüsse Körper und Seele belasten, gerät das innere Gleichgewicht aus den Fugen. Symptome wie Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, Panik, Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl können sich nach und nach einschleichen und den Erschöpfungszustand fördern.
Je nach Belastungen in der Familie oder am Arbeitsplatz bleibt oft nicht die Zeit oder die Kraft gegenzusteuern. Und so dreht sich die Schraube unaufhörlich weiter, bis der Mensch im seinem tiefen, für ihn scheinbar ausweglosen Loch sitzt und oft nur mit Medikamenten, Therapie oder einer Rehamaßnahme den Weg daraus finden kann.

Hat man es erst einmal geschafft und den Akku wieder aufgeladen, so ist eine gewisse Achtsamkeit sich selbst gegenüber notwendig, um nicht wieder in eine solche Situation zu kommen. Körperliche Aktivität ist gut geeignet, um den Kopf nach der Arbeit oder in belastenden Situationen freizubekommen. Gesprächspartner, die Ähnliches erleben oder erlebt haben, können helfen, zuhören oder auch aufbauen. Entspannungstechniken, wie Yoga, Tai Chi, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung unterstützen bei regelmäßiger Anwendung und Übung den Prozess der Erholungsphasen.
Ganz wichtig ist auch, NEIN zu sagen, wenn das Arbeitspensum ins Unermessliche steigt.

Ich hätte nie gedacht, dass bereits so viele junge Leute diesem Erschöpfungszustand erreicht haben. Sie wollen in Ausbildung und Beruf alles geben, bekommen aber oft zu wenig Wertschätzung für ihren Einsatz. Menschen, die sich zu sehr über ihre Arbeit definieren, vernachlässigen oft die Familie oder sehen die Freizeitgestaltung als nicht so wichtig an. Doppelbelastungen in Familie und Beruf kosten Kräfte, die alleinige Erziehung eines Kindes ohne nennenswerte Unterstützung ist oft unmöglich.

Burnout ist nicht nur eine Managerkrankheit oder eine Krankheit, die Menschen trifft, die mit anderen Menschen arbeiten. Burnout ist eine Krankheit, die im negativen Sinn immer mehr gesellschaftsfähig wird und sich in unserer Gesellschaft ausbreitet, wie ein Virus.
Jeden kann es treffen, der nicht hinreichend auf sich achtet!

Sorgt gut für euch!

©G. Bessen 7/14

Unter den Linden

Wandertag 8.7.14 Berlin (2)In jedem Sommer werden Teile Berlins zur Dauerbaustelle. Wenn man genügend Zeit hat, lässt sich das eine oder andere Foto aus dem Auto machen, denn wer im Stau steht, kann sich so auch sinnvoll beschäftigen.

 

Bei einer Stadtkernfahrt mit dem Schiff kann man in nur einer Stunde Berlins historische Mitte und das Regierungsviertel vom Wasser aus besichtigen. Je nach Dauer – ob ein oder zwei Stunden – passiert so ein Schiff das Kanzleramt, den Hauptbahnhof, das Regierungsviertel, das Reichstagsgebäude, die Friedrichstraße, den Berliner Dom, die Museumsinsel und das Nikolaiviertel. Wir haben im Rahmen eines Wandertages die einstündige Fahrt vom Hauptbahnhof und wieder zurück gewählt.

Wandertag 8.7.14 Berlin (68)

c/ G. Bessen

vabali

Posted on: 19. Juli 2014

vabali

Vabali 18.7.14 015Der Geheimtipp unter Berlins Saunafreunden heißt seit wenigen Wochen: „vabali“. Nur fünf Gehminuten vom Berliner Hauptbahnhof entfernt befindet sich die großzügige Saunalandschaft vabali, die erst vor wenigen Wochen eröffnet hat.
Da drehen wir doch unserer langjährigen Saunalandschaft mal den Rücken und gehen fremd. So dachten wir gestern und sind gruppenmäßig dort mal aufgeschlagen.

Auf über 20 000 qm asiatische Architektur, eine komfortable und luxuriöse Innenausstattung aus balinesischen Naturmaterialien und sofort glaubt der Besucher, irgendwo in Fernost, nahe des Pazifischen Ozeans zu sein.
Elf verschiedene Saunen und Dampfbäder mit Salz-, Honig- und Wenikaufgüssen, die traditionelle Banja und revitalisierende Blütenanwendungen lassen den Saunagast eine wahre Tiefenentspannung erleben.

Klassische Massagen, Ayurveda-Anwendungen, Hamam, Thaimassagen und Algenpackungen sprechen gezielt alle Sinne an.
Im Sommer bietet der Außenbereich mit Liegen, einem großzügigen Schwimmbecken, einer Terrasse vor dem Restaurant ein wahres Urlaubsfeeling. Im Innenbereich befinden sich Ruheräume, die an ein Vier-Sterne-Hotel erinnern

Mediterrane und asiatische Gerichte stehen vorrangig auf dem Speiseplan und sind gut bekömmlich.

So ein großes Gelände kann man nicht an einem Tag erkunden und bei dreißig Grad Außentemperatur können auch nicht alle Saunen getestet werden.
Unser Fazit: „vabali“ ist ein ganz besonderer Ort für einen außergewöhnlichen Tag, an dem Körper, Geist und Seele gestreichelt werden können.
Und wir kommen wieder – irgendwann.

Weitere Infos für Interessierte findet ihr hier…

Vabali 18.7.14 012

© G. Bessen, 19.7.14

G – wie Genuss

Genuss ist vielseitig. Für den einen ist es ein schmackhaftes Essen, für den anderen ein teurer Wein, für den nächsten ein jubelndes Fest und für wieder andere sind es die Momente der Besinnung, das Augenmerk auf die täglichen Dinge zu lenken, die wir im Alltag trotzdem leicht übersehen, weil wir uns nicht die Zeit dafür nehmen.

Einige meiner Genussmomente teile ich gerne mit euch:

Genuss 1Genuss 2Genuss 3Genuss 4

©Text und Fotos: G. Bessen 7/14

 

466496_original_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deWeltmeisterlich

Im Vorfeld dieser WM war ich skeptisch und hatte auch Bauchschmerzen. Die Deutsche Nationalmannschaft hatte ich als nicht besonders gut und fit eingeschätzt. Ähnlich wie 2010 in Südafrika hat mir auch das Land Brasilien mit seiner Problematik, den unzähligen Menschen in den randstädtischen Favelas und deren große Armut und die Berichterstattung im Vorfeld über Unglücksfälle und Wettskandale und Korruption einen bitteren Vor- und Beigeschmack zur WM geliefert.
Es ist viel Geld im Spiel und letztendlich haben die „am Rande“ nichts davon. An ihrer Situation ändert sich nichts.

Und trotzdem blicke ich auf viele Spiele dieser WM zurück, schöne und engagierte Spiele egal welcher Mannschaft, mit Fehlern und Unzulänglichkeiten behaftet und trotzdem haben wir mitgefiebert. Zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichtern, derbe Fouls auf dem Spielfeld, Glück und Unglück – das gibt es immer wieder.
Nach dem Spiel der Deutschen Elf gegen Brasilien, diesem Traumspiel, waren auch meine letzten Zweifel beseitigt und der Titel schien in Reichweite zu rücken. Für die Brasilianer tat es mir Leid, aber auch da hängt einem das Hemd näher als die Hose. Auch wir waren 2006 Gastgeberland und haben verloren, such is life.

Und nun das gestrige Spiel: hart, kämpferisch und spannend auf beiden Seiten. Und kurz vor dem drohenden Elfmeterschießen die Erlösung und das entscheidende Tor zum Weltmeistertitel.
Profifußballer verdienen eine Menge Geld. Ob das gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Aber dafür bringen sie auch Einsatz. Das ungläubige Staunen von Mario Götze, die Freudentränen bei den Spielern, diese sagenhafte Erleichterung, es geschafft zu haben, diese Bilder vergessen wir nicht so leicht.
Wenn ich an das Herumgebolze auf dem Platz bei so manchen Spielen denke, so muss ich doch sagen, dass die Deutsche Elf so manchen anderen hitzigen und temperamentvollen Spielern eine Menge voraus hat, was Disziplin und soziale Kompetenzen betrifft.

Der viel zitierte Spruch: TEAM = „Toll, ein anderer macht’s“ trifft hier nicht zu.
Da war Teamgeist, Teamfähigkeit und ein Miteinander in Freud und Leid ausschlaggebend, durchaus etwas, was für unsere Jugend vorbildhaft sein kann.

Podolski Junior und die Klose-Zwillinge auf dem Platz können unsere Jungen und Mädchen anregen, sich mehr dem Sport zu widmen und einen Teil ihrer Freizeit sinnvoll zu nützen.
Alles in allem war es eine schöne Weltmeisterschaft mit brillanten Momenten und einem verdienten Titel.

© G.B. 14.7.14

Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Mein Lesestübchen

Kunterbuntes, meist aus der eigenen Feder und selbst gesehen.

Ausschließlich Literarisches aus der eigenen Feder findet Ihr in meinem Autorenblog VISITENKARTE

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