Mein Lesestübchen

Sächsische SchweizBurnout: Krankheit oder Zeitgeist?

Der Begriff „Burnout“ ist in aller Munde, aber nur die Betroffenen wissen, wie es sich wirklich anfühlt. Viele andere belächeln diese Krankheit, weil sie nichts damit anzufangen wissen oder es einfach nur für eine moderne Marotte halten. Wie oft hört man, wenn Ärzte nicht mehr weiterwissen, organisch alles in Ordnung ist, dann ist es halt die Psyche.
Ein Burnout ist ein starker geistiger, körperlicher und seelischer Erschöpfungszustand.
So nach und nach, oft schleichend und lange unbemerkt, leert sich der menschliche Akku, bis nichts mehr geht.

Wer ist betroffen? Grundsätzlich alle, niemand kann sagen, ihn träfe es nicht.
Wenn über einen längeren Zeitraum ein Ungleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung besteht, zu viele Reize, Anforderungen oder Einflüsse Körper und Seele belasten, gerät das innere Gleichgewicht aus den Fügen. Symptome wie Unruhe, Gerieztheit, Schlafstörungen, Panik, Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl können sich nach und nach einschleichen und den Erschöpfungszustand fördern.
Je nach Belastungen in der Familie oder am Arbeitsplatz bleibt oft nicht die Zeit oder die Kraft gegenzusteuern. Und so dreht sich die Schraube unaufhörlich weiter, bis der Mensch im seinem tiefen, für ihn scheinbar ausweglosen Loch sitzt und oft nur mit Medikamenten, Therapie oder einer Rehamaßnahme den Weg daraus finden kann.

Hat man es erst einmal geschafft und den Akku wieder aufgeladen, so ist eine gewisse Achtsamkeit sich selbst gegenüber notwendig, um nicht wieder in eine solche Situation zu kommen. Körperliche Aktivität ist gut geeignet, um den Kopf nach der Arbeit oder in belastenden Situationen freizubekommen. Gesprächspartner, die Ähnliches erleben oder erlebt haben, können helfen, zuhören oder auch aufbauen. Entspannungstechniken, wie Yoga, Tai Chi, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung unterstützen bei regelmäßiger Anwendung und Übung den Prozess der Erholungsphasen.
Ganz wichtig ist auch, NEIN zu sagen, wenn das Arbeitspensum ins Unermessliche steigt.

Ich hätte nie gedacht, dass bereits so viele junge Leute diesem Erschöpfungszustand erreicht haben. Sie wollen in Ausbildung und Beruf alles geben, bekommen aber oft zu wenig Wertschätzung für ihren Einsatz. Menschen, die sich zu sehr über ihre Arbeit definieren, vernachlässigen oft die Familie oder sehen die Freizeitgestaltung als nicht so wichtig an. Doppelbelastungen in Familie und Beruf kosten Kräfte, die alleinige Erziehung eines Kindes ohne nennenswerte Unterstützung ist oft unmöglich.

Burnout ist nicht nur eine Managerkrankheit oder eine Krankheit, die Menschen trifft, die mit anderen Menschen arbeiten. Burnout ist eine Krankheit, die im negativen Sinn immer mehr gesellschaftsfähig wird und sich in unserer Gesellschaft ausbreitet, wie ein Virus.
Jeden kann es treffen, der nicht hinreichend auf sich achtet!

Sorgt gut für euch!

©G. Bessen 7/14

Unter den Linden

Wandertag 8.7.14 Berlin (2)In jedem Sommer werden Teile Berlins zur Dauerbaustelle. Wenn man genügend Zeit hat, lässt sich das eine oder andere Foto aus dem Auto machen, denn wer im Stau steht, kann sich so auch sinnvoll beschäftigen.

 

Bei einer Stadtkernfahrt mit dem Schiff kann man in nur einer Stunde Berlins historische Mitte und das Regierungsviertel vom Wasser aus besichtigen. Je nach Dauer – ob ein oder zwei Stunden – passiert so ein Schiff das Kanzleramt, den Hauptbahnhof, das Regierungsviertel, das Reichstagsgebäude, die Friedrichstraße, den Berliner Dom, die Museumsinsel und das Nikolaiviertel. Wir haben im Rahmen eines Wandertages die einstündige Fahrt vom Hauptbahnhof und wieder zurück gewählt.

Wandertag 8.7.14 Berlin (68)

c/ G. Bessen

vabali

Posted on: 19. Juli 2014

vabali

Vabali 18.7.14 015Der Geheimtipp unter Berlins Saunafreunden heißt seit wenigen Wochen: „vabali“. Nur fünf Gehminuten vom Berliner Hauptbahnhof entfernt befindet sich die großzügige Saunalandschaft vabali, die erst vor wenigen Wochen eröffnet hat.
Da drehen wir doch unserer langjährigen Saunalandschaft mal den Rücken und gehen fremd. So dachten wir gestern und sind gruppenmäßig dort mal aufgeschlagen.

Auf über 20 000 qm asiatische Architektur, eine komfortable und luxuriöse Innenausstattung aus balinesischen Naturmaterialien und sofort glaubt der Besucher, irgendwo in Fernost, nahe des Pazifischen Ozeans zu sein.
Elf verschiedene Saunen und Dampfbäder mit Salz-, Honig- und Wenikaufgüssen, die traditionelle Banja und revitalisierende Blütenanwendungen lassen den Saunagast eine wahre Tiefenentspannung erleben.

Klassische Massagen, Ayurveda-Anwendungen, Hamam, Thaimassagen und Algenpackungen sprechen gezielt alle Sinne an.
Im Sommer bietet der Außenbereich mit Liegen, einem großzügigen Schwimmbecken, einer Terrasse vor dem Restaurant ein wahres Urlaubsfeeling. Im Innenbereich befinden sich Ruheräume, die an ein Vier-Sterne-Hotel erinnern

Mediterrane und asiatische Gerichte stehen vorrangig auf dem Speiseplan und sind gut bekömmlich.

So ein großes Gelände kann man nicht an einem Tag erkunden und bei dreißig Grad Außentemperatur können auch nicht alle Saunen getestet werden.
Unser Fazit: „vabali“ ist ein ganz besonderer Ort für einen außergewöhnlichen Tag, an dem Körper, Geist und Seele gestreichelt werden können.
Und wir kommen wieder – irgendwann.

Weitere Infos für Interessierte findet ihr hier…

Vabali 18.7.14 012

© G. Bessen, 19.7.14

G – wie Genuss

Genuss ist vielseitig. Für den einen ist es ein schmackhaftes Essen, für den anderen ein teurer Wein, für den nächsten ein jubelndes Fest und für wieder andere sind es die Momente der Besinnung, das Augenmerk auf die täglichen Dinge zu lenken, die wir im Alltag trotzdem leicht übersehen, weil wir uns nicht die Zeit dafür nehmen.

Einige meiner Genussmomente teile ich gerne mit euch:

Genuss 1Genuss 2Genuss 3Genuss 4

©Text und Fotos: G. Bessen 7/14

 

466496_original_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deWeltmeisterlich

Im Vorfeld dieser WM war ich skeptisch und hatte auch Bauchschmerzen. Die Deutsche Nationalmannschaft hatte ich als nicht besonders gut und fit eingeschätzt. Ähnlich wie 2010 in Südafrika hat mir auch das Land Brasilien mit seiner Problematik, den unzähligen Menschen in den randstädtischen Favelas und deren große Armut und die Berichterstattung im Vorfeld über Unglücksfälle und Wettskandale und Korruption einen bitteren Vor- und Beigeschmack zur WM geliefert.
Es ist viel Geld im Spiel und letztendlich haben die „am Rande“ nichts davon. An ihrer Situation ändert sich nichts.

Und trotzdem blicke ich auf viele Spiele dieser WM zurück, schöne und engagierte Spiele egal welcher Mannschaft, mit Fehlern und Unzulänglichkeiten behaftet und trotzdem haben wir mitgefiebert. Zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichtern, derbe Fouls auf dem Spielfeld, Glück und Unglück – das gibt es immer wieder.
Nach dem Spiel der Deutschen Elf gegen Brasilien, diesem Traumspiel, waren auch meine letzten Zweifel beseitigt und der Titel schien in Reichweite zu rücken. Für die Brasilianer tat es mir Leid, aber auch da hängt einem das Hemd näher als die Hose. Auch wir waren 2006 Gastgeberland und haben verloren, such is life.

Und nun das gestrige Spiel: hart, kämpferisch und spannend auf beiden Seiten. Und kurz vor dem drohenden Elfmeterschießen die Erlösung und das entscheidende Tor zum Weltmeistertitel.
Profifußballer verdienen eine Menge Geld. Ob das gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Aber dafür bringen sie auch Einsatz. Das ungläubige Staunen von Mario Götze, die Freudentränen bei den Spielern, diese sagenhafte Erleichterung, es geschafft zu haben, diese Bilder vergessen wir nicht so leicht.
Wenn ich an das Herumgebolze auf dem Platz bei so manchen Spielen denke, so muss ich doch sagen, dass die Deutsche Elf so manchen anderen hitzigen und temperamentvollen Spielern eine Menge voraus hat, was Disziplin und soziale Kompetenzen betrifft.

Der viel zitierte Spruch: TEAM = „Toll, ein anderer macht’s“ trifft hier nicht zu.
Da war Teamgeist, Teamfähigkeit und ein Miteinander in Freud und Leid ausschlaggebend, durchaus etwas, was für unsere Jugend vorbildhaft sein kann.

Podolski Junior und die Klose-Zwillinge auf dem Platz können unsere Jungen und Mädchen anregen, sich mehr dem Sport zu widmen und einen Teil ihrer Freizeit sinnvoll zu nützen.
Alles in allem war es eine schöne Weltmeisterschaft mit brillanten Momenten und einem verdienten Titel.

© G.B. 14.7.14

Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Ein Text zum Nachdenken, den es auch abgewandelt als Video gibt

Das Paradoxe unserer Zeit

Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.
Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber keine Besseren.
Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten. Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien produzieren, aber wir verkehren weniger miteinander.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen.
Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause.
Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts.
Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben, statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben: das Leben ändern – oder den Text löschen.

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine innige Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich” und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen. Findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen, denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.
Verfasser: Dr. Bob Moorehead

Ich wünsche euch ein unvergessliches Wochenende ♥

 Auf dem Boot

Rund um Waren – der Müritz-Nationalpark

Von der Klinik aus ist man in wenigen Minuten am Hafen von Waren. Auf der anderen Seite lockt der Müritz Nationalpark mit seiner Seenlandschaft und seiner ihm eigenen Tierwelt.

Die Feisneck liegt am südöstlichen Stadtrand von Waren und ist durch einen Graben mit der Binnenmüritz verbunden. Der See ist ein glazialer Rinnensee und hat eine Größe von 3100 m Länge und etwa 600 m Breite. Man kann ihn gut zu Fuß oder auch mit dem Rad umrunden. Das Seeufer ist mit einem breiten Schilfgürtel bewachsen.
Am Nordufer befindet sich eine öffentliche Badestelle zur Freude der Kinder, die in der Nähe wohnen.

Am nordöstlichen Stadtrand von Waren liegt der Tiefwarensee, ebenfalls ein glazialer Rinnensee. Er ist etwa 2600 m lang und 780 m breit. Auch er kann zu Fuß oder mit dem Rad umrundet werden. Für die Warener ist er ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Der Warnkersee, südlich von Waren, ist von Wald und Weiden umgeben und hat eine Ausdehnung von 1070 Meter mal 550 Meter. Zwei Aussichtsplattformen laden zur Vogelbeobachtung ein.

Wenige Kilometer südöstlich von Waren, liegt das kleine Dorf Federow. Der Besucher wird am Ortseingang von einer 500 Jahre alten Stieleiche begrüßt. Federow ist das Eingangstor zum Müritz Nationalpark. Neben einem Gasthaus „Die bunte Kuh“ , dem Gutshaus Federow aus dem 19. Jh. – heute ein Hotel -, sei hier die einzige Hörspielkirche Deutschlands erwähnt, die im Sommer ein abwechslungsreiches Hörspielprogramm anbietet.

Im Informationshaus gegenüber der „Bunten Kuh“ konnten wir per Livekamera in ein Fischadlernest schauen und den Zeitraum bis zur Geburt eines Fischadlers verfolgen.

Wem es zu Fuß oder per Rad zu anstrengend ist, der kann sich im Hafen von Waren auf ein Schiff setzen und die Gegend auch per Schiff erkunden – auch das lohnt sich!

Von meinem Balkon aus hatte ich einen Blick über die Binnenmüritz und habe die abendlichen Sonnenuntergänge sehr genossen. Wen wundert es da noch , dass ich auf Fernsehen und Internet keine Lust hatte?

 

c/ G. Bessen 8.7.14

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Kunterbuntes, meist aus der eigenen Feder und selbst gesehen.

Ausschließlich Literarisches aus der eigenen Feder findet Ihr in meinem Autorenblog VISITENKARTE

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