Zitat

I am not just an optimist
I am an opti-mystic who sees the
world through the eyes of possibility.

Edie Weinstein

Ich bin dann mal weg

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Streik – eine never ending story

Streik – eine never ending story

S-BahnIch werde mal bei der Regierung eine Anfrage starten, ob wir nicht zu den vielen Gedenktagen, die in unseren Kalendern stehen, nicht einen zentralen Streiktag aufnehmen können. Dann können alle, die etwas fordern wollen, auf die Straße gehen und wir erleben endlich mal, wie es geht, wenn gar nichts mehr geht.

Wir Deutschen neigen sowieso dazu, auf hohem Niveau zu jammern. Doch ich denke, es gibt viele andere Menschen in bestimmten Berufen, die das Recht hätten, auf die Straße zu gehen und bessere Arbeitsbedingungen einzufordern. Die Lokführer zählen für mich nicht dazu.

An einem Wochenende, an dem in mehreren Bundesländern Ferien beginnen oder aufhören, Menschen ihren lange geplanten und wohl verdienten Urlaub antreten wollen, um sich von ihren stressigen Arbeitsbedingungen zu erholen, sollen die Räder still stehen? Unglaublich!

Sollten die Forderungen erfüllt und der Streik für die Streikenden zu einem positiven Ende gelangen, sind wir alle es, die die verursachten Kosten tragen, wenn die Bahnpreise wieder erhöht werden.

Umsonst gibt es nichts.

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Eine Frage der Zeit

BlattEine Frage der Zeit

Früher haben wir mit kindlichem Gemüt gemeinsam die Welt entdeckt und haben uns dafür viel Zeit genommen.

Während unserer Ausbildung haben wir unsere Zeit damit verbracht, uns ein Standbein für die Zukunft zu schaffen. Als die Kinder kamen, legten wir den Meilenstein dafür, dass wir in dieser Welt etwas Gutes hinterlassen.

Familie und Beruf forderten ihren zeitlichen Tribut. Und so vergingen die Jahre.

In der Reife unserer Jahre holen wir das nach, was uns die Zeit der Berufsfindung und der Familienplanung nicht gegönnt hat. Wir reisen und erobern die Welt und betrachten sie aus ganz anderen Blickwinkeln.

Erst, wenn wir unsere Kinderteller und Schnabeltassen vor uns haben und uns zum Rollstuhl- und Rollatorentreffen sehen, haben wir wieder mehr Zeit und schlagen uns die Tage um die Ohren.

Und irgendwann kommt der Tag, da haben wir Zeit ohne Ende, aber das interessiert niemanden, denn dann hat unsere Stimme für immer versagt und der Blick ist starr und ausdruckslos.

©G.B. 10/2014

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Tagesgedanken

Wir Menschen neigen dazu, die unangenehmen Dinge auszusitzen, in der Hoffnung, sie erledigen sich von alleine. Das mag ja hin und wieder der Fall im kleinen persönlichen Bereich sein, aber in größeren Dimensionen muss auf politischer Ebene gehandelt werden.
Dafür gibt es Politiker, die Verantwortung übernommen haben und die Vertreter des jeweiligen Volkes sind.

Der noch Regierende in Berlin hat das Desaster um den BER allzu lange ausgesessen. Nun nimmt er – angeblich freiwillig – seinen Hut und die Bürger sind gespannt, wer in seine Nachfolge tritt. Dann hat unser Wowi wieder Zeit, seinen Partywünschen nachzugehen, was seiner Figur durch mehr Bewegung sicher gut zu Gesichte stände.
Die BER-Pleite jedoch wird bleiben.

Die Welt schaut mit großer Sorge nach Osten zur türkisch-syrischen Grenze. Wie lange wollen die Verantwortlichen aller Staaten noch zusehen, wie die Kämpfe und das sinnlose Völkersterben in und um Kobane alleine auf weiter Flur ausgetragen werden? Wenn uns der IS dann mehr und mehr unterwandert, wird das Erwachen böse sein.

Seit Monaten sterben Menschen in Westafrika an dieser furchtbaren Seuche Ebola. Unterstützung ist gefordert, von allen Staaten der Welt. Die Krankheit breitet sich aus und wird auch uns mehr und mehr treffen. Die Pest im Mittelalter konnte man nicht so bekämpfen wie man es heute mit moderner Medizin kann. Da ist Einsatz gefordert. Bisher scheint auch das Problem nicht bei allen Verantwortlichen auf der politischen Bühne ins Bewusstsein gelangt zu sein.

Das Geld, das immer wieder für neue uneffektive Klimakonferenzen – und damit meine ich die Kosten der Klimakonferenz selber – gesteckt wird, würde so vielen Menschen helfen. Klimaschutz interessiert doch wirklich scheinbar niemanden wirklich, sonst wäre da bisher sicher mehr und effektiver gearbeitet worden.

„Derzeit sind mehr Menschen auf der Flucht als nach dem Zweiten Weltkrieg“ , las ich vor einiger Zeit irgendwo. Was tun wir dagegen? Wir leben unser Leben weiter, als beträfe uns das nicht. Irgendwo werden sie schon unterkommen, gerade in den alten Kasernen der neuen Bundesländer ist doch so viel Platz, so wird häufig diskutiert.

Anerkennung habe ich in diesen Tagen besonders

- für die Menschen, die am 9.Oktober 1989 in Leipzig unerschrocken friedlich demonstriert haben und ein wahres Zeichen gesetzt haben
– für Menschen, die den Mut zu haben, im schwersten Krankheitsfall ihr Ende selbst zu bestimmen
– für Menschen, die sich freiwillig als Helfer in die von Ebola betroffenen Gebiete begeben, um den Menschen dort zu helfen, selbst auf die Gefahr hin, daran zu erkranken oder gar zu sterben
Diese Gedanken lassen sich unendlich weiter spinnen…

100_1668Ich wünsche euch eine gute Woche.

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Tierisch was los

und das zu jeder Jahreszeit:Tierisch was los 4Tierisch was los 2

Tierisch was los 1 Fotos: G. Bessen, Waren an der Müritz

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Eure Meinung ist gefragt

Nach meinem letzten Beitrag in meinem Blog Visitenkarte bitte ich Euch um Eure Meinung:

1. Was haltet Ihr vom Kloster auf Zeit?
(Gemeint ist damit, eine Zeit lang an einem aktiven Klosterleben teilzunehmen oder für eine Zeit Urlaub im Kloster zu machen)

2. Sind Klosterschulen noch zeitgemäß?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

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Vor-Ruhe-Stand

Vor-Ruhe-Stand

Was für ein abstruses Wort.
Vor der Ruhe – ein Rentner hat nie Zeit, das ist hinlänglich bekannt. Ob er Ruhe hat, sei dahingestellt. Er hat keinen beruflichen Stress mehr, das ist klar, aber Ruhe? Dafür muss er in seinem turbulenten nach-dem-Beruf-Leben selbst sorgen.

Stand – kommt von stehen. Wer steht, ist bewegungslos, entwickelt sich nicht weiter. Auch damit haben die meisten Rentner, wenn sie mobil und fit sind, nichts am Hut.
Wer rastet oder steht, wird rosten, auch das ist bekannt.

Ruhe hat man mit dem Tod und dann liegt man bekanntlich. Zumindest wird bei uns nicht im Stehen begraben. Mag sein, dass es in anderen Kulturen anders ist.

Nur wer sich bewegt,
kann etwas bewegen.

Vor-Ruhe-Stand

Aus der Schule geplaudert….

So manchmal ist der Hinweis auf die Herleitung eines Wortes aus dem Lateinischen ganz hilfreich, besonders, wenn es  die Endungen für masculin und feminin betrifft
In der letzten Woche sprachen wir in Klasse 12 über die typischen Merkmale einer römischen Stadt, in der auch die Basilika als Gerichtsgebäude eine besondere Rolle spielte.
Auf meine Frage, was denn eine Basilika im heutigen Verständnis sei, kam die promte Antwort:
„Basilika ist sicher die Schwester von Basilikum“.

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Goldener Oktober

Der goldene Oktober
ist die Blütezeit des Herbstes
und versüßt uns
den Abschied vom Sommer.

Goldener Oktober

© G. Bessen 10/14

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Der ganz normale tagtägliche Wahnsinn

Zum Wochenanfang meinte ein Kollege zu mir “Ich glaube, ich bin zu alt für Klassenfahrten.“ Ich konnte ihn gut verstehen. Vierundzwanzig Stunden Dienst, kurze Nächte und lange Tage, eine große Verantwortung, alle Sinne überall, das kennt jeder Lehrer. Ich habe meine letzte Klassenfahrt vor zwei Jahren gemacht und ich vermisse nichts.

Ich bin in Altersteilzeit. Alt – Alter – Teilzeit. Eine Steigerung? Worte, die eigentlich realistisch beginnen, doch unrealistisch enden. Ich merke wenig von der Teilzeit, doch viel vom Alter. Die Arbeit hat sich nicht grundlegend geändert, ich profitiere lediglich vom besseren Zeitmanagement. Das Konto schreibt klare Teilzeit-Zahlen. Papier ist geduldig. Schüler nicht. Sie wollen ihre Arbeiten möglichst am selben Tag korrigiert zurückhaben, natürlich mit Bestnoten. Das Erste ist unmöglich, das Zweite oft ein Wunschgedanke.

Der Kollege ist nur wenige Monate jünger als ich. Sein Geburtsdatum hat die Altersgrenze nicht geschafft. Ich bin gerade noch in dieses Altersteilzeitmodell hineingerutscht, bevor diese Tür zuklappte. Er nicht. Damals wollte man den Lehrerüberhang auf diese Weise abbauen, mittlerweile – fünf Jahre später – stehen wir vor einem Lehrermangel (der bei richtiger Rechnung hätte vermieden werden können, denn wir sind gläsern genug, dass alles – und dazu noch im Zeitalter modernster Technik – vorab hätte ausgerechnet, berechnet und gehandelt werden können) .

Nun nehmen wir alles, was kommt. Lehrer, frisch von der Uni, die nach einer Weile Tätigkeit ihr Referendariat später beginnen, Quereinsteiger und sogar Pensionäre, die plötzlich merken, dass ihnen doch das Salz in der Suppe des Alltags fehlt. Eine bequeme Lösung, die Statistik sieht dadurch besser aus. Aber was ist mit denen, die einige Jahre studiert, sich durch die harten Mühlen des Referendariates gequält haben, nebenbei jobben mussten, um ihr Studium zu finanzieren? Ein wahrer Schlag ins Kontor. Früher sagte man: „Wer nichts wird, wird Wirt.“ Sicher gibt es schon ähnliche Formulierungen für den Lehrer.

Das pädagogische Händchen ist nicht unbedingt studienabhängig. Nicht-Lehrer können zu guten Pädagogen werden und Pädagogen können sich als komplette Fehlbesetzung herausstellen.

Nun, der Kollege muss sicher bis fünfundsechzig + arbeiten, ich nicht. Und ich muss auch keine Klassenfahrt mehr machen.
Dass der Lehrer heute eigentlich nur noch wenig Lehrer und mehr ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“ als Erzieher, Familienhelfer, Therapeut, seelischer Mülleimer und was sonst noch alles ist, ist hinlänglich bekannt. Seit Gerhard Schröder auch noch eine Gattung der „faulen Säcke.
Die Besetzung auf der Bildungsbühne hat Ecken und Kanten und in die Zukunft schauend, kann einem da Angst und bange werden.

Aber das betrifft mich nicht mehr direkt, denn dann bin ich im fortgeschrittenen Alter und in meiner Privatvollzeit.

© G. Bessen 1.10.14

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Saralisa Volm: Mamabeat

Saralisa Volm: Mamabeat
Mein heutiger Lesetipp

Saralisa Volm (geb. 1985) ist eine deutsche Schauspielerin, Buchautorin und Mutter zweier Kinder.
Das Cover ihres Buches Mamabeat hat mir auf Anhieb ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert und mich neugierig gemacht.

index
Weit entfernt von einem Roman im herkömmlichen Sinn oder einem trockenen Ratgeber für werdende oder zukünftige Eltern beschreibt die Autorin das ganz normale Leben von Eltern aus ihrer und aus der Perspektive anderer Eltern oder derer, die noch Eltern werden wollen.

In einer Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, alles genau zu planen, abzuwägen und sogar ungewöhnliche Schritte zu einer Befruchtung gehen können, bleiben Kinder etwas Unberechenbares, Natürliches und Wunderbares in unserem Leben. Das wussten bereits unsere Eltern, Großeltern und die Generationen davor und das wird sich auch für künftige Generationen nicht ändern.

Ein Kind stellt das bisherige Leben erst einmal gründlich auf den Kopf. Nichts bleibt, wie es war. Salalisa Volm hat sich als Mutter neu definiert, aus der Erkenntnis heraus, es nicht jedem Recht machen zu wollen und zu können, sondern dass es auf den eigenen Stil ankommt, mit dem man Privat- und Berufsleben, soziale Kontakte und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse möglichst stress- und angstfrei unter einen Hut bekommt. Sie hat es geschafft und kann anderen Müttern damit Mut machen.

Ihr Stil zu schreiben ist amüsant, witzig und unterhaltsam. Oft trifft sie mit wenigen Worten, den Nagel direkt auf den Kopf.

Ein empfehlenswertes Buch für alle Eltern und die, die es noch werden wollen, die Herausforderung KIND mit allen WENN und ABER anzunehmen. Und diejenigen, die in der Großelternphase sind, werden sich sicher mit einem Lächeln an diese Zeiten erinnern und die Zeit mit ihren Enkelkindern bewusster und stressfreier genießen können.

©G. Bessen 9/2014

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