“AB(I)normal geil!”

So lautet das Motto auf der Eintrittskarte des diesjährigen Abiturballes.

Wieder ist ein Stück Klassengeschichte geschrieben worden. Unsere „Großen“ haben wir am Freitag Abend endgültig ins weitere Leben geschickt. Sie werden ihren Weg machen. Drei Jahre hatte ich einen Kurs in beiden Fächern, eine Zeit mit allen Facetten, die das Schulleben so bietet. Abschiede sind immer schwer, doch diese drei Jahre empfand ich als angenehm und trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden war, sehr entspannend.

Am Donnerstag haben unsere zehnten Klassen ihre Abschlusszeugnisse bekommen. Meine eigene Klasse hat sich sehr gut gemausert und kann auf ihre Ergebnisse größtenteils stolz sein. Sehr viele von ihnen bleiben an unserer Schule und werden ab August die elfte Klasse besuchen. Somit ist es von den meisten kein Abschied, sondern eine längere Sommerpause.

10d (1)

Ein Ginkobaum, ein Abschiedsgeschenk meiner Klasse, ziert nun meinen Garten. Darüber freue ich mich sehr. Erinnert es mich doch immer wieder an einen kulturellen Besuch in Weimar, wo ich mir einen vergoldeten Kettenanhänger in Form eines Ginkoblattes gekauft hatte.

Ginko-crop

Später fragt niemand mehr nach einzelnen Noten und das Zustandekommen von Noten ist immer eine schwierige Angelegenheit. Jeder hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen.  Viel wichtiger ist, was den Menschen und seine Charaktereigenschaften ausmacht und aus dieser Perspektive haben wahrlich alle ein sehr gutes Zeugnis bekommen.

Nun trennen und noch drei Tage von den Sommerferien, in denen sich der Sommer sicher von seiner schönsten Seite zeigen wird.

Sehr passend zu unserer Abschlussfeier war der folgende Song, den ich persönlich auch sehr mag:

Früher Sommer

Rote Kirschen
ess ich gern,
so beginnt ein
Kinderreim…
und ich glaube,
es gibt kaum einen
Menschen, der sich
nicht darauf freut

Kirschenzeit,
der Winter weit,
Rosen blüh´n und
Kinder lachen

Eine besondere Zeit,
der Sommer ist jung
und voll von Schwung

Er greift in alle
seine Töpfe zur
gleichen Zeit, läßt
in schneller Folge
Erdbeeren, Kirschen
und Himbeeren reifen

und zur gleichen Zeit
blühen so viele
Pflanzen, dass wir
uns an der farbigen
Pracht kaum
sattsehen können

Wo wir hinsehen,
entdecken wir neue
Wunder und wir
tanken so viele
Genüsse, wie wir
nur können, denn wir
wissen, er bleibt
uns nicht für immer
erhalten

Wir speichern einen
möglichst großen
Vorrat an Freude,
damit wir sie in
späteren trüben
Momenten abrufen
können…

als wundersame
frühsommerliche
Erinnerung

© Bruni Kantz

Brunis neuestes Gedicht hat mich neugierig gemacht und ich habe die Kirschen in Nachbars Garten gesucht. Sie brauchen noch ein wenig Sonne und Reife.  Erinnert Ihr Euch an die Zeit, als wir Mädchen uns den Doppelstiel mit zwei Kirschen über die Ohren gehängt haben und stolz damit herum liefen? Das waren die ersten Ohrringe , tiefrot, süß und prall.  Die Jungen übten sich zur Abwechslung im Kirschkernspucken.  Ich erinnere mich, dass es bei den Wesen dieser Gattung Mensch  so manche Möglichkeiten gab zu beweisen, wer wie am Weitesten etwas konnte….   :lol:

Kirschbaum
Kirschzweig
Kirschblüte
Kirschen
Kirschmarmelade
Kirschkuchen
Kirschwasser
Kirschlikör
Kirschkern
Kirschkernspucken
Eis mit Kirschen
Kirschrot
Kirschmund
Kirschmundgeflüster

reifende Kirschen (1)

Rastlos

Wer nicht rastet,
wird rastlos.
Rastlose Menschen
sind keineswegs zeitlos.
Sie rennen ihrer Zeit
lediglich hinterher.

*********

Sie hetzen und rennen und hasten,
sind ständig auf Trab
und kommen doch nicht bei sich an!

c/ Petra Ulbrich

Boddensee -Birkenwerder
© G.B. 6/13

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Ich wünsche euch
ein Wochenende
ohne Hast,
dafür voller Rast.

Land unter

Wie oft glauben wir, dass die Naturkatastrophen weit weg passieren, aber nicht bei uns. Erdbeben, Vulkanausbrüche oder tropische Wirbelstürme werden uns nicht unmittelbar  treffen, wie  andere Gebieten der Welt.

Aber die Bilder  aus Bayern und Sachsen machen Angst und zeigen uns wieder mal, dass die Natur sich nicht von uns beherrschen lässt. Menschen kämpfen um ihr Leben, um das, was sie sich im Laufe ihres Lebens oder besonders nach der Jahrhundertkatastrophe wieder aufgebaut haben. Und nun schlägt die Natur erneut unerbittlich zu.

Hoffen wir, dass die betroffenen Menschen nicht den Mut verlieren und genügend Helfer zur Seite haben, die sie in dieser schwierigen Zeit hinreichend unterstützen. Hoffen wir, dass ihr bedrohtes Leben sie nicht demotiviert  und die Freude am Leben zurück kehrt.

Hochwassermarke

Wir alle haben unseren Frust über das Wetter immer wieder deutlich gemacht. Aber den Regen von oben sollten wir hinnehmen, solange wir uns über unsere trockenen Füße freuen können.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine entspannte Woche.

Unverbesserliche Besserwisser – Wortspielerei

Wissen
unverbesserliche
Besserwisser
wirklich
alles besser?

Wenn
unverbesserliche
Besserwisser
besseres
Wissen
für sich behalten,
kann sich
das Wissen anderer
nicht verbessern.

Nur wahres Wissen
kann die
Welt verbessern.

Besserwisser
© Text und Foto G.B.

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“Wer weiß, dass er nichts weiß,
weiß viel mehr als der,
der nichts weiß und nicht weiß,
dass er nichts weiß.”

(gelesen und beigesteuert von Franka)

Die Besserwisser
sind die,
die nie an sich zweifeln,
die, die alles besser wissen,
die, die von sich überzeugt sind
die, die alles können.

Wenn man sie hört!

Die, die jede andere Meinung stört,
von denen ein jeder schon einmal gehört!
Sie zu überhören ist nicht möglich,
denn sie greifen dich ab,
du lässt sie stehen, aber sie
lassen dich nicht gehen.
Die, die einen in Grund und Boden schwätzen,
die, vor deren Geist alle andern verblassen.

Sind sie von allen guten Geistern verlassen?

Sie sind so von sich besessen,
dass sie sich selbst ein Denkmal setzen.
Täten sie es nicht selbst, wer würde es tun?

Wissen sie das und beugen sie vor?

Alleswisser erkennen alles,
in Windeseile und Blitzesschnelle,
und haben sofort die Lösung für alles parat
– mit Worten!

Taten sind nicht ihre Stärke,

sie ziehn sich zurück
und lassen dich stehen,

du kommst doch nun klar?!

c/ Bruni Kantz

Lieber Herr Mai

Lieber Herr Mai,

wie lange haben wir dich herbeigesehnt und dann kommst du und hinterlässt eine breite Spur der Enttäuschung. Ich habe die Wonne des Monats  arg vermisst. Stattdessen habe ich die dicken Wollsocken und Winterpullover hervorgekramt und abends in der geheizten Stube gesessen.

Was ist los mit dir?

Frühling – Frühlingsgefühle – Schmetterlinge im Bauch – die Zeit der Verliebten, das war einmal, oder?

Ich habe einen Kurantrag für dich gestellt. Scheinbar hast du dich in den letzten Jahren so verausgabt, dass du völlig ausgebrannt bist und dein Programm nur noch auf Sparflamme kocht. So etwas nennt man bei den Menschen  Burnout.  Auch ein Herr Mai sollte mal in eine Rehaklinik gehen und sich wieder richtig aufpäppeln lassen, damit er seine Aufgaben wieder zur vollen Zufriedenheit aller ausfüllen kann.

Wenn du deine Aufgaben dem Herrn Juni übergibst, solltest du deine Leistungsschwäche eingestehen, das macht ein charakterfester Mensch auch. Bitte ihn, das, was du nicht leisten konntest, mit voller Kraft in Angriff zu nehmen, ja? Ich denke, das bist du uns schuldig. Somit lassen wir dich ziehen, wünschen dir eine gute Regenerationsphase und danken für das, was du uns mit der Mutter Regen hinterlassen hast, ein sattes Maigrün.

Rhododendron

Text und Fotos ©G.B. Mai 2013